Archiv für Monat: August 2007

Mit unseren Väddern ihren Söhnen auf Fahrt

Der Schnuub hat bereits darüber gebloggt und nun ist es auch an mir: Dem ein oder anderen mag es aufgefallen sein, in den letzten 2 1/2 Wochen war ich nicht da. Grund dafür war die Landesfahrt meines Landesverbandes.

Gemeinsam mit Thomas, dem Mechaniker und Jens hab ich eine Menge erlebt. Los ging es mit der Erneuerung unseres Pfadfinderversprechens. Dazu trafen wir uns bereits am 31.07. in Langenlonsheim auf dem Platz der Schwarzen Milane. Im Morgengrauen fand dann (wie auch sonst an vielen Orten auf der Welt) eine kleine, aber feine Zeremonie statt.

Im Anschluss daran ging es dann los. Während die „normalen“ Teilnehmer mit einem Reisebus fuhren, war unser Gefährt eine etwas alternder VW-Bus, der neben meinen Mitstreitern und mir auch einiges an Material transportierte. So gurkten wir mehr oder weniger schnell durch die halbe Republik und anschließend durch Österreich. Am späten Abend kamen wir auf einem Campingplatz in Bratislava an, wo man uns schon erwartete.

Nach einer Nacht unter freiem Himmel ging es dann erst einmal eine Woche auf Fahrt. Zu Fuß erkundeten wir die Slowakei und erlebten allerlei: Einen Mittelaltermarkt auf einer Burg, ein sehr schönes Zusammentreffen mit slowakischen Pfadfindern, Nächte unter freiem Himmel und eine Menge toller Landschaft. Doch keine Fahrt ohne Strapazen: Die Sonne brannte den ganzen Tag auf uns herunter und ich hatte das erste Mal in meiner Pfadfindergeschichte echte Probleme mit Blasen. Das machte den ein oder anderen Wandertag zu einer echten Qual. Irgendwie kam dadurch und den unverarbeiteten Stress der vergangenen Wochen nicht so rechtes Fahrtenfeeling auf – aber ich denke wir haben dennoch das Beste daraus gemacht und hatten eine Menge Spaß. Mit einer Menge Dummschwätzerei und dem ein oder anderen Kneipenbesuch brachten wir uns durch den Tag.

In der zweiten Woche sollten wir eigentlich das andere Fahrtenteam auf dem Abschlusslagerplatz ablösen, doch die hatten sich entschieden nicht mehr auf Fahrt zu gehen. So hatten wir die Gelegenheit von unserem Campingplatz, der sehr schön am Rande der Hohen Tatra lag, noch eine Bergtour zu machen. Diese führte uns den etwa 2500 Meter hohen „Krivan“ hoch, was sehr anstrengend war. Da wir aber des Mechanikers Gipfel der Inkompetenz erreichten, hat sich auch diese Tour mehr als gelohnt.

Während der gesamten Fahrt war es sowohl bei uns als auch bei den 9 anderen Fahrtengruppen aus dem ganzen LV zu keinen größeren Problemen gekommen. Erst am letzten Fahrtentag mussten wir unseren geplanten Ausflug ins „Slowakische Paradies“ ausfallen lassen, um den Ratze von seinem Magen-Darm-Leiden zu erlösen. Einen weiteren sehr ausführlichen Einsatz hatten wir dann noch während dem Abschlusslager, als ich gemeinsam mit Thomas einmal durch die halbe Slowakei gurkte um zwei Mädels (wieder mit Magen-Darm-Beschwerden) ins Krankenhaus zu bringen. Schlimm Krank waren die beiden zum Glück aber nicht: Nach einer Spritze und einem Päckchen Zwieback durften wir sie auch schon wieder mitnehmen.

Die Heimfahrt verlief dann (da wir über Nacht fuhren) sehr stressfrei. Da wir uns den Leif als vierten Fahrer engagiert hatten, musste ich auch nur zwei Schichten fahren und konnte uns um gegen 5 Uhr morgens vor dem Kreuznacher Bahnhof parken. Auf den großen Bus mussten wir noch etwa anderthalb Stunden warten.

Alles in allem habe ich so zweieinhalb schöne Wochen verlebt. Aber irgendwie habe ich Lust auf „normalen“ Urlaub.

Jeden Tag eine gute Tat

So mag der ein oder andere von uns Pfadfindern denken – das ist aber schon ein wenig übertrieben. Gestern hatte ich dann mal die Gelegenheit, ein paar Pfadfindern schnell und gewohnt unkonventionell zu helfen.

Angefangen hat es irgendwann mittags, als ich Materialwart Kacki am Apparat hatte: Er berichtete mir von einem Anruf von zwei Nordlichtern, die sich ein paar Planen und einen Topf leihen wollten. Ihnen war danach unsere Gegend hier ein wenig zu Fuß unsicher zu machen. Nach kurzem überlegen kam ich dann auch drauf: Den Spatze-Benny kannte ich aus meiner Zeit als Zivi im BdP-Bundesamt noch vom sehen, er war damals Landesvorsitzender in Niedersachsen (glaub ich).

Jedenfalls hab ich mich dann mit den Kack an der Marktschule getroffen, wo wir auf die beiden Kandidaten warteten. Die waren recht schnell versorgt: vier Kohtenplanen, zwei Seile und einen kleinen Topf später sind alle zufrieden gewesen. Nun ging es noch um einen Platz für die Nacht: Da man im hohen Norden keine Burgen kennt, war es ihr größter Wunsch auf einer solchen zu übernachten. Als erstes hab ich dann spontan die Schmidtburg empfohlen. Während ich dann allerdings zum Obersteiner Bahnhof vorausgefahren bin (da war Kandidat #3 abzuholen) dämmerte mir, dass es bis dahin ja noch ein gutes Stück ist und sie da im hellen schon mal nicht mehr ankommen würden, geschweige denn den langen Weg durch den Wald schaffen würden.
Ein kurzer Anruf bei Sarah vom Stamm nebenan bescherte den dreien dann eine Nacht auf der Burg Birkenfeld, von wo aus sie dann ein wenig die Umgebung bewandern wollten. Ich denke die drei haben eine Menge Spaß, vor allem beim Berge besteigen.

Eine andere Geschichte hab ich schon vor ein paar Wochen erlebt: Die Jenny hatte sich mit ihren Jugendclub in Hamburg von der VCP eine Jurte für eine Aktion geliehen. Leider war bei denen niemand zum Aufbautermin da um zu helfen und ich konnte auch nicht anreisen, um das Ding zu stellen. Nachdem ich dann eine gute Stunde lang am Telefon den Jurtenaufbau in allen Details geschildert hatte, hab ich ihr dann noch eine Telefonnummer eines Hamburger BdP-Stammes herausgesucht. Einen Anruf später standen dann zum vereinbarten Termin sieben Leute auf der Matte und haben die Jurte aufgebaut. Auch hier haben die Rädchen der Pfadfinderei wieder schön ineinander gegriffen.

Vielleicht brauche ich auch irgendwann einmal Hilfe, wenn ich irgendwo unterwegs bin. Da ist es doch schön, im Hinterkopf zu haben das es Leute von unserem Schlag fast überall auf der Welt gibt.
Natürlich gilt all das nicht nur für meine Genossen aus dem selben Bund oder überhaupt Pfadfinder, denn wie sagt schon die erste Pfadfinderregel:

Ich will hilfsbereit und rücksichtsvoll sein.
Es muss nicht immer die sprichwörtliche „Gute Tat“ sein. Aber Pfadfinder haben immer im Blick ob sie nicht irgendwo helfen können.