Online Gegenstände verkaufen – bazaaria.com

Ich neige ja ein wenig dazu, unglaublich viel Kram anzusammeln. „Das kann man bestimmt auch noch gebrauchen!“ denke ich mir viel zu oft. Aber wie sollte ich den Kram auch loswerden? Ich mag Flohmärkte zwar sehr gerne, aber mich selbst hinzustellen finde ich glaub ich zu anstrengend. Warum nicht mal online Gegenstände verkaufen? Ich mache ja sehr viel online, aber in die einschlägig bekannten Verkaufsplattformen hab ich so ein wenig das Vertrauen verloren. Von zu viel Schindluder hört man dort und dann trifft man dort auch viel zu viele Ramschhändler an. Das ist ein wenig wie ein schlechter Flohmarkt.

Bazaaria.com will nun gegen diese Erscheinung antreten. Die Online-Handesplattform ist nur für private Nutzer ausgelegt und schließt „Powerseller“ kategorisch aus. Ob das ein guter Ort ist, um meinen Schreibtisch loszuwerden, schaute ich mir dann mal genauer an.
Nach einer kurzen und unaufwändigen Registrierung stehe ich dann auf der Startseite. Schlecht gemacht ist die Seite nicht, ich mag auch die orange-grau-schwarze Farbkombination. Ob diese aber auch was für eine Handelsplattform ist, wage ich ein wenig zu bezweifeln. „Schwarzmarkt!“ denke ich zuerst mal und überlege, ob eine hellere und freundlichere Farbgebung die Seite nicht angenehmer wirken lassen würde.
Ich klicke mich ein wenig durch die Angebote der Tausch– & Handelsplattform. Vor allem die kleineren Gegenstände finde ich interessant, DVDs und Bücher gibt es einige. Sehr schön. Ich selbst möchte dann aber doch ein wenig größer zuschlagen: Ein Küchentisch, der mal mein Schreibtisch war, soll den Besitzer wechseln. Das entsprechende Formular ist übersichtlich: Titel, Beschreibung, Kurzbeschreibung, Schlagwörter, Preisvorstellung, Kategorien. Außerdem kann ich ein Bild zum Gegenstand hochladen. Schnell tippe ich ein paar kluge Sachen in die Eingabefelder und denke mir ein paar schlaue Schlagworte aus. Schließlich soll der Tisch ja auch gefunden werden. Bei der Artikelbeschreibung werde ich dann auch ein wenig ausführlicher. Leider geben sich viele Benutzer solcher Plattformen nicht viel Mühe mit ihrem Text, was mir hin und wieder dann doch die Kauflaune verdirbt.
Komischerweise taucht dann, trotz positiver Rückmeldung, mein Artikel nirgends auf. Auch weitere Versuche helfen nicht, die Plattform weigert sich meinen Tisch anzunehmen. Schade eigentlich! Der Support von Bazaaria überrascht mich dann aber sehr positiv: Selbst Donnerstagabends gegen 21 Uhr bekomme ich dort eine Antwort – und das bei einem Team das aus sechs Personen besteht. Nicht schlecht! Am Ende war es dann meine zu lange Kurzbeschreibung die nicht von der Software abgefangen wurde.

Drei Tage später schaue ich noch einmal bei Bazaaria rein. Zwar haben sich inzwischen rund 60 Leute meinen Tisch angeschaut, aber leider hat sich kein Kaufinteressent gefunden. Schade! Gerade das verhandeln aus Verkäufersicht hätte mich sehr interessiert. Bei Bazaaria gibt es nämlich keinen Festpreis. Wie der Name schon ein wenig suggeriert, ist es ein Marktplatz zum Handeln. Das Einstellen der Gegenstände kostet dann auch zuerst einmal nichts und so lange man nur Gegenstände tauscht, bleibt die Plattform auch kostenlos. Erst beim Verkauf eines Gegenstandes wird dann eine Gebühr fällig: 13% des Verkaufspreises, mindestens 0,79 Euro. Das finde ich dann schon ein klein wenig happig. Dafür tritt das Unternehmen aber auch als Treuhänder und Zwischenhändler bei Überweisungen auf.
Mein Fazit: Der Ansatz ist auf jeden Fall gut. An der Plattform selbst muss noch ein wenig gearbeitet werden. Meine Fehlversuche beim Einstellen des Tisches hätten normalerweise dazu geführt, dass ich dann doch bei der Konkurrenz gelandet wäre. Wenn da noch der ein oder andere Bug ausgemerzt wird und vielleicht noch ein wenig an der Optik der Plattform geschraubt wird, könnte ich mir vorstellen dort öfter Gegenstände einzustellen. Mit steigender Nutzerzahl würde ich dann bestimmt auch meinen Tisch loswerden.
Bazaaria hat auch ein Blog, einen Facebook-Account und einen Twitter-Stream.
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