Heimat

Da sitze ich nun in mei­nem Eltern­haus, in dem Zim­mer in dem ich einen gro­ßen Teil mei­ner Jugend ver­brachte. Sel­ten bin ich hier, ich glaube sogar das erste Mal für die­ses Jahr. So ein wenig hat sich das Wet­ter an meine Emp­fin­dun­gen für diese Gegend ange­passt: Es reg­net und ist grau. Die meis­ten mei­ner Freunde woh­nen nicht mehr hier und wenn ich durch die Stadt laufe, erkenne ich kaum noch jeman­den. Eigent­lich ein wenig trau­rig, schließ­lich habe ich selbst über 26 Jahre hier gelebt.

Den­noch bin ich gerne hier, zumin­dest bei mei­nen Eltern. Mal wie­der ein wenig län­ger und aus­führ­li­cher erzäh­len was man so tut und macht und plant. Das geht bei den doch recht regel­mä­ßi­gen Tele­fo­na­ten irgend­wie unter. An den gedeck­ten Tisch set­zen und sich nicht um den Abwasch küm­mern müs­sen. Das hat nichts mit Faul­heit zu tun, son­dern damit wie ange­nehm es ist mal wie­der hier zu sein, wie schön es ist sich ver­las­sen zu kön­nen und nicht selbst in der Ver­ant­wor­tung zu ste­hen.
Und trotz­dem brauchte es bis­her immer einen Grund um hier auf­zu­tau­chen, das sollte ich ändern. Die­ses Wochen­ende werde ich noch ein wenig Zeit mit Pfad­fin­der­krams ver­brin­gen – da bot es sich an, ein wenig vor­her zu kom­men. Ver­mut­lich wird das auch ein Grund sein, hier im kom­men­den Jahr auch noch das ein oder andere Mal her­zu­kom­men. Neben mei­nen Eltern ist der Stamm dann ver­mut­lich die letzte Ver­bin­dung die ich hier­her noch habe.

Gerne wäre ich heute Mit­tag mal ein wenig mit der Kamera los­ge­zo­gen, das Wet­ter macht mir aber irgend­wie einen Strich durch die Rech­nung. Erst am Wochen­ende, wenn ich zu Sit­zungs­zwe­cken an einem Tisch sit­zen werde, soll es wie­der bes­ser wer­den. Schade eigent­lich, aus der Ferne betrach­tet fällt mir näm­lich auf, dass ich eigent­lich viel zu wenig von der Gegend hier ken­nen­ge­lernt habe. Ver­mut­lich bin ich in Bonn schon mehr her­um­ge­lau­fen, als ich das hier in Idar-Oberstein in den letz­ten zehn Jah­ren tat. Dabei bie­tet sich die Gegend hier viel mehr dazu an, ein­fach mal los­zu­lau­fen und eine oder zwei Stun­den durch den Wald zu spazieren.

Eigent­lich müsste man öfter hier­her kom­men – ein­fach nur um Ruhe zu erfah­ren. Eine Ruhe die lei­der dar­aus resul­tiert, was die meis­ten Men­schen hier weg­treibt: Man­gelnde Mög­lich­kei­ten in allen Berei­chen, von den beruf­li­chen Chan­cen bis hin zum Abendprogramm.

3 Kommentare bisher

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  1. Schö­ner Text. Viel Spaß in I-O.. ;)

  2. Der ein­zige wahre Grund, warum ich hier immer auf­tau­che ist ja: Ich will einen Döner von Ser­hat essen. Omnomnom!

  3. Matthias

    Ser­hat Döner, ich ver­miss dich soooo! :D
    Ich mag aber auch noch den lecke­ren orts­ei­ge­nen Bra­ten sehr gerne…

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