Das Betriebssystem von Google ist schon da!

Mar­cus hat mich gerade wie­der ein­mal auf einen Gedan­ken gebracht den ich schon vor län­ge­rem hatte, als er über die Gerüchte zum angeb­lich bald erschei­nen­den Google-Betriebssystem schrieb.

Mein Gedanke: Ist es nicht schon da?

In mei­nen Augen beschreibt Mar­cus näm­lich schon genau das rich­tige Szenario:

„90 Pro­zent der Zeit, die ich pri­vat vor dem Rech­ner ver­bringe, befinde ich mich im Inter­net. Dort schreibe ich Mails, Doku­mente, Tabel­len, blogge, twit­tere, spei­chere Book­marks ab, erstelle Tem­pla­tes und The­mes usw. Die rest­li­chen 10 Pro­zent außer­halb des Inter­nets wer­den eigent­lich nur für die Ver­wal­tung von Musik und Fotos verwendet.“

Google bie­tet mit all sei­nen Diens­ten unge­fähr alles das an, was der durch­schnitt­li­che Inter­net­nut­zer braucht. Office, Mail, Unter­hal­tung: Alles da! Fotos kann man übri­gens mit Picasa ver­wal­ten, hab ich gehört. Ich bin dar­auf schon ein­mal ein wenig ein­ge­gan­gen.

Wol­len wir mal über­le­gen was ein Betriebsys­tem so macht. Oder ein­fa­cher, wir fra­gen mal bei Tante Wiki­pe­dia nach:

„Ein Betriebs­sys­tem ist die Soft­ware, die die Ver­wen­dung (den Betrieb) eines Com­pu­ters ermög­licht. Es ver­wal­tet Betriebs­mit­tel wie Spei­cher, Ein– und Aus­ga­be­ge­räte und steu­ert die Aus­füh­rung von Pro­gram­men.“
Quelle: Wiki­pe­dia

Wenn man den Begriff ein­mal auf die Stich­worte steu­ert die Aus­füh­rung von Pro­gram­men her­un­ter­bricht, dann hat Google „sein“ Betriebs­sys­tem schon lange vor­ge­stellt. Mit dem Brow­ser Chrome, um den es in der letz­ten Zeit etwas ruhig gewor­den ist, hat man ein sehr per­for­man­tes Betriebs­sys­tem für seine Javascript-Anwendungen geschaf­fen. Wäh­rend die HTML-Engine schlicht „Web­kit“ heißt und somit die glei­che ist wie auch zum Bei­spiel in Safari, hat man sich bei der Javascript-Engine mehr Mühe gemacht und mit V8 etwas eige­nes produziert.

Nun ist es für Google ein leich­tes, auf den eige­nen Brow­ser zuge­schnit­tene Anwen­dun­gen zu ent­wi­ckeln. Auch Dritther­stel­ler kön­nen auf den Zug auf­sprin­gen: Mit dem Google Web Tool­kit (GWT) las­sen sich in Anwen­dun­gen in Java pro­gram­mie­ren, die dann recht ein­fach in Javascript-Code umge­wan­delt wer­den. Im Rah­men mei­ner Diplom­ar­beit arbeite ich im Moment an einem sol­chen Pro­jekt mit und bin immer wie­der begeis­tert, was doch alles mög­lich ist.

Meine Vision: Wir wer­den in Zukunft noch mehr online leben und arbei­ten als das heute schon der Fall ist. Google wird hier ganz vorne mit dabei sein und in Zukunft sicher­lich auch eine Kon­kur­renz zu Micro­soft oder Apple und ihren Pro­duk­ten sein. Men­schen wer­den sich mehr oder weni­ger güns­tige Com­pu­ter kau­fen. Das Betriebs­sys­tem das die Kiste zum Leben erweckt wird zweit­ran­gig sein, denn unsere Anwen­dun­gen wer­den wir im Netz fin­den. Mar­cus schreibt:

„Kurzum, eigent­lich spielt für mich das Betriebs­sys­tem keine große Rolle mehr.“

Recht hat er.

3 Kommentare bisher

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  1. ^^ Einer­seits nicht weit her­ge­holt, ande­rer­seits doch eher eine gedehnte Inter­pre­ta­tion der Defi­ni­tion. Auf jeden Fall wer­den ver­wal­ten die Google­dienste nicht die Spei­cher usf. Aber mir gefällt die Sicht­weise trotz­dem. Bleibt dann also abzu­war­ten, ob Google es sich ein­fach macht und die Inter­pre­ta­tion als Marketing-Gag ein­setzt oder tat­säch­lich ein Betriebs­sys­tem auf den Markt bringt. Wir sind außer­or­dent­lich gespannt.

  2. Mar­cus hat auf jeden Fall Recht. Dann soll­ten auch die ewi­gen Mac vs. PC-Fehden end­lich der Ver­gan­gen­heit ange­hö­ren. Die Frage ist nur, ob wir dann z.B. ein Google vs. Micro­soft haben oder ob die Fir­men kapie­ren, dass Benut­zer Inter­kom­pa­ti­bi­li­tät wün­schen oder wei­ter­hin auf ihre pro­prie­täre Lösung setzen.

  3. Mir ist es (fast) egal, wer wel­ches Betriebs­sys­tem ein­setzt. Da ist doch jeder sei­nes Glü­ckes Schmied. Was mich aber nervt ist, dass ich zwi­schen den unter­schied­li­chen Sys­te­men so viele Unter­schiede habe. Nicht nur was das Sys­tem angeht, son­dern auch die Anwen­dungs­pro­gramme. Des­halb mag ich Weblösungen.

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