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Kippenpause (Teil 2)

Nachdem meine Prüfung gestern gelaufen (und bestanden) ist, folgt nun der zweite Teil meiner kleinen Problemgeschichte rund um meine Zigarettenpausen. Aktueller Stand: Ich mag keine Kippenpause mehr auf dem Balkon machen, wir kommen also zu Fall 2:

Auch auf der anderen Seite meines Domizils wohnen Rentner. Dieses mal haben wir es aber nicht nur mit einem störenden Exemplar zu tun, sondern direkt mit dreien. Diese nennen wir im folgenden mal „Herbert“, „Elfriede“ und „(Au-)Guste“. Zur Erklärung: „Herbert“ und „Elfriede“ sind verheiratet, „Guste“ ist die Mutter von Elfriede und inzwischen in die 90.

Mache ich nun also den Schritt aus der Haustür können wiederum drei Fälle eintreten, die ich im folgenden Beschreiben möchte.

Fall 2.1: „Herbert“ ist im Garten. Dies ist sicherlich der lockerste (und am wenigsten nervenaufreibenste) Fall. Irgendwie haben wir eine stille Abmachung, dass es mit einem „Jou!“ getan ist. Ein bisschen stört mich allerdings, dass „Herbert“ die letzte Zeit immer recht grummelig ist und dementsprechend eher ein Grunzlaut kommt.

Fall 2.2: „Guste“ hockt an ihrem Fenster. Im Idealfall ist das Fenster zu und man kann sich nach einem kurzen winken schnell aus ihrem Blickfeld entfernen, was allerdings recht schwer fällt da sie vom Fenster aus einen recht weiten Bereich überblicken kann – man läuft Gefahr so in den Bereich zu kommen, in den „Paul“ aus dem ersten Teil Einblick hat.
Der Worst-Case tritt ein, wenn im Sommer das Fenster offen ist. Dann hat man nämlich die Ehre, sich mit der schwerhörigen Dame über einen Höhenunterschied von 2 Stockwerken unterhalten zu dürfen. Das führt zum einen zu Genickschmerzen da die Gespräche länger werden, zum anderen zu Halsschmerzen da man doch recht laut brüllen muss, damit sie überhaupt etwas versteht. Besonders gerne unterhält sich „Guste“ übrigens wenn gerade Panzer auf der nahen Bundesstraße rollen.

Fall 2.3 ist der nervigste von allen. Hier geht es nicht um Kommunikation, sondern eher darum das eben diese nicht stattfindet. „Elfriede“ guckt nämlich gern aus dem Fenster und schaut mir dann zu wie ich meine Zigarette rauche. Dabei fixiert sie einen ziemlich gut und ihr entgeht sicherlich kein Detail. Merkwürdigerweise reagiert sie aber mit keinerlei Bewegung oder Mimik auf meine Versuche einen Gruß per Handzeichen loszuwerden. Dies ist nun der echte Ober-Worst-Case, denn bekanntlich will ich ja nur in Ruhe eine rauchen und meinen Gedanken nachhängen. Lösung wäre es auch hier, mich dem Blickfeld zu entziehen… leider eben in Richtung von „Pauls“ Revier.

Alles in allem ist die Situation sehr unbefriedigend. Tipps und Tricks zum geschickten Rauchen nehme ich gerne in den Kommentaren entgegen.

Disclaimer: Ich mag meine Nachbarn und hab gegen keinen von ihnen was. Eigentlich bin ich sehr froh, dass ich zwischen sehr netten Menschen wohnen kann – nur hin und wieder stressen aber auch die mich ziemlich.