der tag und ich

Frank Schätzing - Limit

2025: Bahn­bre­chende Tech­no­lo­gien haben die Raum­fahrt revo­lu­tio­niert. In einem atem­lo­sen Wett­lauf för­dern Ame­ri­ka­ner und Chi­ne­sen auf dem Mond Helium-3, ein Ele­ment, das sämt­li­che Ener­gie­pro­bleme der Welt zu lösen ver­spricht. Zur sel­ben Zeit soll Detek­tiv Owen Jeri­cho in Shang­hai die unter­ge­tauchte Dis­si­den­tin Yoyo aus­fin­dig machen. Was nach Rou­tine klingt, ent­wi­ckelt sich zu einer alb­traum­haf­ten Jagd, denn die ebenso schöne wie anstren­gende Chi­ne­sin ist im Besitz streng gehü­te­ter Geheim­nisse und ihres Lebens nicht mehr sicher. Die Spur führt rund um den Erd­ball — und zum Mond, wo eine Gruppe Welt­raum­tou­ris­ten eine bedroh­li­che Ent­de­ckung macht.
Quelle: Ver­lag

Limit“ hat runde 1300 Sei­ten. Ein ganz schö­ner Wäl­zer! Dem­ent­spre­chend hat das Buch auch die ein oder andere Länge, vor allem so lange sich einem nicht so recht erschließt wie die Hand­lungs­stränge zuein­an­der gehö­ren. Alles in allem aber gute Unter­hal­tung, die noch dazu rela­tiv rea­li­täts­nah wirkt — für das Jahr 2025.

Petra Hammesfahr - Die Sünderin

Ein Som­mer­nach­mit­tag am See: Cora Ben­der macht mit ihrem Mann und dem klei­nen Sohn einen Aus­flug. Auf den ers­ten Blick eine ganz nor­male Fami­lie, die einen son­ni­gen Tag genießt. Doch Cora Ben­der hat sich ent­schlos­sen zu ster­ben. Dann jedoch kommt alles ganz anders: Als es Abend wird, lebt Cora Ben­der noch und muß sich wegen Mor­des ver­ant­wor­ten. Sie hat einen Mann getö­tet, von dem sie behaup­tet, sie habe ihn nie zuvor gese­hen. Die Täte­rin ist gestän­dig, die Beweis­lage klar. Ein­zig Haupt­kom­mis­sar Rudolf Gro­vian wei­gert sich, den Fall als Rou­ti­ne­an­ge­le­gen­heit zu behan­deln. Er stellt auf eigene Faust Nach­for­schun­gen an. Was er nach und nach auf­deckt, ist der Alp­traum eines Lebens, das zer­stört war, bevor es rich­tig begann.
Quelle: Ama­zon

Eine ziem­lich ver­wor­rene Geschichte, für mei­nen Geschmack zu ver­wor­ren erzählt. Zwar wird am Ende der eigent­li­che Her­gang auch noch ein­mal Klar­text geschil­dert, das ewige hin und her im Ver­lauf des Buches nervte mich aber teil­weise auch. Gut: Sehr detail­liert (aber lei­der auch wie­der rela­tiv umständ­lich) wird das Fami­li­en­le­ben der Prot­ago­nis­tin geschil­dert, man kann sich ziem­lich gut in die Situa­tio­nen hineinversetzen.

Hermann Bräuer - Haarweg zur Hölle

Haar­weg zur Hölle: Ein hart gerock­ter Hei­mat­ro­man1 von Her­mann Bräuer habe ich die­ser Tage ver­schlun­gen. Knappe drei Tage habe ich an den rund 250 Sei­ten geses­sen (Oder viel mehr: gele­gen. Meis­tens lese ich Abends im Bett.), ein gutes Zeichen.

Die Geschichte spielt in den 80ern des letz­ten Jahr­tau­sends und erzählt die Geschichte von eini­gen Jungs die Musik leben. So rich­tig, mit Band und allem drum­herum. Das Buch erin­nert vom Stil her ein wenig an „Dorf­punks“ oder „Fleisch ist mein Gemüse“: Ein paar Typen auf dem Weg durch die Puper­tät. Musik, Frauen, Sex, Alko­hol und Dro­gen bestim­men den All­tag, der Schul­ab­schluss wird eher neben­säch­lich. Was die jun­gen Her­ren dabei alles erle­ben wird schön beschrie­ben. Von der Wahl der Künst­ler­na­men und der schwie­ri­gen Ent­schei­dung wel­cher Band­name es denn sein soll, über den stei­ni­gen Weg bis das erste Kon­zert gespielt ist und dann schließ­lich ein Plat­ten­ver­trag in der Tasche ist.
Sich in die Cha­rak­tere hin­ein­zu­ver­set­zen fällt leicht und es fällt auf, dass der Autor die Erfah­run­gen am eige­nen Leib gemacht hat. Fast wird man selbst zum Fach­mann in der Musikszene.

„Munich Rock City, Mitte der 80er. Sie sind jung, sie sind laut, sie spie­len Hair Metal. Hair Metal? Genau, jener berüch­tigte Musik­stil, bei dem haut­enge Spandex-Hosen und kunst­voll tou­pierte Haare wich­ti­ger sind als Fähig­kei­ten am Instru­ment. Es dau­ert nicht lang, bis Llord Nak­cor (rück­wärts gele­sen »Rock and Roll«) zur gefei­er­ten Lokal­band auf­steigt und erste Grou­pies behut­same Annä­he­rungs­ver­su­che star­ten. Doch mit einem grö­ßen­wahn­sin­ni­gen Sän­ger, der an der AxlRose-Disease lei­det, und einem unfä­hi­gen Mana­ger an der Seite gestal­tet sich der Weg zum Hardrock-Olymp schwie­ri­ger als gedacht…“

Dabei kom­men die spa­ßi­gen Momente auf kei­nen Fall zu kurz und ich habe mich gut beim Lesen amü­siert. So rich­tig auf­hö­ren mochte ich nie.
Im Nach­hin­ein bin ich auf jeden Fall froh, dass die Zeit des Hair Metal an mir vor­bei­ge­gan­gen ist. Das Sty­ling der dama­li­gen Zeit wurde sehr bild­lich beschrie­ben und ich bin mir sicher, dass ich mich da nicht son­der­lich gut hätte inte­grie­ren können.

Ich mag Bücher die­ser Art sehr gerne. Gibt es Empfehlungen?

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Christopher Moore - Die Bibel nach Biff

Die­ser Tage las ich eines der sicher­lich groß­ar­tigs­ten Bücher über­haupt. Die Bibel nach Biff1 von Chris­to­pher Moore. Vor vie­len Jah­ren hatte ich das Buch schon ein­mal gele­sen und als ich letz­tens bei Ama­zon dar­über stol­perte, war es schnell bestellt.

Das Buch beschreibt die wil­den Jugend­jahre Jesu aus der Sicht sei­nes bes­ten Kum­pels Levi, genannt Biff. Da die­ser Abschnitt bis­her nicht nie­der­ge­schrie­ben wurde, wird Biff von Engel Raziel wie­der­be­lebt, in ein Hotel­zim­mer gesperrt und darf sein eige­nes Evan­ge­lium schrei­ben.
Biff erzählt wie er zusam­men mit Jesus auf­wächst und beglei­tet ihn auf sei­nen Rei­sen bevor er zum Mes­sias wird. Der zukünf­tige Mes­sias ist sich sei­ner Auf­gabe schon bewusst, hat aber keine Ahnung wie er auf die Mensch­heit ein­wir­ken und seine Fähig­kei­ten ein­set­zen soll. Die bei­den Jugend­li­chen rei­sen gemein­sam gegen Osten und gehen bei den drei Wei­sen in die Lehre, die Jesus schon an sei­ner Krippe besuch­ten. Dabei erge­ben sich teil­weise urko­mi­sche Bege­ben­hei­ten, ich habe noch sel­ten beim Lesen eines Buches so oft laut gelacht. Die bei­den gera­ten von einer absur­den und merk­wür­di­gen Szene in die nächste. Biff ist als sex­be­geis­ter­ter, sar­kas­ti­scher Jugend­li­cher ein exzel­len­tes Gegen­stück zum jun­gen Jesus. Nicht umsonst wurde er wohl in den ande­ren Evan­ge­lien aus­ge­las­sen. Manch­mal ist er aller­dings auch gerade des­we­gen eine große Hilfe auf dem Weg zur Erleuchtung.

Gegen Ende zieht sich der Roman lei­der ein wenig und man merkt, dass durch die recht engen Vor­ga­ben der Bibel die Phan­ta­sie des Autors doch stark in ihre Schran­ken gewie­sen wurde. Moore zieht in sei­nem Buch den­noch das neue Tes­ta­ment auf sehr amü­sante Art und Weise ordent­lich durch den Kakao. Eine klare Lese­emp­feh­lung von mir!

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Nelson DeMille - Nachtflug mit Flug 800

Die­ser Tage hat mich ein Buch wie­der beson­ders gefes­selt: Nacht­flug1 von Nel­son DeMille.

Als gro­ßer Freund von Geheim­dienst­ge­schich­ten und Ver­schwö­rungs­theo­rien war ich hier wirk­lich gut bedient. Die Geschichte dreht sich um die Explo­sion und den anschlie­ßen­den Absturz von TWA Flug 800. Dies ist tat­säch­lich im Juli 1996 gesche­hen und der Autor baut darum die fik­tive Geschichte eines Poli­zis­ten auf. Sie spielt 2001, fünf Jahre nach dem Unglück und erzählt aus sei­ner Per­spek­tive von den Ermitt­lun­gen die er neben­bei anstellt. Natür­lich wird das an höhe­rer Stelle nicht gern gese­hen und so wird die ganze Geschichte ganz schnell kom­pli­ziert. CIA, FBI und die Poli­zei haben ihre Fin­ger im Spiel, ein Video taucht auf und ver­schwin­det wie­der. Zum Schluss nimmt die Geschichte dann auch ein sehr beein­dru­cken­des Ende — aber ich will gar nicht zu viel verraten.

Beson­ders gut gefal­len hat mir die Art und Weise in der das Buch geschrie­ben ist. Der Poli­zist John Corey hat sei­nen ganz eige­nen Humor und eine Menge Gedan­ken, die er zum Glück nicht aus­spricht. Auf­ge­schrie­ben wer­den sie trotz­dem, was den Mann zu einem sehr sym­pa­thi­schen Haupt­dar­stel­ler wer­den lässt.

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Rocco Schamoni - Dorfpunks

Sag mal Mar­tin — machst du eigent­lich noch was ande­res, außer lesen?„
Mache ich. Bestimmt erlebe ich auch bald wie­der was spannendes.

Dorfpunks

Bis dahin sei jedem die Lek­türe von „Dorf­punks“, geschrie­ben von Rocco Scha­moni, emp­foh­len.
Vor ein paar Jah­ren hatte ich das Buch schon ein­mal gele­sen, erin­nerte mich aber nur noch das es mir gefal­len hatte. Als ich es die­ser Tage dann im Mängelexemplar-Buchladen mei­nes Ver­trau­ens ent­deckte, musste ich natür­lich direkt zugreifen.

Dorf­punks“ erzählt Geschich­ten aus der Jugend Rocco Scha­mo­nis: Punk, Alko­hol in rau­hen Men­gen, Gewalt, keine Lust auf nichts, Dro­gen, Pop, Musik, eine lang­wei­lige Aus­bil­dung, Mäd­chen — und das alles mit­ten in der Ein­öde Schleswig-Holsteins. Einige Aus­flüge nach Ber­lin, Kiel, Ham­burg und auch ein­mal nach Lon­don brin­gen ein wenig Abwechslung.

Mehr als ein­mal brach­ten mich die Geschich­ten zum Lachen, zu gut kann man sich all die teils sehr merk­wür­di­gen Situa­tio­nen vor­stel­len in die Rocco mit sei­nen Freun­den gerät.
Zumin­dest ich konnte mich gut in die Per­son hin­ein­ver­set­zen, fast ist es so, als hätte man selbst seine Jugend in den 80ern irgendwo auf dem Land verbracht.

Nun gilt es, auch noch die ande­ren Bücher des Autors auf­zu­trei­ben — zwei gibt es noch.

Ken Follet - Mitternachtsfalken

Den Roman „Mit­ter­nachts­fal­ken“ hatte ich eigent­lich schon vor eini­ger Zeit gele­sen. Er stammt, wie auch schon der letzte von Ken Follet.

Die Geschichte spielt im zwei­ten Welt­krieg und dreht sich um die im Titel benann­ten „Mit­ter­nachts­fal­ken“, eine Unter­grund­or­ga­ni­sa­tion im besetz­ten Däne­mark. Diese arbei­tet dort, geführt von einer eng­li­schen Agen­tin, gegen die deut­sche Besat­zungs­macht und hat dann auch eini­ges zu tun, als es gilt einen gro­ßen Bom­ber­an­griff auf Deutsch­land vor­zu­be­rei­ten. Das dabei nicht alles glatt geht ist wohl klar.

Ich habe das unbe­stimmte Gefühl, als wür­den hier in der nächs­ten Zeit noch mehr Romane von Herrn Fol­let auf­tau­chen. Die­ser hier ist näm­lich wie­der genau so span­nend geschrie­ben gewe­sen wie „Eis­fie­ber“, war aber auch genau so unbe­re­chen­bar. Ohne viel vor­weg neh­men zu wol­len: Man sollte sich nicht drauf ver­las­sen, dass alle Hel­den über­le­ben.
Auch wenn ich das, als erklär­ter Freund von Happy Ends, nicht gut fin­den kann: Es macht die Geschichte nur noch spannender.

Ken Follet - Eisfieber

Da habe ich doch wie­der was gele­sen: „Eis­fie­ber“ heißt der Roman, er stammt aus der Feder von Ken Fol­let. Auf dem Cover prangt dann sehr groß das all­ge­mein bekannte Zei­chen für bio­lo­gi­sche Gefähr­dung.

Darum geht es dann auch: In Schott­land wird in einem Phar­ma­un­ter­neh­men ein Virus erforscht, das noch wesent­lich gefähr­li­cher als das bekannte und all­seits beliebte Ebola ist. Natür­lich geht eini­ges schief, ein wenig Virus lan­det in der freien Wild­bahn und der Rest wird auch prompt noch geklaut. Das die Geschichte an Weih­nach­ten spielt, wun­dert dann wohl kei­nen mehr.

Die nach­fol­gen­den etwa 460 Sei­ten erlebt man dann, wie die Sicher­heits­che­fin der Firma diese Situa­tion meis­tert. Dabei kommt ihre Ver­gan­gen­heit dann ins Spiel und eine gescheite Zukunft ver­sucht sie sich auch auf­zu­bauen.
Wen das nun ver­wirrt haben sollte, oder viel­leicht neu­gie­rig, dem sei die Lek­türe des Buches emp­foh­len. Wer so wie ich auf gut geschrie­bene, span­nende Unter­hal­tungs­li­te­ra­tur steht, ist mit die­sem Buch gut bedient.