Bosch (Die Serie, kein Werkzeug)

Dieser Tage schaute ich die zweite Staffel Bosch. Das hat nichts mit Werkzeug zu tun, sondern ist eine Krimi-Serie rund um einen Polizisten mit diesem Namen. Der ist ein bisschen ein Griesgram und arbeitet bei der Mordkommission in Los Angeles. Er wird gespielt von Titus Welliver, den man vom Namen her vielleicht nicht kennt – dessen Gesicht aber jeder wohl schon einmal im Fernsehen gesehen hat.

In der ersten Staffel steht Bosch direkt mal wegen Schusswaffengebrauchs vor Gericht und muss einen uralten Fall von Kindesmissbrauch klären. Die fand ich schon ziemlich gut und spannend und so freute ich mich sehr darüber, dass da letztens eine zweite Staffel in der Prime-Video-App auf dem iPad auftauchte.

Die zweite Staffel handelt dann zuerst von einer Mordermittlung, nachdem ein Porno-Produzent erschossen wurde. Es könnte sein, dass seine Frau was damit zu tun hat. Ich will aber nicht zu viel verraten. Auch die Geschichte drumherum hat einiges zu bieten: Lance Reddick (den man auf jeden Fall aus Fringe kennt) spielt wieder den Polizeichef Irvin Irving und hat auch noch einen Auftrag für den Kommissar. Die zehn Folgen sind viel zu schnell vorbei gegangen und haben mich ziemlich gefesselt. Wer Krimis mag, sollte Bosch schauen.

Cœur de Pirate im Stadtgarten

Da war letzte Woche irgendwie „kleine blonde Sängerinnen im Stadtgarten“-Woche: Nur drei Tage nach Anna Ternheim stand ich schon wieder vor der Halle. Wieder mit Fräulein Anna, dieses Mal unterstützt von Frau Schwester. Top!

Jetzt höre ich die Musik von Frau Cœur de Pirate schon sehr gerne und sehr oft und so freute ich mich ziemlich auf das Konzert. Dieses Mal gab es dann vor dem eigentlichen Konzert auch noch wen anderes zu hören: Mit Elliot Maginot stand da ein sympathischer junger Mann mit seiner Gitarre auf der Bühne und freute sich darüber, dass das Publikum seiner Musik so aufmerksam lauschte. Die war aber auch nicht schlecht, muss man dazu sagen.

Und dann war es gegen 21 Uhr so weit, Madame de Pirate und Band betreten die Bühne. Im Hintergrund laufen Animationen passend zur Musik, aber insgesamt ist alles sehr schlicht gehalten. Die Sängerin setzt sich auch bei einigen Liedern selbst ans Klavier. Während des Konzerts kommt dann auch alles vor was man so erwartet – natürlich viele Titel vom aktuellen Album „Roses“, aber auch all die älteren Lieder wie „Place de la République“ oder „Comme des Enfants“. Ich bin begeistert, auch wenn ich – wie üblich – von den französischen Titeln nicht viel verstehe. Aber das macht ja nichts.

Zwei Mal müssen Sängerin und Band wiederkommen, bis das Publikum zufrieden ist und langsam aus der Halle geht.

Blühende Kirschblüten in der nächtlichen Bonner Altstadt

Einmal im Jahr ist in der Bonner Altstadt so ein bisschen Ausnahmezustand. Das ist nämlich dann im Frühjahr, wenn die Kirschblüten auf Heerstraße und Breite Straße blühen. Über einem erstreckt sich dann ein violettes Blütenmeer. Das sieht schon ziemlich schick aus. Dann ist die Hölle los, Selfie-schießende Menschenhorden drücken sich durch die Straßen. Besonders schlaue Menschen denken, dass sie auch einfach mit dem Auto Sightseeing betreiben können. Ich habe davon schon mal ein paar Bilder gemacht. Jedenfalls: Als ich gestern Mittag einen kleinen Erkundungsgang mache, bin ich schnell genervt. Ich mache nur ein paar Bilder aus der Hand, die Kamera hatte ich auf Verdacht doch mal umgehängt.

Aber eigentlich mag ich die Kirschblütenzeit in der Nacht noch ein bisschen lieber. Zum Einen werden die Blüten dann von unten schön durch die Straßenlampen angeleuchtet, zum Anderen ist dann nicht so viel los. Genau mein Ding – und so mache ich mich dann gestern Abend nach Sonnenuntergang noch einmal auf den Weg. Dieses Mal habe ich auch den Rucksack mit mehr Fotokram auf dem Rücken und das Stativ in der Hand.

Blühende Kirschblüten in der Bonner AltstadtBlühende Kirschblüten in der Bonner Altstadt

Natürlich bin ich auch jetzt nicht alleine. Alleine und in kleinen Gruppen sind Menschen mit Kameras und Stativen unterwegs. Die Selfie-Armee ist aber inzwischen weitergezogen und so kann man schon mal in Ruhe das ein oder andere Bild machen. Das ist auch notwendig: Um ein gescheites Bild auf die Speicherkarte zu bekommen belichte ich selten unter einer Minute. Dabei macht sich mein letztens erstandener Kabel-Fernauslöser das erste Mal bezahlt. Die Spuren der vorbeifahrenden Autos machen sich auch ganz gut im Bild.

Blühende Kirschblüten in der Bonner AltstadtBlühende Kirschblüten in der Bonner Altstadt

Am Ende bin ich etwa zweieinhalb Stunden durch die Altstadt geturnt, kniete minutenlang mitten auf der Straße und probierte viel aus. Kein Wunder, dass ich da die Zeit ein bisschen vergessen habe. Mal schauen, ob ich es nächste Woche noch einmal hin schaffe und das Wetter mitspielt. Ich würde gerne noch ein paar Bilder am frühen Abend machen.

Anna Ternheim im Stadtgarten

Montag Abend. Gleich mit einem Konzert in die Woche zu starten ist nicht der schlechteste Anfang. Heute sollte es Anna Ternheim sein. Die schwedische Sängerin lernte ich durch Fräulein Anna kennen – die ist schon lange großer Fan und so waren die Konzertkarten letztes Jahr ein gutes Weihnachtsgeschenk an das Fräulein.

Den Stadtgarten erreichen wir von Bonn aus sehr bequem mit dem Zug und so standen wir zeitig vor der ausverkauften Konzerthalle. Das ist auch gut so, denn pünktlich um halb neun ging es ohne Vorband los. Das haben wir ja selten.

Ich war leider ein bisschen unvorbereitet und kannte die meisten neueren Titel nicht. Der Rest des Publikums hatte das besser raus und deshalb war die Stimmung in der Halle ziemlich gut. Ich fühlte mich sehr gut unterhalten. Neben der Sängerin und ihrer Gitarre standen noch vier weitere Musiker auf der Bühne, die uns ziemlich genau anderthalb Stunden lang unterhielten. Gespielt wurde die übliche Mischung aus aktuellen Titeln, die mir wie schon erwähnt nicht so viel sagten und älteren, die ich dann auch schon öfter mal zu Hause gehört hatte. Unter anderem ein ziemlich gelungenes Cover des Backstreet-Boys-Klassikers „Show Me The Meaning Of Beeing Lonely“. Das zugehörige Musikvideo gibt es weiter unten zu sehen, ich fand es bei YouTube.

Gegen 10 Uhr war das wirklich schöne Konzert nach einer Zugabe dann auch zu Ende und wir machten uns auf den unkomplizierten Heimweg. Den Stadtgarten würde ich schon gerne alleine deswegen öfter besuchen.

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Wie man mich aus einem Onlineshop vertreibt

Letztens, als ich in diesem Internet surfte, kam ich bei einem mir bekannten Onlineshop vorbei. Ich kaufte dort schon das ein oder andere Mal gerne Klamotten. Sparfuchs, der ich bin, fand ich auf der groß mit „Sale!“ beschrifteten Seite auch direkt Dinge, die mir sowohl gefallen als auch passen dürften. Schnell hatte ich einige Sachen in meinen Warenkorb geklickt.

Und dann fing das Drama an. Meine Passwörter und Zugangsdaten verwalte ich in dem sehr hilfreichen Programm 1Password. Das ist eine gute Sache und – das nur am Rande – ich kann gar nicht verstehen, warum nicht jeder einen Passwortmanager und vernünftige Passwörter benutzt.

Jedenfalls: Das bei mir gespeicherte Passwort tat es nicht. Das kann schon mal vorkommen, manchmal ändere ich ja Passwörter und dann vergesse ich gerne auch mal das neue zu speichern. Also nichts wie los, zur Passwort-Neuvergabe! Dort dann das nächste Ding: Als neues Passwort lies sich keiner der automatisch generierten, wirklich langen zufälligen Zeichenkombinationen festlegen. Eine generische Fehlermeldung half mir auch nicht weiter: „Das Passwort muss mindestens 6 Schriftzeichen beinhalten“. Auch ohne Sonderzeichen und kürzere Kombinationen passierte hier nichts. Nach einigem hin und her tippte ich dann etwas wirklich kurzes ein, um endlich weiter machen zu können. 1Password zeigt mir unsichere Passwörter an, ich ändere die dann immer bei Gelegenheit. Inzwischen weiß ich, dass das Passwort maximal zwanzig Zeichen haben darf. Da wird einfach nur die falsche Fehlermeldung ausgegeben. Doof.

Da war ich dann endlich eingeloggt und in der Warenkorb-Ansicht. Da ich schon öfter bei besagtem Laden bestellt habe, sollte jetzt eigentlich nichts mehr schief gehen. Schnell die bereits hinterlegte Packstation als Versandadresse ausgewählt und … „Die Adresse ist unvollständig.“ Da hat man wohl die Pflichtfelder umgebaut – einige Klicks später und nach der Eingabe einer Telefonnummer ging es dann aber auch weiter.

Nun: Bezahlen! Muss man ja auch, wenn man etwas kauft. Machen wir es kurz: Die Bezahlmöglichkeit „PayPal“ ist den Leuten scheinbar verloren gegangen. An der Stelle war ich schon ziemlich frustriert, hätte es am liebsten eigentlich sein lassen und gab deshalb schnell meine Kreditkarten-Daten ein. Und dann war ich auch schon fertig. Nicht nur mit der Bestellung, sondern auch mit den Nerven.

Aber es sollte noch besser kommen, als ich in mein E-Mail-Postfach schaute. Neben einer Bestellbestätigung fand ich dort nämlich noch eine weitere E-Mail vor:

„Hey Martin, du hast dein Passwort geändert! Hier, zur Erinnerung dein neues Password: M31nN3u3sP4ssw0rt!“

Schade, dass ich das nicht vorher bemerkt habe – da wäre der Bestellvorgang ganz schnell abgebrochen gewesen. Freunde, es ist 2016 – da sollten eigentlich doch alle wissen, dass man Passwörter nicht Klartext speichert und einfach per Mail rumschickt. Echt jetzt!

Am Abend erhielt ich dann auch die Versandbestätigung des Unternehmens. Kurze Paketlaufzeiten war ich da schon gewohnt, also soweit nichts besonderes. Aber der nächste Schreck folgte direkt, denn als ich in der Mail auf „Paket verfolgen“ klickte, landete ich bei UPS. Die natürlich keine Packstationen beliefern können, denn die gehören ja nun mal der Post – oder DHL, genauer gesagt. Nun folgte etwas, was ich wirklich, wirklich ungern tue: Ich rief bei der Kundenhotline an. Telefonieren ist jetzt wirklich nicht das, was ich gerne mache. Dort erhielt ich folgende Informationen:

  • Da kann man jetzt nichts machen. Das geht dann als Retoure zurück, ich bekomme das Geld wieder.
  • PayPal ist nicht mehr – aber das würde sie gerne mal weiter geben.

Die junge Frau am Telefon konnte jetzt ja wirklich nichts dafür, ich habe ihr meinen Zorn erspart. Lieber setzte ich mir eine Erinnerung, die ganze Retouren-Geschichte ein wenig im Blick zu halten. Musste ich dann aber überraschender Weise gar nicht – denn UPS ist schlauer als der bekannte Onlineshop: Jemand von dort rief mich an und man konnte das Paket umleiten, ich sitze hier nun also gerade in einer neuen, gut sitzenden Hose.

Ein anderes Modell geht jetzt aber doch noch zurück. Und ich bin schon ungefähr genau so gespannt wie ihr Bund um meinen Bauch, was dabei alles schief gehen kann. Und vielleicht gebe ich dem Einzelhandel doch nochmal eine Chance, denn nerviger als der Quatsch hier kann das eigentlich nicht werden.

„Martin, warum schreibst du denn nicht, was das für ein Laden war?“ mag sich der ein oder andere jetzt fragen. Das ist so: Wie ich während des Schreibens dieses Beitrages rausfand, wurde der Laden unlängst übernommen und man hat das Shopsystem umgestellt. Deshalb schreibe ich dem Support einfach mal eine nette Mail und schaue was man dazu sagt – und bestimmt (Ich glaube ja auch immer ein bisschen an das Gute im Menschen!) bessert man ja auch noch nach.

Sonntagsausflug auf den Drachenfels

Letztens hatten wir Besuch: Eine Erasmus-Freundin von Fräulein Anna besuchte uns samt Freund. Nachdem die beiden Köln ausführlich unsicher gemacht hatten, war für Sonntag noch ein kleiner Ausflug rund um Bonn geplant. Um mal ein bisschen aus der Stadt raus zu kommen, machten wir uns auf den Weg zum Drachenfels.

Mit der 66 ist man in gar nicht mal langer Zeit in Königswinter. Dort war, es mag dem guten Wetter an diesem Tag geschuldet sein, ganz schön was los. Mit einem kleinen Umweg durch die Fußgängerzone kam wir dann auch am Fuß des Drachenfelsens an.

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An der Talstation der Drachenfelsbahn war schon eine Menge los, der Parkplatz davor voller Autos. Wir steigen weder in die bereitstehende Bahn, noch auf einen der angebotenen Esel, sondern machen uns zu Fuß auf den Weg. Auch auf dem Fußweg ist eine Menge los, obwohl es ganz schön steil hochgeht. Nach etwa einer halben Stunde kommen wir an Schloß Drachenburg vorbei und werden an der dortigen Zwischenstation der Bahn auch von eben dieser überholt. Wir gehen weiter. Ein paar Kurven später haben wir eine schöne Aussicht auf das Schloß.

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Oben angekommen ist wieder richtig was los. Der Biergarten ist voll besetzt, Menschen essen Pommes. Die Aussicht ist auch ziemlich gut. Wir treiben uns eine ganze Zeit lang dort oben herum, bevor wir uns wieder an den Abstieg machen. War der Aufstieg schon noch ein wenig schweißtreibend, kommen wir auf dem Rückweg doch zügig voran. Zurück in Königswinter verbringen wir die Wartezeit auf die nächste Bahn in der Sonne, am Rhein sitzend. Es kann einem schlechter gehen.

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Seit kurzem gibt es die Nik Collection, verschiedene Sätze von Filtern zur Bearbeitung von Bildern, kostenlos. Ich habe damit ein bisschen rum probiert und mit Hilfe von „Analog Efex Pro“ mein Lightroom in ein teures Instagram für RAW-Bilder verwandelt. Naja.

Auf Gräfin Lorettas Spuren

Auf dem Weg hat man an vielen Stellen eine tolle Aussicht auf das Nahetal.
Auf dem Weg hat man an vielen Stellen eine tolle Aussicht auf das Nahetal und seine herrliche Straßenführung.

„Eine kleine Runde können wir ja drehen!“ hieß es am Wochenende, als ich auf Heimatbesuch war. Und dann befanden sich Herr Papa und ich am Samstag Mittag auf den Spuren von Gräfin Loretta, nach der einer der „Traumschleifen“ genannten Wanderwege im Naheland benannt ist. Praktischerweise ist es vom Haus meiner Eltern nur ein halber Kilometer bis zur Wanderstrecke.

Auf dem Weg liegen zahlreiche Hütten und Rastplätze.
Auf dem Weg liegen zahlreiche Hütten und Rastplätze.

Der angekündigte Sonnenschein ließ leider ein bisschen auf sich warten, erst in der zweiten Hälfte unserer Tour kam die Sonne wirklich raus. Der Weg, der uns bergauf und bergab durch den Wald führte, war aber auch anstrengend genug, dass es mir immer warm war. Leider war die Ausschilderung an einigen Stellen nicht ganz so prima – da war es gut, jemanden dabei zu haben, der die Wanderwege in der Gegend kennt.

Unterwegs kam dann auch irgendwann die Sonne heraus.
Unterwegs kam dann auch irgendwann die Sonne heraus.
Irgendwann steht dann die Frauenburg vor einem.
Irgendwann steht dann die Frauenburg vor einem.

Nach guten 2/3 der Tour stand dann die Burgruine Frauenburg unter uns im Tal – und türmte sich kurz darauf auch vor uns auf. Ich hatte die Ruine ein bisschen heruntergekommen in Erinnerung, aber hier hat man in den letzten Jahren einiges getan. Die Frauenburg ist sicherlich eine der ordentlichsten kaputten Burgen, die ich bisher sah. Bei meinem nächsten Besuch möchte ich auf jeden Fall den Schlüssel zum Turm irgendwoher beschaffen, die Aussicht von oben ist bestimmt großartig.

Die Burg wurde in den letzten Jahren aufwändig restauriert.
Die Burg wurde in den letzten Jahren aufwändig restauriert.

Entlang des Nahe-Radweges ging es dann schließlich wieder nach Hause. Eine letzte Schleife des eigentlichen Weges haben wir abgekürzt und waren so nach ziemlich genau 13 Kilometern wieder vor der elterlichen Haustür. Bemerkenswert: Obwohl ich ja in Bonn schon sehr viel zu Fuß gehe, bin ich es gar nicht mehr gewohnt Berge hoch zu gehen. Das schlaucht ziemlich! Aber nächstes Mal drehen wir wieder eine „kleine Runde“ – das ist schon abgemacht.

Selbstbildnis, unscharf, schlecht gelaunt

Das hat alles nicht so gepasst. Da war die Woche irgendwie schon sowieso doof gewesen und dann war es am Samstag Morgen nicht mal mehr neblig. Dabei hatte ich mir eigentlich unter der Woche auf dem Weg zur Arbeit ja ein paar Stellen gemerkt, wo es in den Morgenstunden im Nebel recht schick aussah.

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Nun gut. Der Rucksack und das Stativ lagen gepackt neben der Tür, ich war sowieso auf den Beinen: Da bleibt man dann ja auch nicht zu Hause sitzen. Und so spazierte ich dann kurz nach halb acht zur Uni, um wenigstens ein bisschen mit der Technik rumzuspielen. Der Plan beinhaltete nämlich auch, dass ich mich ein bisschen mit der GoPro und den beiden Fernbedienungs-Apps für eben diese und die 6D vertraut mache. Und das ist auch nötig. Ich lernte, dass man mit der Actioncam ruhig ein bisschen näher rangehen kann. Jetzt gibt es tolle Zeitraffer, bei denen ich eher im Hintergrund irgendwo rumturne.

Die mehr oder weniger gleichzeitige Bedienung der Geräte über ihre iPhone-Apps war dann am Ende auch nicht so sonderlich komfortabel. Mit der GoPro kam ich gut zurecht, Canons „Camera Connect“-App fand ich eher schwach. Da ärgerte mich ein bisschen, dass ich den simplen IR-Selbstauslöser dummerweise nicht dabei hatte.

Und am Ende ist mein Selbstbildnis auch noch nicht ganz so scharf, wie wir das eigentlich gewohnt sind. Mein Fazit: Ein früher Morgen, bei dem zwar keine schönen Bilder rumkamen, der aber dennoch sehr lehrreich war. Und das Samstags-Frühstück schmeckt glatt noch ein bisschen besser, wenn man vorher schon ein wenig fleißig war.

Thees Uhlmann: Sophia, der Tod und ich

„Schuster, bleib‘ bei deinen Leisten!“ sagt man ja gerne. Und auch ich bin immer ein bisschen skeptisch, wenn Künstler aus einem bestimmten Metier auf einmal was anderes machen. Aber nachdem ich ja nun schon ein Fan von Thees Uhlmann und seiner Musik bin, lies ich mich bereitwillig von Fräulein Anna irgendwann in die Kölner Kulturkirche schleifen und hörte dort einigen Kapitel aus seinem Buch „Sophia, der Tod und ich“. Der Autor las selbst und signierte danach auch Bücher. Anschließend las ich dann das Buch fast am Stück durch und hatte, das vorweg, großen Spaß dabei. Fast ein bisschen komisch, da ich ja sonst mehr so der Thriller- und Kriminalroman-Leser bin.

Zur Geschichte: Auf einmal steht der Tod vor der Haustür des Erzählers. Und dann läuft alles nicht mehr so, wie der Tod es gewohnt ist, wenn er Leute abholen geht. Denn plötzlich ist auch noch Sophia da, die ist gar nicht auf den Mund gefallen. Suddenly: Roadtrip! Alle zusammen machen sich auf den Weg, die Mutter des Erzählers zu besuchen und danach geht es auch noch weiter. Aus den drei Minuten, die man normalerweise zwischen dem Eintreffen des Tods und seinem eintreten hat, werden einige mehr. Aber ich will nicht vorgreifen…
Jedenfalls habe ich die zahlreichen Gespräche zwischen den einzelnen Protagonisten in guter Erinnerung behalten. Der Erzähler lernt viel über den Tod – und der wiederum viel über Menschen, Beziehungen und all das Drumherum, das er bisher immer einfach – Zack! – beendet hat.

„Sophia, der Tod und ich“ war sicherlich eines der besten Bücher, die ich im vergangenen Jahr gelesen habe.

Get Well Soon im Gloria

Das mit dem „Ein Konzert im Monat“ fängt ja gut an – es ist immerhin schon März, als ich das erste Mal für dieses Jahr einen Konzertsaal betrete. Vergangenen Donnerstag-Abend stehen Fräulein Anna und ich im Gloria, nahe des Kölner Neumarkts. Ich bin schlecht vorbereitet, das vierte Album von Konstantin Gropper, dass auf den Namen „LOVE“ hört, habe ich bisher kaum gehört. Dennoch freue ich mich schon eine Weile auf das Konzert. Es ist sogar schon eine ganze Weile ausverkauft.

Aber zuerst mal die Vorband. „Dagobert“ spielen sehr 80er-NDW-inspirierte Musik und scheinen ihre Texte nach dem Motto „Reim dich, oder ich schlag‘ dich!“ geschrieben zu haben. So wirklich schlecht ist die Musik aber halt auch nicht.

It's LOVE!
It’s LOVE!

Dann aber um kurz nach 21 Uhr: Get Well Soon. Hurra! Gropper und Band legen gleich richtig los. Die Musik ist live, das kenne ich schon von anderen Auftritten, immer noch ein bisschen mehr kraftvoller als auf maximaler Lautstärke in den Kopfhörern. Es folgen gute anderthalb Stunden vor allem Musik aus dem aktuellen Album, aber auch ein paar Klassiker von den letzten Platten. Eine gute Mischung, die Lust darauf macht, auch zu Hause wieder öfter reinzuhören.
Die Zeit geht, auch wenn ich irgendwann sehr müde werde und nicht mehr so gut stehen kann, wie im Flug vorbei. Besonders über „You Cannot Cast Out The Demons (You Might As Well Dance)“ freue ich mich.

Die Musikvideos von Get Well Soon sind übrigens immer ganz große Klasse. Bei Vimeo kann man sich die anschauen und nach dem Klick gibt es auch direkt hier eines zu sehen: „It’s Love“.

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