Unterwegs in Island, Tag 2: Seljalandsfoss – Skógafoss – Sólheimajökull – Kirkjufjara – Vík

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Dass wir nur ein paar Meter von der Straße weg standen, hat mir nichts ausgemacht. In der Nacht hat es geregnet. Das Aufstehen gestaltet sich schwierig, ich bin sehr unmotiviert. Draußen ist es aber tatsächlich ok-warm, da es ausnahmsweise mal windstill ist. Wir bereiten den Tag ein wenig vor, planen grob die Strecke, suchen potentielle Schlafplätze heraus und lesen in den Reiseführer was auf der kommenden Etappe interessantes am Weg liegt.

Das Frühstück besteht aus, wie sich herausstellt, Hotdog-Brötchen. Da haben wir uns wohl vergriffen. Wir legen wieder Käse und Avocado auf und dann ist das auch gar nicht schlimm. Nach dem Zähneputzen geht es los, zuerst mal bis nach Hella, wo wir einen kurzen Einkaufsstop machen. Es ist gut zu wissen, dass jeder Ort eine mehr oder weniger große Einkaufsmöglichkeit hat. Verhungern werden wir jedenfalls nicht.

Als wir weiter fahren taucht in der Ferne ein Wasserfall auf. Wir beschließen, dort einfach mal spontan hin zu fahren.

Seljalandsfoss

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Es stellt sich heraus, dass der kleine Wasserfall unser erstes Tagesziel ist. Seljalandsfoss wird nämlich immer größer, als wir herankommen und die kleinen weißen Punkte davor entpuppen sich als ausgewachsene Reisebusse. Wir zirkeln uns dazwischen durch und finden einen Parkplatz.

Prompt fängt an zu regnen. Wir packen uns dick ein und stapfen los. Unser Parkplatz liegt direkt an einem Campingplatz, so dass wir zuerst einmal dort über die Wiese laufen und uns den kleinen Platz-eigenen Wasserfall anschauen. Der ist jetzt nicht so spektakulär, aber hey: Ein Wasserfall! Rechts herum geht ein Fußweg am doch recht steilen Hang entlang. Noch ein weiterer kleiner Wasserfall liegt linker Hand. Dann das riesige Ding, namens Seljalandsfoss, was da über 60 Meter in die Tiefe stürzt. Es regnen nun endlich in Strömen, was mir aber schon fast nichts mehr ausmacht.

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Ein kurzer Rundweg führt hinter den Fall, aber auch dort ist es nicht trockener. Wir werden endgültig nass. Der Wasserfall ist dennoch wirklich, wirklich beeindruckend. Vor allem auch, wenn man hinten dran steht. Wow.

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Skógafoss

Gar nicht viele Kilometer weiter sehen wir schon den nächsten Wasserfall. Skógafoss ist wieder von weitem zu sehen, inklusive der scheinbar obligatorischen Reisebusse. Wir machen erst mal eine Essenspause, lesen ein paar Seiten und schlafen ein wenig. Pausen können sehr großartig sein. Noch besser, wenn sich dabei das mit den Regen auch noch erledigt.

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Dann zum Wasserfall! Der ist wirklich riesig hoch und breit. Wir laufen über den Schotterstrand des daraus resultierenden Flusses. Am Rand des Wasserfalls kann man einige steile Stufen hochsteigen, was wir natürlich direkt machen. Oben hat es dann eine Plattform, von der aus man den Fall des Wassers beobachten kann. Es rauscht ganz schön, der Ausblick ist wirklich imposant. Ein bisschen besser wird es, nachdem wir über ein Gatter geklettert sind und ein Stück dem Wasser nach oben folgen. Der Flusslauf ist sehr malerisch, mit vielen Zerklüftungen und kleineren Wasserfällen. Von hier aus lassen sich auch ausgedehnte Wanderungen starten, wir laufen den Weg aber nur einige hundert Meter weit. Es soll heute ja schon noch ein Stück weiter gehen.

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Sólheimajökull

Wir sind eigentlich auf dem Weg nach Vík, aber der Weg hält noch einige Attraktionen für uns bereit. Wir biegen von der Hauptstraße links ab und fahren einige Zeit auf einer Schotterpiste zur Gletscherzunge Sólheimajökull. Dort ist nicht besonders viel los, was nach den doch recht trubeligen Wasserfällen eine willkommene Abwechslung ist. Einen kurzen Fußweg vom Parkplatz aus kommen wir an einen Aussichtspunkt, von dem aus man einen schönen Überblick auf den grau-schwarz-schmutzigen Gletscher, der in einiger Entfernung liegt, hat. Tatsächlich sehen wir sogar eine Gruppe oben auf dem Eis wandern.

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Kirkjufjara

Und dann wird es immer noch nicht Vík. Wir biegen rechts Richtung Meer ab und folgen einer kurvenreichen Straße bis zu einem windigen Aussichtspunkt am Strand von Kirkjufjara. Dieser liegt in einem Vogelschutzgebiet, was den grimmigen Zivi an einer Schranke mitten in der Landschaft erklärt. Der erklärt uns „You have twenty minutes, guys!“ und zeigt auf ein Schild: Tatsächlich ist nur bis 19 Uhr offen. Die Aussicht auf den stürmischen Strand ist dann tatsächlich ziemlich gut. In der Ferne kann man schon die Felsen vor Vík sehen. Schade, dass wir schon so spät an sind. Es wird nur ein schneller Fotostop und wir sitzen schnell wieder im Auto.

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Vík

Schließlich, endlich: Vík! Ein Regenbogen zeigt uns unterwegs den Weg. Wir checken schnell auf dem Campingplatz ein und laufen noch eine Runde durch den Ort. Es gibt einen recht großen Outdoor-Laden, eine Tankstelle und einen Imbiss. Wir entscheiden uns für zwei Schinken-Käse-Sandwiches mit Pommes und einer Free-Refill-Cola und zahlen knapp Dreißig Euro. Auswärts werden wir wohl nicht so oft essen. Nachdem in dem 300-Seelen-Ort sonst nicht viel los ist, liegen wir schnell wieder lesend in unserem Wägelchen und schlafen früh ein.

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