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Tromsø von oben

Heute ist der letzte ganze Tag unserer Urlaubsreise und den wollen wir natürlich noch einmal nutzen. Nach einem kleinen Frühstück geht es durch die Stadt, über die große Brücke. Meine allgegenwärtige Höhenangst habe ich einigermaßen unter Kontrolle. Vielleicht auch, weil ich weiß was sonst noch auf mich zu kommt.

Kurzbesuch in der Eismeerkathedrale

Bevor wir zu unserem eigentlichen Ausflugsziel kommen, besuchen wir noch die Eismeerkathedrale. Über das auffällige Gebäude, was eigentlich eine normale Kirche ist und gar keine Kathedrale, stolpert man mehr oder weniger, wenn man über die Brücke kommt. Ich mag das Gebäude mit der ungewöhnlichen Form und die Ruhe darin.

Mit der Seilbahn auf den Storsteinen

Anschließend müssen wir gar nicht weit laufen, bis wir an der Talstation der Fjellheisen-Seilbahn ankommen, die uns kurz darauf auf den Hausberg Tromsøs, den Storsteinen, bringt. Von dort aus hat man eine – in unserem Fall leider wolkenverhangene – Aussicht auf die gesamte Stadt. Eine ganze Weile laufen wir auf dem Berg herum, bis erste Regentropfen uns dazu bewegen mit der nächsten Bahn wieder ins Tal zu fahren.

Tromsø von oben.
Tromsø von oben.
Ein Kreuzfahrtschiff von oben.

Das es kurz darauf wieder bestes Wetter hat und sogar die Sonne ein wenig herauskommt, konnte natürlich keiner ahnen. Wir haben uns inzwischen daran gewöhnt, dass diese Wetter-Nummer nicht ganz so nach unserem Geschmack verläuft.

Nach einem ausführlichen Abendessen heißt es dann auch „Koffer packen!“, denn am nächsten Morgen geht es zeitig zum Flughafen und dann auch mit nur einem Zwischenstopp wieder nach Hause. Schön war es in Norwegen, wir kommen wieder!

Zurück nach Tromsø, eine Fotoausstellung und ein altes Schiff

Natürlich ist das alles nicht so einfach, wie wir uns das vorstellen. Da hatte ich doch wirklich einhundertprozentig in Erinnerung, dass direkt um die Ecke der Autovermietung eine Tankstelle war! Aber weit gefehlt. Eine gute halbe Stunde Umweg müssen wir in Kauf nehmen, um das Wägelchen sauber und vollgetankt wieder abgeben zu können. Mir fällt der Abschied schwer: Ich mag die ungezwungene Art und kann mich zumindest in Urlaubssituationen ganz gut darauf einlassen, einfach in den Tag hinein zu leben. Es ist davon auszugehen, dass wir nicht das letzte Mal in einem solchen Gefährt unterwegs waren.

Nach der ordnungsgemäßen Übergabe des Autos sitzen wir kurz darauf zuerst an einer nahen Bushaltestelle und noch ein klein wenig später in einem Bus nach Tromsø.

Tromsø

Über die lange gebogene Brücke fahren wir in das Städtchen ein. Nicht weit von unserem Hotel hält der Bus und schnell haben wir eingecheckt und unser Gepäck ins Zimmer verladen. Ich freue mich auch ein bisschen darauf, wieder in einem richtigen Bett zu schlafen. Das Querbett im Auto war von der Länge her relativ knapp kalkuliert.

Statue in Tromsø.
Ein bunt bemaltes Haus.

Schon bald machen wir uns wieder auf den Weg und erkunden die Stadt ein bisschen. An unserem ersten Tag hier war es ja schon recht spät und irgendwie alles zu. Nachdem wir ein bisschen herumgestreunert sind und ein kleines Mittagessen hatten, landen wir durch Zufall am Perspektivet Museum, was sich in einem alten verwinkelten Gebäude befindet. Dort ist fotografieren verboten. Über eine Stunde schauen wir uns die vielen vielen Fotos an.

MS Polstjerna

Anschließend landen wir wieder am Wasser. Relativ knapp vor Schluss besuchen wir noch das Robbenfängerschiff MS Polstjerna, was heutzutage in einem schicken Glaskasten direkt am Wasser liegt. Man kann das Innere wunderbar erkunden und bekommt mit einem sehr ausführlichen Audio-Guide alles wissenswerte rund um die Robbenjagd im hohen Norden erzählt. Ein weiteres Museum, was mir sehr gut gefällt.

Die Brücke des Schiffs.
Die Brücke eines Schiffs.

Nachdem man uns mehr oder weniger aus der Ausstellung komplementiert hat, ist es auch schon Zeit für’s Abendessen. Nach einem kleinen Spaziergang landen wir in einem kleinen Restaurant, wo es für uns beide ein leckeres Fischgericht gibt.

Der letzte Reisetag: Entspannung in der Sonne

Heute ist unser letzter Reisetag im Wägelchen. Ein paar Kilometer haben wir noch vor uns, bis wir die letzte Nacht kurz vor Tromsø verbringen wollen. Da auf dem Weg keine großartigen Sehenswürdigkeiten liegen, lassen wir es ruhig angehen und machen ordentlich Pausen, genießen die Sonne und lassen es uns gut gehen. Es gibt sehr viele schöne Rastplätze am Rande der Straße, von denen man immer einen schönen Blick auf das allgegenwärtige Wasser hat.

Eine Brücke.
Berge und Meer.

Ramfjord

Der von uns auserkorene Campingplatz, der dann nur noch dreißig Minuten von der Autovermietung entfernt ist, stellt sich leider als ziemlich schäbig heraus. Er hat seine besten Zeiten, aus der wohl all die guten Bewertungen kommen, auf jeden Fall hinter sich. Scheinbar haben wir abseits der Lofoten dann nicht mehr so arg viel Glück, was das angeht. Dabei liegt der Platz an einem tollen Platz direkt am Wasser. Es ist nicht viel los, wir parken in der ersten Reihe und schauen einfach nach vorne raus.

Zum Abendbrot gibt es, bei dem guten Wetter nehmen wir alles mit, neben dem Wägelchen gebratene Würstchen und dazu einen leckeren Nudelsalat. Ich höre auch gleich wieder damit auf – aber meine Güte, wie viel einfacher alles ist, wenn man ein bisschen Sonne hat!

Nachdem wir das Wägelchen noch ein bisschen sauber gemacht haben, steht für heute eigentlich nichts mehr an. Bei Sonnenuntergang ziehe ich nochmal eine Weile mit dem Fotoapparat rum und nutze das warme und trockene Wetter für die ein oder andere Langzeitbelichtung. Davon hätte ich ja schon gerne mehr gemacht.

Langzeitbelichtung eines Sees und Berge im Hintergrund.
Langzeitbelichtung eines Sees.

Polar Park – Arctic Wildlife Center

Heute lassen wir den Wecker das Aufstehen bestimmen: Um 13 Uhr wollen wir am Tierpark sein und bis dahin ist noch ein gutes Stück zu fahren. Nach einer flotten Dusche, in der vermutlich unschönsten Gelegenheit unserer Reise, gibt es ein flottes Frühstück und dann düsen wir schnell los. Unterwegs kommt bald auch die Sonne ein bisschen heraus, während wir an bekannten Stellen vorbei kommen. Hier sind wir an den ersten Tagen unserer Tour auch durch, da kann man fast ein bisschen Sentimental werden.

Polar Park – Arctic Wildlife Center

Ein Wolf.

Der Polar Park in Bardu ist dann tatsächlich ziemlich großartig. Wir sind pünktlichst da und können sogar noch Mittagspause machen, bevor wir Eintritt zahlen und uns zum Treffpunkt für die Führung begeben. Es war großer Quatsch ein Jäckchen einzupacken. Nach kurzer Zeit wandert der dünne Pulli auch in den Rucksack und man wünscht sich eine kurze Hose her. Das Wetter ist grandios.

Aber zurück zum Zoo: Eine junge Frau ist sehr mutig und steigt als erstes Mal mit einem Eimer voller Fleischstücke in das Luchs-Gehege. Es gelingt ihr dann auch tatsächlich, erst eins und dann zwei der Tiere anzulocken. Die wirken sehr zutraulich, man warnt aber mehrmals davor, nicht zu nahe an den Zaun zu gehen.

Nach den Luchsen sind die Wölfe an der Reihe, dann ein Polarfuchs und schließlich die Bären. „Bjørn“ heißen die hier, was mich zuerst ein wenig verwirrt. Aber der Wolf heißt ja auch Ulv. Was soll’s. Jedenfalls verschieße ich eine Menge digitalen Films dabei, die umtriebigen Viecher fest zu halten.

Nachdem der kleine Rundgang vorbei ist, stromern wir so noch eine ganze Weile durch den Park. Die Rentiere verstecken sich leider vor uns, aber wir beobachten dafür eine ganze Weile eine Elchkuh mit ihren Jungen. Im Laufe des Nachmittags entstehen unfassbar viele Bilder der vielen Tiere.

Enten.

Danach gibt es Eis und wir beschließen nicht mehr weiter zu fahren und einfach hier auf dem Parkplatz zu bleiben. Das darf man nämlich. Schnell steht das Auto am Rand neben einem weiteren Übernachtungsgast und wir sitzen in der prallen Sonne. Das tut gut. Nach einer ausführlichen Pause räume ich das Wägelchen ein wenig auf und mache ein paar Bilder von innen. Man wird ja doch immer wieder danach gefragt.

Der Abend besteht aus einem kurzen Spaziergang, viel lesen bei offener Seitentür mit Blick auf den sonnenbeschienenen Berg und ein bisschen spielen. Fräulein Anna hält sich wieder nur halb an die Spielregeln: Ich gewinne nur ein Mal.

Fauskevåg, Tjeldsundbrua Camping, Schiffe auf dem Fjord

Macht’s gut, Lofoten!

Und schon sind wir mal anderthalb Stunden am Stück gefahren. Huch! Heute haben wir die Lofoten wieder verlassen. Die große Brücke direkt am Anfang der Inselgruppe ist ein wirklich markantes Wegzeichen. Ich bin ein bisschen traurig, gerne hätte ich mir noch ein wenig mehr Zeit auf den Inseln gelassen.

Die E10 zieht sich entlang des Wassers. Auf den Straßen ist bemerkenswert wenig los. Highlight der Fahrt ist vielleicht ein vorbeifahrendes Kreuzfahrtschiff. Wir machen heute den tausendsten Kilometer mit dem Wägelchen voll.

Ein Schiff auf dem Fjord.
Campingautos und Wochenendhäuser.
Kleine Häuser am Wasser.

Bei Fauskevåg schauen wir uns einige kleine Inseln an. Ein paar Familien nutzen das Naherholungsgebiet auch Samstags und bei trübem Wetter. Wir drehen eine Runde über die die kleinen Inseln und üben uns darin, Steine auf dem Wasser springen zu lassen. Das habe ich schon wirklich lange nicht mehr gemacht. So wirklich viel Spaß macht das Rumhängen hier bei der aktuellen Wetterlage aber leider nicht und so brechen wir schon bald wieder auf.

Tjeldsundbrua Camping

Nächstes Ziel ist der Campingplatz Tjeldsundbrua Camping. Hier wollen wir heute nächtigen. Wir sind relativ zeitig da und hängen deshalb, nachdem wir die Ver- und Entsorgungsstationen für Wohnmobile benutzt haben, erst mal eine Weile im Free WIFI rum. Das tut sogar einigermaßen seinen Dienst, der Platz ist leider weit davon entfernt irgendwie „schön“ zu sein. Er wird scheinbar hauptsächlich von Arbeitern benutzt, die hier in Containern wohnen.

Als das Internet langweilig wird, ziehen wir uns warm an und laufen eine ganze Weile über den Muschelkies-Strand und die Steine am Meer. Von einer Stelle aus hat man eine tolle Aussicht auf die große Brücke, die hier Ihren Bogen über den Fjord spannt. Von unten sieht sie genau so imposant aus, wie sie sich fährt. Wir beobachten eine ganze Weile die Autos, Busse und LKW, die die Brücke passieren.

Ein Schiff auf dem Fjord.

Nach dem Abendessen, bei dessen Zubereitung im Kochhaus wir deutschsprachige Gesellschaft haben, ist Spielzeit. Das haben wir in diesem Urlaub schon das ein oder andere Mal gemacht, schade eigentlich, dass das zu Hause irgendwie nie passiert. Aber natürlich werden wir unterbrochen: Ein tiefes Tuten schreckt uns nach einer Weile beim Spielen auf: Ein Schiff der Hurtigruten fährt durch und kündigt sich dabei lautstark an. Wir machen eine kurze Foto-Pause. Dann geht es weiter am Spieltisch. Fräulein Anna hält sich zumindest teilweise an die Spielregeln und ich gewinne die zweite Runde.

Ein Schiff auf dem Fjord.

Hoven-Besteigung, ein Hohlspiegel, das Lofotakvariet-Aquarium

Hoven heißt der Gipfel, auf den wir heute Morgen steigen wollen. Er ragt direkt über unserem Übernachtungsplatz auf und im Reiseführer steht, dass man Oma und das Kind mit auf den leichten Aufstieg nehmen soll.

Wir fahren vom Campingplatz ein paar Meter bis zum Parkplatz des Golfplatzes nebenan, wo die Tour losgeht. Hier sind noch einige andere Menschen gerade dabei sich startklar zu machen und so lassen wir uns Zeit und ihnen den Vortritt.

Die Besteigung des Hoven

Erst geht es am Rande des Golfplatzes entlang, dann kommt ein etwas morastiger Teil. Wir befinden uns ja immer noch in einer Moorlandschaft. Dann geht es auch irgendwann ein bisschen bergan. Der Weg ist die ganze Zeit gut zu erkennen und eigentlich auch gut zu gehen. Oma und Kind sollten aber auf jeden Fall fit sein, wenn sie hier hoch wollen.

Ein Golfplatz.
Eine Person schaut in den Nebel.

Kurz vor dem Gipfel sind wir dann zuerst mit den Wolken auf einer Höhe und dann mitten drin. Als wir oben ankommen, berichtet eine Frau ihrer Wanderpartnerin, die mit uns ankam, was man in den letzten vier Minuten noch sehen konnte. Ganz toll! Nach ein paar Stücken Schokolade und einigen Bildern im Nebel klärt es dann aber hin und wieder nochmals ein wenig auf, so dass man doch ein kleines bisschen was von der Landschaft rundherum erkennen kann. Wir halten uns nicht all zu lange oben auf, auch weil nach uns eine größere und sehr gut gelaunte Wandergruppe samt Omi auftaucht. Es wird voll.

Der Abstieg geht dann recht flott von statten. Auf halber Höhe wird es dann langsam ein bisschen klarer, die Aussicht besser und ich kann doch noch ein paar Bilder machen. Am Parkplatz treffen wir auf ein paar Leutchen, die einige Tage zuvor in Moskenes neben uns in der kleinen engen Campingplatzküche rumsaßen. Wir werden aber nicht erkannt.

Ein Hohlspiegel in der Landschaft

Nachdem wir die Insel Gimsøy verlassen haben, liegt unser nächstes Ziel ganz unscheinbar kurz nach einer Kurve an der E10. So unscheinbar, dass wir auf dem Hinweg einfach vorbei gedonnert sind und jetzt auch erst mal ein paar hundert Meter später drehen müssen.

Hier steht jedenfalls ein großer Hohlspiegel in der Landschaft. Wenn man sich davor stellt, wird man zu einem untersetzten Mann (oder einer untersetzten Frau) von ein wenig weiter weg spiegeln sich der Fjord und die dahinter liegenden Berge total schön. Wir haben viel Spaß mit den Spiegelungen und essen hier auch direkt zu Mittag.

Ein großer Spiegel in der Landschaft.

Lofotakvariet-Aquarium in Kabelvåg

Das Lofotakvariet-Aquarium.
Ein Seehund.
Fische im Aquarium.

Unser nächstes Ziel ist das Lofotakvariet-Aquarium in Kabelvåg. Hier wollen wir noch ein wenig was über die Flora und Fauna der Lofoten lernen. Das Highlight sind direkt am Eingang die beiden Becken: In den einen leben zwei Otter, wir kommen direkt richtig zur Fütterung. Daneben leben einige aufgeweckte Seelöwen, die Fräulein Anna ziemlich gut finden, nachdem sie ihnen ein Stück Fisch zugeworfen hat.

Drinnen gibt es dann in verschiedenen Aquarien allerlei Meeresgetier zu sehen. Davon bin ich ja bekanntlich wirklich gar kein Fan. Besonders unschön finde ich ja Seewölfe in gestreifter und gefleckter Variante. Mit Nemo hat das nicht viel zu tun. Wir schauen uns noch ein wenig um und nutzen das Free WIFI, während ein rund zwanzigminütiger Film über die Lofoten läuft.

Als wir wieder aus dem Aquarium kommen, scheint die Sonne ein bisschen und motiviert dazu, noch ein bisschen zu fahren. Nach einem kurzen Einkaufsstopp in Svolvær düsen wir noch eine ganze Weile die fast leere E10 hoch.

Eine Übernachtung neben dem Tunnel

Berg im Nebel.

Schließlich fahren wir den Parkplatz kurz hinter einem Tunnel kurz vor Strønstad an, um dort zu nächtigen. Als ich den alten Fahrweg, der um den Berg herumführt, hochblicke, sehe ich dort schon ein paar Wohnmobile stehen. Wir gesellen uns dazu. Der Platz ist ganz großartig, es ist ein richtig schöner Abend, Fräulein Anna kocht uns etwas leckeres und wir sitzen gemütlich im Wägelchen zusammen.

Ein Wohnmobil im Wald.

Als die Sonne zu später Stunde noch einmal ihren Auftritt hat, muss ich dann aber doch nochmal los. Das gegenüberliegende Ufer wird ganz wunderbar angestrahlt. Genau genommen muss ich sogar zwei Mal los.

Lofoten-Panorama.

Denn eine halbe Stunde nach meinem ersten Ausflug mit der Kamera hat sich das Licht nocheinmal komplett verändert. Ich freue mich über das tolle Licht und bedauere gleichzeitig ein bisschen, das nicht öfter erlebt zu haben.

Lofoten-Panorama.
Berge spiegeln sich im Wasser.

Nusfjord, Haukland- und Uttakleiv-Strand

Heute lerne ich: In drei Minuten kann man nicht in Ruhe und ordentlich duschen. Gut, das ich vorgesorgt hatte und deshalb zwei Durchgänge warmes Wasser zu meiner Verfügung hatte. Als ich später beim Zähne putzen bin, höre ich neben mir ein „What the fuck?“, gefolgt von mehreren „God dammit!“, bis ein erklärendes „Where’s the fucking warm water?“ aus der anderen Dusche kommt. Da hatte wohl jemand weniger Voraussicht.

Nusfjord

Unser erster Halt heute ist das Örtchen Nusfjord. Das kleine Fischerdorf ist eine einzige Touristenattraktion, kein Wunder, dass man hier Eintritt bezahlen muss.

Die Häuser von Nusfjord.
Nusfjord-Hafen.
Der Hafen von Nusfjord.

Einhundert Kronen später stehen wir dann in dem kleinen Hafen uns schauen uns um. Es gibt ein Haus, in dem man einiges zum Fischfang in der Region lernen kann. Typische Werkzeuge und alte Funkgeräte sind ausgestellt. Es wird ein mit Musik hinterlegter Film gezeigt, der Bilder aus längst vergangenen Tagen mit aktuellen gegenüberstellt. Für uns ist nicht Neues dabei. Da es bald auch schon wieder ordentlich losregnet, sitzen wir bald im örtlichen Kaffee und essen Kuchen.

Mit Hilfe eines Pappaufstellers, Modell “Fischer” gelingt Fräulein Anna sicherlich das bisher beste Bild von mir.

Weiter geht es! Nachdem ich uns aus dem Recht engen Parkplatz gezirkelt habe, fahren wir munter die E10 hinauf. Dieses Mal halten wir an einem Aussichtspunkt, an dem wir auf der Herfahrt irgendwie vorbei gebrettert waren. Man hat eine schöne Aussicht in das hinter uns liegende Tal.

Ein See und Berge.

Haukland-Strand und Uttakleiv-Strand

Unser nächstes Etappenziel ist der erste von zwei Stränden. Wir laufen ein wenig durch den Sand am Haukland-Strand, dann bereitet Fräulein Anna das Mittagessen vor, während ich noch einmal mit dem Fotoapparat losziehe. Am Hang entlang zieht sich ein Weg, der auch um die Landspitze zum nächsten Strand führen würde. Ich laufe ihm einige Zeit entlang und schieße dann einige Fotos von der Bucht von oben. Hier fällt auf, dass mit dem Stativ etwas nicht in Ordnung ist. An einem der Beine ist die Rückhaltung, die das Teleskop-Bein in sich hält, scheinbar gebrochen. Zum Glück lässt es sich aber noch weiter benutzen. Auf dem Rückweg gelingen mir noch einige schöne Portraits der hier lebenden Schafe.

Nach einer ausführlichen Mittagspause fahren wir durch den Tunnel in die nächste Bucht. Der Strand in Uttakleiv ist tatsächlich noch viel schöner als drüben und wird noch besser, als dann auch noch dazu die Sonne herauskommt. Da steht man da: Dicke Winterjacke, Wollmütze, Handschuhe, lange Unterhose und auf einmal ist es schlagartig zehn Grad wärmer. Bemerkenswert, wie die Stimmung in der Reisegruppe gleich steigt.

Hov, auf der Insel Gimsøy

Mit der Sonnenbrille auf der Nase und “Rah Rah” im Radio geht es nun weiter, dem Tagesziel entgegen. Nach einigem Gegurke über schmale Straßen landen wir schließlich auf einem Stellplatz auf der Insel Gimsoya, am Fuß eines frei stehenden Berges. Nachdem wir eine Gebühr beim nahen Golfplatz entrichtet haben, stehen wir bald mit dem Panoramafenster auf den Strand gerichtet da und lassen uns das Abendessen schmecken. Danach turnen wir noch eine Runde über eine kleine Landzunge, ich schrecke ein paar Vögel auf. Die Sonne fabriziert hinter den Wolken ein tolles Farbenspiel.

Bunes Strand, Reine und Camping Flakstad

Am Morgen ist es fast schon ein bisschen schön draußen. Da wir heute eine Fähre erreichen wollen, stehen wir ein bisschen früher auf. Auf einen der Strände, „Bunes“, an der Atlantik-Küste wollen wir. Dank einiger Trödelei kommen wir dann aber doch eher knapp weg.

Mit dem Schiff zum Bunes-Strand

Kurz darauf parken wir auch schon wieder in Reine auf der Parkplatz einer Galerie und laufen die letzten Schritte bis zu Fähranleger. Vindstad hin und zurück 240 Kronen, unten im Schiff ist schon einiges los. Wir machen es uns auf dem vorderen Deck zwischen einer witzigen Familie und dem Posh Spice unter den Hunden einigermaßen gemütlich und schon geht es los. Die Sonne zeichnet durch die Wolkenlücken die Landschaft in schönen Farben und ich komme aus dem Fotografieren gar nicht raus. Nach knapp zwanzig Minuten legt das Schiff auch schon wieder an und wir stehen mit vielen anderen Leuten auf dem Anleger des kleinen Ortes Vinstad. Uns entgegen kommen einige Leute die in der Bucht genächtigt haben, die heute unser Ziel ist. Diese Ecke ist nur mit dem Boot zu erreichen.

Auf einem Schotterweg laufen wir durch den Ort. Einmal ist er durch einen arbeitenden Bagger blockiert. Hier wird ein Haus gebaut! Einmal halb um die Bucht geht es weiter bis ein ausgeblichenes Schild uns links den Hang hinauf lotst. Am Friedhof vorbei machen wir die leichte Steigung schnell weg und stehen dann oben auf dem Bergkamm. Hier hat es zuerst eine tolle Aussicht zurück, dann nach vorne hinunter auch auf dem ewig tiefen Strand und den offenen Atlantik davor. Links und rechts geht es beeindruckend weit nach oben, die Bergspitzen verschwinden im Nebel.

Den Hang sind wir dann schnell hinab geklettert und schön spazieren wir über den Sand bis zum Meer hin. Die Bucht und der Strand liegen leider ziemlich grau da unter den dunklen Wolken, nur die eine Landspitze rechts vorne bekommt ein bisschen Sonne mit. Bei Gelegenheit muss ich herausfinden, was die rostigen, gut fußballgroßen Metallkugeln sein sollen, die an überall halb vergraben im Sand liegen. Am Wasser entlang laufen wir links rüber, bis wir am Rand der Bucht stehen. Kaum zu glauben, aber auch hier steht auf einer Anhöhe ein, tatsächlich auch bewohnt aussehendes, Häuschen.

Als wir uns auf den Rückweg machen, setzt leichter Regen ein. Das wäre ja auch zu schön gewesen! An der ehemaligen Schule machen wir eine kleine Pause, es ist noch ein bisschen Zeit bis das Schiff wieder kommt. Wir mampfen Knäckebrot und planen ein wenig die nächsten Tage. Da das Wetter nicht besser zu werden verspricht, wollen wir Reine heute Abend noch verlassen. Erst einmal gehen wir aber die paar Schritte bis zum Anleger weiter und reihen uns ein. Die meisten Gesichter hat man heute im Laufe des Tages schon einmal gesehen. Als das Boot dann kommt, nehmen wir dieses Mal unten Platz, es regnet immer noch.

Reine

Reine empfängt uns dunkel, neblig und regnerisch. Wir laufen noch eine Runde herum und kehren dann in einem kleinen Café auf ein Stück Kuchen und einen Espresso ein. Als wir wieder herauskommen regnet es noch mehr und so geht es den direkten Weg zum Auto. Es soll jetzt noch ein Stückchen weiter gehen. Vor ein paar Tagen hatten wir schon mal einen kurzen Stopp am Strand von Flakstad.

Camping in Flakstad

Hier ist es gleich auch ein bisschen heller aber immer noch grau. Heute ist nicht so besonders viel los und der Mann am Empfang sehr nett. Die erste Dreiviertelstunde nach unserer Ankunft verbringe ich damit, Tagebuch zu führen, Musik zu hören und über die Dünen auf das nahe Wasser zu schauen. Die Stimmung nach diesem Tag ist schon wieder wesentlich besser. Beim Abendessen in der kleinen Aufenthaltshütte treffen wir auf ein Paar, dass dem Dialekt nach aus Ostdeutschland kommt. Wir tauschen uns ein wenig aus, man war auch schon am Nordkap. Nach dem Essen turne ich noch eine Weile über die Steine am Strand. Aber so recht will das mit den Fotos heute nicht werden und so sitze ich schon bald wieder am großen Fenster des Wägelchens und lese.

Zwei Autos auf einer Wiese.

Å und das Stockfischmuseum bei ekligstem Wetter

Was für ein Morgen: Der Wecker klingelt nicht, die Dusche ist irgendwie doof und nach dem Frühstück fängt es direkt an zu regnen. Damit fällt unsere Tour auf den Volandstinden schon mal flach. Das ärgert uns sehr, hatte der Junge vorgestern Abend uns doch ein ziemlich schönes Bild von oben gezeigt und uns die Tour schwer ans Herz gelegt. Wir entschließen uns, heute einfach weiter zu fahren und die Lofoten dann noch einmal von unten aufzurollen. Für die zweite Wochenhälfte verspricht die norwegische Wetterseite im Internet ein bisschen besseres Wetter. So drehen wir die Vordersitze in Fahrposition und Düsen los in Richtung Å.

Regentropfen auf einer Scheibe.

Die E10 wird, je weiter man in den Süden kommt, immer öfter so, wie wir bisher nur Nebenstraßen kennengelernt haben. Sie wird immer schmaler und die Anzahl der Schlaglöcher steigt. Die zahlreichen Tunnels sind gut in Schuss. Wenn wir auf das Meer blicken, kann man gar nicht so richtig unterscheiden, wo das Meer aufhört und der Himmel anfängt. Es ist alles eine graue Masse.

Å

Ich bin sehr froh, als wir schließlich Å erreichen. Die Fahrt im Regen war anstrengend und hat nicht so besonders viel Spaß gemacht. Es gibt erst mal ein Käse-Knäckebrot-Mittagessen auf dem Parkplatz am Ortseingang. Wir machen die Standheizung ein wenig an. Wegen solcher Tage wie heute bin ich froh, das Wägelchen zu haben.

Das Stockfischmuseum

Hier sind wir nun also, in der südlichsten Ortschaft der Lofoten, etwa 580 Kilometer von unserem Startpunkt entfernt. Draußen ist es grau und leichter Nieselregen erschwert die Sicht aus der Scheibe. Wo wir gerade dort sind, machen wir uns direkt ins Stockfischmuseum. Eine gute Entscheidung, wie sich herausstellt. Ein netter Herr nimmt uns in Empfang und lässt uns noch zu einer Gruppe stoßen, die gerade einen ziemlich alten Film über den Fischfang und die Trocknung der Fische schaut.

Stockfisch in einer Kiste.

Anschließend gehen wir die verschiedenen Stationen der Museums ab, an den wir die verschwenden Gerätschaften, die während der Bearbeitung gebraucht werden, erklärt bekommen. Außerdem lernen wir einiges über den Unterschied von Salz- und Stockfisch, sowie den Export des Fisches nach Italien und Nigeria. Die ganzen trockenen Fische oder ihre Teilstücke finde ich ziemlich gruselig. In einigen der ausgestellten Mäuler kann ich locker meinen Arm hineinstecken!

Rote Häuser am Wasser.
Häuser auf Stelzen.

Frisch gestärkt mit einer Tasse Tee und guter Laune machen wir den Ort Å unsicher. In der Bäckerei kaufen wir zwei der allseits empfohlenen Zimtschnecken, die sich später als sehr lecker herausstellen. Dann wagen wir uns auch auf den Damm, der den Hafen umgibt. Einige kleine Schiffe sind auch bei diesem Mistwetter unterwegs, man winkt zurück. Die roten Hüttchen, Rombur genannt, die überall auf ihren Stelzen im Wasser stehen, sehen sehr schick aus. Nach einer Weile finden wir auch das Häuschen, in dem Fräulein Anna bei ihrem letzten Besuch hier wohnte.

Moskenes

Nachdem sich herausgestellt hat, dass gleich zwei der Campingplätze auf der Karte eigentlich nur Entsorgungsstationen sind, landen wir gezwungener Maßen auf dem Moskenes Camping. Das Wetter ist wieder ein gutes Stück ungemütlicher geworden, es stürmt und regnet und ist kalt. Nachdem wir das Auto in der uns zugewiesenen Parkbucht abgestellt haben, packen wir unseren Kochkram und wollen uns in der Küche ein wenig aufwärmen.

Die stellt sich allerdings als sehr klein und voll heraus, das Kochen und Essen ist irgendwie unentspannt. Ich bin fast froh, als wir wieder in unser kaltes Wägelchen zurückkehren. Ich beneide die Menschen, die wir gerade kennenlernten überhaupt nicht. Sie müssen jetzt wieder in ihre Zelte. Ich bin noch ein bisschen froher mit dem Wägelchen. Während dort die Standheizung ihr bestes tut und das Wetter am unserem Auto rüttelt, beobachte ich aus dem Fenster eine Karawane von Wohnmobilen, die am Eingang anstehen. Es wird also wohl voll. Die Nähe zu den örtlichen Fischbetrieben bemerken wir auch, es riecht auf dem ganzen Platz nach Fisch.

Man merkt es vielleicht: Das Wetter schlägt mir ein wenig auf’s Gemüt.

Eine Küstenwanderung und Mitternachtssonne in Ramberg

Unstad

Ich bin mal gespannt wann die coolen Jungs hier auf dem Campingplatz die Fistbump der Erkenntnis trifft, dass sie in ihr hippes Waschhaus, Modell „one entrance for people with wetsuits, one entrance for the others“, besser mal mehr als ein Waschbecken und ein Klo im selben Kämmerchen eingebaut hätten. Was nutzt mir der viele Platz zum Duschen, wenn beim Zähneputzen alle in die zwei Quadratmeter große Klokabine drängen? Obwohl der Platz echt leer ist und heute Morgen nicht viel los war, gab es einiges hin und her. Wir haben das französische Mädel neben uns schon seit gestern Abend im Verdacht, eine YouTuberin zu sein. Sie springt ständig mit Kamera und Stativ herum, ein MacBook hat sie auch dauernd am Wickel. Ihr armer Freund muss ständig für sie Filmen und Fotos machen. Eine kurze Internet-Recherche macht uns allerdings nicht schlauer.

Als es gegen Mittag aufklart, machen wir uns ausgefertig und wandern Richtung Eggum. Mal schauen wie weit wir kommen. An dieser Stelle wechsele ich das erste Mal die Speicherkarte in der Kamera. Gut 600 Bilder sind gemacht!

Eine kleine Küstenwanderung

Ein Schaf schubbert sich.

Der Schotterweg beginnt bei einem Parkplatz am Strand und führt langsam den Berg hinauf. Links und rechts Weiden Schafe. Nach einer Weile wird der Weg dann schmaler und führt als Trampelpfad im Hang an der Küste entlang. Hin und wieder hat man Ketten zwischen Pfosten gespannt, an denen wir uns entlang hangeln. Höhenangst-Martin ist das ein oder andere Mal nicht so wohl dabei. Es braucht schon ein wenig Geschick, zum einen den Weg zu treffen, dabei aber nicht in Schafskacke zu steigen.

Nach einiger Zeit kommen wir an einem kleinen Leuchturm an. Der wird von einigen Schafen belagert, mit denen wir eine ausführliche Fotosession veranstalten. Vor allem die kleinen Schafe lassen sich gerne von uns ablichten. Wir wandern noch ein Stück weiter, es geht hinunter bis auf fast Meeresniveau. Als wir dort eine kleine Pause machen, fängt es an zu tröpfeln und wir beschließen den Heimweg anzutreten. Es ist auch schon Nachmittag und wir wollen noch tanken, einkaufen und ein gutes Stück fahren.

Blaues Fenster an rotem Haus.
Lofoten-Berge und Meer.

Kaum am Campingplatz zurück, düsen wir nach einer kurzen Pause auch los. Nach dem Ortsausgangstunnel halten wir noch einmal kurz an um das Nachbartal zu fotografieren, fahren dann aber endlich auch ein gutes Stück bis zur nächsten Stadt, die auf den Namen Leknes hört. Dort decken wir uns mit neuen Vorräten ein und schauen, wo wir heute so landen könnten. War es eben im Landesinneren ein wenig grau und bedeckt, kommt als wir an die Küste zurückkommen doch direkt wieder die Sonne heraus. Mit vielen anderen Menschen stehen wir auf einem Parkplatz und bewundern den schönen Strand vor uns. Da man hier wegen der nahen Campingplätze nicht übernachten darf, fahren wir noch ein Stück weiter.

Ein Wohnmobil vor dunklen Wolken.
Steine und Meer.

Mitternachtssonne in Ramberg

Man merkt, dass wir heute spät an sind. Es ist schon nach 18 Uhr und viele Plätze am Wegesrand sind schon belegt. So checken wir am Ende einfach auf dem Campingplatz in Ramberg ein. Auf einer Wiese kommen wir neben einer netten polnischen Familie zum Stehen. Unser Abendessen bereiten wir in der Gemeinschaftsküche zu, wo wir auf die üblichen deutschen Rentner stoßen und unsere Stellplatz-Nachbarn auch gerade kochen. Das Häuschen mit der Küche, dem holzgetäfelten Aufenthaltsraum und den sanitären Anlagen wurde garantiert aus den Achtzigern importiert.

Rote Häuser am Strand, Berge im Hintergrund.
Ein Strand in der Abenddämmerung.

Nach dem Abendessen gibt es noch einen kleinen Verdauungsspaziergang am Strand. Obwohl es heute nicht deutlich wärmer ist als gestern, ist es doch viel angenehmer draussen. Fräulein Anna beobachtet eine Möwe die sich eine kleine Krabbe aus dem Meer fängt. Normalerweise endet unser Tag nun immer recht gemütlich im Auto, aber heute müssen wir nochmal raus: Mitternachtssonne!
Statt ins Waschhaus zu gehen und mir die Zähne zu putzen, schnappe ich mir nochmals Stativ und Kamera und ziehe an den Strand. Dort steht die Sonne auch um Mitternacht noch eine Handbreit über dem Horizont. Das wirft bei annähernd wolkenlosem Himmel ein tolles Licht auf die Bucht. Ich bin natürlich nicht der Einzige, der sich dieses Spektakel nicht entgehen lässt. Dass es lange hell ist oder nicht richtig dunkel wird, kennen wir ja schon von unserer Tour durch Island. So wie heute haben wir das aber noch nicht erlebt.