Von Physiotherapie, den Kings of Convenience, einem Besuch beim Augenarzt und dem Bonner Kreuzberg

Öfter mal was Neues: Am heutigen Montag habe ich den ersten Termin bei der Physiotherapie. Der freundliche Herr hört sich mein Leiden zuerst einmal sehr genau an und empfiehlt mir dann, nach einem erneuten Einrenken eine Übung um die entsprechende Muskulatur im Rücken zu stärken. Ich nehme das zum Anlass, um auch wieder regelmäßiger ein paar Liegestütze zu machen. „Sie müssen sich nicht so sehr schonen!“ sagt man mir. Ich hoffe inständig, dass diese Schmerzgeschichte bald ein Ende hat. In den letzten Wochen nervt mich das sehr, vor allem auch weil man nicht absehen kann wann etwas weh tut und wann nicht. Manchmal ist den ganzen Tag Ruhe, dann weiß ich manchmal aber auch nicht, wie ich gehen, stehen, sitzen soll.

„Sitzen“ ist ein gutes Stichwort. Mit zunehmendem Alter bin ich ja immer mehr ein Freund von Konzerten, auf denen ich einen Sitzplatz haben kann. Am Dienstag Abend mache ich mich nach Feierabend auf den Weg nach Köln-Nippes, um dort in der Kulturkirche den Kings Of Convenience zu lauschen. Fräulein Anna hat uns Karten ergattert, kann dann ja diesen Abend nicht und so begleitet mich Frau Schwester. Die war vorher schon ein bisschen traurig gewesen, dass das Konzert so schnell ausverkauft war. Ich fühle mich ein bisschen schlecht, dass ich da in Mitten der euphorischen Fans sitze, draußen ganz viele wirklich gerne eine Karte gehabt hätten und ich die Band nur vom Namen her kenne. Nach ungefähr einem Lied bin ich dann aber auch hin und weg. So schnell war ich schon lange nicht mehr von Musik begeistert. Die beiden hippen Herren spielen auf ihren akustischen Gitarren heute nur Lieder, die noch keiner kennt. Das macht aber keinem was, wir applaudieren gern und viel – nach jedem Lied. Es ist schade, dass es am heutigen Abend nur zehn Lieder sind. Man packt zwar noch zwei Zugaben dazu, aber nach einer guten Stunde ist der Spaß auch schon vorbei.

Aufregend geht es weiter: Am Mittwoch bin ich direkt morgens beim Augenarzt. Ich bekomme Tropfen in die Augen die meine Pupillen vergrößern. So will man sich die Möglichkeit schaffen, da mal einen Blick hinein zu werfen. Verrückte Welt. Nun ist nicht so arg weit hin bekannt, wie ungerne ich irgendwas mit den Augen habe. Ich verfluche die Arzthelferin hart, während man mir drei Mal alle zehn Minuten in die Augen tropft. Meine Augen tränen, ich sehe im Nahbereich nur noch maximal verschwommen. Dann hasse ich die Ärztin selbst, die mir mit einer echt hellen Lampe in die Augen leuchtet und mit einer Art Lupe vor meinem Gesicht herum fuhrwerkt. Am Ende ist dann alles ok, ich werde nach Hause entlassen. Für den Rest des Tages bin ich arbeitsunfähig. Und auch für sonst nichts zu gebrauchen. Also schlafe ich erst mal ein paar Stunden. Es ist nahezu unerträglich, dass ich wirklich nichts machen kann. Am späten Nachmittag schlägt ein Spaziergangs-Versuch gnadenlos fehl, da ich auf der Straße nicht gescheit zwischen Nah- und Fernsicht umfokussieren kann. Nach drei Metern, ich habe den Haustürschlüssel noch in der Hand, drehe ich wieder um. Wenigstens kann jetzt, wenn ich das iPad etwas weiter weg stelle, mal eine Serienfolge schauen. Das ist doch schon mal was.

Nach drei spannenden Tagen bin ich recht froh, dass ein bisschen Ruhe einkehrt. Am Donnerstag kommt Fräulein Anna zurück. Freitag und Samstag verlaufen erfrischend ereignislos. Ich bekomme einen frischen Haarschnitt, bereite mich weiter auf meine Tour nach New York vor und kann Fräulein Anna davon überzeugen, mit mir „Das Kartell“ zu schauen.

Manche Menschen haben größere Gräber als andere Menschen.
Manche Menschen haben größere Gräber als andere Menschen.

Am Sonntag Nachmittag spazieren Fräulein Anna und ich auf den Kreuzberg. Den hatte ich schon länger auf meiner „Zu Besuchen“-Liste und das ich schon zwei Mal beim Laufen dort oben war zählte nicht. Vorbei am Poppelsdorfer Friedhof steigen spazieren wir den bequemen Weg hinauf. Marias Leiden begleitet uns dabei. Die Sonne scheint und dementsprechend haben wir von oben eine schöne Aussicht, sogar über Wesseling hinweg bis nach Köln. Ich meine den Dom in der Ferne erahnen zu können. Nachdem wir uns noch ein wenig auf der Höhe umgeschaut haben, machen wir uns wieder auf den Heimweg. Nicht ohne zu sagen, dass man eigentlich öfter hier hoch kommen sollte.

Ausblick auf Köln
25. September 2016

Von einer Reise nach Bologna

Bologna:

Nachdem der Wochenstart, bis zu einem unspektakulären Besuch beim HNO-Arzt, wirklich nichts erwähnenswertes liefert, ist die zweite Wochenhälfte dann um so ereignisreicher. Nach einem ordentlichen Planning mit meinem Team fahre ich dann zum Flughafen. Gemeinsam mit den Frontend-Kollegen geht es nach Bologna. Dort findet zum fünften Mal die „From the Front“ statt, eine Konferenz rund um, man glaubt es kaum, Frontend-Themen. Ich bin gespannt wie es wohl wird.

Nachdem ich im letzten Jahr auf der AngularConnect eine Konferenz mit einer sehr spezifischen Themen-Nische besucht habe, freue ich mich ein kleines bisschen darauf wieder mehr allgemeinere Themen behandelt zu bekommen. Einige der Speakerinnen und Speaker habe ich schon bei anderen Gelegenheiten gesehen, das Team der Veranstaltung hat sich bei der Auswahl einige Mühe gegeben.

Nach Bologna zu fliegen ist nicht sonderlich schwierig und dauert auch nicht lange. Nach etwa anderthalb Stunden haben wir italienischen Boden unter den Füßen und sitzen schnell im Bus in die Innenstadt. Es ist ganz schön warm, gut das auch unsere Hotelzimmer klimatisiert sind. Nach einer kurzen Auffrischung machen wir uns auf den Weg in die Stadt. Ich bin schon nach wenigen Metern froh, dass ich die Kamera eingepackt habe.

Bologna: Gasse von unten

Die Altstadt ist ziemlich schick: Alte, hohe Häuser stehen nah beieinander, die kopfsteinernen Gassen sind schmal und eng, die Bürgersteige sind ganz oft Arkaden. Ich mache das ein oder andere Foto. Wir landen schließlich in einem kleinen Restaurant, wo es nicht nur leckere Nudelgerichte, sondern auch guten Wein gibt. Der Abend wird ein wenig länger.

Bologna: Gasse. Eine von vielen.

Der erste Veranstaltungstag startet dann direkt mal damit, dass wir uns auf dem Weg zum Veranstaltungsort verlaufen. Gut, dass wir genug Zeit eingeplant hatten und so doch noch passend ankommen. Es ist schon am Morgen ordentlich warm. Im Theater ist es zum Glück ganz angenehm und die Sitze sind bequem. Fast ein bisschen zu sehr. Die Vorträge sind dann tatsächlich durch die Bank auch recht unterhaltsam, keiner wirklich schlecht. Da ist es fast nicht schlimm, dass es kein WLAN auf der Veranstaltung gibt. Nachdem wir das Tagesprogramm hinter uns gebracht haben, steht wieder eine Auffrischung im Hotel auf dem Plan, bevor wir an diesem Abend in einer Pizzeria landen, in der außer uns nur Italiener verkehren. Während ich meine wirklich große und gut belegte Pizza nur zu zwei Dritteln schaffe, beobachte ich am Nebentisch einen Herrn, der in nicht einmal der Hälfte der Zeit seine mitsamt einer großen Mozzarella-Kugel in Viertelstücken inhaliert. Bemerkenswert!

Veranstaltungstag Nummer zwei, wir haben inzwischen Freitag, schließt sich gut an den ersten an. Ich fühle mich wieder gut unterhalten. Heute ist es auch nicht mehr so warm, statt dessen ist es gut einen Schirm dabei zu haben. Gut, dass ich am vorigen Tag wirklich ausreichend fotografiert habe. Da es nach Veranstaltungsende keinen passenden Flieger mehr nach Hause gibt, verbringen wir den Abend in einem Kellerrestaurant, dass der Kollege am Vorabend entdeckt hatte. Zuerst kommt es mir ein bisschen dubios vor, da wir alleine dort sitzen. Aber eigentlich sind wir nur früh an, nach dem Essen und einem unterhaltsamen Abend ist die Bude gerappelt voll, als wir uns auf den Weg ins Hotel machen. Eine lohnende Veranstaltung geht zu Ende. Nicht nur wegen der interessanten Vorträge, sondern auch weil es wirklich gut war sich mit den Kollegen mal ausführlicher auszutauschen.

Am Samstag Abend bin ich dann nach einem unkomplizierten Heimweg über Düsseldorf ziemlich froh, zur Abwechslung mal wieder auf Fräulein Anna zu treffen. Wir gehen vietnamesisch Essen, nicht weit von uns hat ein neues Restaurant aufgemacht. Ich esse ein recht leckeres Nudelgericht, was nur ein kleines bisschen zu korianderig ist. Fräulein Anna ist mit ihrem Curry sehr zufrieden und so versprechen wir, bald wieder zu kommen.

Nach einem kurzen gemeinsamen Frühstück am Sonntag bricht das Fräulein auch schon wieder auf. Bis Ende der Woche ist es nun am mir, die Wohnung zu hüten. Nachdem ich alles einigermaßen auf Vordermann gebracht habe und einige Bilder die Bilder aus Bologna für diesen Blogeintrag gesichtet und bearbeitet habe, werfe ich die Xbox an und laufe gemeinsam mit meinem Spielkameraden durch das postapokalyptische New York.

Der Tatort aus der Schweiz haut mich leider nicht so sehr um, während ich diese Zeilen tippe.

18. September 2016

Von schlechtem Schlaf, einem Lauf und einem Museumsbesuch

Das war eine ereignisreiche Woche. Erlebnisse!

Direkt am Montag traf ich mich mit einem Menschen von der Uni Bonn. Dort hatte ich vor einigen Wochen einen Online-Fragebogen ausgefüllt, in dem es um mein Schlafverhalten ging. Anhand dessen fand man mich wohl interessant genug, als dass ich als potentieller Teilnehmer einer Schlafstudie in Frage käme. Nach einem recht kurzen Gespräch sind wir uns dann aber einig, dass ich wohl nicht mitmachen darf. Somit entgeht mir leider auch das Abenteuer „Schlaflabor“, auf das ich mich schon ein bisschen gefreut hatte.
So blöd das vielleicht klingt: Ich schlafe zu gut ein. Spätestens seit ich meinen Kaffee-Konsum auf den einen doppelten Espresso am Tag reduziert habe, ist zumindest das für mich nur noch selten ein Problem. Wie großartig es ist, einfach ins Bett zu gehen und kurz danach einfach eingeschlafen zu sein! An der Qualität meines Schlafes muss ich aber noch ein bisschen arbeiten.

Am Dienstag dann die nächste Episode in der schon etwas längeren Geschichte rund um meine Schulterschmerzen: Der Orthopäde schickt mich nach einer erneuten Untersuchung zum Physiotherapeuten. Bei einem solchen war ich noch nie, ich bin gespannt.

Das nächste Event ist dann schon zwei Tage später. Vor ein paar Wochen hatte ich mich ja zum Bonner Firmenlauf angemeldet und mich dann, siehe den Absatz mit den Schmerzen in der Schulter, leider nicht so gut darauf vorbereitet. Das machte aber tatsächlich nichts. In der Masse von etwa elftausend Leuten kommt es nicht so sehr auf Geschwindigkeit an. In der Rheinaue ist ganz schön was los, es gibt ein gemeinsames Aufwärmprogramm, angeleitet von sehr motivierten Fitness-Menschen. Danach bin ich eigentlich schon platt genug. Aber gemeinsam mit den Kollegen bringe ich dann doch die nicht ganz sechs Kilometer locker hinter mich und lasse mich auch von fast dreißig Grad und praller Sonne nicht unterkriegen. Ich nehme mir vor, die Sache mit dem Laufen noch einmal anzugehen und dieses Mal darauf zu achten wirklich langsam zu laufen.

Als ich am Freitag etwas später das Wochenende einläute, wartet zu Hause Besuch auf mich. Frau Mama und eine Freundin sitzen schon auf dem Sofa und sind gut gelaunt. Kurz darauf ist auch schon Abendessens-Zeit und Fräulein Anna und Frau Schwester stoßen im Tuscolo mit Münsterblick zu uns. Wir haben einen langen Abend mit großen Pizzen, von denen fast jeder etwas mit nach Hause nimmt.

Schließlich ist es auch schon Sonntag. Ich bin ein bisschen übernächtigt, nachdem ich die halbe Nacht lang gemeinsam mit Teymur und Dominik durch New York gezogen bin. „The Division“ hatte ich schon länger im Auge. Zu dritt macht es großen Spaß, ist aber auch ganz schön anstrengend – das liegt vielleicht aber auch daran, dass ich am Controller nicht so geschickt bin. Nichts desto trotz machen Fräulein Anna und ich einen kleinen Ausflug ins Nahe Rheinische Landesmuseum. Dort ist seit vergangenem Freitag eine neue Ausstellung zu sehen: „bilderstrom – Der Rhein und die Fotografie 2016-1853“. Wir kommen genau passend zu einer Führung und bekommen so eine Stunde lang zu einigen der vielen Bilder etwas erzählt und erklärt. Es ist spannend anzusehen, was unterschiedliche Fotografen in den unterschiedlichsten Zeiten fotografiert haben, wo ihre Schwerpunkte lagen. Ich bin beeindruckt wie scharf vor allem auch die Bilder sind, die vor teilweise über einem Jahrhundert gemacht worden sind. Nach der Führung drehen wir noch eine weitere Runde durch die Ausstellung und lassen uns inspirieren.

Die Woche endet, wie wir das schon gewohnt sind, mit dem Krimi in der ARD. Als großer Freund des Polizeirufs und Fan von Matthias Brandt freue ich mich sehr über das Abendprogramm. Nur die Bilder von angefressenen Gesichtern müssten nicht sein, während ich meine Currywurst mampfe.

11. September 2016

Von Arztbesuchen und einer Hochzeit

Reden wir wieder von meiner Schulter. Da kommen im Laufe der Woche die Schmerzen wieder. Erst als ich mich wieder einen Termin beim Orthopäden ausmache beruhigt sich die Stelle. Versteh‘ einer die Welt. Mal schauen was der Arzt dazu sagt.

Dieser Tage hatte ich dann außerdem einen Vorsorge-Termin beim Augenarzt, den ich Ende März (!) ausgemacht hatte. Jedenfalls fast: Nach einer kurzen Untersuchung durch eine der Arzthelferinnen möchte man mir irgend etwas ins Auge tun, was mich mindestens einen halben Tag erblinden arbeitsunfähig machen würde. Das passt mir am Montag Morgen allerdings gar nicht und so lehne ich dankend ab und mache eine Nachfolgetermin aus. Auf den muss ich auch nicht so lange warten.
Tags drauf sitze ich dann, wie alle halbe Jahr, beim Zahnarzt auf dem Stuhl und lasse mir den ordentlichen Zustand meiner Zähne bestätigen. Ich bin jedes Mal vorher ein bisschen aufgeregt und immer wirklich, wirklich froh, wenn man nichts in meinem Mund tun muss. Puh!

Nachdem ich die all die Review-, Retro- und Plannings-Veranstaltungen, die zu einem Sprintwechsel so gehören, hinter mich gebracht habe, ist die Arbeitswoche auch schnell vorbei. Die Abende verbringe ich zum Teil vor Lightroom und probiere ein wenig an den Bildern aus dem Norwegen-Urlaub herum. Ich habe immer noch keinen so richtig passenden Stil gefunden, komme der Lösung aber näher. Ein neues Hintergrundbild für Computer und Telefon kommt dabei aber schon einmal heraus. Außerdem ordne ich das Fach in meinem Arbeitszimmer-Regal, was man gemeinhin als „Ablage“ bezeichnet. Ganz schön viel hat sich da angesammelt in den letzten Monaten, gute zwei Stunden loche, klammere und hefte ich allerlei aufhebenswerte Rechnungen, Kontoauszüge und sonstigen Papierkram.

Das Wochenende kann kommen und verspricht spannend zu werden. Am Freitag bereiten Fräulein Anna und ich einiges für die Hochzeit von Freunden vor. Dort kümmern wir uns nach der Trauung in Ramersdorf um den Familienempfang in der Wohnung des Brautpaares. Am Abend feiern wir dann ganz wunderbar alle zusammen und ich lande erst nach vier Uhr am Sonntag-Morgen im Bett. Vorher stehen aber gleich zwei meiner allerliebsten Tätigkeiten auf dem Plan.

Bei letzterem muss ich auf die Hilfe von Fräulein Anna zurückgreifen. Am Ende kann ich mit dem Ergebnis zufrieden sein. Die Bügel-Geschichte muss ich vielleicht einfach mal ein bisschen üben. Nur so kann ich den Teufelskreis „Ich trage selten Hemden weil ich nicht gern bügele. Ich bügele nicht so oft Hemden weil ich sie selten trage“ wohl durchbrechen.

Spät ins Bett gehen steht bei mir wirklich selten auf dem Programm. Entsprechend gerädert bin ich den ganze Sonntag. Da hilft es auch nichts, fast bis Mittag im Bett zu liegen und auch den halben Nachmittag zu verdösen. Dieses Party-Hard-Game scheint mir nicht mehr zu liegen. Schade eigentlich! Trotzdem schaffe ich es, die kleinen Buttons zum Teilen von Beiträgen in diesem Blog (die sowieso keiner nutzt) aus dem alten Blog-Theme in das aktuelle zu übernehmen. Am Ende gammeln Fräulein Anna und ich auf dem Sofa und schauen den gar nicht mal schlechten Tatort aus Österreich, den ich ja schon meistens eher nervig finde.

04. September 2016

Von großer Hitze, Schmerzen und einem Urlaubsplan

Diese Woche ging schnell vorbei. Viel Arbeit stand an und so saß ich auf das Fleißigste und lange an meinem Schreibtisch. Das hatte den großen Vorteil, dass ich mich derweil nicht totschwitzen musste – ich bin ja schon ein Fan von Sommer und Sonnenschein – aber die diese Woche herrschende Hitze ist gar nicht nach meinem Geschmack. Sobald es gegen dreißig Grad geht, ist bei mir der Spaß vorbei. Da kommt mir so ein klimatisiertes Büro schon ganz recht. Abends ist mit mir nicht mehr viel anzufangen, die Hitze setzt mir ordentlich zu.

Während sich die Sache mit den Schmerzen im Bein deutlich gebessert hat, wurden meine Rückenschmerzen nicht besser. Ein erneuter Anruf beim Orthopäden mit ein bisschen Gejammer ermöglichte mir dann doch noch einen kurzfristigen Besuch. Eine Röntgenaufnahme später knackst es dann zwei Mal in meinem Rücken und ich bin wieder eingerenkt. Ich habe so ein bisschen den Verdacht, dass ich mir beides bei meinem letzten Jogging-Ausflug eingefangen habe. Nach zwei Wochen Pause will ich nächste Woche wieder anfangen und gehe es dann lieber mal etwas langsamer an.

Urlaubsplanung steht an! Im Laufe der Woche trage ich allerlei Orte und Sehenswürdigkeiten zusammen, die ich gerne Anfang Oktober in New York anschauen möchte. Zur besseren Übersicht packe ich das alles mal auf eine Google-Karte und bekomme so einen ersten Überblick wie ich die Woche aufteilen kann. Vermutlich habe ich auch schon genug zusammen getragen, um noch einen weiteren Aufenthalt zu verplanen. Ich freue mich schon sehr und die Karte kommt bei meinen Mitreisenden gut an. Das Anlegen der Karte selbst ist nicht ganz so komfortabel wie ich es mir vorgestellt hätte. Ich brauche eine ganze Weile, bis ich einigermaßen den Dreh raus habe.

Den Samstag verbringe ich am heimischen Schreibtisch. Dort probiere ich das ein oder andere aus und packe am Ende das noch nicht ganz fertig WordPress-Theme, an dem ich letztes Wochenende gearbeitet habe, einfach mal online. Daneben optimiere ich hier und da noch ein bisschen rum, dokumentiere ein paar halb angefangene Experimente bevor ich sie ablege.
Nach einem entspannten Sonnentag in Vinxel kühlt nach einem kurzen Unwetter am Rand des Siebengebirges zum Glück wieder ordentlich ob. Im Stuttgarter Tatort mit dem Titel „HAL“ geht es heute um intelligente Computer und das ist gar nicht mal unspannend.

28. August 2016

Von viel Arbeit, einem geschonten Bein und einem arbeitsreichen Wochenende

Huch, schon wieder eine Woche rum! Dieser Tage war Fräulein Anna ja nicht da, ich genoß also einige Tage mein Strohwitwertum. Zumindest so ein bisschen. Denn im Wesentlichen habe ich in der vergangenen Woche viel und lange gearbeitet. Das kommt auch mal vor und so war des Abends nicht mehr so recht was mit mir anzufangen. Noch dazu kamen dann Schmerzen im linken Unterschenkel. Oft beim normalen Gehen, fast immer wenn ich eine Treppe hinunter stieg. Schweren Herzens habe ich diese Woche also auf meine Schrittziele verzichtet. Kurzfristig einen Termin bei einem Orthopäden zu bekommen ist auch eher unmöglich.

Statt dessen war ich am Freitag bei meiner Hausärztin. Nichts wildes, aber auch kurzfristig. Die Zeit drumherum habe ich zu Hause am Küchentisch gearbeitet, was erstaunlich gut funktioniert hat. Liegt aber vielleicht auch daran, dass ich mich in mein aktuelles Thema ganz gut vertiefen kann. Jedenfalls ging die Zeit vor und nach dem Arztbesuch wie im Flug vorbei und ich habe richtig was geschafft bekommen. Meine Meinung zum Thema „Homeoffice“ muss ich also ein Stück weit revidieren. Öfter brauche ich das aber wirklich nicht – der direkte Kontakt zu den Kollegen im Büro hat mir schon ein bisschen gefehlt. Da sind Mails und Messenger kein wirklicher Ersatz.

Und wie es dann manchmal so kommt, habe ich dann auch einen großen Teil des Wochenendes mit dem Computer verbracht. Es juckte mir zwar unfassbar in den Füßen und ich wäre gerne auf eine kleine Tour gegangen. Statt dessen tippte ich als kleine Fingerübung ein fast neues Theme für dieses Blogdings hier herunter. So ganz fertig geworden bin ich nicht – aber ich mit dem Ergebnis des Wochenendes zufrieden.

Am Ende stand dann wie üblich der Tatort auf dem Plan. Deutschlands bekannteste Sonntagabend-Serie startet mit einem eher langweiligen Fall aus Köln aus der Sommerpause. Ich recherchiere derweil Kamerataschen.

21. August 2016

Von AOK-Patientenakten, Kinofilmen und Fotospaziergängen

Montag, 08. August 2016

Langer Arbeitstag ist lang. Danach mache ich mich direkt ans Abendessen, Fräulein Anna kommt nach Hause und anschließend machen wir noch einen ziemlich ausführlichen Spaziergang. Wir laufen einfach drauf los und kommen ordentlich rum. Das Wetter ist toll.

Dienstag, 09. August 2016

Ich bin schon wieder ewig lange am Schreibtisch. Aber ich habe richtig Spaß bei der Arbeit, das kam in der letzten Zeit leider eher selten vor. Abendessen und ausführlicher Abendspaziergang: Ich bin jetzt ein Level-20-Pokémon-Trainer! Zwei oder drei Videos bei YouTube und ab ins Bett. Die letzte Nacht war nicht so besonders gut, das will nachgeholt werden.

Mittwoch, 10. August 2016

Da es Mittags schon eine warme Currywurst-Mahlzeit gab, besteht mein Abendessen heute aus den Mittagspausen-Käsebroten. Heute führt mich der Abendspaziergang zum Woki, wo ich Kinokarten für morgen kaufe. Dank zweier Gutscheine, die letztens beim Aufräumen wieder aufgetaucht sind, kostet der Spaß für zwei Leute nur sieben Euro! Ich war schon wirklich lange nicht mehr im Kino, noch länger nicht mehr im Woki und bin sehr gespannt wie es dort nach dem Umbau aus dem letzten Jahr aussieht.

Schließlich schalte ich dann ein weiteres Mal meine elektronische Patientenakte bei der AOK frei. Den entsprechenden Freischaltcode, der das eigentliche TAN-Verfahren online erst aktiviert, habe ich heute bereits das zweite Mal in der Post. Letzte Woche ging da beim Aktivieren irgend etwas schief. So besonders glücklich bin ich mit dem Online-Portal der AOK nicht.

Donnerstag, 11. August 2016

Kinoabend! Da man keine Sitzplatzreservierung im Woki hat, stehen Fräulein Anna und ich eine gute halbe Stunde vor Einlass schon in einer Schlange und warten darauf, einen ordentlichen Platz zu ergattern. Das ist, sagen wir mal, unkomfortabel – zumal ich das Fräulein erst zehn Minuten vorher auf der Arbeit abgeholt hatte. Die halbe Stunde hätte man gut für ein Abendessen gebrauchen können. Dank unseres Engagements bekommen wir dann aber zwei Plätze hinten in der Mitte. Das ist ja auch was. Der Film selbst, Jason Bourne ist dann gute Unterhaltung: Viel Geballer, schnelle Verfolgungsjagden. Leider ist die Story ein bisschen einfach und bleibt hinter den anderen Filmen zurück. Schade!

Freitag, 12. August 2016

Ich schließe zwischen Feierabend und Abendessen das Projekt „Antrag für neue Berufsunfähigkeitsversicherung“ ab. Mit dem gute Gewissen, dass das Drama nun (hoffentlich) ein Ende hat. Puh. Außerdem: Wochenende!

Samstag, 13. August 2016

Es ist Hashtag RoadToPhotokina-Photowalk in Köln. Schon das fünfte Mal und endlich habe ich auch die Zeit mal hinzugehen. Homie Dominik ist extra aus der Fast-Schweiz angereist. Es stellt sich heraus, dass man auch im Gehen total gut fensterrentnern kann. Ich stelle zwei Dinge fest: In einer Gruppe lässt es sich schwierig wirklich fotografieren. Dazu brauche ich glaube ich einfach Ruhe. Dann ist da die Sache mit der Motiv-Findung in der Stadt. Das fällt mir schwer. Wirklich schwer. Bevor ich in gut sechs Wochen mit der Knipse durch New York stapfe, muss ich noch ein bisschen üben und mir viele viele Fotos von anderen Menschen dazu anschauen.
Am Aachener Weiher hängt Frau Schwester eine Weile mit uns ab, bevor Fräulein Anna dann auch zum Abendessen zu uns stößt. Ein guter Tag!

Sonntag, 14. August 2016

In aller Frühe düst Fräulein Anna ab in Richtung Hamburg. Die kommende Woche bin ich alleine zu Hause. Das hat auch was für sich. Meinen Morgenlauf breche ich schon relativ kurz nach dem Start wieder ab und gehe eher gemütlich eine kleine Runde: In meinem Unterschenkel schmerzt irgendwas beim Gehen, das ist unangenehm. Ich schone also lieber ein bisschen. Wie passend, dass ich schon vor einigen Wochen festgelegt habe, dass mein Schrittziel entweder zehntausend Schritte am Tag oder achtzigtausend in der Woche sind. Die habe ich nämlich voll und kann so den ganzen restlichen Tag ohne viel Gerenne vor dem Computer verbringen. Am Ende gibt es Deadpool zu sehen. Ich bin amüsiert.

14. August 2016

Müdigkeit, Auflauf, Sonne und der alte Zoll

Montag, 1. August

„Wie müde kann ein Mensch sein?“ schreibt Homeboy Ben am Morgen. Ich antworte mit „Sehr!“ und ändere das Motto des Slack-Channels. Mich erwischt es erst am späten Nachmittag. Als ich aus der Firma gehe, bin ich noch motiviert eine Runde zu laufen. Zu Hause kann ich mich dann kaum wach halten, aus dem Laufen wird ein Abendspaziergang. Schrittziel knapp erreicht.

Hallo Zug!

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Dienstag, 2. August

Heute bin ich noch nicht wirklich wacher als gestern. Fräulein Anna geht es ähnlich. Also: Film an, Kopf aus. „Das Bourne Ultimatum“.

Mittwoch, 3. August

Ein Tag, an dem es nichts zu berichten gibt. Ich arbeite ziemlich lange und gammele den ganzen Abend auf dem Sofa herum. Vielleicht sollten Tage, an denen es nichts zu berichten gibt, hier einfach nicht auftauchen.

Donnerstag, 4. August

„Einmal unter der Woche laufen gehen.“ war eines der Wochenziele. Das habe ich heute erreicht und es hat mir sogar fast Spaß gemacht. Wenn ich weiterhin regelmäßig laufen gehe, dann reicht mir glaube ich die Messmethode „Schrittzähler“ nicht aus. Ob es wohl kleine GPS-Geräte gibt? Das Telefon habe ich beim Laufen nicht dabei, eigentlich will ich damit auch gar nicht anfangen.

Fräulein Anna hat heute frei und deshalb schon gekocht, ein Zucchini-Tomaten-Auflauf steht auf den Tisch und schmeckt ziemlich gut. Danach schauen wir auch noch den vierten Film aus der Bourne-Reihe, „The Bourne Legacy“.

Freitag, 5. August

Am Abend starten die Stadtgartenkonzerte am alten Zoll. Dort treten den ganzen August bis Anfang September allerlei Künstler auf. Die erste Band verpassen wir, Salat-mümmelnd auf einer Mauer in der Nähe sitzend. Danach schauen wir uns „Steal A Taxi“ an und befinden die Bonner Band für gut.

Samstag, 6. August

Samstag Morgen: Laufzeit! Etwa neun Kilometer in einer guten Stunde. Gar nicht schlecht, ich bin mit mir zufrieden. Getreu dem Motto „Was schert mich mein Geschwätz von gestern“ habe ich heute das Telefon mit aktivierter Runtastic-App in der Hosentasche. Das hat mich auch tatsächlich deutlich weniger gestört, als ich gedacht hätte. Gelernt habe ich: Der Schrittzähler hat einen guten Kilometer unterschlagen, was vermutlich daran liegt, dass ich laufend natürlich größerer Schritte zurücklege als gehend.

Nach dem üblichen Einkaufsgang mache ich, während zwei Maschinen Wäsche ihre Runden drehen ein paar HTML-Fingerübungen. Im Hintergrund läuft „Fortuna Ehrenfeld“, was ziemlich schöne Musik nach meinem Geschmack ist.

Am Abend geht es wieder zum Zoll, dieses Mal aus Geburtstagsfeierungsgründen. Wie passend, dass es wieder musikalische Begleitung gibt.

Sonntag, 7. August

Wenn Fräulein Anna mit dem Frühstück zufrieden ist und die Sonne scheint, dann kann der Tag nicht all zu schlecht werden. Ich spaziere durch die Sonne, fange Pokémon, mache Computerdinge. Wir bekommen ein paar Stündchen lang netten Besuch und lassen anschließend einen der Foodora-Radler für uns strampeln. Ich lerne, dass Fräulein Anna „Mission Impossible“-Filme scheinbar gut findet.

07. August 2016

Pokémonjagd, der Botanische Garten, der Kreuzberg und das alles zu Fuß!

Montag, 25. Juli

Gemeinsam mit der netten Frau von der Kundenhotline finde ich heraus, dass der reproduzierbare Absturz des Anmeldeformulars für das „Meine AOK“-Portal daran liegt, dass ich ein zu langes Passwort eingebe. Vierzehn Zeichen sind das Maximum. Vierzehn! Meinen Unmut kann die Frau nicht nachvollziehen.

Am Abend treffe ich mich mit Sebastian und wir gehen gemeinsam auf Pokémon-Jagd. Mit dem Telefon in der Hand laufen wir durch West- und Südstadt, dann rüber zum Rhein und treffen dann schließlich am Hofgarten auf Fräulein Anna. Ich lerne einiges über die Spielmechanik und bin fortan ein deutlich besserer Pokémontrainer. Ganz nebenbei laufen wir dabei über 10000 Schritte. Gerne öfter!

Dienstag, 26. Juli

Nach dem Abendessen und einer kurzen Runde um das Poppelsdorfer Schloß bekomme ich Fräulein Anna dazu bequatscht, mit mir den ersten Teil der „Jason Bourne“-Reihe zu schauen. Ich hatte dazu Lust bekommen, nachdem ich dieser Tage ein recht unterhaltsames AMA mit Matt Damon gelesen hatte, was vermutlich nicht zufällig so kurz vor der Premiere des vierten Teils der Filmreihe (zumindest mit ihm) stattfand. Auch die Bücher könnte ich mal wieder in die Hand nehmen. Die drei von Ludlum selbst geschriebenen Romane aus der Serie hatte ich schon mal gelesen, als Bourne noch Borowski hieß. Das ist also auch ein halbes Leben her.

Mittwoch, 27. Juli

Wenig Lust und bestes Sommerwetter lassen mich zeitig Feierabend machen. Fräulein Anna hat ihren freien Tag und so laufen wir eine Runde durch den botanischen Garten. Obwohl ich seit einige Jahren nicht mal zehn Minuten entfernt wohne, bin ich erst das zweite Mal dort. Da ich mich nicht in den Pokémon-Quatsch einloggen kann, habe ich viel Zeit ein bisschen genauer hin zu schauen und einige Bilder zu machen. Ich möchte in Zukunft gerne öfter die Kamera mit mir herumtragen.

Donnerstag, 28. Juli

Ich kann mich den ganzen Tag nicht so recht entscheiden, ob ich mit zum Zaz-Konzert möchte und entscheide mich schließlich dagegen. Statt dessen gehe ich eine gute Stunde laufen. In einem kleinen Anfall von Größenwahn habe ich mich nämlich für den Bonner Firmenlauf angemeldet und muss es nun irgendwie in sechs Wochen schaffen, eben so viele Kilometer am Stück laufen zu können. Zumindest, wenn ich nicht komplett dumm dastehen will. Ich lande wieder oben auf dem Kreuzberg, von wo aus man bei gutem Wetter (und das habe ich heute) einen tollen Ausblick in Richtung Wesseling und Köln hat. Ich muss hier unbedingt auch mal mit dem Fotoapparat hin!

Freitag, 29. Juli

Platt von der Woche lande ich sehr zeitig im Bett. Nicht ohne vorher noch den Einkauf für das Wochenende bereits erledigt zu haben. So muss ich Samstag schon mal eine Sache weniger erledigen.

Samstag, 30. Juli

Aufstehen, Laufschuhe an die Füße und los. Heute drehe ich, nachdem ich die letzten Male immer einfach drauf los gelaufen bin, wieder einfach einige Runden um die Poppelsdorfer Allee. Eine knappe Stunde bin ich unterwegs, bis ich keine Lust mehr habe und mit einem kleinen Umweg wieder nach Hause gehe. Ich bin recht zufrieden mit mir und meinem sportlichen Engagement.

Nachdem ich mich vor den restlichen Dingen auf meiner Liste ein wenig gedrückt habe, schaffe ich es dann mal die gesammelten ESTA-Anträge für meine Familie fertig auszufüllen, zu bezahlen und abzuschicken. Bei dem Projekt „Neue Berufsunfähigkeitsversicherung“ komme ich wieder nur einen kleinen Schritt voran: Nachdem nun der Freischaltcode für das AOK-Portal in der Post war, stelle ich fest, dass ich noch ein zweites Freischaltverfahren durchmachen muss. Die von mir gewünschten Informationen sind in einem TAN-geschützten Bereich und so darf ich jetzt wieder auf einen per Briefpost eintreffenden weiteren Freischaltcode warten.

Sonntag, 31. Juli

Elternbesuch! Herr Erdogan ist daran Schuld, dass wir eine Weile hier rumsitzen und auf meine Eltern warten müssen. Dann spazieren wir ein wenig durch die Stadt, essen Kuchen und trinken Kaffee. Das Wetter ist sehr launisch und wechselt zwischen Regenschauer und Sonnenschein fröhlich hin und her. Obwohl Tatort-Sommerpause ist, sitzen wir mit der Gang zusammen und schauen stattdessen mit Tannöd einen deutschen Thriller, der mich leider nicht so richtig von den Socken haut.

31. Juli 2016

Auf den Lofoten: Der erste Tag auf der Straße

Tromsø. Einigermaßen ausgeschlafen und frisch geduscht sitzen wir pünktlich beim Hotelfrühstück. Wir lassen uns Zeit, denn den Vormittag über haben wir nichts zu tun, das Wägelchen können wir erst am Mittag abholen. Tromsø müssen wir auch nicht unbedingt erkunden, hier werden wir am Ende unserer Reise ja noch einmal ein paar Tage verbringen.

Ich stapfe noch einmal in die Stadt um ein paar Kleinigkeiten zu kaufen und bin positiv überrascht: Es ist zwar genau so hell draussen wie zwölf Stunden zuvor, aber tagsüber ist es viel voller und dementsprechend auch deutlich freundlicher draußen. An das immer helle Wetter muss ich mich aber noch gewöhnen. Ich erinnere mich noch gut an unsere Reise durch Island, das hat letztes Jahr auch ein bisschen gebraucht.

Beim Auschecken bestellen wir uns ein Taxi, was uns dann auch flott zum Wohnmobil-Verleih etwas außerhalb der Stadt bringt. Eigentlich hatten wir den Bus nehmen wollen, der fährt aber leider sehr ungünstig und wir konnten auch nicht so richtig rausfinden, wo er hält.

Es ist nicht schlimm, dass wir ein bisschen vor der vereinbarten Zeit da sind, das Wägelchen steht schon bereit. Der sehr nette Mensch von der Autovermietung scheint uns ein wenig zu bedauern, dass wir nur ein „small car“ gemietet haben. Wir finden die das Auto ausreichend groß. Auf Basis eines Fiat-Transporters finden wir ein komplett ausgestattetes Wohnmobil vor: Es gibt Tisch und Bank, einen zweiflammigen Herd, eine Schlafgelegenheit in vernünftiger Größe und eine Toilette. Das ist alles ganz super, wir erinnern uns immer gerne mit ein bisschen Schrecken an dem kleinen Wagen im letzten Jahr zurück. Das Auto ist gut in Schuss, fast wie neu.

Wir bekommen allerlei rund um Strom, Wasser, Toiletten und Standheizungen erklärt und ich hoffe wirklich, dass ich da nichts durcheinander bringen werde. An den verschiedensten Stellen gibt es Schalter und Regler und das Gas muss man vor Fahrtantritt auch immer wieder hinten abdrehen. Das Ganze geht schneller von statten als gedacht und so sind weit schon um halb 2 auf der Straße und fahren Richtung Süden. Die Lofoten rufen.

Ich habe mich schon nach wenigen Kilometern weitestgehend an das Auto gewöhnt. Dass man in Norwegen scheinbar sowieso nur maximal neunzig fährt, kommt mir sehr zugegen. Wir haben Urlaub und Zeit, da muss man sich ja auch nicht hetzen.

Ein bisschen später machen wir dann auch unseren ersten Halt. Es wird jetzt wirklich Zeit für ein Mittagessen. Ich probiere direkt die Spezialfunktion des Fahrersitzes aus, man kann ihn um 180° drehen und hat so einen bequemen Sitzplatz am Tisch. Wir nutzen den Stop außerdem um uns ein bisschen einzurichten und dem Radio beizubringen die Musik von unseren Telefonen abzuspielen. Jetzt kann es richtig losgehen.

Bei nächstmöglicher Gelegenheit, dem Örtchen Nordkjosbotn, springen wir in einen Supermarkt und decken und mit Chips und Cola ein. Und ein paar anderen Dingen, klar. Unsere fahrbare Kochgelegenheit wollen wir natürlich auch nutzen. Eine gescheite Landkarte finden wir hier leider nicht. So sind wir schnell wieder auf der Straße.

Links und rechts der Straße sind hohe, schneebedeckte Berge zu sehen. Es regnet mal mehr und mal weniger. Mich erinnert das alles sehr stark an unseren letzten Urlaub. Das ist nichts schlechtes. Wir haben uns schon bald dazu entschieden, heute noch ein gutes Stück zu fahren. Mit maximal neunzig Kilometern in der Stunde, was ich sehr entspannt finde, düsen wir gen Süden auf der E6. Es ist nicht mal besonders viel los, es ist entspanntes Fahren und ich kann mich in aller Ruhe umschauen und die Landschaft genießen.

In dem Örtchen Bjerkvik stoßen frontal das erste Mal richtig auf einen Fjord. In dem Kreisel biegen wir dann auf die E10, nach rechts herum ist “Å i Lofoten”, die Stadt ganz im Süden der Inselgruppe ausgeschildert.

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Nach wenigen Kilometern halten wir an einem der zahlreichen Parkplätze am Wegesrand an. Hier steht eine Informationstafel über die Besetzung und Befreiung Narviks im zweiten Weltkrieg. An einigen Stellen entlang des Weges wird hier an die Ereignisse erinnert. Der Platz direkt an der Straße ist nicht ausreichend hübsch und es donnern dauernd LKW vorbei. Hier wollen wir noch nicht bleiben.

Nur einen Tunnel später ist die Straße auf einmal trocken und die Sonne kommt ein bisschen hervor. Wir werten das als gutes Omen. Wenige Kilometer später steht schon ein kleiner Camper auf einem Parkplatz bei einem See. Wir stellen uns spontan dazu und beschließen für heute den Feierabend.

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Während ich zuerst einmal zum ersten Mal die Fotoausrüstung an den Start bringe, kocht Fräulein Anna uns ein Abendessen, anschließend richten wir uns ordentlich ein. Das Wägelchen hat einige kleine Schränke und Schubladen, so müssen wir nicht die ganze Zeit aus den Rucksäcken leben. Die verstauen wir einfach unter dem Bett, wo sie uns nicht im Weg sein werden.

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Nach einem kurzen Spaziergang lassen wir den Tag mit Blick auf den See ausklingen. So kann es bleiben!

23. Juli 2016