In der Jugendherberge

Am Wochen­ende wohnte ich für zwei Nächte in der Jugend­her­berge Idar-Oberstein, mei­ner alten Hei­mat. Nicht, dass meine Eltern mich her­aus­ge­wor­fen hät­ten, es stand das Pla­nungs­wo­chen­ende mei­nes Stam­mes auf dem Plan. Um die Zeit sinn­voll aus­nut­zen zu kön­nen, hat­ten wir uns in der Idar-Obersteiner Jugend­her­berge einquartiert.

Lange war ich nicht mehr in einer Jugend­her­berge gewe­sen. Auch inten­sivs­tes Nach­den­ken ließ keine Über­nach­tung in die­sem Jahr­tau­send wie­der in mei­nem Gedächt­nis auf­tau­chen. Schade eigent­lich, denn ich erin­nere mich an einige schöne Wochenend-Lager in mei­ner Wöl­flings– und Pfad­fin­der­zeit1. Heute ist es noch ein wenig bes­ser als damals: Den unge­lieb­ten Küchen­dienst gibt es nicht mehr, man muss seine Bett­wä­sche nicht mehr selbst mit­brin­gen2, jedes Zim­mer hat ein Dusch­bad und die Zim­mer selbst sind auf einem wesent­lich höhe­ren Niveau als ich das in Erin­ne­rung hatte. Alles ist ein wenig kom­for­ta­bler gewor­den und ich muss sagen das mir das gefällt.

Warum warst du eigent­lich so lange nicht mehr in einer Jugend­her­berge?“ fragte ich mich da kurz. Irgend­wie ist das aus der Mode gekom­men, bevor ich selbst in eine Lei­tungs­po­si­tion gekom­men war. „Zu teuer!“ hieß es damals.

Für einen klei­nen Moment dachte ich mir da, man könnte das ja doch noch­mals kal­ku­lie­ren. Denn viel ein­fa­cher lässt sich ein Wochen­ende für eine Gruppe nicht pla­nen: Die Her­ber­gen sind im Nor­mal­fall gut gele­gen, Ver­pfle­gung ist drin und drum­herum ist auch immer ein wenig Platz um mal ein wenig Leer­lauf­zeit zu über­brü­cken. Der kleine Moment war dann aber auch schnell vor­bei, nach­dem ich einen Blick auf die Preise gewor­fen hatte. Etwa 28 Euro haben wir pro Per­son und Nacht in einem 8-Bett-Zimmer bezahlt. Der erfah­rene Grup­pen­lei­ter hat da schnell über­schla­gen, was er inklu­sive Fahrt­kos­ten, even­tu­el­len Ein­trit­ten oder Mate­ri­al­kos­ten bei einem Auf­ent­halt von zwei Näch­ten für die Wochenend-Tour anset­zen muss: Runde 70 Euro.
Das ist eine gute Stange Geld, von der ich befürchte das sie viele Eltern davor zurück­schre­cken las­sen würde, ihr Kind ein Wochen­ende los­zu­schi­cken. Des­halb waren wir in den ver­gan­ge­nen Jah­ren wohl auch immer in Selbst­ver­sor­ger­häu­sern und kamen somit deut­lich güns­ti­ger weg.

In mei­nen Augen haben die Jugend­her­ber­gen ihr Ange­bot ein wenig von den klas­si­schen Jugend­grup­pen weg­be­wegt und spre­chen nun eher andere Ziel­grup­pen an, zum Bei­spiel eher Fami­lien, Motor­rad– und Rad­fah­rer. Am Wochen­ende sah ich zwar auch viele Kin­der in der Her­berge, aber der Groß­teil der Gäste war älter als ich. Schade.

  1. Da war ich also so zwi­schen 9 und 15 oder so. []
  2. Oder extra zah­len wenn man sie ver­ges­sen hat. []

Kommentare

    • olli
    • 18. Mai 2010 um 19:45 Uhr

    Herz­li­chen Glück­wunsch zu der Erkennt­nis! Zu dei­ner Info, das ist schon das gesamte Jahr­tau­send so.

    • Martin
    • 18. Mai 2010 um 19:59 Uhr

    Rich­tig. Des­halb war ich da ja auch die­ses Jahr­tau­send erst ein­mal. Die­ses Wochen­ende. Steht aber auch oben. Herz­li­chen Glückwunsch!

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