der tag und ich

Alles über Justin Bieber

Dieser Tage hörte ich auf dem Heimweg im Radio ein Interview bei 1live. Die beiden Moderatoren beschäftigten sich mit dem Thema “Justin Bieber”. “Was genau ist das?” fragte ich mich, erinnerte mich daran das in meiner Twitter-Timeline hin und wieder der Begriff fiel und befragte deshalb mal die Wikipedia. Ich war gespannt was da kommt: Ein neuartiges Kuscheltier? Irgendwas lustiges auf YouTube, dass ich bisher verpasst hatte?

Wer ist Justin Bieber?

Justin Bieber ist, sagt jedenfalls die Wikipedia, ein 16-jähriger Junge aus Kanada, der Videos von sich bei YouTube hochgeladen hatte. So kam er irgendwie zu einem Plattenvertrag. Da lag ich oben also mit beiden Annahmen gar nicht mal so verkehrt. Außerdem erklärt das auch den schlechten Gesang nach dem Radiointerview, der sich nicht so recht an den Rhythmus der Gitarre anpassen wollte. Dabei muss sowas ja nicht mal so schlecht sein, wir erinnern uns an Jasper.

Hier wird das Ganze nur ein wenig größer aufgezogen: Justin Bieber wird von bekannten amerikanischen Produzenten L.A. Reid bei Island Records vermarktet. Jedenfalls dümpelt der Junge nun weltweit ein wenig in den Charts rum und hat schon eine recht imposante Fangemeinde um sich geschart. Grund genug, ihn auch im Radio oder Fernsehen mal auftreten zu lassen. So sonderlich gut scheint er dabei aber nicht weg zu kommen.
Auch ich bin da ganz vorne mit dabei und finde den Typen ziemlich mies. Zwar fand und finde ich den Hype der um Tokio Hotel gemacht wird immer noch blöd, aber muss den jungen Herren zumindest zugestehen, dass sie ordentliche Musik machen. Die ist vielleicht nicht gerade mein Ding, hat aber eine gewisse Qualität.

Justin Bieber-Fans und ihre Spezialität: Der intolerante Shitstorm

Das Mädchen im präpubertärem Zustand hin und wieder auf merkwürdige Dinge stehen, wissen wir ja alle seit Tokio Hotel. Die Älteren unter uns erinnern sich vielleicht auch noch an Aaron Carter. Die Fans1 sind – wie man es ja schon fast gewöhnt ist – konsequent intolerant und haben ihr Leben voll und ganz auf das Leben ihres “Stars” eingestellt. Dementsprechend muss man sich schon ein wenig vorsehen, wenn man über das Phänomen berichtet. Gerade gestern machte ProSieben da leider schlechte Erfahrungen, nachdem man einen Beitrag gesendet hatte der ein paar spitze Formulierungen beinhaltete. Die Fans von heute können nämlich leider das Internet mehr oder weniger bedienen und so brach über den armen TV-Sender das herein, was man wohl inzwischen “Shitstorm” nennt. Die “Beliebers”, so nennen sich die wahnsinnigen Minderjährigen, reagierten mit völligen Unverständnis auf den Beitrag des Fernsehsenders.

Martin, was hältst du von der Geschichte?

Justin Bieber wird es nicht lange machen. Genau wie andere One-Hit-Wonder wird er ganz schnell wieder von der Bildfläche verschwunden sein. Sicherlich um ein paar Erfahrungen reicher und mit einigen Geschichten für seine Kinder im Hinterkopf, aber ohne nachhaltig etwas hinterlassen zu haben. Um dauerhaft oben zu bleiben reicht es oftmals nicht einmal, wirklich singen zu können – und selbst da sehe ich noch einiges an Nachholbedarf. Die Auftritte sind ja schon nicht schlecht, sofern man klug ist und den Ton auslässt.

Die “Beliebers” werden sich schnell einem neuen Jungen zuwenden, der mit einem jugendlichen Grinsen in die Kamera schaut und dabei lieb mit den Augen zwinkert. Was waren die Zeiten schön, als wir alle noch so leicht zu begeistern waren. Schrecklich finde ich es, wie die Jugend von heute auf so etwas abgeht und wie wenig Menschen auf die Meinung anderer eingehen können.

Schade das hier ein Junge verheizt wird, der eigentlich vermutlich nur ein paar Videos hoch laden wollte und nun ein Beispiel dafür ist, wie man dank “sozialer” Netzwerke groß rauskommen kann. Darum tut er mir eigentlich sogar leid.

  1. Das kommt von “Fanatiker”, oder? []

Kommentare

  1. Natürlich ist das hier ein ganz fieser Tierversuch lustiges Experiment!

  2. Hehe, wollte ich gerade anmerken, dass das so klingt… #SEO ;-)

  3. Ach was! Ich habe den Eindruck, das ist ein Thema das polarisiert. Da muss man doch eine Meinung zu haben! ;-)

  4. Hihi! Die Fachfrau spricht! Spätestens jetzt sollte der Mob aber über dich kommen. Hach, ich freu mich schon!

    • Vylübb
    • 26. Mai 2010 um 19:47 Uhr
    • Antworten

    Spoiler Alarm:
    Fan, ein durch und durch Amerikanische Wortneuschöpfung durch die Verkürzung des Wortes “fanatic” entstanden. vgl. Marquardt 1958 “American English” Oxford UP. Gut gemacht Martin. Stand übrigens auf meiner Examensliste..

  5. So lange du nicht schreibst wie Lost ausgegangen ist, wird hier nichts gespoilert. :-)
    Wie man merkt, ist an mir ein echter Sprachwissenschaftler verloren gegangen. Aber was hat Justin Bieber mit deinem Examen zu tun?

  6. Muss man da wirklich ne Meinung zu haben? Ich habe ja den Eindruck, das alles hier ist nur ein Experiment, ob sich die Reaktionen auf den Tokio-Hotel-Post noch steigern lassen. Und bislang scheint es fehlzuschlagen…

  7. Wie klug der Mo ist! Natürlich steht das ja auch meinem ersten Kommentar! ;-) Leider bleibt der Mob bisher aus.

  8. Ganz ehrlich: Ich hab von dem Typen hier das erste mal gelesen. Meine zweite Begegnung war dann in OmasFernseher™, heute Mittag. Da wurd gezeigt, wie er gegen eine Glastür läuft, was wohl schon zum zweiten mal passiert ist. Mehr weiß ich nicht über den. Ist er medial unterrepräsentiert oder konsumiere ich zu wenig/die falschen Medien?

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>