Marco Buticchi: Der Fluch der goldenen Maske

Er ist von schier uner­mess­li­chem Wert, und um sei­nen Ver­bleib ran­ken sich jahr­hun­der­te­alte Sagen: der legen­däre Gold­schatz Kai­ser Neros. Die römi­sche Wis­sen­schaft­le­rin Sara Ter­ra­c­ini hofft, mit Hilfe einer grie­chi­schen, halb zer­fal­le­nen Schrift­rolle aus dem ach­ten Jahr­hun­dert das Geheim­nis des Hor­tes zu lüf­ten …
Quelle: Ama­zon

„Der Fluch der gol­de­nen Maske“ erzählt eine Geschichte in drei Zeits­trän­gen, die in der römi­schen Kai­ser­zeit, dem Mit­tel­al­ter und der Gegen­wart spie­len. Der Roman ist ok, haute mich aber auch nicht wirk­lich vom Hocker.

Autor
Titel Der Fluch der goldenen Maske
Verlag Piper
ISBN 3492258093
Bewertung ✮✮✮✩✩

Urlaub in Bonn

Som­mer­zeit, Urlaubs­zeit. Ich bin ja beken­nen­der Aktiv-Urlauber. Jeder Tag will genutzt sein, um mög­lichst viel zu erle­ben. Sei es, dass ich Segeln oder Wan­dern gehe, mal nach Argen­ti­nien düse oder mit den Pfad­fin­dern unter­wegs bin. Das ist gut so, denn ich habe Spaß und erlebe eine Menge.

Aber warum in die Ferne schwei­fen, wenn das Gute liegt so nah? Warum nicht mal in Bonn Urlaub machen? Ich habe mich zwar schon viel in der Stadt rum­ge­trie­ben, aber viele Sehens­wür­dig­kei­ten und Museen blie­ben dabei Links lie­gen. Irgend­wie fin­det sich doch nie die Zeit und Moti­va­tion mal was abzu­klap­pern. Ich wohne nun gute drei­ein­halb Jahre hier und könnte mir noch echt vie­les anschauen.

Warum also nicht mal Urlaub in Bonn: Über­nach­tungs­tech­nisch könnte man das eigene zu Hause ein Wochen­ende lang als „Bed and Bre­ak­fast“ anse­hen oder viel­leicht ganz krass drauf sein und im Kameha Grand eine Nacht buchen. Mor­gens geht es dann los, ein Bum­mel durch die Innen­stadt, ein­mal die Muse­ums­meile run­ter, den ehe­ma­li­gen Bun­des­tag besich­ti­gen und und und. Lang­wei­lig würde einem sicher­lich nicht werden.

Abends noch nett im Restau­rant essen und dann mal gucken was der Abend noch so bringt. In mei­nem Kopf macht das Sinn.
Bleibt die Frage: Wer macht mit? Wer von den Ein­hei­mi­schen hat gute Tipps für Besucher?

Patrick Woodhead – Der Wolkentempel

Inmit­ten von Ber­gen, umhüllt von Wol­ken, hütet Tibet sei­nen größ­ten Schatz. Ein Klos­ter, hoch oben im Hima­laya. Kei­ner kennt den Weg dorthin.

Zwei junge bri­ti­sche Berg­stei­ger, bereit für das Aben­teuer ihres Lebens. Sie gehen kei­ner Gefahr aus dem Weg. Ein klei­ner Junge auf der Flucht. Die letzte Hoff­nung aller liegt in sei­ner Ret­tung. Ihnen auf den Fer­sen chi­ne­si­sche Sol­da­ten. Gene­ral Zhu weiß, wie man jeman­den zum Reden bringt. Ein töd­li­ches Katz-und-Maus-Spiel. Der Ein­satz ist das Schick­sal Tibets.
Quelle: Ver­lag

Ein span­nen­des Buch. Für mei­nen Geschmack wer­den die Cha­rak­tere nicht tief genug gezeich­net, aber die Geschichte unter­hält trotz­dem gut. Wirk­lich gut haben mir die bild­haf­ten Beschrei­bun­gen des alten Tem­pels in den Ber­gen gefallen.

Autor
Titel Der Wolkentempel
Verlag rororo
ISBN 9783499254307
Bewertung ✮✮✮✮✩

Andreas Eschbach – Ein König für Deutschland

Wir schrei­ben das Jahr 2009. Im Dom zu Aachen soll ein neuer deut­scher König gekrönt wer­den. Und nie­mand ver­steht, wie es soweit kom­men konnte. Ein­mal König sein, die Macht haben, Dinge zu ver­än­dern. Mit gesun­dem Men­schen­ver­stand die Welt gera­de­rü­cken. Was wäre, wenn man tat­säch­lich plötz­lich die Mög­lich­keit dazu hätte? Könn­ten Sie der Ver­su­chung wider­ste­hen? Kann Simon König es? Die Frage stellt sich ihm, als er in den Besitz eines Computer-Programmes kommt, mit dem sich die Resul­tate von Wahl­ma­schi­nen mani­pu­lie­ren las­sen. Was dann geschieht, hätte er sich in sei­nen wil­des­ten Träu­men nicht vor­zu­stel­len gewagt…

Sel­ten hat mich ein Buch so fas­zi­niert. Alles fängt schon vor eini­gen Jah­ren in den USA an, als George W. Bush das erste und zweite Mal gewählt wird und macht auch vor den hes­si­schen Land­tags­wah­len nicht halt. Esch­bach passt seine Geschichte so in das wirk­lich Gesche­hene ein, dass sie die per­fekte Erklä­rung dafür lie­fert. Dabei bleibt es immer span­nend und wirkt nie­mals „an den Haa­ren her­bei­ge­zo­gen“. Auch tech­nisch bleibt er immer im Bereich des Mög­li­chen und erklärt viele Details auch ver­ständ­lich für den Nicht-ITler.

Autor
Titel Ein König für Deutschland
Verlag Bastei Lübbe
ISBN 978-3-404-16018-1
Bewertung ✮✮✮✮✮

Anderthalb Stunden Arbeitsweg

Ich fahre Bahn. Jeden Werk­tag. Am Mor­gen stürme ich kurz nach acht aus dem Haus, um meine Bahn noch zu errei­chen. Am Bahn­hof dann schnell in die 16 gestie­gen und los geht es. Am Abend dann umge­kehrt. Nicht ganz 50 Minu­ten bin ich unter­wegs auf einer Stre­cke, von Tür zu Tür.

QuadCamera-Test am Bahnhof Godorf

50 Minu­ten? Das klingt erst ein­mal lang, aber man gewöhnt sich daran. Zwar könnte ich mir tau­send Dinge vor­stel­len, die man in der Zeit bes­ser tun könnte: Aus­schla­fen zum Bei­spiel. Auf der ande­ren Seite ist das auch gut so, wie es ist. Ich habe genug Zeit, mich von einem müden, grum­meln­den, schlecht gelaun­ten Mor­gen­muf­fel in die grum­melnde, manch­mal schlecht gelaunte Per­son zu ver­wan­deln, die man kennt. Dass ich nie­man­den in der Bahn kenne, ist eine wirk­lich gute Sache.

Ein Feh­ler den man dabei nicht machen darf: Die Kopf­hö­rer ver­ges­sen, denn das Gespräch mei­ner Mit­men­schen ist vor allem in den Ver­kehrs­mit­teln die SWB und KVB bereit­stel­len nicht zu ertra­gen. Ob die Stöp­sel nur zur Absen­kung der Umge­bungs­laut­stärke genutzt wer­den, oder schon am Mor­gen Schall­wel­len von der Inten­si­tät eines Big Four-Konzertes auf das Trom­mel­fell tref­fen, ist ganz stim­mungs­ab­hän­gig. Dann noch ein Buch vor die Nase und ich kann wach werden.

Am Abend eine ganz ähnli­che Geschichte. Fri­sche Luft auf dem Weg zum Bahn­hof, Stöp­sel ins Ohr, Buch aus dem Ruck­sack und dann geht es wie­der nach Hause. 30 Minu­ten bis zum Bon­ner Haupt­bahn­hof, in denen ich abschal­ten kann, mich nicht mehr ärgern muss oder auch mal pla­nen kann was der Abend noch so brin­gen soll.

Was ich eigent­lich sagen will: Andert­halb Stun­den Arbeits­weg machen mir nichts aus. Das sind andert­halb Stun­den, die ich für mich habe. Andert­halb Stun­den, in denen ich manch­mal auch ein­fach nicht ans Tele­fon gehe, nicht ins Inter­net schaue, son­dern ein­fach aus dem Fens­ter der Stra­ßen­bahn gucke. Ich bin froh, dass ich nicht mit dem Auto fah­ren muss.

Frank Schätzing – Limit

2025: Bahn­bre­chende Tech­no­lo­gien haben die Raum­fahrt revo­lu­tio­niert. In einem atem­lo­sen Wett­lauf för­dern Ame­ri­ka­ner und Chi­ne­sen auf dem Mond Helium-3, ein Ele­ment, das sämt­li­che Ener­gie­pro­bleme der Welt zu lösen ver­spricht. Zur sel­ben Zeit soll Detek­tiv Owen Jeri­cho in Shang­hai die unter­ge­tauchte Dis­si­den­tin Yoyo aus­fin­dig machen. Was nach Rou­tine klingt, ent­wi­ckelt sich zu einer alb­traum­haf­ten Jagd, denn die ebenso schöne wie anstren­gende Chi­ne­sin ist im Besitz streng gehü­te­ter Geheim­nisse und ihres Lebens nicht mehr sicher. Die Spur führt rund um den Erd­ball – und zum Mond, wo eine Gruppe Welt­raum­tou­ris­ten eine bedroh­li­che Ent­de­ckung macht.
Quelle: Ver­lag

„Limit“ hat runde 1300 Sei­ten. Ein ganz schö­ner Wäl­zer! Dem­ent­spre­chend hat das Buch auch die ein oder andere Länge, vor allem so lange sich einem nicht so recht erschließt wie die Hand­lungs­stränge zuein­an­der gehö­ren. Alles in allem aber gute Unter­hal­tung, die noch dazu rela­tiv rea­li­täts­nah wirkt – für das Jahr 2025.

Autor
Titel Limit
Verlag Fischer
ISBN 978-3-596-18488-0
Bewertung ✮✮✮✮✩

Petra Hammesfahr – Die Sünderin

Ein Som­mer­nach­mit­tag am See: Cora Ben­der macht mit ihrem Mann und dem klei­nen Sohn einen Aus­flug. Auf den ers­ten Blick eine ganz nor­male Fami­lie, die einen son­ni­gen Tag genießt. Doch Cora Ben­der hat sich ent­schlos­sen zu ster­ben. Dann jedoch kommt alles ganz anders: Als es Abend wird, lebt Cora Ben­der noch und muß sich wegen Mor­des ver­ant­wor­ten. Sie hat einen Mann getö­tet, von dem sie behaup­tet, sie habe ihn nie zuvor gese­hen. Die Täte­rin ist gestän­dig, die Beweis­lage klar. Ein­zig Haupt­kom­mis­sar Rudolf Gro­vian wei­gert sich, den Fall als Rou­ti­ne­an­ge­le­gen­heit zu behan­deln. Er stellt auf eigene Faust Nach­for­schun­gen an. Was er nach und nach auf­deckt, ist der Alp­traum eines Lebens, das zer­stört war, bevor es rich­tig begann.
Quelle: Ama­zon

Eine ziem­lich ver­wor­rene Geschichte, für mei­nen Geschmack zu ver­wor­ren erzählt. Zwar wird am Ende der eigent­li­che Her­gang auch noch ein­mal Klar­text geschil­dert, das ewige hin und her im Ver­lauf des Buches nervte mich aber teil­weise auch. Gut: Sehr detail­liert (aber lei­der auch wie­der rela­tiv umständ­lich) wird das Fami­li­en­le­ben der Prot­ago­nis­tin geschil­dert, man kann sich ziem­lich gut in die Situa­tio­nen hineinversetzen.

Autor
Titel Die Sünderin
Verlag rororo
ISBN 978-3499227554
Bewertung ✮✮✮✩✩

Johoo, fern Falado

Die Falado vor der untergehenden Sonne

Urlaubs­zeit! Es steht etwas für mich rela­tiv Neues auf dem Plan: Die­ses Mal solle es mit einem Segel­schiff auf große Fahrt gehen. Das Schiff, die Falado von Rho­dos, liegt im schwe­di­schen Norr­tälje für uns bereit. Dort tref­fen Fräu­lein Anna und ich auf die rest­li­chen Land­rat­ten die mit uns die Schä­ren vor Stock­holm unsi­cher machen wol­len. Schnell beru­hige ich mich ein wenig, als ich fest­stelle das ich nicht der Ein­zige mit wenig bis gar kei­ner Segel­er­fah­rung bin.

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