Mein musikalisches Jahr

Es scheint gerade angesagt zu sein, eine Liste der meistgehörten Alben dieses Jahres zu bloggen. Warum also auch nicht ich? Und weil es ein wenig länger wird, geht es weiter nach dem Klick.
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Ich höre mir ja gerne auch mal (für mich) neue Musik an. Frau Anna ist zum Beispiel ganz begeistert von Anajo, einer Indie-Band aus Augsburg. Die haben grade zu ihrem zehnjährigen Bandbestehen ein neues Album namens Anajo und das Poporchester1 herausgebracht und gehen damit auch gerade auf Clubtour.
Ich kannte von den drei Typen bisher nur ein oder zwei Lieder die auf den einschlägigen Abspackveranstaltungen, die ich so gerne besuche, laufen. Gestern Abend schauten wir uns die Band dann im Subway an. Der ziemlich kleine Laden war etwa zu zwei Dritteln gefüllt und die Stimmung war wirklich gut. Mir hat es gefallen, die Band erinnert mich vom Stil her ein wenig an die Sportfreunde Stiller in ihren frühen Tagen, wenn auch mit irgendwie schöneren Texten.
Die aktuelle Single ist ein deutsches Cover des allseits bekannten „Boys don’t cry“ von The Cure. Auch nicht schlecht. Ein Detail ist mir dazu gerade beim Schreiben dieses Artikels aufgefallen: Der Regisseur und Produzent des Videos ist übrigens der Kim Frank, der früher mit seiner Band Echt einige bekannte Titel hatte. Nett.
Ganz schön indie kommt man sich da schon vor, nicht? Doof nur, dass man anscheinend als Indie-Band erst zu möglichst später Stunde anfängt zu spielen. Schon letzte Woche beim Konzert von Port O’Brien musste ich während des letzten Stücks der Zugabe gehen. Gestern war es genau so. Ich glaube eigentlich nicht, dass es irgendjemand weh tun würde mal eine halbe Stunde früher anfangen zu spielen. Die letzte Bahn nach Bonn wartet leider nicht.
Dann war da ja noch was nachzutragen: An sich direkt im Anschluß1 an das Metallica-Konzert, stand dann auch noch ein Besuch bei einer kleinen, noch recht jungen australischen Kapelle namens AC/DC an.
Am Dienstag ging es so für mich nach der Arbeit wieder nach Köln, um im dortigen Rheinenergie-Stadion ein weiteres „muss man mal gesehen haben“-Konzert zu besuchen. Einige andere Leute hatten anscheinend die gleiche Idee, in der Bahn war es auch schon direkt richtig voll. An der Aufschrift der meisten T-Shirts konnte man auch das Fahrtziel erkennen.
Am Stadion angekommen traf ich mich mit Herrn Schnuub, der sich ebenfalls für junge, aufstrebende Bands interessiert. Nachdem wir uns gepflegt verpflegt hatten, ging es dann auch bald in den Innenraum, wo schon eine Vorband für Unterhaltung sorgte.
Da Stadiondächer eher selten anzutreffen sind, ärgerte ich mich schon ein wenig über die aufziehenden Regenwolken. Aber auch das gehört wohl zum Rock’n’Roll dazu. Sehr pünktlich um 21 Uhr legte dann AC/DC los. Im Direktvergleich zu Metallica fiel auf, dass hier noch viel mehr Wert auf eine Bühnenshow gelegt wurde. So bestand das Intro des Konzertes aus einer recht langen Animation, die auf einer riesigen Leinwand über der Bühne abgespielt wurde. Anschließend stand dann eine riesige Lok auf der Bühne. Später gesellte sich noch eine noch größere aufblasbare Frau in knapper Bekleidung dazu. Auch das recht lange Solo von Herrn Young wurde entsprechend aufwendig durch Effekte unterstützt.
Die Titelauswahl der Band war sehr gut. Auch wenn es ein neues Album zu spielen gab, waren alle Klassiker dabei die ich so hören wollte. Diesbezüglich war der Abend sehr gelungen. Außerdem war sehr interessant zu sehen, wie sich Menschen allen Alters zu einem solchen Konzert treffen. Als ich dann später sah, wie der gelfrisierte Polohemd-Jurastudent mit dem Jeansjacken-Altrocker einen Luftgitarrencontest bestritt, wunderte ich mich schon nicht mehr richtig.
Insgesamt ein echtes Erlebnis mit viel guter Musik und einer tollen Atmosphäre im Stadion. So soll das sein!
Ich geb ja gerne Geld aus. Vor allem gebe ich gerne Geld für Musik aus. Da mir Sturmhauben nicht sonderlich gut stehen, meine Frisur meistens zerstören und ich nicht mit Waffen umgehen kann, ist die Raubkopie nicht so mein Fall. Ins Gefängnis will ich natürlich auch nicht, weil ich ja kein Verbrecher bin.
Normalerweise kaufe ich meinen Stoff im iTunes Store, das ist nämlich sehr komfortabel und direkt integriert und hastenichtgesehen.
Als ich dann irgendwann hörte, dass es bei Amazon nun auch MP3s gibt, musste ich das natürlich ausprobieren. Einen kostenlosen Titel von Amy MacDonald konnte man sich direkt herunterladen, mein Testobjekt war dann mal das aktuelle Olli-Schulz-Album. Der Screenshot ist schon ein wenig älter, ich hatte das schon in Vorbereitung auf das Konzert letztens gekauft.
Einkaufen kann man auf der Webseite mit seinem normalen Amazon-Account, es braucht zusätzlich nur ein kleines Stück Software mit dem die MP3s dann heruntergeladen werden. Dazu wird nach dem Kauf eine kleine Datei im Browser heruntergeladen, die die Downloads für den Amazon-Downloader einstellt. Eigentlich sollten die heruntergeladenen MP3s dann auch direkt in iTunes importiert werden, was bei mir allerdings nicht funktioniert hat. Dafür ist der Download wirklich flott und steht in der Geschwindigkeit dem iTunes-Store in nichts nach. Qualitätsmäßig kann ich keinen Unterschied feststellen. Aber davon habe ich ja auch keine Ahnung.

Interessant ist das Angebot von Amazon auf jeden Fall. Sehr viele (auch aktuelle) Alben sind dort für unter fünf Euro verfügbar und damit schon mal günstiger als im iTunes-Store. Es fällt mich ziemlich schwer, dort nicht ständig Geld zu lassen. Da Amazon auch direkt von meinem Konto abbuchen darf, ist das alles schrecklich einfach. Außerdem sind die Musikstücke auch direkt kopierschutzfrei, was mir zwar eigentlich relativ egal ist, aber für viele ein Kaufargument sein könnte.
Achso: Letztens war ich iTunes schon einmal untreu geworden: Da gab es mal dieses Angebot im Saturn MP3-Laden, alle Alben kosteten einen gewissen Zeitraum nur fünf Euro. Dieser Laden hat allerdings in meinen Augen komplett versagt, was die Benutzerfreundlichkeit angeht. Ich bin heute noch froh, dass meine gekaufte Musik überhaupt bei mir ankam. Warum muss man auch immer maximal zehn Stücke in eine ZIP-Datei packen, die dann von einem elendig langsamen Server heruntergeladen werden muss? Die Cover gab es dann auch noch einzeln dazu. Insgesamt war diese Exkursion mehr ein WTF-Erlebnis.
Bevor ich in Zukunft also bei iTunes einkaufe, lohnt es sich auf jeden Fall, auch mal einen Blick bei Amazon zu riskieren. Um den Saturn-Shop mache ich in Zukunft einen großen Bogen.
Dann war ich da in der letzten Woche noch auf einem Konzert. Zusammen mit dem Olli ging es nach Köln, zu dem anderen Olli. Dem Olli Schulz. Der ist ja (wie der ein oder andere weiß) einer meiner Lieblingsmusiker. Das liegt vor allem daran, dass er immer recht hat. Ich mag die Texte, die aus dem Leben berichten und dabei unglaublich oft den Punkt genau treffen.
Das Konzert vergangenen Mittwoch war mein viertes. Das erste Mal, damals als Aufwärmer vor den Ärzten war schon lustig, da war ich ja direkt begeistert. Angenehm betrunken1 hatte ich ihn auf dem Rocco-del-Schlacko gesehen und dann war da noch der leider sehr kurze Auftritt vor etwa 100 Menschen an meiner ehemaligen FH.
Im sehr schönen Gloria Theater waren nun ein paar mehr Menschen, aber die Atmosphäre war wirklich super. Ein gut gelaunter Olli Schulz stand auf der Bühne und spielte sehr ausführlich. Inklusive diverser Zugaben über zwei Stunden. Unterstützt wurde er dabei von der Band Home of the Lame. Gut, dass das Konzert aufgezeichnet wurde und wohl bald als DVD erhältlich ist. Vielleicht trug das auch dazu bei, dass es sehr ausführlich war. Auch wenn dabei sicherlich der Fokus auf dem aktuellen Album lag, kamen die Klassiker nicht zu kurz. Bei Titeln wie „Mixtape, Baby“ merkte man dann ein wenig, wer schon wie lange Fan ist. Da war ich einer der wenigen die mitsingen konnten.
Neben der Tatsache, dass die Musik und die Texte sehr meinen Geschmack treffen, finde ich es immer wieder beeindruckend wie Herr Schulz auch den Entertainer gibt. Was er zwischen den Liedern an Geschichten erzählt, mag zwar nicht immer stimmen, ist aber pure Unterhaltung und mehr als nur Gelaber um die Zeit totzuschlagen. Wenn man dann sein Publikum dazu bringt, auf die Frage „Seid ihr gut drauf“ kollektiv mit „Nö!“ antworten zu lassen, hat man wohl gewonnen. So verging die Zeit mehr oder weniger im Flug. Ich bin begeistert. Man merkt es sicherlich.
Spreeblicks René mag es schon ewig zu kennen, ich kannte es noch nicht und teile Johnnys Begeisterung1: Das folgende Video ist wirklich spitze. Eigentlich bräuchte es für mich nicht mal Explosionen: Alleine die Bewegungsabläufe, die Gesichtsausdrücke und die Konzentration der Skater zu beobachten ist schon sehr beeindruckend. Dabei kann ich nicht mal skaten, noch interessiere ich mich sonst wirklich dafür. Das Zusammenspiel mit der Musik von UNKLE ist super. Kann da mal wer einen Clip in Spielfilmlänge drehen?
Einem Link bei twitter folgte ich zu einem Beitrag in der ARD Mediathek: „Entlassungswelle bei MTV und Viva“ hieß es da in der Überschrift, was mich natürlich neugierig machte.
„Beim Musiksender MTV ist seit letztem Mittwoch die Hölle los. Als der Europachef mit den Mitarbeitern sprechen wollte, war allen klar, dass einschneidende Maßnahmen drohen. Mitarbeiter wurden gekündigt, Sendungen eingestellt, laufende Produktionen gestoppt. Übrig bleibt ein Rumpfprogramm. […] Aber was da im Verborgenen geschieht, ist nicht weniger als das stille Ende einer Ära.„Quelle: ARD Mediathek
MTV sendet also nur noch ein Rumpfprogramm… Wayne? Inzwischen habe ich mir den kurzen Beitrag aus der Sendung zwei Mal angesehen, denn seine Aussage trifft die Meinung die ich zu dem Thema habe ziemlich genau. Musikfernsehen ist tot, vor allem das Musikfernsehen wie es uns von MTV oder VIVA in den vergangenen Jahren gezeigt wurde.
„Kennen sie jemanden der MTV schaut?“
Diese Frage stellt der Journalist in oben verlinktem Beitrag. Ganz ehrlich? Nein. Gerade dieser Tage berichtet ich in der Raucherpause, dass ich letztens mal MTV geschaut habe. Am Sonntagmorgen kamen da wirklich eine halbe Stunde lang Musikvideos mit Gitarrenmusik, was mich schon schwer wunderte. Wäre der Sender vom vorigen Abend als ich ein „Masters“ über Metallica geschaut hatte nicht noch eingestellt gewesen, es wäre mir nicht aufgefallen. Das hatte ich bewusst angeschaltet, ansonsten sind MTV und VIVA in den letzten Jahren immer mehr von meinem Schirm verschwunden und im Programmplan immer weiter hinten gelandet. All die importierten Sendungen mit College-Studenten, die sich auf möglichst dümmliche Art und Weise zum Affen machen, haben mich nicht interessiert und an „Pimp My Ride“ hatte ich mich irgend wann auch satt gesehen. Ob ich mit Mitte 20 nicht mehr zur Zielgruppe des Senders gehöre, weiß ich nicht… Aber Gangster-Rap finde ich nun mal bescheuert und da ich annähernd täglich einen der komplexgetriebenen Wannabe-Ghettoheinis auf dem Schirm wiederfand, starb so auch mein letztes Interesse.
MTV ist tot. Und genau wie der Mensch vom Intro-Magazin im Polylux-Beitrag frage ich mich „… und ist das nicht vielleicht besser so?“ Eigentlich bin ich mir sogar sicher. Es ist es.
Ich kann mir vorstellen, wie das Herz von Ray Cokes (von dem ich eigentlich nie ein Fan war) blutete, wenn er sich die Entwicklung von MTV in den letzten Jahren anschaute. Die „Revolution MTV“ ist vorbei, heutzutage schaut man sich Musikvideos bei YouTube an. Nicht umsonst haben große wie kleine Musiklabels dort inzwischen eigene Accounts, in denen sie ihre Künstler (nicht nur mit deren Musikvideos) präsentieren.
Genug geschimpft. Dieser Tage gab es auch etwas positives aus eben jener Ecke: Mit MTV MUSIC ging ein neues Internetangebot online, auf dem man (Ein Wunder!) Musikvideos aus dem Repertoire von MTV und VH1 per Stream schauen kann. Zwar wird die Auswahl wohl im Moment noch ausgebaut, aber für den Suchbegriff „metallica“ hatte ich zum Beispiel schon mehr als 40 Treffer. Eine gute Sache die ich sicherlich noch oft in Anspruch nehmen werde wenn meine iTunes-Bibliothek wieder mal langweilig wird.
Und einen Fernseher habe ich ja sowieso nicht mehr…
Gestern besuchte ich auf Anregung von und gemeinsam mit Fräulein Anna das ausverkaufte Konzert der amerikanischen Band Death Cab For Cutie in der Live Music Hall in Köln.
Nachdem meine Guerilla-Taktik mir gestern nicht zu einer Ebay-Karte verholfen hatte, lies sich dann doch noch ein Ticket auftreiben und so standen wir dann pünktlich zu Beginn der Veranstaltung in der Halle. Geschätzte 600 weitere Menschen hatten sich dort auch eingefunden.
Obwohl es die Band bereits seit über 10 Jahren gibt, hatte ich bis vor einigen Wochen noch nichts von ihr gehört und bis gestern Abend kannte ich auch nur weniger Lieder. Das Konzert war auf jeden Fall sehr gelungen und mit der Musik der Band konnte ich mich auch ziemlich gut anfreunden. Da Indie-Pop/Rock (siehe Wikipedia) nun auch nicht gerade zur wildesten Pogo und fiesem rumgegröhle einlädt, war es auch zu verschmerzen das ich nicht mitsingen konnte.
Vor allem ersteres wäre in der Halle vermutlich mein Tod gewesen: Am Anfang lachten wir noch darüber, als jemand meinte „Die Wärme hier kommt nur von den Menschen und den Lampen.“. Schließlich war nicht zu erwarten, dass im Sommer die Heizung läuft. Doch schon kurz nach Konzertbeginn war es nahezu unerträglich heiß in der Halle — hier gilt es, dringend eine ordentliche Lüftungsanlage einzubauen.
Alles in allem auf jeden Fall ein schöner Abend, bei dem am Ende (trotz angedrohter Vollsperrung des Kölner Hauptbahnhofs) auch die Heimreise klappte. Da in Köln des öfteren gute Konzerte stattfinden, wird man mich dort sicherlich noch öfter antreffen.