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Streikopfer

Zu guter letzt hat es mich nun doch noch erwischt: Ich bin Opfer des Bahnstreiks geworden.

Eigentlich wollte ich gestern um halb 7 Uhr mit dem Regionalexpress von Neubrücke nach Oberstein fahren, als mir eine Durchsage einen Strich durch die Rechnung machte.

„Der Regionalexpress $Nummer von Saarbrücken nach Mainz fällt heute streikbedingt aus. Ihre nächste Reisemöglichkeit…“

… war dann die Regionalbahn eine halbe Stunde später. Gut, dass ich nicht erst eine Viertelstunde vorher dem Kollegen J. erzählt hatte, dass ich bisher nicht von irgendwelchen Streiks betroffen war.

Bereits heute Morgen hatte ich überlegt, ob ich über das Thema bloggen sollte. Anlass war ein Bericht im Radio über die Verhandlungen, gefolgt von geschätzten 10 Minuten Verkehrsmeldungen mit jeder Menge Staus. Diese wurden augenscheinlich durch Leute ausgelöst, die wegen der Streiks auf das Auto zurückgreifen mussten.

Auf jeden Fall kommen mir die Forderungen doch ein wenig arg überhöht vor: 30% mehr Gehalt ist (in meinen völlig unqualifizierten Augen) schon ein guter Batzen. Das Gegenangebot der Arbeitgeber von 10% und einer Einmalzahlung hört sich in meinen (genauso unqualifizierten) Ohren eigentlich recht gut an.
Aus sicherer Quelle weiß ich, dass hier mindestens ein Verdi-Mitglied mitliest. Das ist zwar die falsche Gewerkschaft, aber über eine kleine Erklärung wäre ich dennoch dankbar.

Sauer war ich nicht: Das Unterstreichen von Forderungen durch Streiks ist kein schlechter Weg, die Öffentlichkeit auf Probleme aufmerksam zu machen. Hoffen wir, dass die Lokführer den Krieg nicht übertreiben. Das kann man nämlich auch. Viele Pendler sind jetzt schon nicht mehr so arg freundlich in ihrer Wortwahl wenn es auf das Thema kommt, auch das hörte man in den O-Tönen in der morgendlichen Reportage des SWR heraus.
Auf der anderen Seite scheint auch die Bahn nicht ganz unschuldig an manchen Ausfällen zu sein. In der letzten Woche las ich einen sehr interessanten Artikel in der Nahezeitung. Ein Lokführer berichtete, dass Leute die Arbeiten wollten (weil der Streik vorbei war) aufgrund des „Notfall-Fahrplanes“ nicht fahren durften das klingt in meinen (immer noch unqualifizierten) Ohren dann doch ein wenig merkwürdig.

Am Wochenende will ich mit der Bahn nach Bonn. Wollen wir mal hoffen, dass das auch klappt – sonst werd ich glaub ich auch mal ärgerlich. Allerdings weiß ich noch nicht so recht, an wem ich es dann auslassen soll.