Unterwegs in Island, Tag 15: Hallgrímskirkja, die Innenstadt von Reykjavík und Harpa

Ein bisschen erholsamer hatte ich mir das schon vorgestellt, so diese erste Nacht in einem richtigen Bett. Leider rumoren unsere Nachbarn oben drüber bis weit nach Mitternacht herum, so dass ich erst spät einschlafe. Das Aufstehen gelingt mir dafür dann aber doch richtig gut. Wie komfortabel so ein Bad doch direkt gegenüber auf dem Flur sein kann. Ich dusche ausführlich und beim Frühstück besprechen wir den weiteren Tagesverlauf.

Wir starten ein kleines Experiment: Fräulein Anna zweifelte in den letzten Wochen öfter einmal die Ergebnisse unserer Fitbit-Zähler an, weil wir bei gleichem Tagesablauf am Ende mit doch relativ unterschiedlichen Schrittergebnisse herauskamen. Ich trage deshalb heute beide Zähler mit mir herum.

Hallgrímskirkja

Nicht nur, weil sie so weithin sichtbar auf dem Hügel über der Stadt thront, sondern auch weil es nur fünf Laufminuten sind, schauen wir uns als erstes die Hallgrímskirkja an. Die moderne Kirche sieht von außen wirklich mächtig aus, im inneren ist sie dahingegen ernüchternd „normal“ gestaltet. Wir sind natürlich bei weitem nicht die einzigen Touristen in der Kirche. Einige Zeit hören wir einem Mann zu, der auf einer wirklich großen Orgel spielt. Die wurde, wie ich erst später herausfinde, von der Firma Klais in der Bonner Kölnstraße gebaut, der gegenüber ich einige Jahr wohnte.

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Beim Herausgehen werden wir auf den Fahrstuhl aufmerksam, der Besucher nach oben in den Kirchturm bringt. Nachdem wir eine kleine Eintrittsgebühr bezahlt haben, fahren wir auch schon nach oben. Ich bin gespannt: Bekanntlich sind große Höhen ja nicht so meins. Als wir dann aus dem Fahrstuhl steigen, stehen wir zuerst einmal direkt hinter den großen Uhren im Turm. Wir müssen nun noch eine stabile Treppe hochsteigen, bis wir zur Aussicht kommen. Meine Bedenken zerschlagen sich: Hier ist alles sehr dick gemauert und die Öffnungen in den Wänden sind eher Schießscharten als richtige Fenster.

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Von hier oben hat man jedenfalls eine tolle Aussicht über die gesamte Stadt mit ihren vielen kleinen Häusern. Man sieht Flugzeuge und Helikopter auf dem Lokalflughafen starten und landen. Und natürlich Berge und Meer.

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Über die Mittagszeit machen wir die Haupt-Einkaufsstraßen ein wenig unsicher und stöbern in den vielen Geschäften. Ich probiere einen der typischen isländischen Wollpullis an, bin aber nicht nur wegen des Preises, sondern auch weil die Schafe hier echt kratzige Wolle produzieren. In einem sehr hippen Waschsalon-Café-Restaurant essen wir ein Schinken-Käse-Sandwich zu Mittag.

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Auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel kommen wir an einer interessanten Installation vorbei. Nahe der Anlegestelle der isländischen Küstenwache hat man sich die Mühe gemacht, alle Schiffsunglücke rund um Island seit dem 19. Jahrhundert auf großen Tafeln mit Landkarten zu verewigen. Die Statue zweier Männer der Küstenwache steht wachend dazwischen.

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Harpa

Einige weitere Ladenbesuche später landen wir im Konzert- und Konferenzhaus Harpa, was direkt am Hafen liegt. Das Gebäude beinhaltet mehrere große Veranstaltungssäle. Es sticht vor allem durch seine auffällige, futuristisch wirkende Fassade aus Glas hervor und sieht schon von außen ziemlich cool aus. Durch die schräg angeordneten und teilweise bunten Scheiben ergibt sich im inneren ein schönes Farben- und Lichtspiel. Wir haben heute leider relativ trübes Wetter und können uns nur vorstellen, wie es bei strahlendem Sonnenschein wohl wirkt.

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Wir laufen ein gutes Stück am Wasser entlang und kommen an einem stählernen Skulptur vorbei, die ein Wikingerschiff darstellt. Dann biegen wir wieder in die Innenstadt ab. Dabei schauen wir uns auch das Hostel an, was wir ursprünglich mal beziehen wollten, sind aber – vor allem weil es keinen Espresso gibt, ein bisschen enttäuscht.

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Unfassbar aber wahr: Es gibt noch mehr Geschäfte! Und zum Glück auch noch mehr Cafés. Bei einem weiteren Espresso fange ich dann auch mal an Postkarten zu schreiben. Eigentlich tragen wir die nämlich auch schon ungefähr seit Vík í Mýrdal mit uns herum. Schließlich laufen wir dann aber auch nach Hause und verbringen den Abend nach der vielen Lauferei mit einem Buch.

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Das Fitbit-Experiment zeigt übrigens: Auf Fräulein Annas Gerät bin ich heute 200 Schritte weniger gelaufen als auf meinem. Aber trotzdem genug.

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