Archiv für Monat: Oktober 2015

Zoutelande

„Wenn man etwas zwei Mal macht, ist es eine Tradition!“ sagt das Sprichwort. Traditionsgemäß saß ich also am Freitag Nachmittag mit Frau Schwester im Auto auf dem Weg nach Zoutelande. Nur etwa dreieinhalb Stunden fährt man da gemütlich hin. Dort machen unsere Eltern traditionsgemäß (und wirklich schon mehr als zwei Mal) Urlaub um diese Zeit. Ein guter Grund, auch anderthalb Tage am Meer zu verbringen.

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Am Samstag ging es dann auch traditionsgemäß aus dem Haus, zu einem längeren Spaziergang am Strand. Es war gar nicht mal so kalt, trocken und leider auch recht grau. Ich habe ein paar Bilder mitgebracht. Beeindruckend fand ich ja auch dieses Mal wieder die Paraflieger, die von von einer Dühne aus starten und dort im Aufwind immer hin und her fliegen, bevor sie irgendwann auf dem Sand landen.

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Und dann war ich am Ende noch froh, dass ich den Graufilter auch dabei hatte. Wie schick das Meer auch sein kann, wenn es still steht!

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Unterwegs in Island, Tag 16: Ein Outlet, Reykjavíks Botanischer Garten und zwei Museen

Vielleicht habe ich mich einfach zu sehr an das Schlafen im Auto gewöhnt: Schon wieder stehe ich arg gerädert auf. Was soll das?

Nach einem kleinen Frühstück machen wir bei wirklich wunderbarem Sonnenwetter einen Ausflug zum Icewear-Outlet. Das ist in einem Vorort von, zusammen mit Baumärkten, Autohäusern und allerlei anderen Geschäften. „Auf der grünen Wiese“ würde man bei uns wohl sagen. Es ist ganz interessant, auf dem Weg dorthin durch einige Wohngebiete zu spazieren und so auch mal die Ecken der Stadt zu begutachten, die man sonst nicht so zu sehen bekommt.

Das Outlet selbst enttäuscht dann fast ein bisschen. Der immer noch hart gewünschte Wollpullover ist hier nicht zu haben, ich kaufe mir dafür eine sehr schicke – und vor allem deutlich heruntergesetzte – Fleecejacke.

Der Botanische Garten

Auf dem Rückweg kommen wir irgendwie am Botanischen Garten heraus. Hier ist es wirklich sehr hübsch. Es gibt kaum Touristen. Dafür viele Enten und einen großen Park mit einem Wasserlauf und viele Pflanzen. Rundherum ist ein Naherholungsgebiet und einige Sportstätten. Die Sonne scheint immer noch heiß auf uns herunter, es sind fast 20°. Ein schöner Spaziergang.

Zum Mittagessen kehren wir dann wieder in unserem Zuhause ein und müssen zuerst einmal einen kleinen Mittagsschlaf einlegen. Obwohl es erst kurz vor zwei Uhr ist, haben wir schon über elftausend Schritte zurückgelegt. Puh!

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The Icelandic Philological Museum

Nächster Halt: „The Icelandic Phallological Museum“. Das enttäuscht leider ein wenig, ich hatte etwas anderes erwartet. Ich bin jetzt ja schon nicht so der Fan von Formaldehyd-Konserviertem. Und dann sind es halt Penisse. Eher skurril, wie sich Kunst und naturwissenschaftliche Ausstellungsstücke mischen. Schade.

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Fotomuseum

Wir laufen durch die Stadt zum Fotomuseum. Nachdem wir ein paar Mal suchend um den Block gelaufen sind, finden wir es tatsächlich auch. Hier gibt es mehrere schöne Bilderserien von in- und ausländischen Künstlern zu sehen, die aber alle in Island leben. Mir gefällt besonders die Serie eines Mannes namens Dominik Smialowski, der in der teils sehr unwirklichen Landschaft Islands immer wieder einen Mann in einer Raumfahrer-Montur posieren lies. Das letzte Bild der Serie „Brotlending / Melancholy“ zeigt dann den säuberlich gefalteten Anzug mitsamt dem Helm, an der Klippe eines Wasserfalls liegend.

Besonders gern mag ich auch den Abstieg. Das Museum liegt im 6. Stock über der Stadtbibliothek. Das ganze gewundene Treppenhaus hinunter kann man teils sehr alte Fotografien aus dem Alltag Islands sehen. Kinder spielen, Menschen arbeiten auf Feldern, machen ein Picknick.

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Schließlich setzen wir uns noch einmal eine Weile in ein Café und schreiben die letzten Postkarten fertig. Das wird auch mal Zeit!

Dieser Beitrag stammt aus der Reihe Unterwegs in Island.

Im Sommer 2015 sind Fräulein Anna und ich gemeinsam mit einem kleinen Wägelchen in Island unterwegs – einmal rund herum geht es. Bei Wind und Wetter erleben wir alle Facetten der Insel.

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Unterwegs in Island, Tag 15: Hallgrímskirkja, die Innenstadt von Reykjavík und Harpa

Ein bisschen erholsamer hatte ich mir das schon vorgestellt, so diese erste Nacht in einem richtigen Bett. Leider rumoren unsere Nachbarn oben drüber bis weit nach Mitternacht herum, so dass ich erst spät einschlafe. Das Aufstehen gelingt mir dafür dann aber doch richtig gut. Wie komfortabel so ein Bad doch direkt gegenüber auf dem Flur sein kann. Ich dusche ausführlich und beim Frühstück besprechen wir den weiteren Tagesverlauf.

Wir starten ein kleines Experiment: Fräulein Anna zweifelte in den letzten Wochen öfter einmal die Ergebnisse unserer Fitbit-Zähler an, weil wir bei gleichem Tagesablauf am Ende mit doch relativ unterschiedlichen Schrittergebnisse herauskamen. Ich trage deshalb heute beide Zähler mit mir herum.

Hallgrímskirkja

Nicht nur, weil sie so weithin sichtbar auf dem Hügel über der Stadt thront, sondern auch weil es nur fünf Laufminuten sind, schauen wir uns als erstes die Hallgrímskirkja an. Die moderne Kirche sieht von außen wirklich mächtig aus, im inneren ist sie dahingegen ernüchternd „normal“ gestaltet. Wir sind natürlich bei weitem nicht die einzigen Touristen in der Kirche. Einige Zeit hören wir einem Mann zu, der auf einer wirklich großen Orgel spielt. Die wurde, wie ich erst später herausfinde, von der Firma Klais in der Bonner Kölnstraße gebaut, der gegenüber ich einige Jahr wohnte.

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Beim Herausgehen werden wir auf den Fahrstuhl aufmerksam, der Besucher nach oben in den Kirchturm bringt. Nachdem wir eine kleine Eintrittsgebühr bezahlt haben, fahren wir auch schon nach oben. Ich bin gespannt: Bekanntlich sind große Höhen ja nicht so meins. Als wir dann aus dem Fahrstuhl steigen, stehen wir zuerst einmal direkt hinter den großen Uhren im Turm. Wir müssen nun noch eine stabile Treppe hochsteigen, bis wir zur Aussicht kommen. Meine Bedenken zerschlagen sich: Hier ist alles sehr dick gemauert und die Öffnungen in den Wänden sind eher Schießscharten als richtige Fenster.

Ausblick von Hallgrímskirkja auf die Stadt

Von hier oben hat man jedenfalls eine tolle Aussicht über die gesamte Stadt mit ihren vielen kleinen Häusern. Man sieht Flugzeuge und Helikopter auf dem Lokalflughafen starten und landen. Und natürlich Berge und Meer.

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Über die Mittagszeit machen wir die Haupt-Einkaufsstraßen ein wenig unsicher und stöbern in den vielen Geschäften. Ich probiere einen der typischen isländischen Wollpullis an, bin aber nicht nur wegen des Preises, sondern auch weil die Schafe hier echt kratzige Wolle produzieren. In einem sehr hippen Waschsalon-Café-Restaurant essen wir ein Schinken-Käse-Sandwich zu Mittag.

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Auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel kommen wir an einer interessanten Installation vorbei. Nahe der Anlegestelle der isländischen Küstenwache hat man sich die Mühe gemacht, alle Schiffsunglücke rund um Island seit dem 19. Jahrhundert auf großen Tafeln mit Landkarten zu verewigen. Die Statue zweier Männer der Küstenwache steht wachend dazwischen.

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Harpa

Einige weitere Ladenbesuche später landen wir im Konzert- und Konferenzhaus Harpa, was direkt am Hafen liegt. Das Gebäude beinhaltet mehrere große Veranstaltungssäle. Es sticht vor allem durch seine auffällige, futuristisch wirkende Fassade aus Glas hervor und sieht schon von außen ziemlich cool aus. Durch die schräg angeordneten und teilweise bunten Scheiben ergibt sich im inneren ein schönes Farben- und Lichtspiel. Wir haben heute leider relativ trübes Wetter und können uns nur vorstellen, wie es bei strahlendem Sonnenschein wohl wirkt.

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Wir laufen ein gutes Stück am Wasser entlang und kommen an einem stählernen Skulptur vorbei, die ein Wikingerschiff darstellt. Dann biegen wir wieder in die Innenstadt ab. Dabei schauen wir uns auch das Hostel an, was wir ursprünglich mal beziehen wollten, sind aber – vor allem weil es keinen Espresso gibt, ein bisschen enttäuscht.

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Unfassbar aber wahr: Es gibt noch mehr Geschäfte! Und zum Glück auch noch mehr Cafés. Bei einem weiteren Espresso fange ich dann auch mal an Postkarten zu schreiben. Eigentlich tragen wir die nämlich auch schon ungefähr seit Vík í Mýrdal mit uns herum. Schließlich laufen wir dann aber auch nach Hause und verbringen den Abend nach der vielen Lauferei mit einem Buch.

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Das Fitbit-Experiment zeigt übrigens: Auf Fräulein Annas Gerät bin ich heute 200 Schritte weniger gelaufen als auf meinem. Aber trotzdem genug.

Dieser Beitrag stammt aus der Reihe Unterwegs in Island.

Im Sommer 2015 sind Fräulein Anna und ich gemeinsam mit einem kleinen Wägelchen in Island unterwegs – einmal rund herum geht es. Bei Wind und Wetter erleben wir alle Facetten der Insel.

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Unterwegs in Island, Tag 14: Gullfoss, Aufbruch nach Reykjavík

Der letzte Tag unterwegs! Und gleichzeitig der erste Tag, an dem wir tatsächlich einen Wecker gestellt haben. Bevor wir später das Auto in Reykjavík zurückgeben müssen und in unsere Wohnung einziehen, wollen wir nämlich noch ein bisschen was erleben!

Zuerst aber duschen wir mal und packen bei leichtem Regen unsere Sachen zusammen. Die letzten zwei Wochen haben wir uns schon ein wenig im Auto ausgebreitet, nun muss auch alles wieder in die Rucksäcke passen. Das klappt gerade so. Dabei macht sich schon ein bisschen Wehmut breit: Auch wenn das Wetter und vor allem die Temperaturen uns schon oft fluchen ließen, haben wir doch auch eine Menge erlebt und viel Spaß gehabt.

Gullfoss

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Mit fertig gepacktem Wagen fahren wir zu Gullfoss, unserer letzten Station auf den „Golden Circle“. Vom Parkplatz beim Besucherzentrum aus geht es über einen mit Holz befestigten Weg zu einer Klippe. Dort verschlägt es mir auf Grund der Größe des Wasserfalls dann doch ein bisschen die Sprache. Als wir dann eine Treppe auf die nächste Ebene hinuntergestiegen sind, schlägt uns auch schon die Gischt des Wasserfalls ins Gesicht – obwohl der noch ein gutes Stück weg ist.

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Der stetige Wind, die Gicht und das Dröhnen des Wasserfalls wirken beständig auf einen ein. Die Situation ist schon in bisschen fordernd. Weiter vorne, direkt am Wasser ist es nur noch lauter und man muss auch ein bisschen aufpassen, auf dem nassen Fels nicht hinzufallen.

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Die nächste Stunde verbringen wir damit, die beiden Stufen des Wasserfalls zu erkunden. Über einen Weg an der Seite kommt man bis direkt ans Wasser. Obwohl sehr viel los ist, stören mich die Leute dieses Mal kaum, ich mache wirklich viele Bilder und höre dem Wasser beim Donnern zu.

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Irgendwann ist es dann aber auch genug. Wir steigen die Treppen in Richtung Parkplatz wieder hoch und laufen langsam zum Auto. Die aufgebauten Informationstafeln sind tatsächlich sehr interessant, das Besucherzentrum reizt und heute so gar nicht. Es geht los in Richtung nach Reykjavík . Wir geben unsere bei AirBnB angemietete Wohnung als überhaupt erstes Ziel in das Navigationsgerät ein. Bisher haben wir dessen Zielführung tatsächlich noch nicht gebraucht. Eine gute Stunde Fahrt steht an. Thees Uhlmann singt mit uns seine Lieder, während wir noch einmal durch den Þingvellir-Nationalpark fahren.

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Reykjavík

Als es dann Reykjavík rein geht, wird die Straße mehrspuriger und wir fahren durch etwa 20 Kreisel. Nicht übertrieben. Schließlich landen wir dann auch vor der scheinbar sehr zentral gelegenen Wohnung. Nach den letzten Minuten in der Stadt bin ich dann fast froh, das Auto abgeben zu können. Erst jetzt wird mir bewusst, wie entspannt das Fahren rund um die Insel wirklich war!

Nach kurzer Wartezeit werden wir dann von der Mutter unseres Hosts in Empfang genommen. Im Gegensatz zu dem ersten Eindruck, den die Gegend auf einen macht, ist die Wohnung sehr schick und ordentlich – und wirklich wirklich gut geheizt. Nun hatten wir ja wirklich genug mit Kälte zu tun in den letzten Tagen und ich freue mich wirklich über ein warmes Dach über dem Kopf, aber hier muss ich zuerst einmal alle Fenster kurz aufmachen.

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Lange können wir aber sowieso nicht bleiben, denn der nächste Termin steht ja an: Um 16 Uhr will das Auto zurückgegeben sein. Also ein letzter Blick in alle Ecken und Ritzen und dann fahren wir mit einem kurzen Tankstop zum Busbahnhof. Ich mache sicherheitshalber noch einmal eine Runde Bilder vom Auto und dann warten wir ein wenig. Ein kleines bisschen sind wir schon traurig, unser treues Gefährt abzugeben.

Es kommt auch tatsächlich eine Frau, die das Auto entgegennimmt. Sie dreht eine kurze Runde um das Auto, wir halten ein bisschen Smalltalk, sie bekommt den Schlüssel. Fertig. Mir kommt das ein bisschen knapp vor – aber ok.

Quer durch die Stadt laufen wir zurück zur Wohnung. Ich glaube, es ist hier alles sehr gut zu Fuß zu erreichen, was mir Reykjavík ja direkt sympathisch macht. Wir kommen an der Hallgrímskirkja, dieser großen, alles überragenden Kirche, vorbei. Dann laufen wir durch die Haupt-Einkaufsstraße und ganz schnell auch wieder bei unserer Wohnung. Schnell läuft eine Maschine Wäsche.

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Am Abend entscheiden wir uns für ein Burger-Restaurant in der Nähe des Wassers. Das scheint recht beliebt zu sein, denn wir müssen ein klein wenig Wartezeit in Kauf nehmen. Bei zunehmendem Hunger kann das (wie fast überall) frei verfügbare WLAN nur ein kleines bisschen trösten. Einen großen Burger mit Süßkartoffeln später geht es uns deutlich besser.

An den Tischen neben uns hat sich eine größere englische Schülergruppe samt Lehrerbetreuung niedergelassen. Man hat alles gut geplant: Die Essenwünsche der Kinder wurden wohl vorher per E-Mail eingesammelt. Nun hat eine der Lehrerinnen eine dicke Mappe vor sich auf dem Arm und es wird mit jeder Minute ein wenig komplizierter.

Mit einem kleinen Umweg am Wasser entlang laufen wir zeitig zu unserer Wohnung zurück und landen früh im Bett. Es ist fast ein bisschen ungewohnt, sich mit viel Platz umziehen zu können und zum Zähneputzen nicht noch einmal Fleecejacke und Wollmütze anziehen zu müssen.

Dieser Beitrag stammt aus der Reihe Unterwegs in Island.

Im Sommer 2015 sind Fräulein Anna und ich gemeinsam mit einem kleinen Wägelchen in Island unterwegs – einmal rund herum geht es. Bei Wind und Wetter erleben wir alle Facetten der Insel.

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