10 Fragen. 10 Antworten.

Das mit den Stöckchen ist jetzt irgendwie wieder total im Trend. Und weil mir sonst nichts zu schreiben einfällt, beantworte ich mal die zehn Fragen, die Frau Ellebil mir und anderen stellte.

  1. Hast du dich irgendwann erwachsen gefühlt? Wann war das?
    Ich fühle mich immer sehr erwachsen, wenn ich erwachsene Dinge tue: Mietverträge abschließen und so etwas. Manchmal reicht es aber auch, dass ich Morgens aus dem Haus gehe um so total erwachsen in die Firma zu fahren. Da fällt mir manchmal auf, dass mein Abitur schon zwölf und mein Diplom schon fünf Jahre alt sind.
  2. Wenn du dir ein Großbauprojekt aussuchen könntest, in dem du massig Geld verpulvern könntest, was würdest du bauen?
    Eine Raketenbasis! Oder ein Luxushotel. Oder vielleicht würde ich auch den Platz vor dem Bonner Hauptbahnhof platt machen und da was hübsches draus machen. Wahrscheinlich letzteres am ehesten.
  3. Würdest du lieber in die Vergangenheit oder in die Zukunft reisen und warum?
    In die Vergangenheit, ganz klar! Ich würde mir viele Dinge gerne mal anschauen, wie sie „wirklich“ aussahen. Die Bonner Südstadt ohne Autos zum Beispiel. Oder ein paar Burgen, als sie noch in Betrieb waren. Ich frage mich oft, wie es an Orten wohl „damals“ ausgesehen hat. Das würde ich gerne erleben. In der Zukunft interessieren mich höchstens die Lottozahlen.
  4. Liest du eigentlich noch Tageszeitung?
    Ich habe den General-Anzeiger sowohl bei Facebook, als auch bei Twitter abonniert. Das reicht mir völlig.
  5. Abgesehen von Alltags- bzw. Gebrauchsgegenständen, gibt es etwas, das du immer Zuhause haben musst?
    Ich kann ein sehr unglücklicher Mensch sein, wenn ich kein Sprudelwasser habe.
  6. Glaubst du, dass du zuverlässig bist?
    Sagen wir mal so: Ich wäre es gerne noch öfter.
  7. Welchen Kurs würdest du im Altersheim belegen?
    Da ich bis ins hohe Alter fit sein werde, komme ich in kein Altersheim. Ha! Tatsächlich fällt mir dazu nicht viel ein. Mal gucken, was ich dann noch nicht kann.
  8. Was muss man können?
    Der Computerfritze in mir sagt: HTML! Und zwar eigentlich nur ein bisschen – aber genug, als das wir diese superdämlichen Rich-Text-Editoren nicht mehr brauchen, nur um ein bisschen Text mal fett zu machen.
    Ansonsten können? Keine Ahnung. Aber gebrauchen könnte jeder zwei Sachen: Gesunden Menschenverstand und ein bisschen Toleranz.
  9. Was hältst du von Reenactment?
    Hui, das musste ich erst mal nachschlagen. An sich halte ich das für keine schlechte Idee: Zum einen haben Menschen Spaß bei einem gemeinsamen Hobby. Zum anderen weckt es vielleicht bei den ein oder anderen Zuschauer die Lust, sich über geschichtliche Ereignisse ausführlicher zu informieren.
  10. Welche Frage wolltest du schon immer mal beantworten? (Bitte auch beantworten)
    Och nö. Ich finde mich selbst eigentlich eher so mittel-interessant. Und ich muss auch nicht zu jedem Quatsch meinen Senf abgeben. Aber gerade letztens habe ich noch zwanzig Fakten über mich ins Internet geschrieben. Dazu darf man sich gerne die Fragen ausdenken.

Zwanzig Fakten über mich

Ohje. Frau Ellebil schrieb 20 Dingse über sich und war dann anschließend der Meinung, dass ich das auch tun sollte. Nachdem ich nun wirklich lange überlegt habe, bin ich sehr unsicher, ob ich zwanzig Belanglosigkeiten zusammen bekomme. Los geht’s!

  1. Ich heiße gar nicht – und das schreibe ich nur, weil es Menschen gibt die das wirklich denken – „schneyra“ mit Nachnamen, sondern „Schneider“. Wie langweilig!
  2. Dieser „schneyra“ ist im Laufe der Jahre zu einer Art Alter Ego geworden, zuerst sicherlich in meiner pfadfinderischen Laufbahn, später auch in diesem Internet. Bis dato bin ich der einzige Mensch, der unter diesem Namen im Internet unterwegs ist und ich hoffe, dass das auch so bleibt.
  3. Bleiben wir bei den Namen: Mein zweiter Vorname ist Philipp. Es hat mich runde 20 Jahre gebraucht, um mir die richtige Schreibweise zu merken.
  4. Mit meinem Auszug aus dem Elternhaus bin ich zu einem Ordnungsfanatiker geworden. Nach Feierabend verbringe ich gerne auch mal eine viertel- oder halbe Stunde damit die Wohnung aufzuräumen.
  5. Auch wenn ich es noch dazu gerne sauber mag: Putzen ist überhaupt nicht mein Ding.
  6. Um noch einen Hausarbeits-Fakt aufzuzählen: Ich falte gerne Wäsche. Meistens schaue ich dabei eine Folge einer Serie und bin anschließend erschreckender Weise entspannt. Wäsche waschen und aufhängen sind mir dagegen ein Gräuel.
  7. Ich trinke nur sehr selten Alkohol, dieses Kalenderjahr waren es genau zwei Caipirinha. Über das „Wieso“ und warum ich mit einer Flasche Limo oder Cola total zufrieden bin, muss ich bei Gelegenheit mal einen eigenen Artikel schreiben.
  8. Man sagt mir schon mein Leben lang, dass ich sowohl optisch als auch charakterlich sehr meinem Vater ähnele. Mit zunehmendem Alter erkenne ich das auch immer wieder und finde das gar nicht mal schlecht.
  9. Ich habe seit irgendwann in meiner späten Jugend unfassbare Höhenangst. Irgendwann möchte ich diese auch überwinden.
  10. Fräulein Anna habe ich auf einer WG-Party in ihrer Wohnung kennengelernt. Ich war zu dieser Party nicht eingeladen.
  11. Obwohl ich gerne ausschlafe, habe ich irgend eine Funktion in meinem Hirn, die das nicht gut findet und mir permanent ein schlechtes Gewissen macht. „Martin, du verschwendest Zeit!“ spricht diese innere Stimme zu mir.
  12. Als Ausgleich mache ich, sofern ich die Möglichkeit habe, gerne mal einen Mittagsschlaf.
  13. Ich bin gerne alleine und bin hin und wieder über ein sturmfreies Wochenende, an dem ich nicht vor die Tür gehen muss, wirklich froh.
  14. Bei der Arbeit trage ich am Schreibtisch meistens Kopfhörer. Diese spielen oft dabei gar keine Musik, sondern dienen der reinen Abschottung von meiner Umgebung. Ich bin furchtbar leicht abzulenken.
  15. Mein Lieblingstier ist das Eichhörnchen. Schon immer.
  16. Ich gebe nicht gerne Dinge von mir preis. Beim Schreiben dieses Textes ist es mehr Arbeit, abzuwägen ob ich das wirklich schreiben möchte, als zwanzig Punkte zusammen zu bekommen.
  17. Ich bin ein großer Fan von Rechtschreibung und korrekter Interpunktion. Es ärgert mich ungemein, dass ich in der Schule nicht besser aufgepasst habe.
  18. Wenn es mir möglich ist, vermeide ich gerne Anglizismen. Dabei ist es aber wirklich schwer, nicht wie die ComputerBILD zu klingen.
  19. Das Internet und die Menschen darin kann ich zu großen Teilen nicht ernst nehmen. Ich hoffe das merkt man.
  20. Meistens bin ich besser gelaunt als es scheint. Es gilt die Faustregel: „So lange er meckert, ist alles okay.“

Und weil das hier so schön war, gebe ich das Stöckchen auch mal weiter. Und zwar an Dominik, weil „das ja alles nicht so schwer ist“, an Pro-Blogger Marc, an Michel, damit er sich nicht so irrelevant fühlt und an Andi damit er mal von seinen Zahlen wegkommt.

Madagaskar

Hallo, da sind wir wieder! Drei Wochen Urlaub standen auf dem Plan. Madagaskar, die Insel vor der afrikanischen Ostküste, war unser Ziel. Frau Schwester lebte dort nun ein halbes Jahr und freute sich schon auf den Besuch von unseren Eltern, Fräulein Anna und mir.

Viele Eindrücke habe ich in den kurzen Wochen gesammelt. Im Moment warten rund 800 Bilder darauf, von mir sortiert und zum Teil auch bearbeitet zu werden. Dabei werden vor allem eine Menge Landschaftsaufnahmen sein, die war nämlich nicht nur am Strand sehr beeindruckend. Den ein oder anderen Lemur habe ich aber auch fotografiert. Durch die Abschottung der Insel gibt es dort einige Pflanzen und Tiere, die man sonst nirgendwo findet. Die sehr ungewöhnlich aussehenden Baobab-Bäume sind ein gutes Beispiel dafür.

Bei all der tollen Natur darf man natürlich nicht vergessen, dass Madagaskar ein Land in Afrika ist. Schon direkt nach unserer Ankunft erwartete uns ein kleiner Kulturschock. Der Vergleich mit unseren europäischen Ansichten fällt schwer. Das Leben der Menschen findet hauptsächlich auf den Straßen statt, über das Thema „Müll auf den Straßen“ müsste man mal ernsthaft reden. Auf dem Land leben die Menschen zum großen Teil auch in einfachen Häusern aus Lehm und Ziegelsteinen.
Das macht einen schon auch ein wenig nachdenklich, wenn man in seinem sehr ordentlichen Hotel sitzt. Da gibt es nämlich, wie so oft auf der Welt, zwei Gesichter des Landes: Das ordentliche, ruhige Land – und dann das hektische, laute, vermüllte und mit Abgasen verpestete. Oft liegen dazwischen nur zwei Straßen und ein großes Tor.

Nanu, das ist jetzt aber kein richtiger Reisebericht? – Richtig, das wäre nämlich viel zu lange geworden. Aber in den kommenden Wochen werde ich sicherlich noch die ein oder andere Etappe der Tour ein wenig ausführlicher beleuchten.

Sommer in Bonn

Südstadt

Der Bonner Sommer lässt gerade ein wenig die Schultern hängen. Draußen ist es eher grau und nass. Ein guter Zeitpunkt um mal durch ein paar Bilder, die in den vergangenen Wochen entstanden sind, zu schauen. Der tolle Bulli oben ist stand letztens in der Südstadt und machte mich direkt ein bisschen verliebt.

Unten dann ein paar Bilder von einem Spaziergang am Freitag Abend.

Sommer in Bonn Sommer in Bonn Posttower

Eigentlich wollten wir im Anschluss nur ein wenig picknicken und uns das Katzenjammer-Konzert beim Kunst!rasen von außen anhören. Es konnte ja keiner ahnen, dass man uns plötzlich ansprechen und uns zwei Karten schenken würde. Ein guter Abend!

Panoramen mit der Lomo Spinner 360°

Hinterhof

Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich mir aus einer Laune heraus eine analoge Spinner 360°-Kamera bestellte. So ein bisschen hat mich der analoge Kram, mit dem Fräulein Anna sich schon länger auseinander setzt, ja schon fasziniert.

Kurz darauf hielt ich die Kamera mit dem großen Griff auch schon in der Hand und lernte erst einmal wieder auf’s Neue, wie man denn einen Film einlegt. Es ist schon bestimmt über zehn Jahre her, dass ich das machen musste.

Im Auto

Dann galt es, sich mit der Funktionsweise vertraut zu machen. Um ein Foto zu machen muss man den Ring aus dem Griff ziehen und dann loslassen. Beim Zurücklaufen dreht sich der obere Teil der Kamera einmal um die eigene Achse und belichtet dabei den Film. Das ist eigentlich gar nicht schwer, führt aber dazu das man selbst immer mit der Hand im Bild herumfuhrwerkt. Gut zu wissen ist folgendes: Die Stelle, die beim Auslösen auf der Rückseite der Kamera ist, wird später die Bildmitte sein. Easy!

Poppelsdorfer Allee

Nun hat es eine Weile gedauert, aber vergangenes Wochenende machte ich dann endlich mal den ersten Film voll. Die Entwicklung war dann im Fotoladen gar kein großes Problem. „Nur entwickeln, keine Abzüge, den Film nicht schneiden!“ sagte ich noch dazu. Schon einen Tag später hatte ich, nachdem ich 2,39€ über die Theke gereicht hatte, einen entwickelten Film am Stück in der Hand. Spitze! Sieben Bilder im Panorama-Format haben auf den 35mm-Kleinbildfilm gepasst, der eigentlich für 36 Fotos gedacht ist.

Des Abends ging es dann an die Arbeit. Um möglichst keine Flecken auf dem Film zu hinterlassen, machte ich mich mit Samt- Baumwoll-Handschuhen ans Werk: Zuerst teilte ich den Film mit der Schere in die passenden Stücke, dann spannte ich diese wiederum in eine Scanning Maske ein. Diese hat, im Vergleich zu den Rahmen die man normalerweise zum Film scannen verwendet, nur eine schmale Aufliegefläche. So kann man auch über die Perforation des Films hinweg scannen.

Film schneiden und scannen

Nun ging es auch schon an den Scanner. Nachdem ich ein wenig an den Einstellungen geschraubt hatte, wurden die Scans auch mit jedem Mal besser. Das Ergebnis kann sich denke ich sehen lassen! Interessanter Weise kann ich bei diesen Bilder sehr gut damit leben, dass sie manchmal auch nicht ganz so perfekt sind. Jetzt, wo ich in etwa weiß wie das Ergebnis wird, habe ich auf jeden Fall noch mehr Lust daran herum zu probieren und spannende Aufnahmen zu machen.

Poppelsdorfer Allee

Weitwinkel

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Bundeslager! Alle vier Jahre kommt der BdP zusammen. Seit zwanzig Jahren bin ich dabei – „Weitwinkel“ war mein sechstes Bundeslager. Wie schon das letzte Mal habe ich mich mit einigen Leuten im Unterlagerzentrum des Landesverbands eingenistet. Eine recht eindrucksvolle Konstruktion haben wir an drei heißen Tagen hochgezogen, dekoriert und mit einer großen Theke ausgestattet. Zehn Tage sollte das Zentrum stehen bleiben.

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„Zur vollen Kanne“ hieß unser Laden. Während eine lustige Runde aus Bonner Menschen sich um das Nachmittagsprogramm kümmerte und die Kundschaft mit großartigen selbst gebackenen Kuchen und allerlei Kaffeespezialitäten verwöhnten, lag der Abendbetrieb in den Händen meiner Mitstreiter und mir.

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Wenn die Sonne langsam versank, wurde es Zeit die schwarzen Schürzen umzubinden, den Wein kalt zu stellen und die Dosenwurst für die Schlachtplatten zurecht zu stellen. Die Lampen des Kronleuchters wollte gefüllt werden, Kerzen mussten verteilt werden. Ich glaube, ich bin gerne Wirt. Ich glaube aber auch, dass ich nur so viel Spaß daran hatte weil ich mit tollen Leuten zusammengearbeitet habe.

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Schöne Abende liegen hinter mir. Die Stimmung in unserem Laden war durch die Bank gut. Bei Wein und Schlachtplatte feierte sich ausgesprochen gut. Anstrengend war das aber auch. Feierabend des Nachts um vier – und den ganzen Tag über zu heiß um auch nur eine Stunde extra Schlaf zu bekommen. Und trotzdem hat das Bundeslager Spaß gemacht, ziemlich viel sogar. Ich bin immer wieder von den Menschenmassen überrascht, von der Vielfältigkeit des Bundes. Und natürlich ist das Bundeslager die Chance, auf viele Menschen zu treffen, die man sonst nicht so oft zu sehen bekommt.

zurvollenkanne

Stille Innenstadt

Stille

Eine Sache, die ich an unserer Wohnung besonders gerne mag: Wenn man nach hinten auf die Terrasse heraus geht, ist es unfassbar still. Nicht still im Sinne von „kein Laut“, denn man hört schon noch Vögel zwitschern und auch spielende Kinder und all das. Wovon man aber nichts mitbekommt, ist zum Beispiel der nur fünfzig Meter entfernte Bahnhof, die ganzen Straßen rundherum und überhaupt der Trubel auf den Straßen. Gerade Abends und am Wochenende kann ich da ziemlich gut mal ein paar Minuten abschalten. Wirklich großartig. Und der Blick in den „Wald“ ist manchmal auch recht entspannend.

Das Redesign der mobilen Seite von Chefkoch.de

Das Redesign der mobilen Seite von Chefkoch.de

„Corporate Blogging“ nennt man das wohl, was ich da dieser Tage im Chefkoch-Blog getrieben habe. Ich war so frei, ein paar Worte zu meiner Arbeit zu verlieren und habe das Redesign unserer mobilen Webseite vorgestellt. Das hat Spaß gemacht, vielleicht schreibe ich da öfter mal was rein. Eventuell lesen dann ja auch mal ein paar Leute mein Geschreibsel.

Am kompliziertesten war vermutlich das finden einer gescheiten Selbstbeschreibung meiner selbst.

Mein Vortrag „Tweet Nest“ beim Webmontag

Gestern bin ich mal ein wenig aus mir heraus gegangen. Schon länger spielte ich mit dem Gedanken, mal beim Bonner Webmontag einen Vortrag zu halten. Ich habe dort schon einige interessante Vorträge gehört und die ein oder andere spannende Geschichte habe ich ja auch vorzustellen. Warum also nicht?

Als Thema habe ich mir das kleine, aber feine Tool Tweet Nest herausgesucht, dass ich schon eine ganze Weile selbst einsetze, um meine ganzen Tweets auf meinem Webserver zu archivieren.

Ich glaube der Vortrag kam ganz gut an, zumindest wurde ich nicht mit faulen Eiern und vergammeltem Gemüse beworfen. Deshalb kann ich mir vorstellen auch, auch in Zukunft vielleicht das ein oder andere Mal zu reden. Wer sich für meine Folien interessiert, der kann die hier online einsehen oder einfach unten auf den „Weiterlesen“-Link klicken. Ich befürchte allerdings, dass die Folien ohne meinen Text nicht besonders aussagekräftig sind.

Ansonsten war dann auch der Johannes noch da und stellte die Bonner Ironblogger vor. Anschließend ließen wir den Abend noch im Biergarten ausklingen. Gute Veranstaltung!

Weiterlesen „Mein Vortrag „Tweet Nest“ beim Webmontag“

Re: Protestwahl

ich habe es mir noch nie so schwer getan wie dieses jahr mit meiner entscheidung wen ich zur bundestagswahl wählen soll.

Felix Schwenzel schreibt mir in seinem Artikel Protestwahl nicht nur ein wenig aus dem Herzen. Ich mache mir schon ein paar Wochen lang, eigentlich immer wenn ich im Radio etwas zu politischen Themen höre oder im Internet dazu lese, Gedanken darüber wem ich diesen Herbst meine Stimme gebe. Dabei kristallisierte sich relativ schnell ein klares Problem heraus:

Mit gutem Gewissen kann ich vermutlich keiner Partei ein Kreuz machen, denn die dazu notwendige Vertrauensbasis ist irgendwie nicht da. Über den Begriff „Volksvertreter“ lächele ich eher traurig, wenn ich mir anschaue was in Berlin so passiert. Ich habe nicht viel Ahnung von Sozialwesen, Außenpolitik und all den anderen wichtigen Themen einer Regierung. Deshalb muss ich darauf hoffen, dass die Menschen dort in meinem Namen ordentlich arbeiten. Aber wenn dann mal ein Thema ansteht bei dem ich mitreden kann, das sind meistens eher netzpolitische Geschichten, dann versagt das System jedes Mal kläglich. Da werden Entscheidungen auf der Basis von völlig irrwitzigen Annahmen oder auf Betreiben von Firmenlobbyisten getroffen, so dass mir sogar das Kopfschütteln schon schwer fällt. „Vertreten“ fühle ich mich eher selten. Das geht mir schon länger so.

Dann kamen die Piraten. Zugegeben: Ich hatte ein kleines bisschen Hoffnung, dass sich vielleicht ein wenig was tut. Ich hoffte darauf, dass da engagierte Menschen den Laden vielleicht mal ein wenig aufmischen. Dass vielleicht ein paar Politiker der alten Garde aufmerksam zuhören würden.
Ich hörte einem Christopher Lauer und einer Marina Weisband recht gerne zu. Die sagten Dinge die ich auch sagen würde – wäre ich rhetorisch ein wenig besser aufgestellt. Doch schon kurz darauf konnte man dann vor allem noch mitlesen, wie die Piraten anfingen sich gegenseitig aufzureiben. Da brauchte es gar keine großen äußeren Einflüsse, das hat man ziemlich gut alleine hinbekommen. Schade.

Felix Schwenzel will am 22. September dennoch Piraten wählen:

nicht weil ich ihnen zutraue wirklich etwas zu ändern oder zu entern, nicht weil ich glaube, dass sie bald zu sinnen kommen und sich nicht mehr selbst oder gegenseitig zerreiben, sondern weil sie ein symbol dafür sind, dass sich etwas ändern muss und wir uns auf unsere demokratischen wurzel zurückbesinnen sollten.

Ich bin mir noch nicht sicher. Seinen Argumenten kann ich folgen, nicht-wählen kommt auch nicht in Frage. Aber vielleicht mache ich einfach nur ein großes Kreuz. Quer über den Wahlzettel.