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Der Schneyra in der Nahe-Zeitung

Seit heute bin ich berühmt! Mindestens zumindest oder so. Um viertel nach sieben heute morgen bimmelte es kurz neben mir und ich wurde freundlichst darauf hingewiesen, doch mal einen Blick in die Nahe-Zeitung zu werfen, bevor ich wie üblich aus dem Haus renne.

Das hab ich dann auch brav getan und staunte nicht schlecht, als ich da einen Artikel mit der Überschrift

Weblogs immer beliebter
Öffentliche Online-Tagebücher: Im Kreis Birkenfeld schildern vor allem Jugendliche ihr Leben

lesen konnte. Aber es wurde noch besser, von der mit

Ein anderer Blogger überschreibt sein persönliches Online-Tagebuch mit „Gleisgeflüster oder der tägliche Pendlerwahnsinn“. Der 23-Jährige Student aus Idar-Oberstein, der Tag für Tag zum Studieren nach Mainz fährt, schreibt über sein Studium, Erlebnisse und Verspätungen von öffentlichen Verkehrsmitteln.

umschriebenen Person, nämlich dem Genge kam der Tipp per SMS. Und direkt der nächste Absatz hat mich dann (fast) umgehauen:

„Schneyra“, ein 24-jähriger Student der angewandten Informatik am Umwelt-Campus in Neubrücke, informiert die Leser seines Blogs „Der Tag und ich“ über Studium und Erlebnisse mit den Pfadfindern ebenso wie er Links zu Seiten mit lustigem Inhalt veröffentlicht.

Krasse Action! Ich glaub ich bin heute auf jeden Fall ein wenig in der Blogosphäre aufgestiegen! Darf ich mich nun D-List-Blogger (oder so) nennen? Bis ich es auf die A-Liste geschafft hab, dauert es glaub ich noch ein wenig.

Der Artikel, den ich leider nicht online gefunden habe, liest sich insgesamt richtig gut und ist auch inhaltlich so weit richtig. Das ist schon mal echt prima, da haben wir ja schon echt andere Sachen gelesen. An dieser Stelle deshalb mal ein Kompliment an den Herrn/die Frau „(san)“. Eine Sache hätte ich mir dann aber doch gewünscht: Die URLs zu den Blogs hätte man ruhig mal im Text veröffentlichen können. So ist der von mir erhoffte Besucheransturm leider ausgeblieben. Der ein oder andere hat sich zwar schon hier her verirrt (wie ich einem Kommentar entnehme), aber hauptsächlich werde ich weiterhin von Tokio-Hotel-Fans überrannt, die auf der Suche nach Bills Handynummer sind.

Nun wollen wir aber mal näher auf „meinen“ Text eingehen, wozu ich einige Passagen einfach mal kommentieren möchte:

  • „Schneyra“…
    das geht OK. Aber die Anführungszeichen sind unnötig. Das ist doch kein Spitzname oder so.
  • …ein 24-jähriger Student der angewandten Informatik am Umwelt-Campus in Neubrücke…
    Jupp, Alter stimmt, Studium auch und der Campus stand zumindest heute gegen halb 3 Uhr auch noch in Neubrücke. Der nächste Teil stimmt dann auch mit der Wahrheit überein.
  • …ebenso wie er Links zu Seiten mit lustigem Inhalt veröffentlicht.
    Jetzt geht es aber definitiv ab! Da fühle ich mich schon ein wenig verkannt! Ist dem Autor des Artikels denn nicht die sanfte Ironie, der leichte Sarkasmus und vor allem die ständige Bezugnahme auf die psychosoziale Komponente in Franz Kaffkas Spätwerk aufgefallen? Für mich klingt das so, als wolle ich Freude und so unter meinen Mitmenschen verbreiten. Echt jetzt!

Nun gut, wir wollen uns nicht weiter daran aufhalten. Und ganz ehrlich: Das fand ich alles sehr prima!