Unterwegs in Island, Tag 2: Seljalandsfoss – Skógafoss – Sólheimajökull – Kirkjufjara – Vík

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Dass wir nur ein paar Meter von der Straße weg standen, hat mir nichts ausgemacht. In der Nacht hat es geregnet. Das Aufstehen gestaltet sich schwierig, ich bin sehr unmotiviert. Draußen ist es aber tatsächlich ok-warm, da es ausnahmsweise mal windstill ist. Wir bereiten den Tag ein wenig vor, planen grob die Strecke, suchen potentielle Schlafplätze heraus und lesen in den Reiseführer was auf der kommenden Etappe interessantes am Weg liegt.

Das Frühstück besteht aus, wie sich herausstellt, Hotdog-Brötchen. Da haben wir uns wohl vergriffen. Wir legen wieder Käse und Avocado auf und dann ist das auch gar nicht schlimm. Nach dem Zähneputzen geht es los, zuerst mal bis nach Hella, wo wir einen kurzen Einkaufsstop machen. Es ist gut zu wissen, dass jeder Ort eine mehr oder weniger große Einkaufsmöglichkeit hat. Verhungern werden wir jedenfalls nicht.

Als wir weiter fahren taucht in der Ferne ein Wasserfall auf. Wir beschließen, dort einfach mal spontan hin zu fahren.

Seljalandsfoss

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Es stellt sich heraus, dass der kleine Wasserfall unser erstes Tagesziel ist. Seljalandsfoss wird nämlich immer größer, als wir herankommen und die kleinen weißen Punkte davor entpuppen sich als ausgewachsene Reisebusse. Wir zirkeln uns dazwischen durch und finden einen Parkplatz.

Prompt fängt an zu regnen. Wir packen uns dick ein und stapfen los. Unser Parkplatz liegt direkt an einem Campingplatz, so dass wir zuerst einmal dort über die Wiese laufen und uns den kleinen Platz-eigenen Wasserfall anschauen. Der ist jetzt nicht so spektakulär, aber hey: Ein Wasserfall! Rechts herum geht ein Fußweg am doch recht steilen Hang entlang. Noch ein weiterer kleiner Wasserfall liegt linker Hand. Dann das riesige Ding, namens Seljalandsfoss, was da über 60 Meter in die Tiefe stürzt. Es regnen nun endlich in Strömen, was mir aber schon fast nichts mehr ausmacht.

Ein kurzer Rundweg führt hinter den Fall, aber auch dort ist es nicht trockener. Wir werden endgültig nass. Der Wasserfall ist dennoch wirklich, wirklich beeindruckend. Vor allem auch, wenn man hinten dran steht. Wow.

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Skógafoss

Gar nicht viele Kilometer weiter sehen wir schon den nächsten Wasserfall. Skógafoss ist wieder von weitem zu sehen, inklusive der scheinbar obligatorischen Reisebusse. Wir machen erst mal eine Essenspause, lesen ein paar Seiten und schlafen ein wenig. Pausen können sehr großartig sein. Noch besser, wenn sich dabei das mit den Regen auch noch erledigt.

Dann zum Wasserfall! Der ist wirklich riesig hoch und breit. Wir laufen über den Schotterstrand des daraus resultierenden Flusses. Am Rand des Wasserfalls kann man einige steile Stufen hochsteigen, was wir natürlich direkt machen. Oben hat es dann eine Plattform, von der aus man den Fall des Wassers beobachten kann. Es rauscht ganz schön, der Ausblick ist wirklich imposant. Ein bisschen besser wird es, nachdem wir über ein Gatter geklettert sind und ein Stück dem Wasser nach oben folgen. Der Flusslauf ist sehr malerisch, mit vielen Zerklüftungen und kleineren Wasserfällen. Von hier aus lassen sich auch ausgedehnte Wanderungen starten, wir laufen den Weg aber nur einige hundert Meter weit. Es soll heute ja schon noch ein Stück weiter gehen.

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Sólheimajökull

Wir sind eigentlich auf dem Weg nach Vík, aber der Weg hält noch einige Attraktionen für uns bereit. Wir biegen von der Hauptstraße links ab und fahren einige Zeit auf einer Schotterpiste zur Gletscherzunge Sólheimajökull. Dort ist nicht besonders viel los, was nach den doch recht trubeligen Wasserfällen eine willkommene Abwechslung ist. Einen kurzen Fußweg vom Parkplatz aus kommen wir an einen Aussichtspunkt, von dem aus man einen schönen Überblick auf den grau-schwarz-schmutzigen Gletscher, der in einiger Entfernung liegt, hat. Tatsächlich sehen wir sogar eine Gruppe oben auf dem Eis wandern.

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Kirkjufjara

Und dann wird es immer noch nicht Vík. Wir biegen rechts Richtung Meer ab und folgen einer kurvenreichen Straße bis zu einem windigen Aussichtspunkt am Strand von Kirkjufjara. Dieser liegt in einem Vogelschutzgebiet, was den grimmigen Zivi an einer Schranke mitten in der Landschaft erklärt. Der erklärt uns „You have twenty minutes, guys!“ und zeigt auf ein Schild: Tatsächlich ist nur bis 19 Uhr offen. Die Aussicht auf den stürmischen Strand ist dann tatsächlich ziemlich gut. In der Ferne kann man schon die Felsen vor Vík sehen. Schade, dass wir schon so spät an sind. Es wird nur ein schneller Fotostop und wir sitzen schnell wieder im Auto.

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Vík

Schließlich, endlich: Vík! Ein Regenbogen zeigt uns unterwegs den Weg. Wir checken schnell auf dem Campingplatz ein und laufen noch eine Runde durch den Ort. Es gibt einen recht großen Outdoor-Laden, eine Tankstelle und einen Imbiss. Wir entscheiden uns für zwei Schinken-Käse-Sandwiches mit Pommes und einer Free-Refill-Cola und zahlen knapp Dreißig Euro. Auswärts werden wir wohl nicht so oft essen. Nachdem in dem 300-Seelen-Ort sonst nicht viel los ist, liegen wir schnell wieder lesend in unserem Wägelchen und schlafen früh ein.

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Unterwegs in Island, Tag 1: Keflavík – Grindavík – Hveragerði

Angekommen. Der Mann mit der großen Luftpumpe unter dem Arm, der mir schon in Düsseldorf mehrmals über den Weg lief, ist auch noch da. Der Flug war, sagen wir mal: Eng. AirBerlin holt alles aus den Fliegern raus. Mehr als die drei Stunden hätte ich nicht im Fliegen sitzen können.

Keflavík

Jeder hier trägt Outdoor-Klamotten, zumindest die Touristen. Globetrotter hat wohl ein ganz gutes Geschäftsjahr. Wir warten auf das Gepäck am Band, ich übe schon mal die Schimpftirade für den Fall dass es nicht kommt. Tatsächlich klappt aber alles ganz prima, unsere in den Reisesäcken verpackten Rucksäcke fahren ganz entspannt über das Band. Schnell liegen sie auf einem Wägelchen und wir machen uns auf den Weg nach draußen.

Den Weg zur Autovermietung finden wir dann auch recht schnell, nur die eine Runde um das Flughafengebäude hätten wir uns sparen können. Draußen ist es diesig-grau, sehr ungemütlich. Das ist definitiv kein Urlaubswetter!

Ansonsten fängt das hier auch gut an: Es ist kein Auto für uns da. Der Autovermietungs-Mann wirkt ein bisschen überfordert, weil die Vormieter das Auto noch nicht zurück gebracht haben. Er bietet uns einen Schlafplatz in einem herumstehenden Wohnmobil an. Oder er könnte uns ein anderes Auto geben, damit wir mal ein paar Stunden rumfahren können und Landschaft gucken. Mitten in der Nacht. Hundemüde. Bei dem Nebel. Nein.

Dann kommt der Wagen doch – jedenfalls so halb. Die Vormieterin muss noch einmal los um voll zu tanken. Wir gehen nochmal eine Runde in den Flughafen, kaufen Schokolade und sitzen dort im halbwegs warmen, damit das Auto sauber gemacht und für uns vorbereitet werden kann. Die letzten Flieger für heute kommen an, es werden Menschen abgeholt. Andere sitzen schon länger herum und warten auf ihren Abflug spät in der Nacht.

Irgendwann klappt das mit den Auto dann auch. Das Wägelchen, ein Renault Kangoo Maxi macht einen ganz guten Eindruck: Weiß, ziemlich lang, recht neu, mit etwa 13000 Kilometern auf dem Tacho und auch die Grundreinigung des Mietwagen-Menschen ist ordentlich. Nach einer kurzen Erklärung des Autos und dem Zubehör, zu dem auch ein mobiler Hotspot gehört, kann es dann losgehen.

Wir befinden uns nun im dunkelsten Zeitraum der Nacht. Es ist eher ein diesiges Morgengrauen. Noch knappe 20 Minuten fahren wir bis nach Grindavík. Dort stellen wir uns einfach auf den örtlichen Campingplatz. Das ist hier so üblich. Inzwischen ist es dann auch irgendwie kurz nach eins (Ortszeit, für uns dank der Zeitverschiebung eher so drei Uhr) und wir fackelten nicht lange, kriechen in die Schlafsäcke und schlafen ein.

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Grindavík

Ausschlafen! Bis 12 oder so gammeln wir in den Schlafsäcken. Das ist aber auch wirklich notwendig. Dann duschen, den Campingplatz bezahlen. Der nette junge Mann an der Rezeption ist es scheinbar schon gewohnt, dass Menschen ihre erste Nacht dort verbringen. Routiniert gibt er uns eine kleine Einführung in die isländische Supermarkt-Ketten-Struktur, zeigt uns eine Seite mit den aktuellsten Wetterinformationen und einer guten Vorhersage und gibt einige andere Reisetipps.

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Hveragerði

Nach einer gar nicht mal so langen Fahrt sind wir in Hveragerði angekommen. Hier kaufen wir erst einmal ein paar Vorräte ein. In einer kleinen Informations-Ecke beim Supermarkt wird sehr anschaulich anhand einer Küchenzeile gezeigt, wie es nach einem Erdbeben aussehen kann. Da gab es zuletzt 2008 an dieser Stelle ein größeres. Die Auswirkungen davon wollen wir später noch besichtigen. Erst einmal spazieren wir aber eine Runde durch den Ort. Eine Besonderheit ist es, dass hier ein Hochtemperaturgebiet ist – an einigen Stellen dampft es einfach so. Wir kaufen ein thermal gebackenes Brot bei einem Laden, sparen uns dafür aber den Besuch und Eintritt im Naturpark mitten im Ort.

Statt dessen fahren wir gen Norden aus dem Ort heraus, stellen das Auto auf einen Wanderparkplatz, schultern die Kameras und schauen uns das seit dem Erdbeben wieder aktive Hochtemperaturgebiet dort an. Zuerst einmal klingt das gar nicht so spannend – und sieht es aus der Ferne auch gar nicht so aus. Die typisch isländisch-karge Landschaft ist ein halt wenig neblig. Wenn man dann aber näher kommt, sieht man die Verwerfungen aus denen der Wasserdampf kommt. Schilder warnen davor, die Absperrung zu übertreten. Der Boden ist rötlich gefärbt, eine etwas unwirkliche Gegend.

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Heute wollen wir einfach am Straßenrand schlafen, das ist in Island nämlich weitestgehend erlaubt. Auf der Suche nach einem geeigneten Platz kommen wir an einem nicht näher markierten Hügel vorbei. Aus der Ferne sehen wir zwei menschliche Silhouetten auf seiner Spitze. Nach einigen Minuten führt uns die Straße dann auch direkt an den Hügel, wo es einen Wanderparkplatz gibt. Wir halten kurzerhand an und steigen nach oben. Top Aussicht, karge Landschaft!

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Nachdem wir durch Selfoss gefahren sind, finden wir kurz danach einen Parkplatz am Rand der N1. Wir machen es uns so gemütlich wie es geht. Ich beobachte eine ganze Weile die vorbeifahrenden Autos, LKWs und Radfahrer und bin mir noch nicht so ganz sicher, auf was ich mich da eingelassen habe. Zum Abendessen gibt es Käsebrote mit Avocado auf dem thermal gebackenen Brot, dass wir am Mittag kauften. Noch ein weiterer Camper gesellt sich zu uns. Ich bin ja mal gespannt, wie sich so eine Nacht am Straßenrand anfühlt.

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„Heute Nacht wäre ich beinahe in meinem Schlafsack ertrunken“

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Aber dazu kommen wir später. Zuerst einmal: Schön war es beim Treffen des „Club 29″, einer zwanglosen Älteren-Gruppe meines Pfadfinder-Landesverbandes. Etwa zwanzig Menschen waren wir – einige neue, einige alte Gesichter. Aus allen Ecken des Landesverbandes. Viel Gespräch, Diskussion, allerlei Themen. Ein Halstuch um den Hals verbindet uns. So soll es sein. Ich habe mich auf das Wochenende gefreut – denn so sehr ich ja meine Ruhe mag: Manchmal fehlt mir dieses Wanderschuh-Halstuch-Rucksack-auf-dem-Rücken-am-Bahnsteig-stehen-Gefühl am Freitag Abend.

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Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich mal auf der Schmidtburg auf dem wilden Hunsrück war. Früher ging es da schon öfter hin. Geändert hat sich nichts – es ist eine Burgruine, die steht erst mal. Es waren nach meinem Gefühl allerdings sehr viel mehr Touristen unterwegs als früher. Das mag an den „Traumschleifen“ genannten Wanderwegen liegen, die nun auch dort vorbeiführen.

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Und dann war es auch ganz schnell irgendwie mitten in der Nacht. So gegen drei Uhr wohl beschlossen wir, dass alle Lieder gesungen sind. Gute Nacht! In Anbetracht der Tatsache, dass es den Tag über schön warm war und die Nacht klar zu werden versprach, lagen wir alle mehr oder weniger unter einem Jurtendach. Wer braucht schon Seitenbahnen?
Am Ende hätten die uns auch nichts genützt: Als das Gewitter erst mal loslegte, hatten wir tolle Bilder vor den Augen. Dunkel und dann die Silhouette der Burg – vom Blitz erleuchtet. Im Prinzip nichts schlimmes – wenn das herunterkommende Wasser hätte versickern können. Das geht aber auf dem Schieferboden nicht gut und so fand ich mich sehr schnell in einem kleinen Bächlein wieder, was unter unserem Dach durchlief. Die Nacht war damit auch gelaufen.

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Auch wenn das Gewitter-Wetter genau so schnell wieder verzogen, wie es aufgezogen war: Einige Nass, andere ohne Platz. Zuerst ärgert man sich ja. Aber eigentlich sind sie doch schön – und vielleicht ein bisschen das, was mir fehlt: Die kleinen Abenteuer, die die Pfadfinderei so mit sich brachte. Müde werde ich dennoch vermutlich die ganze Woche sein.

Endlich mal wieder: Hashtag Weekstagram

Es spricht schon ein wenig für mich und meinen Blogger-Fleiß, wenn ich mich beim Anblick der wöchentlich automatisch angelegten Hashtag-Weekstagram-Post-Entwürfe des Instagramy-Goodness-Plugins ein bisschen erschrecke. Aber genug der mehrwortigen Bindestrich-Monster: Hier die Bilder aus den vergangenen zwei Monaten oder so. Das ein oder andere hat man sicherlich schon Mal gesehen, für viele Erlebnisse gibt es hier nämlich richtige Beiträge! Mega!

Und wenn man die Bilder zeitnah sehen möchte, folge man mir doch einfach auf Instagram. Und immer schön das Herzchen drücken!

Mittagspause auf der Dachterrasse #latergram #chefkoch #wiediehühneraufderstange #rheinblick #mittagspause #läuftbeiuns
#jugendvonheute
#btconf, Tag 2.
Bootchen fahren! o/ #Sonntagsausflug
#Sonntagsausflugshipsterin auf #Sonntagsausflug
Universität! Wissen!
Bananenpause beim #Sonntagsausflug
OHAI!
Sóley o/
Erstmal was forschen.
Setzt Moos an.
Ungewohnte Seite, noch ein bisschen hübscher.
Währenddessen im Bonner Hauptbahnhof.
#nachfeierabendnachhausespaziergangstiere in der Rheinaue.
Losgefahren! #Ballon #Heißluftballon #Rheinaue #bonn #bonnstagram #igersbonn #nichtfliegensondernfahren #fachwissen #start #heißeluft #hashtagmassaker
Zumindest das Handgepäck habe ich schon mal soweit beisammen. #urlaubsmartin #packenmachtsomittelspaß
Bekämpfe meine Höhenangst.
Ich bin noch unschlüssig, was man wohl hier nicht darf.
Drei Wochen Island. Dreiunddreißig Gigabyte Speicher. Zweitausendunddrei Bilder. Viel Arbeit noch vor mir.

Ballonfestival Bonn

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Heißluftballons finde ich ja ziemlich cool. Auch wenn ich vermutlich im Leben nicht mit einem fahren würde. Meine Höhenangst lässt grüßen. Jahr für Jahr, 2015 schon das siebte Mal, findet in den Rheinauen das Bonner Ballonfestival statt. Da ist ganz schön was los: Recht viele Leute trieben sich dort auf der Wiese zwischen allerlei Ständen rum.

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Fräulein Anna und ich stiefelten am Sonntag erst gegen Abend hin. Von zu Hause aus ist es schon noch ein ordentlicher Spaziergang am Rhein entlang. Deshalb war der erste Stopp auf der Festwiese dann auch direkt am Wurststand. Anschließend suchten wir uns einen schönen Platz am Hang, parkten unsere Picknickdecke zwischen sehr vielen anderen Menschen und schauten den Vorbereitungen vor dem großen Massenstart zu.

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Ich lernte dabei: Um den Ballon von einem Ort zum anderen zu bringen, muss man zwingend einen Landrover vor den Anhänger klemmen. Anders scheint mir das nicht möglich zu sein, den Korb durch die Lande zu fahren. Jedenfalls wurden die Ballons dann mit viel Getöse und mit Hilfe von großen Gebläsen nach und nach aufgeblasen. Wenn sie dann aufrecht standen, musste alles schnell gehen: Menschen sprangen in den schon leicht abhebenden Korb und schon waren sie ein paar Meter über dem Boden. Wir schauten lieber von unten zu, wie die Ballons über uns hinweg in Richtung Eifel davonzogen. Guten Flug!

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Abends am Poppelsdorfer Schloss

Das Poppelsdorfer Schloss

Im Rahmen meiner fast allabendlichen Spaziergänge komme ich ziemlich oft am Poppelsdorfer Schloss vorbei. Das liegt ein bisschen daran, dass ich gerne die Poppelsdorfer Allee hoch laufe, da es da immer etwas zu sehen gibt. Diese Menschen, die mit großen Wattestäben aufeinander einschlagen zum Beispiel.

Vielleicht liegt es aber auch ein bisschen daran, dass es dahinter in der Eisdiele in Poppelsdorf oft noch einen Feierabend-Espresso und manchmal auch ein Eis für mich gibt. Cookie ist ziemlich gut. Man kennt mich dort inzwischen.

Letztens jedenfalls war dann auch meine Kamera mit mir unterwegs und ich habe dieses Bild gemacht. Gut, denn inzwischen steht auf der Wiese zur Linken ein großer Kran. Den braucht man wohl um den neuen Eingangsbereich der Botanischen Gärten neu zu machen. Schade, dass er einem die Aussicht versaut.

Die Botanischen Gärten

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Es ist jetzt ja schon so, dass ich schon einige Jahre in Bonn lebe. Und etwa die Hälfte der Zeit wohne ich nicht mal zehn Laufminuten von den Botanischen Gärten entfernt. Heute war ich das erste Mal dort. Hübsch ist es da!

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Sonntags kostet der Garten Eintritt. Drei Euro haben wir pro Person auf den Tisch gelegt. An allen anderen Tagen ist der Eintritt frei – Samstags ist allerdings ganz zu. Offen ist von 10 bis 18 Uhr, Donnerstags bis 20 Uhr.

Direkt nach dem Eingang liefen wir rechter Hand in ein Gewächshaus. Im vorderen Teil gab es allerlei tropische Pflanzen und Palmen zu sehen, im hinteren Teil dann ein Wasserbecken mit sehr großen Seerosen. Damit es den Pflanzen gut geht, ist das Klima entsprechend: Sehr drückend, mit hoher Luftfeuchtigkeit. Als wir wieder heraus kamen, fühlte sich das doch sommerliche Wetter sehr angenehm an. Gleich um die Ecke warfen wir durch die Scheiben auch noch einen Blick auf fleischfressende Pflanzen und Kakteen.

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Draußen liefen wir dann noch eine ganze Weile auf den vielen Wegen des weitläufigen Parks, in dem es auch einen See mit Fontäne gibt. Überall gibt es allerlei Pflanzen aus aller Welt zu sehen und dazu hat es immer kurze Informationstexte auf Schildern. Das ist alles sehr schön und informativ gemacht. Einige der großen Bäume wurden schon um die vorletzte Jahrhundertwende gepflanzt und sind dementsprechend groß. Von fast überall erhascht man immer wieder einen Blick auf das Poppelsdorfer Schloss. Viele Bänke laden zum Verweilen ein.

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Die Botanischen Gärten der Universität Bonn bietet über das Jahr sehr viele Veranstaltungen an, das wusste ich gar nicht. Bestimmt gehe ich zur ein oder anderen mal hin.

Sóley

„Jeden Monat ein Konzert!“ hatte ich mir vorgenommen. Und dann verstrich der Mai irgendwie. Gut, dass Fräulein Anna über das Konzert der Isländerin Sóley im Gebäude 9 stolperte. Schnell waren die Karten gekauft und ein Auto geflinkstert.

Sóley

Pünktlich standen wir dann im Gebäude 9, wo es ohne Vorband direkt losging. Ich war gespannt – die Künstlerin kannte ich nur von den paar Titeln, die ich mir kurz bei Spotify angehört hatte. Am Anfang fand ich es dann leider ein bisschen lahm – das mag zum einen an meiner Müdigkeit, der stickigen Luft in der Halle, aber auch an den recht langsamen Liedern gelegen haben.

Irgendwann wirkte dann meine Cola, die Lieder wurden ein bisschen flotter. Die Sängerin unterhielt mit ein paar Geschichten. Unterstützt wurde sie dabei von zwei weiteren Musikern. Der zweite Teil des Konzerts war richtig prima – und fast ein bisschen zu schnell vorbei. Zwei Alben gibt es, die auf jeden Fall sehr hörenswert sind. Dies war schon das zweite Konzert einer isländischen Künstlerin dieses Jahr. Ich freue mich immer mehr auf unseren Urlaub dort.

„Jeden Monat mindestens ein Konzert!” habe ich mir dieser Tage für dieses Jahr vorgenommen. Im Januar war ich bei Stars und Children. Im Februar waren Hundreds, im März Team Me und im April Lay Low dran. Dies war der Mai-Termin.

Bonn – Königswinter – Bonn: Hashtag Sonntagsausflug

Ein Ausflug! Am Sonntag ist der richtige Zeitpunkt dafür. Da unsere letzte Schiffstour schon eine Weile her ist, sollte das auch irgendwie eine Rolle spielen. Und schnell stand der Plan fest: Mit dem Schiff nach Königswinter, zu Fuß zurück! So fanden wir uns dann gegen Mittag am alten Zoll wieder. Dort fahren zum Beispiel die Schiffe der Bonner Personen Schifffahrt ab.

Direkt zu Beginn habe ich kurz Bedenken, ob wir das Schiff jemals erreichen würden. Die Menschen vor uns in der Schlange sagen nämlich Dinge wie: „Ich bin ADAC-Mitglied, früher bekam man da Rabatt!“ – „Kann ich damit auch zum Drachenfels? Ich will aber zum Drachenfels!“ – „Natürlich zwei Senioren! Das habe ich doch am Anfang gesagt.“ Am Ende drückt man uns dann zum Preis von 9 Euro pro Person eine Fahrkarte in die Hand und wir besteigen das Schiff pünktlich zur Abfahrt.

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Nach Königswinter braucht es mit dem Schiff eine knappe Stunde. Unterwegs hält das Schiff noch an ein paar Stellen zu beiden Seiten des Rheins – unter anderem auch ganz nahe an der Firma, direkt vor dem Kameha Grand. Während der Fahrt wird man von einem, leider ein wenig gelangweilt klingenden, Tonband über diverse Sehenswürdigkeiten informiert. Die kenne ich aber alle schon. Da belausche ich lieber ein wenig die schnöseligen Österreicher, die neben uns sitzen. Die Sicht auf die vielen Villen am Rhein ist ziemlich großartig.

Am Ziel angekommen stolpern wir direkt in eine Gruppe Rentner – und kommen nicht mehr so richtig wieder heraus. Ganz schön trubelig, der kleine Ort. Deshalb wird nur schnell eine Flasche Wasser gekauft und schon sind wir auf dem Weg in Richtung Bonn. Zu Beginn teilt man sich den Weg noch eine Weile mit Radfahrern. Das ist ein bisschen anstrengend, aber schon bald trennen sich die Wege und man kann in Ruhe spazieren.

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Der Weg ist die ganze Zeit über sehr ordentlich und man wandert fast immer im Schatten von Bäumen. Nachdem wir aus Königswinter raus gelaufen sind, wird es auch ein wenig ruhiger. Es sind nicht mehr so viele Leute unterwegs. Auf etwa halber Strecke kommt man am Bonner Bogen vorbei. Strandbar, Rohmühle, das Kameha Grand und die L’Osteria bieten die Möglichkeit zur Einkehr. Vor der Almhütte des Kameha-Hotels ist immer was los. Als wir letztes Mal dort vorbei spazierten, fand eine sonntägliche Aprés-Ski-Party statt. Dieses Mal hat ein Alleinunterhalter das Publikum als Geisel genommen.

Wir laufen lieber ein paar Meter weiter und machen kurz vor der Südbrücke eine Pause auf einer Bank. Das Wetter spielt heute wirklich mit. Zwar ging ich noch mit langen Ärmeln aus dem Haus – inzwischen würde es auch eine kurze Hose tun. Auf zur letzten Etappe!

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Eines muss man Beuel lassen: Am Rheinufer entlang ist es schon ziemlich schön. Schnellen Schrittes stapfen wir auf die Kennedy-Brücke zu. Kurz vorher sehen wir wie die Rheinnixe, die kleine Personenfähre, übersetzt. Ich bin direkt begeistert, da ich noch nie mit ihr gefahren bin und wir legen noch einen Zahn zu, um das Schiff zu erreichen. 1,10 Euro kostet die kurze Überfahrt. Während wir ruhig über den Rhein schaukeln, schlafe ich kurz ein. Scheinbar ist das doch alles ein bisschen anstrengend für mich älteren Herrn.

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Am Ende waren wir gute etwa fünf Stunden aus dem Haus. Eine schöne Tour. Und ganz nebenbei weiß ich jetzt auch, wie lange ich von der Arbeit zu Fuß nach Hause brauchen werde. Das habe ich mir nämlich vorgenommen.

Beyond Tellerrand

Gerade so, als wäre eine Konferenz noch nicht genug: Nach meinem Besuch auf der re:publica ging es diese Woche gleich weiter. Die Beyond Tellerrand in Düsseldorf stand auf dem Programm. Ich war gespannt, denn mein letzter Besuch ist schon wieder eine Weile her gewesen. Wie praktisch, dass Düsseldorf jetzt nicht so weit weg ist und man da einfach mal morgens hinfahren kann.

Am Ende hat es sich dann gelohnt. Zwar gab es „technisch“ für mich nicht viel Neues. So hatte ich zum Beispiel Sara Soueidan schon letztes Jahr auf der fronteers gesehen und auch große Teile des Vortrags von Scott Jehl kannte ich, dank seines großartigen Artikels More Weight Doesn’t Mean More Wait schon. Aber! Die Talks waren durch die Bank alle sehr hochwertig, gut verständlich und wirklich gut gehalten. Gerade so kurz nach meinem re:publica-Besuch ist mir das besonders aufgefallen. Das Publikum an sich war etwa Hälfte/Hälfte mit Entwicklern und Designern gefüllt. Und dementsprechend auch das Programm. Es hat Spaß gemacht, über den Tellerrand zu blicken und zu sehen wie andere Arbeiten.

Beyond Tellerrand

Am ersten Tag, das muss auch gesagt werden, hat mir der Veranstaltungsort leider nicht so zugesagt. Recht eng aneinander saß man da in den hinteren Reihen und merkte, wie sich die Halle immer mehr aufheizte. Nicht sehr bequem. Am zweiten Tag waren wir ein bisschen schlauer und sicherten uns direkt einen der kleinen Tische, die sich ebenfalls im Raum befanden. Dort saß man dann deutlich bequemer. Das ist gemerkt und wird wieder so gehandhabt. Ich komme bestimmt mal wieder.