der tag und ich

Meine 15 Minuten Ruhm

Das war’s mit dem Leben. Ich kann ein­pa­cken, auf­hö­ren, Schluß machen. Alles, was man errei­chen kann, habe ich nun auch erreicht. Es ist voll­bracht: Ges­tern war ich in der Zei­tung: Ein Tweet über Hip­hop hat es als einer der „Tweets des Tages“ in die gedruckte „Welt kom­pakt“ geschafft. Groß­ar­tig, oder?

Dabei wäre es vor län­ge­rem schon mal fast soweit gewe­sen, damals hatte ich mir das Käse­blatt sogar extra gekauft. Um dann fest­zu­stel­len, dass ich in letz­ter Minute wohl doch noch raus­ge­flo­gen bin. Nun ist all die Ent­täu­schung, all der Gram, ver­ges­sen. Meine ver­dien­ten 15 Minu­ten Ruhm hab ich abbe­kom­men. So long! Und danke für den Fisch!

Linkeria (1. Dezember - 3. Dezember)

Diese Links habe ich in den letz­ten Tagen in mei­nem del.icio.us-Account gespeichert.

re:flexion

Mei­nen Besuch auf der re:publica habe ich zum Anlass genom­men, mir mal ein paar Gedan­ken über meine Online-Aktivitäten zu machen. Das ich das pas­sende T-Shirt dazu habe bedru­cken las­sen, war eher unbe­ab­sich­tigt. Es passt aber.

re:flexion

An mei­nen Akti­vi­tä­ten in diver­sen sozia­len Netz­wer­ken gibt es eigent­lich (zumin­dest aus mei­ner Sicht) nichts zu bemän­geln. Ich habe dort den Anspruch, mich nur mit Men­schen zu ver­net­zen die ich auch per­sön­lich kenne. Aus­nah­men bestä­ti­gen die Regel. Was meine „Ver­net­zung“ angeht, so ver­lasse ich mich da lie­ber auf das echte Leben.
Ich nehme weder XING, noch Face­book, noch Stu­diVZ, noch wer-kennt-wen son­der­lich ernst. Merkt man viel­leicht auch. Schön finde ich es aber nach wie vor, dass ich immer ein wenig im Blick habe was meine Mit­men­schen so treiben.

Nächs­ter Pati­ent: twit­ter. Da habe ich dann wirk­lich mal aus­ge­mis­tet. Etwa 80 Men­schen und andere Kon­takte sind raus­ge­flo­gen. Dabei war ich recht rigo­ros. Wenn mir auf­ge­fal­len ist, das jemand die­sen Monat noch nichts geschrie­ben hat, oder auf der ers­ten Seite des jewei­li­gen Accounts nichts stand das mir gefiel: Weg. Außer­dem sind erst mal alle nicht-menschlichen Accounts raus­ge­flo­gen, die mir so unter­ge­kom­men sind.

Zu guter letzt habe ich mir dann noch mei­nen Fee­dre­a­der vor­ge­nom­men. Da war ne Menge zu sor­tie­ren und ich hab zuerst mal alles her­aus­ge­wor­fen, was ich sonst immer nur über­flo­gen hab. Vor allem diverse News-Seiten sind nun nicht mehr drin und und somit ist mein Rau­schen an die­ser Stelle auch schon wie­der stark ver­rin­gert. Alles rele­vante bekommt man ja nach wie vor bei twit­ter mit, oder wird einem sowieso in allen mög­li­chen Blogs mehr­mals vorgekaut.

Das Inter­net mit all sei­nen Blogs, sozia­len Net­zen und twit­ter ist ein rie­si­ges Rau­schen von Infor­ma­tio­nen. Das finde ich auch wirk­lich gut und habe ich ver­stan­den. Aller­dings ist ja nach wie vor jedem über­las­sen, wie viel man davon mit­nimmt. Mich hat es (nicht nur wäh­rend und nach der re:publica) schon ein wenig genervt und teil­weise konnte ich auch gar nicht alles mehr rich­tig auf­neh­men.
Mein per­sön­li­ches Rau­schen habe ich nun auf jeden Fall erheb­lich redu­ziert und kann den Men­schen deren Texte ich lese und denen ich folge nun meine volle Auf­merk­sam­keit wid­men. Außer­dem habe ich mir vor­ge­nom­men, das von mir gene­rierte Rau­schen auch mal ein wenig zu redu­zie­ren und meine Tweet-Frequenz her­un­ter­zu­fah­ren. Twit­ter nehme ich übri­gens gar nicht ernst. Dem­ent­spre­chend sollte man das auch nicht mit mei­nen Tweets machen, also das ernst­neh­men. Aber anschei­nend inter­es­sie­ren sich doch einige Leute für den Unsinn den ich hin und wie­der ver­zapfe. Dafür gebe ich mir aber nun an die­ser Stelle in Zukunft viel­leicht ein wenig mehr Mühe.

Sensationsgeil in Winnenden

Heute kam es zu einem Ereig­nis, von dem man nicht möchte das es pas­siert. Im Süden Deutsch­lands ist ein Schü­ler Amok gelau­fen und hat dabei 14 Men­schen und sich selbst umge­bracht.
So etwas finde ich schlimm. Mir tut es leid um die Men­schen die umge­kom­men sind und noch viel mehr um die Men­schen, die heute jeman­den ver­lo­ren haben.

Doch wie sieht für den nicht näher betrof­fe­nen Bür­ger die wahr­schein­lichste Reak­tion auf so etwas aus? Ich für mei­nen Teil habe das Brow­ser­fens­ter geschlos­sen und wei­ter gear­bei­tet.
Für andere begann ein zusätz­li­cher Fei­er­tag: End­lich ist etwas schreck­li­ches direkt bei uns pas­siert! End­lich sind wir wer! Armes Deutschland.

Bei mei­nen spä­te­ren Streif­zü­gen durch das Inter­net ist mir dann eini­ges übel auf­ge­sto­ßen. Die ein­schlä­gi­gen News-Seiten haben sich der­ma­ßen mit Nach­rich­ten über­schla­gen, dass mir dabei fast schlecht wurde. Vor allem wenn man betrach­tet, dass viele der „Aktu­ells­ten Nach­rich­ten“ sich inner­halb kür­zes­ter Zeit über­holt hat­ten und viele schlicht weg falsch waren. Gerade von den „gro­ßen“ Nach­rich­ten­sei­ten, wie etwa dem Spie­gel, erwarte ich dann doch den „Qua­li­täts­jour­na­lis­mus“ den man dort immer pre­digt. Wer sich rich­tig auf­re­gen möchte, sollte sich den twitter-Stream von Bild.de anschauen. Dabei kommt mir die pure Wut hoch.

Damit wären wir auch beim nächs­ten Thema: Noch mehr habe ich mich näm­lich über die gesam­melte Twit­te­ria geär­gert. Dort scheint man näm­lich mit aller Gewalt schnell sein zu wol­len um den Ruf des flot­ten Medi­ums waren zu kön­nen. Unzäh­lige schrie­ben in den küm­mer­li­chen 140 Zei­chen, was sie aus Radio und Fern­se­hen und dem Inter­net so auf­schnapp­ten und über­schlu­gen sich dabei fast vor Sen­sa­ti­ons– und Neu­ig­kei­ten­geil­heit, gepaart mit herz­er­grei­fen­der öffent­li­cher Erschüt­te­rung. Dass dabei die wirk­li­che Infor­ma­tion auf der Stre­cke blei­ben musste, ist klar. Zum einen lässt sich in 140 Zei­chen nicht viel kom­mu­ni­zie­ren, zum ande­ren wur­den so viele Dinge ein­fach mal wei­ter­ge­tratscht, dass eine Unter­schei­dung zwi­schen wah­rem Sach­ver­halt und purem Gerücht nicht mehr mög­lich war. Eigent­lich hatte ich den meis­ten Men­schen in mei­ner Liste mehr zuge­traut. Und eigent­lich wäre das1 der ideale Zeit­punkt gewe­sen, mal ein wenig auszusortieren.

Am Ende bleibt mir ein Gedanke: Ist es nicht genau das, was der Junge mit sei­ner Tat bezwe­cken wollte? Dachte er sich viel­leicht: „Ich bring mal ein paar Leute um, dann sehen alle das es mich gibt und was ich drauf habe. Dann fin­den mich zwar alle scheiße, aber wenigs­tens ach­ten sie mal auf mich.„
Gescheh­nisse wie die in Win­nen­den sind in mei­nen Augen ein letz­ter Hil­fe­ruf nach Auf­merk­sam­keit. Die sen­sa­ti­ons­gei­len Gerüch­te­jun­kies unter uns hat­ten heute einen guten Tag. Die haupt­be­ruf­lich erschüt­ter­ten auch. Den Opfern und ihren Fami­lien bringt das alles nichts.

Übri­gens: Anderswo auf der Welt gibt es so Sachen wie Krieg oder schlimme Krank­hei­ten. Da ster­ben jeden Tag hun­derte und tau­sende von Men­schen, die meis­ten unschul­dig. Da ist nichts dran anders, als im aktu­el­len Fall. Die gan­zen Profi-Erschütterten scheint das aber nicht zu inter­es­sie­ren. Daran kann man sich anschei­nend nicht so gut auf­gei­len.2

  1. Wenn ich nicht was bes­se­res zu tun gehabt hätte, näm­lich arbei­ten. []
  2. Und ab mor­gen rege ich mich dann über alle auf, die keine Ahnung haben und des­we­gen den „Kil­ler­spie­len“ die Schuld geben. []

Eventbox

Wenn man viele Web 2.0-Dienste nutzt, fällt es oft schwer alles unter einen Hut zu brin­gen. Täg­lich gilt es meh­rere Web­sei­ten abzu­klap­pern, Dienste zu che­cken und mit Inhal­ten zu befül­len. Das kann anstren­gend sein, ich weiß wovon ich rede.
Event­box ist ein Desktop-Programm das als Cli­ent für Twit­ter, Face­book, Flickr, den Google Rea­der und Red­dit arbei­ten kann. Das klingt in mei­nen Augen sehr gut. Zwar nutze ich nur die ers­ten drei Dienste wirk­lich und habe keine Ahnung was Red­dit macht, aber für die ers­ten drei würde es sich schon loh­nen nur noch ein Pro­gramm zu nutzen.

Eventbox

Da Event­box nor­ma­ler­weise etwas kos­tet, fällt es für mich eigent­lich schon fast aus dem Rah­men, aber für die Ver­lo­sung auf Apfel­quak habe ich es mir dann doch mal angesehen.

Fol­gende Kon­fi­gu­ra­tion ist meine: Twitter-, Face­book– und Flickr-Account sind ein­ge­pflegt und außer­dem der Kom­men­tar­feed von die­ser Seite hier. Aller­dings wer­den im optio­na­len HUD-Fenster nur die Kom­men­tare und der Twitter-Account aktua­li­siert. Alles andere müsste ich mir im Haupt­fens­ter anschauen. Außer­dem habe ich dann mal alle mög­li­chen Refresh-Automatismen und Neuigkeiten-Anzeigen deak­ti­viert. Das hat mich schon nach 5 Minu­ten genervt. Dafür ent­schä­digt das Pro­gramm dann aber mit einer echt gelun­ge­nen Benut­zer­ober­flä­che die mir wirk­lich gut gefällt.

Alleine aber für die Twitter-Integration lohnt sich das Pro­gramm. Auch wenn der HUD-Stil des Pro­gramms arg bei Twit­te­rif­fic abge­schaut aus­sieht: An Funk­tio­na­li­tät wird es wirk­lich über­bo­ten, da die Funk­tio­na­li­tät der Web­seite voll abge­bil­det wird. Fol­low und Unfol­low per Cli­ent ist eine echt kom­for­ta­ble Sache!
Die Inte­gra­tion von Flickr gefällt mir auch gut, man ist immer auf dem Lau­fen­den was die Kon­takte dort so trei­ben. Die Upload-Funktion unter­stützt zwar nur ein­zelne Fotos, was aber mei­nen Ansprü­chen eigent­lich genügt. Nur sel­ten lade ich mehr hoch.

Ins­ge­samt scheint mir nach einem kur­zen Test Event­box eine tolle Mög­lich­keit zu sein, seine Web-Aktivitäten an einer Stelle zu koor­di­nie­ren. Ob ich wirk­lich Geld dafür aus­ge­ben möchte, weiß ich aller­dings nicht. Dazu müsste ich erst mal meine News­feed von News­ga­tor zum Google Rea­der über­tra­gen und dann die Client-Funktion von Event­box tes­ten. Ein paar wei­tere Dienste würde ich auch noch gerne inte­griert sehen, last.fm zum Bei­spiel. Dann könnte ich fast alle meine Ein­zel­pro­gramme durch einen zen­tra­len Cli­ent erset­zen.
Wenn dann noch wer eine halb­wegs gescheite XMLRPC-Schnittstelle imple­men­tiert bin ich glück­lich und gebe auch gerne ein wenig Geld aus…

Gezwitschertes Jubiläum

Olé! Ges­tern habe ich mei­nen 2500dertsten Tweet bei twit­ter abge­setzt. Gut, dass ich schon vor­her daran gedacht hatte und so was total coo­les reintip­pen konnte. Nicht.

Die­ses kleine Jubi­läum ist viel­leicht der rich­tige Zeit­punkt für ein klei­nes Fazit, wel­ches eigent­lich ganz kurz aus­fal­len kann: Ich mag twit­ter.
Ich lasse den Dienst so für mich nach dem Motto „Alles kann, nichts muss.“ neben­her mit­lau­fen. Zumin­dest wäh­rend mei­ner Arbeits­zeit ver­zichte ich auf etwaige Tools und schaue „manu­ell“ im Brow­ser was sich so getan hat. An man­chen Tagen kann das auch mal erst am Abend sein. Ein ande­res Mal freut man sich sehr über die Gedan­ken sei­ner Mit­men­schen und die vie­len Links die man so kre­denzt bekommt — wenn man will kann man sich so prima eine Weile beschäf­ti­gen. Gut infor­miert ist man auf jeden Fall immer.

Zur Feier des Tages habe ich dann das schon mal erwähnte Tweet­Stats noch­mal ange­wor­fen, was mir aller­dings nicht viel erzählt das ich auch selbst gewusst hätte. Die wich­tigs­ten Sachen las­sen sich dort aber ganz nett ablesen.

Am Ende finde ich es ein wenig schade, dass sich in mei­nem direk­ten Freun­des­kreis lei­der nicht all zu viele Vogel­freunde fin­den: Das könnte schon ein gro­ßer Spaß sein.