der tag und ich

Anderthalb Stunden Arbeitsweg

Ich fahre Bahn. Jeden Werktag. Am Morgen stürme ich kurz nach acht aus dem Haus, um meine Bahn noch zu erreichen. Am Bahnhof dann schnell in die 16 gestiegen und los geht es. Am Abend dann umgekehrt. Nicht ganz 50 Minuten bin ich unterwegs auf einer Strecke, von Tür zu Tür.

QuadCamera-Test am Bahnhof Godorf

50 Minuten? Das klingt erst einmal lang, aber man gewöhnt sich daran. Zwar könnte ich mir tausend Dinge vorstellen, die man in der Zeit besser tun könnte: Ausschlafen zum Beispiel. Auf der anderen Seite ist das auch gut so, wie es ist. Ich habe genug Zeit, mich von einem müden, grummelnden, schlecht gelaunten Morgenmuffel in die grummelnde, manchmal schlecht gelaunte Person zu verwandeln, die man kennt. Dass ich niemanden in der Bahn kenne, ist eine wirklich gute Sache.

Ein Fehler den man dabei nicht machen darf: Die Kopfhörer vergessen, denn das Gespräch meiner Mitmenschen ist vor allem in den Verkehrsmitteln die SWB und KVB bereitstellen nicht zu ertragen. Ob die Stöpsel nur zur Absenkung der Umgebungslautstärke genutzt werden, oder schon am Morgen Schallwellen von der Intensität eines Big Four-Konzertes auf das Trommelfell treffen, ist ganz stimmungsabhängig. Dann noch ein Buch vor die Nase und ich kann wach werden.

Am Abend eine ganz ähnliche Geschichte. Frische Luft auf dem Weg zum Bahnhof, Stöpsel ins Ohr, Buch aus dem Rucksack und dann geht es wieder nach Hause. 30 Minuten bis zum Bonner Hauptbahnhof, in denen ich abschalten kann, mich nicht mehr ärgern muss oder auch mal planen kann was der Abend noch so bringen soll.

Was ich eigentlich sagen will: Anderthalb Stunden Arbeitsweg machen mir nichts aus. Das sind anderthalb Stunden, die ich für mich habe. Anderthalb Stunden, in denen ich manchmal auch einfach nicht ans Telefon gehe, nicht ins Internet schaue, sondern einfach aus dem Fenster der Straßenbahn gucke. Ich bin froh, dass ich nicht mit dem Auto fahren muss.

Projekte

Dieser Tage mache ich mir Gedanken über den Sinn und Unsinn von privaten und nebenberuflichen Projekten. Warum mache ich mir die Mühe, in meiner begrenzten Freizeit Dinge anzugehen und mir zusätzliche Arbeit aufzuhalsen? Wäre es nicht sinnvoller die freie Zeit mit einem Buch zu verbringen?

In jedem einigermaßen kreativen Kopf entwickeln sich ständig irgendwelche Ideen – meistens Dinge, die im weitesten Sinn mit der eigenen Profession und den damit verbundenen Interessen zusammenhängen. Selbstverwirklichung spielt hier eine große Rolle und das Lernen von neuen Dingen. Das ist gut so. Doch seien wir mal ehrlich: Braucht es das 35. soziale Netzwerk mit regionalem Bezug und den 57. Internet-Marktplatz oder das (ohne zu übertreiben) 400. iPhone/iPad/Mac-Blog? Um es kurz zu machen: Nein. Man macht sich höchstens lächerlich – je nachdem wie weit man das Maul vorher aufgerissen hat sogar richtig übel.

Ich denke lange nach, bevor ich mich ernsthaft mit etwas auseinandersetze. Frustration macht sich schnell breit, wenn das neue Projekt sich dann irgendwie als langweilig, nicht umsetzbar oder schon vorhanden herausstellt. Meistens kann man nämlich die Frage “Gibt es das schon?” direkt mit “Ja!” beantworten. Dann muss ich mir überlegen, ob sich meinen Mitmenschen oder zumindest mir ein entscheidender Mehrwert aus einer Neuentwicklung bietet. Auch sollte man bedenken, dass die Motivation zu Beginn meistens unermesslich groß ist, aber schnell abflacht. Will ich mich gegebenenfalls mehrere Wochen und Monate mit einem Projekt beschäftigen? Erst wenn ich hier nach ein paar durchgrübelten Nächten mit ganzem Herzen “Ja!” sagen kann, gehe ich es an. Im Folgenden ein paar weitere Gedanken dazu.

(weiterlesen …)

Tu deine Arbeit

Bekanntlich bin ich nicht gerade der größte Held im bewältigen von anstehender Arbeit. Im vor mir herschieben von allerlei Dingen bin ich ziemlich groß.

Do your work!

Mit meinem neuen Hintergrundbild (siehe Bild oben) wird nun aber alles besser! So passiert hier endlich mal was!

Spaß bei Seite: Listen abarbeiten kann ich gut und so habe ich mir heute mein kleines Notizbüchlein vorgenommen und eine Liste mit Dingen erstellt die ich so erledigen möchte. Da steht nun allerlei was ich gar nicht alles aufzählen möchte und wartet darauf erledigt zu werden. Ein oder zwei Dinge erledige ich unter der Woche immer noch nach der Arbeit. Nicht alles sind zwanghaft schreckliche Dinge und so wird sicherlich auch noch das ein oder andere davon hier im Blog zu lesen sein.

Auf das Thema kam ich eigentlich wieder, als ich dieser Tage in meinem Newsreader ein vermehrtes Aufkommen von GTD-bezogenen Artikeln bemerkt habe. Meine Versuche in der Vergangenheit, vor allem was die Softwareseite angeht, sind eher in die Hose gegangen. Ich glaube ich fahre mit den einfachen Notizbuch immer noch am Besten… und das durchstreichen der erledigten Dinge ist immer noch die beste Belohnung!

Aktualisierung: Den Screenshot gibt es übrigens auch bei flickr in groß und mit ein paar Notizen.

Grüner Tee mit Honig

Heute ist definitiv ein schlechter Tag. Bekanntlich kränkele ich schon seit Ende letzter Woche. Ich bin mir aber immer noch nicht sicher ob das Nachwirkungen meines Lauf-Experiments sind, oder ob ich mir beim Schlechtwetter-Palmentransport “die Freck” geholt hab. Eigentlich geht es mir auch schon wieder ein wenig besser, sogar meine Halsschmerzen haben sich (dank dem Verzicht auf einige Zigaretten) wieder einigermaßen beruhigt. Dennoch fühle ich mich heute so richtig Matsch. Schuld daran ist eine nahezu durchwachte Nacht, in der ich höchstens in halbstündigen Intervallen geschlafen habe und mir zwischendrin nie so einig war ob ich nun schwitzen oder mir noch eine Decke an den Start bringen sollte.

Während ich nun hier sitze und (mangels Alternativen) grünen Tee mit Honig trinke, überlege ich ob es eventuell eine Überdosis Paracetamol in Kombination mit den Halsweh-Lutschtabletten war, die mich wachgehalten hat. Ob der aktuelle Druck in der Birne vom Schlafmangel kommt oder doch wieder die schon erwähnten Kopfschmerzen sich wieder an den Start gebracht haben, will ich gar nicht so genau wissen. An gescheites Arbeiten ist demnach heute irgendwie nicht zu denken. Ich will ins Bett! Zu Hause erwarten mich dann noch eine zu putzende Küche – und irgendwie hätte ich auch echt lust noch eine Runde zu rennen. Aber das verschiebe ich wohl doch lieber auf die Tage, wenn ich wieder gesund bin.

Nichts für mich: Homeoffice

Dieses Wochenende habe ich mir ein wenig Arbeit mit nach Hause genommen. Am Montag präsentiere ich ein paar Themen meiner Diplomarbeit und deshalb hab ich mir vorgenommen, am Wochenende die Präsentation zu bauen. Struktur und Inhalte hatte ich unter der Woche schon vorbereitet und zum Teil auf Papier, zum Teil aber auch im Kopf abgespeichert.

In Anlehnung an meine Tage am Campus ist dann aber der (eigentlich zu erwartende) Fall eingetreten: Mein Zimmer ist aufgeräumt, mehrere Maschinen Wäsche sind gemacht und auch sonst habe ich so ziemlich alles erledigt. Meine Konzentrationsspanne bei der Heimarbeit ist gewohnt gering, mit der eigentlich wichtigen Arbeit komme ich nur schleppend voran.

Natürlich stehe ich nicht da und habe noch gar nichts gemacht. Die Präsentation ist weitestgehend fertig und wird auch heute im Laufe des Tages zur Perfektion gebracht werden. Doch muss ich mich immer wieder wundern, wie umständlich ich an die Dinge rangehe und was man alles so nebenbei erledigen kann.

Fußball ist Mord

Gestern fand der Fußball-Cup meiner Firma statt. Natürlich habe ich direkt “Hier!” geschrien, als es ums mitspielen ging. Es gibt wohl keinen fitteren und fußballbegeisterten Menschen als mich.

Vier Mannschaften traten an: Geschäftsleitung, Medizin, Grafik und wir, die IT. Die Regeln des Turniers waren schon von Anfang an gegen uns: Es ist schließlich allgemein bekannt, dass wir keine Frau in der Abteilung haben. Nach den Regeln sollten wir uns aber eine besorgen. Da uns das nicht so recht gelang, wurden die Regeln immer wieder mal gegen uns angepasst.

Am Ende haben wir dann aber trotz aller Widrigkeiten alle Spiele gewonnen – nur das Endspiel leider nicht. Doch auch mit einem zweiten Platz sind wir hier alle sehr zufrieden.

Ich bin mit meiner sportlichen Leistung allerdings nicht sonderlich glücklich. Zwar habe ich guten Einsatz gezeigt und auch Tore geschossen, doch irgendwie war nach einer Runde über das kleine Hallenfeld immer gleich die Luft raus. Als Nichtraucher hat man es da eine gute Tour einfacher. Außerdem plagt mich heute allerübelster Muskelkater – komischerweise sogar an Stellen, die man beim Fußball eigentlich gar nicht einsetzt. Zum Glück sind die Schmerzen im Knie inzwischen wieder weg.

Mein Fazit: Das hat auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht und ich bin beim nächsten Mal gerne wieder dabei. Allerdings muss ich bis dahin dringend ein wenig an meiner Fitness arbeiten. So richtig wohl fühle ich mich grade nicht – vor allem beim Gehen schmerzt es doch ein wenig.

Warschau

Kulturpalast Warschau

Warschau ist eine schöne Stadt. Knappe anderthalb Tage habe ich dort am vergangenen Wochenende verbracht und alles in allem habe ich eine sehr schöne Tour hinter mir. Die “Klassenfahrt”, wie $Arbeitskollege immer sagte, war sehr angenehm. Mit den Kollegen komme ich durch die Bank gut aus und ich hoffe diese auch mit mir.

Das Programm unserer Tour bestand am Freitagabend im Wesentlichen aus einem sehr ausführlichen Essen in einem netten Restaurant und einem anschließenden Bummel durch die nächtliche Altstadt mit einem ausgedehnten Kneipenbesuch. Während große Teile der Stadt doch immer noch recht sozialistisch rüberkommen und im typischen grauen Plattenbau-Stil gehalten sind, wird die Altstadt gerade sehr aufwendig renoviert und ist echt schön. Viele alte Häuser, kleine Kneipen und Läden, sowie viele Restaurants ergeben ein rundes Bild. Gut gefallen hat mir auch die altertümliche Atmosphäre in den teils nicht so gut beleuchteten Gassen.

Am Samstag war dann nach einem ausgiebigen Hotelfrühstück noch die Besteigung des Kulturpalastes (siehe Bild oben) auf dem Plan. Das Gebäude imponiert nicht nur durch seine riesigen Ausmaße (wir sind einmal außen rum gelaufen), sondern auch durch seine Architektur und vor allem die tolle Aussicht von seinem Balkon aus. Interessanter Weise hatte ich nicht einmal Höhenangst, als ich von oben aus einige Bilder nach unten gemacht hab. Das mag allerdings auch an der sehr massiven Bauweise liegen. Anschließend zogen wir in Kleingruppen durch die Stadt und ich lernte die Altstadt auch noch einmal bei Tageslicht kennen.

Ein Novum war für mich die Übernachtung in einem richtigen Hotel – unsereins ist ja eher darauf getrimmt, am Abend irgendwen nach einem Stellplatz für die Kohte zu fragen. Das Hotel Hetman hat mir jedenfalls gut gefallen und irgendwie habe ich auch an Hotelübernachtungen so ein wenig gefallen gefunden. Ob das eine Alterserscheinung ist?

Auf jeden Fall ist diese Stadt für einen erneuten Besuch vorgemerkt. Beim nächsten Mal möchte ich allerdings zum einem etwas mehr Zeit und eine richtig gute Kamera mit Stativ mitbringen. Zum anderen dann auf jeden Fall bessere Gesundheit. Diese hat mir nämlich am Wochenende doch einen kleinen Strich durch die Rechnung gemacht. Annähernd durchgehend lief meine Nase und mit der Zeit wurde eben jene leider auch immer roter und tat entsprechend weh. Dank mangelhafter Belüftung meiner Nasennebenhöhlen war der Flug und vor allem die Landung kein so großer Spaß für mich. Der Druck war mehr als unangenehm und hat auch noch lange angehalten.
Nachdem ich nun den gestrigen Tag im Bett verbracht habe, geht es mir heute aber schon wieder wesentlich besser und ich blicke dem Ende meiner Erkältung entgegen.

Aktualisierung: Einige Bilder gibt es nun bei flickr zu sehen.