9. Dezember 2008 2008-12-09 2008-12-09 ·
Computerkram ·
· Martin
Marcus hat mich gerade wieder einmal auf einen Gedanken gebracht den ich schon vor längerem hatte, als er über die Gerüchte zum angeblich bald erscheinenden Google-Betriebssystem schrieb.
Mein Gedanke: Ist es nicht schon da?
In meinen Augen beschreibt Marcus nämlich schon genau das richtige Szenario:
“90 Prozent der Zeit, die ich privat vor dem Rechner verbringe, befinde ich mich im Internet. Dort schreibe ich Mails, Dokumente, Tabellen, blogge, twittere, speichere Bookmarks ab, erstelle Templates und Themes usw. Die restlichen 10 Prozent außerhalb des Internets werden eigentlich nur für die Verwaltung von Musik und Fotos verwendet.”
Google bietet mit all seinen Diensten ungefähr alles das an, was der durchschnittliche Internetnutzer braucht. Office, Mail, Unterhaltung: Alles da! Fotos kann man übrigens mit Picasa verwalten, hab ich gehört. Ich bin darauf schon einmal ein wenig eingegangen.
Wollen wir mal überlegen was ein Betriebsystem so macht. Oder einfacher, wir fragen mal bei Tante Wikipedia nach:
“Ein Betriebssystem ist die Software, die die Verwendung (den Betrieb) eines Computers ermöglicht. Es verwaltet Betriebsmittel wie Speicher, Ein- und Ausgabegeräte und steuert die Ausführung von Programmen.”
Quelle: Wikipedia
Wenn man den Begriff einmal auf die Stichworte steuert die Ausführung von Programmen herunterbricht, dann hat Google “sein” Betriebssystem schon lange vorgestellt. Mit dem Browser Chrome, um den es in der letzten Zeit etwas ruhig geworden ist, hat man ein sehr performantes Betriebssystem für seine Javascript-Anwendungen geschaffen. Während die HTML-Engine schlicht “Webkit” heißt und somit die gleiche ist wie auch zum Beispiel in Safari, hat man sich bei der Javascript-Engine mehr Mühe gemacht und mit V8 etwas eigenes produziert.
Nun ist es für Google ein leichtes, auf den eigenen Browser zugeschnittene Anwendungen zu entwickeln. Auch Dritthersteller können auf den Zug aufspringen: Mit dem Google Web Toolkit (GWT) lassen sich in Anwendungen in Java programmieren, die dann recht einfach in Javascript-Code umgewandelt werden. Im Rahmen meiner Diplomarbeit arbeite ich im Moment an einem solchen Projekt mit und bin immer wieder begeistert, was doch alles möglich ist.
Meine Vision: Wir werden in Zukunft noch mehr online leben und arbeiten als das heute schon der Fall ist. Google wird hier ganz vorne mit dabei sein und in Zukunft sicherlich auch eine Konkurrenz zu Microsoft oder Apple und ihren Produkten sein. Menschen werden sich mehr oder weniger günstige Computer kaufen. Das Betriebssystem das die Kiste zum Leben erweckt wird zweitrangig sein, denn unsere Anwendungen werden wir im Netz finden. Marcus schreibt:
“Kurzum, eigentlich spielt für mich das Betriebssystem keine große Rolle mehr.”
Recht hat er.