Speicherkarte gelöscht – Bilder kostenlos wiederhergestellt

Gestern war ich dumm: Ich schaute Bilder auf meiner Kamera durch und irgendwie triggerte ich den „Speicherkarte löschen“-Reflex. Ganz schnell hatte ich den entsprechenden Menüpunkt aufgerufen, „Alle löschen“ angewählt und „OK“ gedrückt.

Im gleichen Moment traf mich der Schlag: Die Bilder waren noch gar nicht auf der Festplatte und in Lightroom importiert! Nachdem ich mich eine Weile selbst beschimpft hatte, bemühte ich die Suchmaschine meines Vertrauens und neben allerlei komisch aussehender Windows-MalSoftware fand ich dabei dann auch den Link zu RecoveRx, einer Software die von der Firma Transcend kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Wenn sowas von einer Firma kommt, die Speicherkram herstellt, ist es einen Versuch wert. Nur fünf Minuten später rödelte das Programm schon vor sich hin und sicherte den eigentlich gelöschten Inhalt der Speicherkarte auf meiner Festplatte.

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Neben den vierhundert Bildern, die ich eigentlich wiederherstellen wollte, fand das Programm noch ungefähr jedes andere Bild wieder, was ich jemals auf der Karte gespeichert hatte. Gut zu wissen, dass sowas geht.

Fahrt ins Grüne — Immergut 2016 — Tag 1

Wie letztens schon angekündigt verbrachten Fräulein Anna und ich das Wochenende in Neustrelitz auf der Mecklenburgischen Seenplatte. Das Immergut-Festival stand auf dem Programm. Da waren wir ja bekanntlich schon das ein oder andere Mal, dieses Jahr sollte es aber ein bisschen anders werden.

Fräulein Anna und die Kunz

Fräulein Anna hatte sich nämlich bei der Immergut Kunz beworben. Im Rahmen dessen beschäftigen Künstler sich mit dem jeweiligen Festival-Motto und stellen das Ergebnis dann aus. Für Fräulein Anna, die schon länger etwas mit ihren analogen Bildern aus Island machen wollte, war das die Chance. In einem knapp fünfminütigen Video stellte sie die ruhigen analogen Landschaftsbilder aus Island hektischen, sich schnell bewegenden Alltagsbildern gegenüber. Damit wurde sie natürlich direkt genommen und so waren wir auf einmal nicht nur Besucher, sondern durften auch alle Annehmlichkeiten eines Backstage-Passes in Anspruch nehmen – also zum Beispiel eine gut bestückte Bar, Verpflegung inklusive zwei warmer Mahlzeiten oder warme Duschen. Top!

Ein bisschen Vorbereitung brauchte es dann schon und so fuhren wir bereits am Mittwoch nach Neustrelitz, bauten am Donnerstag auf und machten uns ein wenig nützlich, bevor dann am Freitag das Festival wirklich began. Wir wurden direkt sehr nett aufgenommen, ich war überrascht wie eng die Immergut-Leute hinter den Kulissen alle miteinander waren. Es fühlte sich gleich ein bisschen wie ein Bundeslager-Aufbau an. Dieses „Ruhe vor dem Sturm“-Gefühl, wenn du schon Tage vor dem eigentlichen Beginn auf der Wiese bist, deinen Kram aufbaust und vorbereitest.

Die Ruhe vor dem Sturm - das Festivalgelände etwa drei Stunden vor dem ersten Konzert.
Die Ruhe vor dem Sturm – das Festivalgelände etwa drei Stunden vor dem ersten Konzert.

Dann war es irgendwann aber auch Freitag Nachmittag, der Zeltplatz hatte sich schon seit Donnerstag Morgen immer schneller gefüllt und dann ging es auch an der Birkenhain-Bühne direkt los. Wie üblich war ich nur ein bisschen auf die Bands vorbereitet und wollte mich vor allem überraschen lassen.

Eddie Argos

Los ging es mit Eddie Argos, dem Frontmann der Band Art Brut. Der sang aber gar nicht, sondern erzählte lieber aus seiner Jugend und wie er seine Band gründete. Kein Wunder, hat er doch erst letztens seine Biographie geschrieben. Das macht er auf sehr unterhaltsame Art und Weise, mit englischem Akzent und einer guten Portion Selbstironie. Alleine deswegen schon habe ich gerne zugehört.

„It’s hard to study if you are full time daydreaming of being in a band.“
Eddie Argos

Sean Nicolas Savage

Ein bisschen verrückt fand ich Sean Nicolas Savage. Das Konzert fing in etwa so an, wie ich mir einen Drogenrausch in den 80ern vorstelle. Savage startet mit zwei Coverversionen aus dieser Zeit, gar nicht mal schlecht. Dann kommen noch zwei Musiker dazu und mir wird das Ganze schnell zu skurril. Kaffeepause!

Peter Licht

Ich habe Peter Licht die ganze Stunde lang zugehört. Zuerst seiner Lesung, dann dem abschließenden Gespräch mit einem Moderator und einigen Menschen aus dem Publikum. Ich habe versucht ihn und das was er da aus seinem Buch vorlas zu verstehen. Ich habe nichts, kein Wort, überhaupt nichts verstanden. Also die Worte schon. Aber in der von ihm verwendeten Kombination haben die nicht viel Sinn ergeben. Vielleicht bin ich aber auch nicht so „Literatur“. Licht wirkt jedenfalls eigentlich ziemlich sympathisch, seine Musik muss ich mir bei Gelegenheit mal anhören.

„Ohje, ohje, ohje, ohje, ohje!“
Peter Licht

Jochen Distelmeyer

Nachdem wir Isolation Berlin nur kurz angehört haben und dann statt dessen lieber zum Abendessen gingen, war schließlich Jochen Distelmeyer an der Reihe. Der spielte Lieder aus seinem Album Songs from the Bottom, Vol. 1, auf dem er ausnahmslos Titel englischsprachiger Künstler wie Britney Spears, The Verve oder Lana Del Rey interpretiert. Das hat mir zugegebenermaßen ziemlich gut gefallen.

White Wine

Direkt danach geht es mit White Wine auf der Zeltbühne. Die Band aus Leipzig ist zuerst einmal ziemlich laut im Vergleich zu dem was ich vorher sah, dazu ein bisschen elektronische und mit Rhythmus. Ein Fagott ist da auch irgendwie im Spiel. Das gefällt mir alles ziemlich gut, ich speichere die Band auf meiner „Später hören“-Liste.

Vita Bergen

Dies ist dann vielleicht mein Highlight für den ersten Tag. Es dauert nicht mal ein ganzes Lied, bis ich von Vita Bergen begeistert bin. Die sieben Schweden treffen ziemlich genau meinen Geschmack und so geht die knappe Stunde Rockmusik auf der Zeltbühne viel zu schnell vorbei. Man hat in diesem Jahr gerade das Debut-Album europaweit veröffentlicht, es ist also zu hoffen, dass ich mir die Herren bald noch einmal anschauen kann.

Get Well Soon

Zu Konstantin Gropper muss ich ja glaube ich nicht mehr viel sagen. Get Well Soon höre und schaue ich mir ja nun gerne öfter an. Gropper und Band liefern ein gewohnt solides Konzert ab, leider passt die Band scheinbar nicht so in die Stimmung die gerade herrscht. Die doch eher ruhige Musik verleitet ziemlich viele Menschen dazu, sich lieber zu unterhalten. Das stört mich ziemlich.

Tocotronic

Nun ja. Tocotronic und ich werden wohl keine Freunde mehr. In den letzten Jahren habe ich, gerade weil mir die Musik eigentlich gefallen müsste, der Band immer wieder mal eine Chance gegeben und sie mir angehört. So auch dieses Mal wieder. Gepaart mit ziemlich großer Müdigkeit und dem ganzen Tag in den Beinen schaue ich mir das Konzert nicht mal zu Ende an.

Immergut, Tag eins: Vorbei.

Hunderttausend Schritte

Gestern Abend, so gegen zehn Uhr habe ich nicht, wie eigentlich geplant, gebloggt. Ein Beitrag für die vergangene Woche fehlte noch. Statt dessen bin ich nochmal eine Runde um den Block. Warum? Es gab ein Ziel zu erreichen!

Hunderttausend, in Zahlen: 100.000, Schritte waren voll zu machen. Nicht in einem Jahr, nicht in einem Monat. In einer Woche. Das war mir, seit der Einführung des Schrittzählers vor ziemlich genau dreizehn Monaten, noch nicht gelungen. Normalerweise dümpele ich mehr so ein bisschen zwischen siebzig- und achtzigtausend Schritten rum. Jetzt bin ich ein bisschen stolz, denn anderen Leuten gelingt das ständig. Bei mir klappte das diese Woche mal, weil ich Pfingstmontag einen kleinen Ausflug mit Fräulein Anna unternommen hatte (davon gibt es auch noch Bilder, die es zu bearbeiten gilt) und jetzt am Wochenende noch einmal eine kleine Wanderung mit meinem Pfadfinderstamm unternommen habe (und Bilder geknipst habe, Lightroom ist gerade ziemlich voll mit unbearbeiteten Bildern). So kamen schon fast zwanzigtausend Schritte mehr als sonst zusammen.

Aber wie kam ich eigentlich drauf? Letztes Jahr habe ich irgendwann festgestellt, dass mir der Besuch im Fitti vielleicht auch gut tut, aber vor allem eine öde Quälerei ist. Vielleicht bin ich da einfach nicht für, jedenfalls bin ich irgendwann nicht mehr hin gegangen. Aber: Bewegung, insbesondere in Form von Spaziergängen mag ich ja schon. Und so sprang ich auf den gerade losfahrenden Trend-Zug der Schrittzählerbesitzer und fing an, so ein Ding mit mir herumzutragen. So als Motivationshilfe hauptsächlich.

Schnell stellte ich fest, dass das mit den voreingestellten zehntausend Schritten pro Tag gar nicht so einfach ist. Irgendwo zwischen sechs- und siebentausend liegt mein eigentlicher Durchschnitt. Das bedeutet: Morgens und/oder Abends darf ich nicht einfach in die mehr oder weniger direkt vor der Haustür haltende Bahn steigen, sondern lieber mal noch ein oder zwei Stationen weit laufen. Das macht aber nichts – ein kleiner Spaziergang durch die Stadt hat noch keinem weh getan. Nach Feierabend winkt hier auch immer noch ein Espresso als Belohnung.
Da das aber meistens noch nicht reicht, muss Abends sehr oft noch eine Runde um die Poppelsdorfer Allee angehängt werden. Da bin ich schon ein kleines bisschen stolz, wie oft ich den inneren Schweinehund überwinde um den kleinen Zähler in meiner Tasche auf eine fünfstellige Zahl zu bekommen. Manchmal fällt es mir richtig schwer, mich nach dem Abendessen noch einmal aufzuraffen, die Schuhe zu binden und los zu ziehen. Etwa acht Kilometer am Tag mache ich so auf jeden Fall. Neben der Bewegung bringt mir das Ganze auch noch etwas: Ein bisschen Zeit zum Nachdenken, zum telefonieren, Musik und Podcasts hören. Zu Hause kommt man dazu ja nicht, es ist ja doch immer irgendwas zu tun.

Ich habe schon lange nichts mehr mit einer solchen Ausdauer gemacht, wie die Spaziererei. An dem Ball bleibe ich auf jeden Fall dran. Dass mich die hunderttausend Schritte nun 5 Euro bei den Ironbloggern gekostet haben, macht mir da nichts aus.

Ein bisschen Musik zur Vorbereitung: Immergut Festival 2016

Dieses Jahr geht es wieder auf das Immergut-Festival in Neustrelitz auf der Mecklenburgischen Seenplatte. Da war ich ja jetzt in den letzten Jahren schon ein paar Mal, ich berichtete davon. Das Schöne am Immergut ist ja immer ein bisschen, dass ich die meisten Bands, die dort spielen, noch gar nicht kenne. Umso besser, dass ich dafür aber schon ein paar Musikgruppen dort kennenlernte, die ich immer wieder gerne höre. Die Isländer von FM Belfast zum Beispiel, oder auch die Jungs und das Mädel von Team Me! Deshalb bin ich immer wieder sehr gespannt, was mich da so an Musik erwartet.

Dieses Jahr kann ich mich auf Get Well Soon freuen. Aufmerksame Leser dieser Bloggeschichte hier wissen, dass ich großer Fan von Herrn Gropper und seiner Musik bin. Da es dieses Jahr leider keine offiziell bereitgestellte Musikliste bei Spotify gibt, habe ich selbst ein bisschen Hand anlegen müssen und eine Liste zusammengestellt. Dazu warf ich einfach mal wahllos die fünf meist gespielten Titel zusammen. Damit kann ich mich schon mal ein bisschen einhören und überlegen, wen ich unbedingt sehen will. Angst, etwas zu verpassen, muss ich nicht haben – beim Immergut spielen die Bands ganz brav nacheinander auf einer der drei Bühnen.

Dieser feine Trailer lässt die Vorfreude noch ein bisschen wachsen. Ick freu mir!

Das Bauhaus in der Bundeskunsthalle

Sonntags. Elternbesuch. Da muss ein Programm her! Vergangenes Wochenende stand deshalb ein Besuch in der Bundeskunsthalle an. Dort ist noch bis Mitte August die Ausstellung „DAS BAUHAUS – Alles ist Design“ rund um die berühmte Kunst-, Design- und Architektur-Schule. Der Eintritt kostet 10 Euro.

So ein bisschen was weiß man ja zu dem Thema schon – in meinem Fall war das aber dann gar nicht so viel. Und so lernte ich in den gut zwei Stunden, die wir uns da herumtrieben, ganz schön was dazu. So wusste ich zum Beispiel nicht, dass die Schule nicht nur in Weimar, sondern auch in Dessau und Berlin saß. Viele zeitgenössische Dokumente beschreiben die Geschichte der Institution und zeigen wie die Werkstätten und Ateliers seinerzeit aussahen. Bilder von Bauhaus-typischen Gebäuden dürfen natürlich auch nicht fehlen. Dazu gibt es dann zahlreiche Ausstellungsstücke, sowohl älteren als auch neueren Datums – neben den vermutlich sehr bekannten Möbeln sind da auch Kaffeemaschinen und ziemlich schicke Lampen dabei.

Und: Kunst! Manchmal weiß man ja nicht so genau, wo Design aufhört und Kunst anfängt – oder umgekehrt. Und so gehören neben den vielen Alltagsgegenständen auch Installationen aus bunten Vasen, Bilder, Renderings und Videos von Tanzvorführungen zur Ausstellung. Und: Ein Minecraft-Video! Ich war vermutlich der Einzige der älter als zehn Jahre war, der das irgendwie cool fand.

Ich hätte mich da durchaus noch eine ganze Weile verdulden können. Leider war die Belüftung in den Räumlichkeiten nicht so besonders und die Beleuchtung auch irgendwie ermüdend. So war irgendwann für mich die Luft raus. Das fand ich fast ein bisschen schade. Empfehlen kann ich die Ausstellung trotzdem.

Bosch (Die Serie, kein Werkzeug)

Dieser Tage schaute ich die zweite Staffel Bosch. Das hat nichts mit Werkzeug zu tun, sondern ist eine Krimi-Serie rund um einen Polizisten mit diesem Namen. Der ist ein bisschen ein Griesgram und arbeitet bei der Mordkommission in Los Angeles. Er wird gespielt von Titus Welliver, den man vom Namen her vielleicht nicht kennt – dessen Gesicht aber jeder wohl schon einmal im Fernsehen gesehen hat.

In der ersten Staffel steht Bosch direkt mal wegen Schusswaffengebrauchs vor Gericht und muss einen uralten Fall von Kindesmissbrauch klären. Die fand ich schon ziemlich gut und spannend und so freute ich mich sehr darüber, dass da letztens eine zweite Staffel in der Prime-Video-App auf dem iPad auftauchte.

Die zweite Staffel handelt dann zuerst von einer Mordermittlung, nachdem ein Porno-Produzent erschossen wurde. Es könnte sein, dass seine Frau was damit zu tun hat. Ich will aber nicht zu viel verraten. Auch die Geschichte drumherum hat einiges zu bieten: Lance Reddick (den man auf jeden Fall aus Fringe kennt) spielt wieder den Polizeichef Irvin Irving und hat auch noch einen Auftrag für den Kommissar. Die zehn Folgen sind viel zu schnell vorbei gegangen und haben mich ziemlich gefesselt. Wer Krimis mag, sollte Bosch schauen.

Cœur de Pirate im Stadtgarten

Da war letzte Woche irgendwie „kleine blonde Sängerinnen im Stadtgarten“-Woche: Nur drei Tage nach Anna Ternheim stand ich schon wieder vor der Halle. Wieder mit Fräulein Anna, dieses Mal unterstützt von Frau Schwester. Top!

Jetzt höre ich die Musik von Frau Cœur de Pirate schon sehr gerne und sehr oft und so freute ich mich ziemlich auf das Konzert. Dieses Mal gab es dann vor dem eigentlichen Konzert auch noch wen anderes zu hören: Mit Elliot Maginot stand da ein sympathischer junger Mann mit seiner Gitarre auf der Bühne und freute sich darüber, dass das Publikum seiner Musik so aufmerksam lauschte. Die war aber auch nicht schlecht, muss man dazu sagen.

Und dann war es gegen 21 Uhr so weit, Madame de Pirate und Band betreten die Bühne. Im Hintergrund laufen Animationen passend zur Musik, aber insgesamt ist alles sehr schlicht gehalten. Die Sängerin setzt sich auch bei einigen Liedern selbst ans Klavier. Während des Konzerts kommt dann auch alles vor was man so erwartet – natürlich viele Titel vom aktuellen Album „Roses“, aber auch all die älteren Lieder wie „Place de la République“ oder „Comme des Enfants“. Ich bin begeistert, auch wenn ich – wie üblich – von den französischen Titeln nicht viel verstehe. Aber das macht ja nichts.

Zwei Mal müssen Sängerin und Band wiederkommen, bis das Publikum zufrieden ist und langsam aus der Halle geht.

Blühende Kirschblüten in der nächtlichen Bonner Altstadt

Einmal im Jahr ist in der Bonner Altstadt so ein bisschen Ausnahmezustand. Das ist nämlich dann im Frühjahr, wenn die Kirschblüten auf Heerstraße und Breite Straße blühen. Über einem erstreckt sich dann ein violettes Blütenmeer. Das sieht schon ziemlich schick aus. Dann ist die Hölle los, Selfie-schießende Menschenhorden drücken sich durch die Straßen. Besonders schlaue Menschen denken, dass sie auch einfach mit dem Auto Sightseeing betreiben können. Ich habe davon schon mal ein paar Bilder gemacht. Jedenfalls: Als ich gestern Mittag einen kleinen Erkundungsgang mache, bin ich schnell genervt. Ich mache nur ein paar Bilder aus der Hand, die Kamera hatte ich auf Verdacht doch mal umgehängt.

Aber eigentlich mag ich die Kirschblütenzeit in der Nacht noch ein bisschen lieber. Zum Einen werden die Blüten dann von unten schön durch die Straßenlampen angeleuchtet, zum Anderen ist dann nicht so viel los. Genau mein Ding – und so mache ich mich dann gestern Abend nach Sonnenuntergang noch einmal auf den Weg. Dieses Mal habe ich auch den Rucksack mit mehr Fotokram auf dem Rücken und das Stativ in der Hand.

Blühende Kirschblüten in der Bonner AltstadtBlühende Kirschblüten in der Bonner Altstadt

Natürlich bin ich auch jetzt nicht alleine. Alleine und in kleinen Gruppen sind Menschen mit Kameras und Stativen unterwegs. Die Selfie-Armee ist aber inzwischen weitergezogen und so kann man schon mal in Ruhe das ein oder andere Bild machen. Das ist auch notwendig: Um ein gescheites Bild auf die Speicherkarte zu bekommen belichte ich selten unter einer Minute. Dabei macht sich mein letztens erstandener Kabel-Fernauslöser das erste Mal bezahlt. Die Spuren der vorbeifahrenden Autos machen sich auch ganz gut im Bild.

Blühende Kirschblüten in der Bonner AltstadtBlühende Kirschblüten in der Bonner Altstadt

Am Ende bin ich etwa zweieinhalb Stunden durch die Altstadt geturnt, kniete minutenlang mitten auf der Straße und probierte viel aus. Kein Wunder, dass ich da die Zeit ein bisschen vergessen habe. Mal schauen, ob ich es nächste Woche noch einmal hin schaffe und das Wetter mitspielt. Ich würde gerne noch ein paar Bilder am frühen Abend machen.

Anna Ternheim im Stadtgarten

Montag Abend. Gleich mit einem Konzert in die Woche zu starten ist nicht der schlechteste Anfang. Heute sollte es Anna Ternheim sein. Die schwedische Sängerin lernte ich durch Fräulein Anna kennen – die ist schon lange großer Fan und so waren die Konzertkarten letztes Jahr ein gutes Weihnachtsgeschenk an das Fräulein.

Den Stadtgarten erreichen wir von Bonn aus sehr bequem mit dem Zug und so standen wir zeitig vor der ausverkauften Konzerthalle. Das ist auch gut so, denn pünktlich um halb neun ging es ohne Vorband los. Das haben wir ja selten.

Ich war leider ein bisschen unvorbereitet und kannte die meisten neueren Titel nicht. Der Rest des Publikums hatte das besser raus und deshalb war die Stimmung in der Halle ziemlich gut. Ich fühlte mich sehr gut unterhalten. Neben der Sängerin und ihrer Gitarre standen noch vier weitere Musiker auf der Bühne, die uns ziemlich genau anderthalb Stunden lang unterhielten. Gespielt wurde die übliche Mischung aus aktuellen Titeln, die mir wie schon erwähnt nicht so viel sagten und älteren, die ich dann auch schon öfter mal zu Hause gehört hatte. Unter anderem ein ziemlich gelungenes Cover des Backstreet-Boys-Klassikers „Show Me The Meaning Of Beeing Lonely“. Das zugehörige Musikvideo gibt es weiter unten zu sehen, ich fand es bei YouTube.

Gegen 10 Uhr war das wirklich schöne Konzert nach einer Zugabe dann auch zu Ende und wir machten uns auf den unkomplizierten Heimweg. Den Stadtgarten würde ich schon gerne alleine deswegen öfter besuchen.

Wie man mich aus einem Onlineshop vertreibt

Letztens, als ich in diesem Internet surfte, kam ich bei einem mir bekannten Onlineshop vorbei. Ich kaufte dort schon das ein oder andere Mal gerne Klamotten. Sparfuchs, der ich bin, fand ich auf der groß mit „Sale!“ beschrifteten Seite auch direkt Dinge, die mir sowohl gefallen als auch passen dürften. Schnell hatte ich einige Sachen in meinen Warenkorb geklickt.

Und dann fing das Drama an. Meine Passwörter und Zugangsdaten verwalte ich in dem sehr hilfreichen Programm 1Password. Das ist eine gute Sache und – das nur am Rande – ich kann gar nicht verstehen, warum nicht jeder einen Passwortmanager und vernünftige Passwörter benutzt.

Jedenfalls: Das bei mir gespeicherte Passwort tat es nicht. Das kann schon mal vorkommen, manchmal ändere ich ja Passwörter und dann vergesse ich gerne auch mal das neue zu speichern. Also nichts wie los, zur Passwort-Neuvergabe! Dort dann das nächste Ding: Als neues Passwort lies sich keiner der automatisch generierten, wirklich langen zufälligen Zeichenkombinationen festlegen. Eine generische Fehlermeldung half mir auch nicht weiter: „Das Passwort muss mindestens 6 Schriftzeichen beinhalten“. Auch ohne Sonderzeichen und kürzere Kombinationen passierte hier nichts. Nach einigem hin und her tippte ich dann etwas wirklich kurzes ein, um endlich weiter machen zu können. 1Password zeigt mir unsichere Passwörter an, ich ändere die dann immer bei Gelegenheit. Inzwischen weiß ich, dass das Passwort maximal zwanzig Zeichen haben darf. Da wird einfach nur die falsche Fehlermeldung ausgegeben. Doof.

Da war ich dann endlich eingeloggt und in der Warenkorb-Ansicht. Da ich schon öfter bei besagtem Laden bestellt habe, sollte jetzt eigentlich nichts mehr schief gehen. Schnell die bereits hinterlegte Packstation als Versandadresse ausgewählt und … „Die Adresse ist unvollständig.“ Da hat man wohl die Pflichtfelder umgebaut – einige Klicks später und nach der Eingabe einer Telefonnummer ging es dann aber auch weiter.

Nun: Bezahlen! Muss man ja auch, wenn man etwas kauft. Machen wir es kurz: Die Bezahlmöglichkeit „PayPal“ ist den Leuten scheinbar verloren gegangen. An der Stelle war ich schon ziemlich frustriert, hätte es am liebsten eigentlich sein lassen und gab deshalb schnell meine Kreditkarten-Daten ein. Und dann war ich auch schon fertig. Nicht nur mit der Bestellung, sondern auch mit den Nerven.

Aber es sollte noch besser kommen, als ich in mein E-Mail-Postfach schaute. Neben einer Bestellbestätigung fand ich dort nämlich noch eine weitere E-Mail vor:

„Hey Martin, du hast dein Passwort geändert! Hier, zur Erinnerung dein neues Password: M31nN3u3sP4ssw0rt!“

Schade, dass ich das nicht vorher bemerkt habe – da wäre der Bestellvorgang ganz schnell abgebrochen gewesen. Freunde, es ist 2016 – da sollten eigentlich doch alle wissen, dass man Passwörter nicht Klartext speichert und einfach per Mail rumschickt. Echt jetzt!

Am Abend erhielt ich dann auch die Versandbestätigung des Unternehmens. Kurze Paketlaufzeiten war ich da schon gewohnt, also soweit nichts besonderes. Aber der nächste Schreck folgte direkt, denn als ich in der Mail auf „Paket verfolgen“ klickte, landete ich bei UPS. Die natürlich keine Packstationen beliefern können, denn die gehören ja nun mal der Post – oder DHL, genauer gesagt. Nun folgte etwas, was ich wirklich, wirklich ungern tue: Ich rief bei der Kundenhotline an. Telefonieren ist jetzt wirklich nicht das, was ich gerne mache. Dort erhielt ich folgende Informationen:

  • Da kann man jetzt nichts machen. Das geht dann als Retoure zurück, ich bekomme das Geld wieder.
  • PayPal ist nicht mehr – aber das würde sie gerne mal weiter geben.

Die junge Frau am Telefon konnte jetzt ja wirklich nichts dafür, ich habe ihr meinen Zorn erspart. Lieber setzte ich mir eine Erinnerung, die ganze Retouren-Geschichte ein wenig im Blick zu halten. Musste ich dann aber überraschender Weise gar nicht – denn UPS ist schlauer als der bekannte Onlineshop: Jemand von dort rief mich an und man konnte das Paket umleiten, ich sitze hier nun also gerade in einer neuen, gut sitzenden Hose.

Ein anderes Modell geht jetzt aber doch noch zurück. Und ich bin schon ungefähr genau so gespannt wie ihr Bund um meinen Bauch, was dabei alles schief gehen kann. Und vielleicht gebe ich dem Einzelhandel doch nochmal eine Chance, denn nerviger als der Quatsch hier kann das eigentlich nicht werden.

„Martin, warum schreibst du denn nicht, was das für ein Laden war?“ mag sich der ein oder andere jetzt fragen. Das ist so: Wie ich während des Schreibens dieses Beitrages rausfand, wurde der Laden unlängst übernommen und man hat das Shopsystem umgestellt. Deshalb schreibe ich dem Support einfach mal eine nette Mail und schaue was man dazu sagt – und bestimmt (Ich glaube ja auch immer ein bisschen an das Gute im Menschen!) bessert man ja auch noch nach.