Eine lokale WordPress-Testumgebung unter Mac OS X installieren

Hin und wie­der mag es prak­tisch sein, wenn man erst ein­mal lokal ein paar Dinge aus­pro­bie­ren kann, bevor man sie auf den gro­ßen Web­ser­ver los­lässt. Da ist dann am Ende sowieso wie­der alles kaputt und man ärgert sich. Mir geht es so mit WordPress-Themes. Die teste ich gerne erst ein­mal auf einer eige­nen Instal­la­tion, damit ich mir mein tol­les Blog hier nicht versaue.

Eine Mög­lich­keit wäre es, das mit Mac OS X schon mit­ge­lie­ferte, aber nicht akti­vierte, PHP zu akti­vie­ren und eine MySQL-Datenbank zu instal­lie­ren. Ein Apache-Webserver hat jeder Benut­zer unter Mac OS X sowieso immer dabei. Das ist grund­sätz­lich auch mal nicht schwer, aber da ich ein altes Spiel­kind bin besteht die Gefahr das ich mir da auch mal leicht irgend einen Mist ein­baue und dann mit einem halb zer­schos­se­nen Sys­tem da stehe. Da ziehe ich eine in sich geschlos­sene Lösung vor. Die kann man im Not­fall auch ein­fach weg­wer­fen und schnell neu instal­lie­ren. Wie man sich so etwas instal­liert, erkläre ich jetzt.

Wie ich so gern sage: „Das ist alles gar nicht schwer!“ – man muss nur wis­sen wie es geht.

Schritt 1: MAMP – Einen Apache-Webserver mit PHP und MySQL installieren

Der Web­ser­ver ist sozu­sa­gen das Herz­stück der gan­zen Geschichte. Er inter­pre­tiert den ihm hin­ge­wor­fe­nen HTML-Code und lie­fert die­sen dann an einen Brow­ser aus. Um dem Gan­zen ein wenig Dyna­mik bei­zu­brin­gen braucht es dann noch die Skript­spra­che PHP und eine Daten­bank. Da neh­men wir MySQL. Das alles ist bereits in einem prak­ti­schen Paket der Firma app­so­lute GmbH namens „MAMP“ zusam­men­ge­fasst als Down­load verfügbar.

MAMP gibt es in einer kos­ten­lo­sen Vari­ante und als Pro-Version. Für unsere Zwe­cke tut es die kos­ten­lose Ver­sion völ­lig. Etwa 160MB ist der Down­load groß. Anschlie­ßend muss man eigent­lich nur das her­un­ter gela­dene Image öffnen und einen Ord­ner in sei­nen Programme-Ordner ver­schie­ben. Aus die­sem Ord­ner her­aus lässt sich dann das Pro­gramm star­ten. Wenn Ser­ver und Daten­bank lau­fen, öffnet sich auch auto­ma­tisch eine Seite mit allen wei­te­ren wich­ti­gen Informationen.

Wenn man den Web­ser­ver nicht mehr braucht, kann man das Pro­gramm ein­fach been­den und es wer­den keine Sys­tem­res­sour­cen mehr davon belegt. Praktisch!

MAMP-Screenshot

Dort eben­falls ver­linkt ist die Datenbank-Oberfläche „phpMyAd­min“. In diese wech­seln wir nun schnell und kli­cken dann ein­mal oben auf den Rei­ter „Daten­ban­ken“. Dort kann man unten ganz ein­fach neue Daten­ban­ken anle­gen. In das Text­feld geben wir „word­press“ ein und wäh­len aus der Aus­wahl­liste für die Kol­la­ta­tion den unters­ten Ein­trag „utf8_unicode_ci“. Ein Klick auf Anle­gen und schon ist hier alles paletti. Am Bes­ten jetzt noch ein­mal auf „Start“ im Haupt­menü kli­cken, ein paar der Infor­ma­tio­nen dort brau­chen wir gleich im nächs­ten Schritt.

Screenshot phpMyAdmin

Schritt 2: Word­Press installieren

Wenn der Web­ser­ver dann läuft, gilt es eine WordPress-Installation anzu­le­gen. Dazu laden wir uns von der deut­schen WordPress-Seite eine Kopie her­un­ter und ent­pa­cken sie. Den Ord­ner kopie­ren wir dann mit dem Fin­der in das Ver­zeich­nis Programme/MAMP/htdocs/. Im Brow­ser unse­rer Wahl geben wir nun die lokale Adresse des Word­Press an. Sie lau­tet (wenn alles bei den Werks­ein­stel­lun­gen gelas­sen wurde) http://localhost:8888/wordpress/.

Die Ein­rich­tung von Word­Press erfolgt in weni­gen ein­fa­chen und gut erklär­ten Schrit­ten, ich möchte gar nicht näher dar­auf ein­ge­hen. Die not­wen­di­gen Infor­ma­tio­nen zur Daten­bank bekommt man von der oben schon mehr­mals erwähn­ten Infor­ma­ti­ons­seite des MAMP-Paketes.

In weni­ger als fünf Minu­ten sollte man eigent­lich den Administrations-Bereich sei­ner neuen WordPress-Installation vor sich haben.

Schritt 3: Die Tes­t­in­stal­la­tion mit Leben füllen

Wenn man nun so wie ich ein paar The­mes ent­wi­ckeln und aus­pro­bie­ren möchte, braucht man schon den ein oder ande­ren Test­da­ten­satz. Word­Press lie­fert schon eine Menge Funk­tio­na­li­tät mit, was zum Bei­spiel das For­ma­tie­ren von Ein­trä­gen und Bil­dern angeht. Da gilt es eine Menge zu berück­sich­ti­gen. Bevor man sich jetzt aber selbst die Mühe macht und diverse Ein­träge ver­fasst, nimmt man lie­ber das Paket Word­Press Con­tent Basis, das Frank Bültge dan­kens­wer­ter Weise geschnürt hat.

Um die her­un­ter gela­dene XML-Datei zu impor­tie­ren, geht man im Admi­nis­tra­ti­ons­be­reich des neuen Word­Press auf den Menü­punkt Werk­zeuge -> Daten impor­tie­ren. Dort wählt man dann den WordPress-Importer aus und instal­liert ihn schnell. Anschlie­ßend wählt man im Impor­ter die XML-Datei aus und lädt sie in das Sys­tem. Ich habe dabei die neuen Ein­träge direkt auch mei­nem eige­nen Benut­zer zuord­nen lassen.

Schritt 4: Benutzen

Das war es auch schon! Nun kann das fröh­li­che Theme-Testen los­ge­hen. Ich für mei­nen Teil habe mir nun schon ein­mal alle mög­li­chen alten The­mes dort instal­liert und werde die nach und nach nun nach­be­ar­bei­ten und für die Ver­öf­fent­li­chung vor­be­rei­ten. Viel­leicht hat ja der ein oder andere ein wenig Spaß daran.

Ich hoffe ich kann den ein oder ande­ren mit die­sem Bei­trag ein wenig hel­fen. Bei Fra­gen und Ergän­zungs­vor­schlä­gen darf man sich gerne in den Kom­men­ta­ren an mich wenden.

8 Kommentare bisher

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  1. Zitat: Ich für mei­nen Teil habe mir nun schon ein­mal alle mög­li­chen alten The­mes dort instal­liert und werde die nach und nach nun nach­be­ar­bei­ten und für die Ver­öf­fent­li­chung vorbereiten.

    Sau gut! Das unter­stütze ich! :)

  2. Klei­ner Tipp am Rande: Mit dem Plu­gin „Theme Test Drive“ lässt sich jedes Theme (auch sel­ber gemacht) auf einer „Extra-Seite“, oder sogar für den Admin immer anzeigen!

  3. blink­blank: Ich nutze selbst das Plu­gin Admin Theme Pre­view, das die glei­che Funk­tio­na­li­tät bie­tet. Aller­dings setze ich das erst ein wenn das Theme kurz davor ist „Live“ zu gehen und ich letzte Tests mache.
    Vor­her habe ich gerne meine eigene abge­schlos­sene Umge­bung. Da für unter­schied­li­che The­mes zum Bei­spiel unter­schied­li­che Widget-Konfigurationen not­wen­dig sein kön­nen, würde ich mir da mein Blog gege­be­nen­falls zerschießen.

  4. Julius: Rich­tig, des­halb schrieb ich ja auch dazu:

    Das ist grund­sätz­lich auch mal nicht schwer…

    Nach wie vor ist der große Vor­teil mei­ner Lösung, dass ich für eine Test­um­ge­bung nicht in das eigent­li­che Betriebs­sys­tem ein­greife. Wenn MAMP mal kaputt­kon­fi­gu­riert ist, kann ich es ein­fach weg­wer­fen und neu instal­lie­ren. Für den pro­duk­ti­ven Ein­satz des Macs als Web­ser­ver ist natür­lich die native Vari­ante besser.

  5. Gute Beschrei­bung. Ein­zig was mir noch fehlt ist eine Beschrei­bung, wie ich FTP dann noch so installiere/konfiguriere, dass ich in Word­Press auch Plug-Ins direkt instal­lie­ren kann, oder Bil­der hoch­la­den. Will nicht immer einen neuen Nut­zer „www“ anle­gen, der dann alle Rechte bekommt. Da gibt’s doch sicher ne bes­sere Lösung.

  6. Jens

    Danke! Ich war jetzt doch schon wie­der einige Zeit raus aus der loka­len Mamp-Installation….
    Da Tuto­rial hat mir wie­der sehr schnell auf die „Sprünge“ gehol­fen! ;)
    Eigent­lich arbei­ten wir ja direkt auf unse­rem Ser­ver, aber jetzt muss es mal lokal sein.

  7. Alexander Thal

    Super. Bleibt noch die Frage offen, wie man den off­line fer­tig­ge­stell­ten Blog dann online schal­tet?
    LG Alex

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