Archiv für Monat: Juli 2016

Pokémonjagd, der Botanische Garten, der Kreuzberg und das alles zu Fuß!

Montag, 25. Juli

Gemeinsam mit der netten Frau von der Kundenhotline finde ich heraus, dass der reproduzierbare Absturz des Anmeldeformulars für das „Meine AOK“-Portal daran liegt, dass ich ein zu langes Passwort eingebe. Vierzehn Zeichen sind das Maximum. Vierzehn! Meinen Unmut kann die Frau nicht nachvollziehen.

Am Abend treffe ich mich mit Sebastian und wir gehen gemeinsam auf Pokémon-Jagd. Mit dem Telefon in der Hand laufen wir durch West- und Südstadt, dann rüber zum Rhein und treffen dann schließlich am Hofgarten auf Fräulein Anna. Ich lerne einiges über die Spielmechanik und bin fortan ein deutlich besserer Pokémontrainer. Ganz nebenbei laufen wir dabei über 10000 Schritte. Gerne öfter!

Dienstag, 26. Juli

Nach dem Abendessen und einer kurzen Runde um das Poppelsdorfer Schloß bekomme ich Fräulein Anna dazu bequatscht, mit mir den ersten Teil der „Jason Bourne“-Reihe zu schauen. Ich hatte dazu Lust bekommen, nachdem ich dieser Tage ein recht unterhaltsames AMA mit Matt Damon gelesen hatte, was vermutlich nicht zufällig so kurz vor der Premiere des vierten Teils der Filmreihe (zumindest mit ihm) stattfand. Auch die Bücher könnte ich mal wieder in die Hand nehmen. Die drei von Ludlum selbst geschriebenen Romane aus der Serie hatte ich schon mal gelesen, als Bourne noch Borowski hieß. Das ist also auch ein halbes Leben her.

Mittwoch, 27. Juli

Wenig Lust und bestes Sommerwetter lassen mich zeitig Feierabend machen. Fräulein Anna hat ihren freien Tag und so laufen wir eine Runde durch den botanischen Garten. Obwohl ich seit einige Jahren nicht mal zehn Minuten entfernt wohne, bin ich erst das zweite Mal dort. Da ich mich nicht in den Pokémon-Quatsch einloggen kann, habe ich viel Zeit ein bisschen genauer hin zu schauen und einige Bilder zu machen. Ich möchte in Zukunft gerne öfter die Kamera mit mir herumtragen.

Donnerstag, 28. Juli

Ich kann mich den ganzen Tag nicht so recht entscheiden, ob ich mit zum Zaz-Konzert möchte und entscheide mich schließlich dagegen. Statt dessen gehe ich eine gute Stunde laufen. In einem kleinen Anfall von Größenwahn habe ich mich nämlich für den Bonner Firmenlauf angemeldet und muss es nun irgendwie in sechs Wochen schaffen, eben so viele Kilometer am Stück laufen zu können. Zumindest, wenn ich nicht komplett dumm dastehen will. Ich lande wieder oben auf dem Kreuzberg, von wo aus man bei gutem Wetter (und das habe ich heute) einen tollen Ausblick in Richtung Wesseling und Köln hat. Ich muss hier unbedingt auch mal mit dem Fotoapparat hin!

Freitag, 29. Juli

Platt von der Woche lande ich sehr zeitig im Bett. Nicht ohne vorher noch den Einkauf für das Wochenende bereits erledigt zu haben. So muss ich Samstag schon mal eine Sache weniger erledigen.

Samstag, 30. Juli

Aufstehen, Laufschuhe an die Füße und los. Heute drehe ich, nachdem ich die letzten Male immer einfach drauf los gelaufen bin, wieder einfach einige Runden um die Poppelsdorfer Allee. Eine knappe Stunde bin ich unterwegs, bis ich keine Lust mehr habe und mit einem kleinen Umweg wieder nach Hause gehe. Ich bin recht zufrieden mit mir und meinem sportlichen Engagement.

Nachdem ich mich vor den restlichen Dingen auf meiner Liste ein wenig gedrückt habe, schaffe ich es dann mal die gesammelten ESTA-Anträge für meine Familie fertig auszufüllen, zu bezahlen und abzuschicken. Bei dem Projekt „Neue Berufsunfähigkeitsversicherung“ komme ich wieder nur einen kleinen Schritt voran: Nachdem nun der Freischaltcode für das AOK-Portal in der Post war, stelle ich fest, dass ich noch ein zweites Freischaltverfahren durchmachen muss. Die von mir gewünschten Informationen sind in einem TAN-geschützten Bereich und so darf ich jetzt wieder auf einen per Briefpost eintreffenden weiteren Freischaltcode warten.

Sonntag, 31. Juli

Elternbesuch! Herr Erdogan ist daran Schuld, dass wir eine Weile hier rumsitzen und auf meine Eltern warten müssen. Dann spazieren wir ein wenig durch die Stadt, essen Kuchen und trinken Kaffee. Das Wetter ist sehr launisch und wechselt zwischen Regenschauer und Sonnenschein fröhlich hin und her. Obwohl Tatort-Sommerpause ist, sitzen wir mit der Gang zusammen und schauen stattdessen mit Tannöd einen deutschen Thriller, der mich leider nicht so richtig von den Socken haut.

Auf den Lofoten: Der erste Tag auf der Straße

Tromsø. Einigermaßen ausgeschlafen und frisch geduscht sitzen wir pünktlich beim Hotelfrühstück. Wir lassen uns Zeit, denn den Vormittag über haben wir nichts zu tun, das Wägelchen können wir erst am Mittag abholen. Tromsø müssen wir auch nicht unbedingt erkunden, hier werden wir am Ende unserer Reise ja noch einmal ein paar Tage verbringen.

Ich stapfe noch einmal in die Stadt um ein paar Kleinigkeiten zu kaufen und bin positiv überrascht: Es ist zwar genau so hell draussen wie zwölf Stunden zuvor, aber tagsüber ist es viel voller und dementsprechend auch deutlich freundlicher draußen. An das immer helle Wetter muss ich mich aber noch gewöhnen. Ich erinnere mich noch gut an unsere Reise durch Island, das hat letztes Jahr auch ein bisschen gebraucht.

Beim Auschecken bestellen wir uns ein Taxi, was uns dann auch flott zum Wohnmobil-Verleih etwas außerhalb der Stadt bringt. Eigentlich hatten wir den Bus nehmen wollen, der fährt aber leider sehr ungünstig und wir konnten auch nicht so richtig rausfinden, wo er hält.

Es ist nicht schlimm, dass wir ein bisschen vor der vereinbarten Zeit da sind, das Wägelchen steht schon bereit. Der sehr nette Mensch von der Autovermietung scheint uns ein wenig zu bedauern, dass wir nur ein „small car“ gemietet haben. Wir finden die das Auto ausreichend groß. Auf Basis eines Fiat-Transporters finden wir ein komplett ausgestattetes Wohnmobil vor: Es gibt Tisch und Bank, einen zweiflammigen Herd, eine Schlafgelegenheit in vernünftiger Größe und eine Toilette. Das ist alles ganz super, wir erinnern uns immer gerne mit ein bisschen Schrecken an dem kleinen Wagen im letzten Jahr zurück. Das Auto ist gut in Schuss, fast wie neu.

Wir bekommen allerlei rund um Strom, Wasser, Toiletten und Standheizungen erklärt und ich hoffe wirklich, dass ich da nichts durcheinander bringen werde. An den verschiedensten Stellen gibt es Schalter und Regler und das Gas muss man vor Fahrtantritt auch immer wieder hinten abdrehen. Das Ganze geht schneller von statten als gedacht und so sind weit schon um halb 2 auf der Straße und fahren Richtung Süden. Die Lofoten rufen.

Ich habe mich schon nach wenigen Kilometern weitestgehend an das Auto gewöhnt. Dass man in Norwegen scheinbar sowieso nur maximal neunzig fährt, kommt mir sehr zugegen. Wir haben Urlaub und Zeit, da muss man sich ja auch nicht hetzen.

Ein bisschen später machen wir dann auch unseren ersten Halt. Es wird jetzt wirklich Zeit für ein Mittagessen. Ich probiere direkt die Spezialfunktion des Fahrersitzes aus, man kann ihn um 180° drehen und hat so einen bequemen Sitzplatz am Tisch. Wir nutzen den Stop außerdem um uns ein bisschen einzurichten und dem Radio beizubringen die Musik von unseren Telefonen abzuspielen. Jetzt kann es richtig losgehen.

Bei nächstmöglicher Gelegenheit, dem Örtchen Nordkjosbotn, springen wir in einen Supermarkt und decken und mit Chips und Cola ein. Und ein paar anderen Dingen, klar. Unsere fahrbare Kochgelegenheit wollen wir natürlich auch nutzen. Eine gescheite Landkarte finden wir hier leider nicht. So sind wir schnell wieder auf der Straße.

Links und rechts der Straße sind hohe, schneebedeckte Berge zu sehen. Es regnet mal mehr und mal weniger. Mich erinnert das alles sehr stark an unseren letzten Urlaub. Das ist nichts schlechtes. Wir haben uns schon bald dazu entschieden, heute noch ein gutes Stück zu fahren. Mit maximal neunzig Kilometern in der Stunde, was ich sehr entspannt finde, düsen wir gen Süden auf der E6. Es ist nicht mal besonders viel los, es ist entspanntes Fahren und ich kann mich in aller Ruhe umschauen und die Landschaft genießen.

In dem Örtchen Bjerkvik stoßen frontal das erste Mal richtig auf einen Fjord. In dem Kreisel biegen wir dann auf die E10, nach rechts herum ist “Å i Lofoten”, die Stadt ganz im Süden der Inselgruppe ausgeschildert.

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Nach wenigen Kilometern halten wir an einem der zahlreichen Parkplätze am Wegesrand an. Hier steht eine Informationstafel über die Besetzung und Befreiung Narviks im zweiten Weltkrieg. An einigen Stellen entlang des Weges wird hier an die Ereignisse erinnert. Der Platz direkt an der Straße ist nicht ausreichend hübsch und es donnern dauernd LKW vorbei. Hier wollen wir noch nicht bleiben.

Nur einen Tunnel später ist die Straße auf einmal trocken und die Sonne kommt ein bisschen hervor. Wir werten das als gutes Omen. Wenige Kilometer später steht schon ein kleiner Camper auf einem Parkplatz bei einem See. Wir stellen uns spontan dazu und beschließen für heute den Feierabend.

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Während ich zuerst einmal zum ersten Mal die Fotoausrüstung an den Start bringe, kocht Fräulein Anna uns ein Abendessen, anschließend richten wir uns ordentlich ein. Das Wägelchen hat einige kleine Schränke und Schubladen, so müssen wir nicht die ganze Zeit aus den Rucksäcken leben. Die verstauen wir einfach unter dem Bett, wo sie uns nicht im Weg sein werden.

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Nach einem kurzen Spaziergang lassen wir den Tag mit Blick auf den See ausklingen. So kann es bleiben!

Dieser Beitrag stammt aus der Reihe Auf den Lofoten.

Den Sommer des Jahres 2016 verbringen Fräulein Anna und ich zumindest zum Teil in einem Campingbus und machen damit die Halbinsel im Norden Norwegens unsicher. Dies ist unser kleiner Reisebericht.

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Beirut. Köln. Palladium.

Konzerte in Palladium und E-Werk finde ich immer ein bisschen anstrengend. Weniger wegen der Lokalität an sich, denn die sind schon top. Eher wegen der An- und Abreise. Die Heimfahrt mit dem Öffentlichen Nahverkehr hat mich am letzten Mittwoch irgendwie zwei Stunden gekostet. Halb elf aus dem Palladium, halb eins die Haustür rein.

Aber genug gemeckert. Eigentlich war ich nämlich gemeinsam mit Frau Schwester zum Konzert der US-amerikanischen Band Beirut. Auf die war ich durch meine Konzertbegleiterin aufmerksam geworden, hatte mich eingehört und die Kapelle für gut befunden. Nachdem wir die Vorband schon verpasst hatten, ging es kurz nach unserer Ankunft auch schon sehr pünktlich um einundzwanzig Uhr los.

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Es folgten dann etwa achtzig Minuten gute Musik, die deutlich mehr Blasinstrumente enthielt als ich erwartet hätte. Ohne, dass ich das schlecht finden würde. Ich bin großer Fan davon, wenn Bands ihre Musik live noch einmal anders interpretieren als auf Platte. Das Konzert hätte dennoch können gerne ein wenig emotionaler sein können. Nichts desto trotz fühlte ich mich gut unterhalten und höre mir die Musik nun auch gerne noch ein bisschen öfter an. Beim nächsten Mal wird es dann noch mehr Spaß machen, wenn man sich auf Titel explizit freuen und (zumindest im Kopf) mitsingen kann.

Auf den Lofoten: Düsseldorf, Kopenhagen, Oslo, Tromsø

Los geht’s! Die Lofoten rufen! Heute fliegen wir aber erst mal nach Tromsø.

Um uns die Sache aber nicht zu leicht zu machen, wechseln wir unterwegs zwei Mal den Flieger. Das ist ein bisschen doof, war aber die bessere Alternative, nachdem unser ursprünglicher Flugplan mit einem Umstieg so weit nach hinten verschoben wurde, dass wir erst nach Mitternacht an unserem Zielort angekommen wären. Unsere erste Etappe legen wir natürlich mit dem Zug zurück. In Düsseldorf wollen wir in den ersten Flieger steigen.

Düsseldorf

In Düsseldorf treffen wir direkt am Bahnsteig erst einmal auf eine Bande musikalischer Piraten, die uns auch in der kleinen Flughafenbahn zum Terminal begleiten. Musikalische Piraten sind Menschen, die sich als Piraten verkleidet haben, ein bisschen so riechen als wären sie auf einem längeren Segeltörn gewesen und Musikinstrumente mit sich herumtragen. Auch eine Art und Weise, Aufmerksamkeit zu erregen. Kurz darauf steht die Truppe dann auch vor uns bei der SAS-Gepäckaufgabe, man scheint uns bis Kopenhagen zu begleiten. Anhand eines Aufklebers auf einem Instrumentenkoffer identifizieren wir die Piraten als „Ye Banished Privateers“ und finden heraus, dass sie am Wochenende in Dortmund gespielt haben.

Das Gepäck ist dann schnell aufgegeben. Annas Rucksack muss zum Sperrgepäck. Mein baugleiches Modell nicht. Für mein zu schweres Handgepäck interessiert sich niemand.

Bei der Sicherheitskontrolle verliere ich das Schlangen-Wettrennen, Fräulein Anna darf vor mir durch den Metalldetektor. Dafür wird an meinem Handgepäcks-Rucksack extra-gut gefilzt und an meiner Hose ein Drogentest gemacht. Ich bestehe scheinbar, denn man lässt uns ziehen.

Wir lungern an Gate A26 rum, natürlich sind wir deutlich zu früh – aber wer unsere Erlebnisse während der Anreise zu verschiedenen Flughäfen kennt, weiß auch warum.

Kopenhagen

Erster Stopp: Kopenhagen! Als wir aus dem Flieger raus sind, müssen wir eigentlich nur über den Gang ein paar Meter weiter in den nächsten Wartebereich. Umsteigen scheint hier nicht so schwierig zu sein. Hoffentlich ist es auch für unser Gepäck so einfach.

Als erstes kauft Fräulein Anna uns Cola und Chips. Es fängt an, sich ein bisschen wie Urlaub anzufühlen.

Fliegen mit SAS

Oslo

Was ein Gerenne: Aus dem Flieger, das Gepäck will abgeholt werden. „Durchchecken“ konnte man unsere Rucksäcke nämlich nicht und so müssen wir hier ein bisschen tätig werden. Nachdem wir gefühlt einmal durch den ganzen Flughafen sind, kommt Fräulein Annas Gepäck als eines der ersten Stücke auf dem Band, mein markanter schwarzer Sack ist auch unter den ersten zehn. Das ist gut, denn so besonders viel Zeit bleibt uns für die ganze Prozedur während des Umsteigens nicht.

Drauf mit den Rucksäcken auf das Wägelchen, ab durch den Zoll. Wir werden nicht weiter beachtet, ein ziemlich knuffiger Spürhund tollt herum, hat aber an uns nichts auszusetzen. Dann geht es mit dem Fahrstuhl wieder in die Abflughalle. Das Gepäck will wieder am SAS-Schalter eingecheckt werden. Dann geht es noch einmal durch die Sicherheitsschleuse. Dieses Mal müssen auch die Wanderschuhe aus, die Norweger nehmen es ganz genau.

Dann geht es noch einmal (gefühlt) durch den gesamten Flughafen. Etwa 45 Minuten nach der Landung stehen wir pünktlich zum Boarding für unseren letzten Flug wieder am Gate. Puh!

Tromsø

Angekommen! Der Flughafen von Tromsø ist wirklich klein. Zwischen Abflug und Ankunft wird hier nicht so richtig unterschieden. Das Gepäckausgabeband haben wir nach wenigen Schritten erreicht, weniger Meter weiter ist man dann auch schon aus dem Flughafen draußen. Mein Rucksack fällt als einer der ersten vom Band, dann kommt lange nichts. Fräulein Annas ist eines der letzten Gepäckstücke. Ich hatte mir schon Sorgen gemacht.

Ein Taxi bringt uns zügig und vor allem hauptsächlich über eine unterirdische Straße in unser Hotel. Hier wollen wir die Nacht verbringen, bevor wir morgen gegen Mittag das Wägelchen abholen. Unser Hotelzimmer für diese Nacht ist ungefähr 10qm groß. Das ist ok. Aber halt auch voll, wenn wir und unsere Rucksäcke drin sind.

Nach flottem Check-In ziehen wir nochmal in die Stadt, so langsam bekommen wir Hunger. Tromsø empfängt uns ziemlich grau und vor allem sehr leer. Es sind nicht so besonders viele Leute auf der Straße. Um viertel vor zehn bestellen wir jeder einen Burger im urigen “Huken Pub“. Wie spät es ist, wird uns erst bewusst, als der Thekenmann ein bisschen komisch schaut, warum wir denn jetzt noch ein Abendessen wollen. Er verschwindet aber gerne noch einmal für uns in der Küche. Die Burger sind dann auch wirklich lecker, da hat Yelp uns nicht zu viel versprochen.

Der Huken Pub

Weil es ja nicht dunkel wird, drehen wir noch eine kleine Runde. SAS ruft derweil bei Fräulein Anna an. Ob wir wirklich all unser Gepäck hätten? Ja? Auch den roten Koffer? Da ist wohl was bei denen durcheinander geraten. Da es bei 8 Grad und Nieselregen nicht so viel Spaß draußen macht, landen wir dann doch im Hotel und im Bett. Das war eigentlich auch Gerenne genug heute.

Dieser Beitrag stammt aus der Reihe Auf den Lofoten.

Den Sommer des Jahres 2016 verbringen Fräulein Anna und ich zumindest zum Teil in einem Campingbus und machen damit die Halbinsel im Norden Norwegens unsicher. Dies ist unser kleiner Reisebericht.

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Fahrt ins Grüne — Immergut 2016 — Tag 2

Puh, was für eine Nacht. Irgendwann wurde ich wach und war der Kakophonie von gleich mehreren Disko-Veranstaltungen ausgesetzt. Die unterschiedlichen Musikrichtungen würden sicherlich ein ganz nettes Mashup ergeben, im Halbschlaf war ich so mittelmäßig begeistert und musste mir mit Ohropax helfen.

Nach einer warmen Dusche gibt es erst einmal Frühstück. Es ist schon sehr ungewohnt, vor allem aber komfortabel, wenn man einfach hingehen kann und sich um nichts kümmern muss. Danach überlegen wir, mit der Trolli-Bahn zu einem der nahegelegenen Seen zu fahren. Das haben sich aber auch ungefährt nochmal doppelt so viele Menschen gedacht, wie da eigentlich reinpassen. Und so bleiben wir einfach da und machen uns auf den unbevölkerten Platz vor den Bühnen auf ein paar Sitzen gemütlich. Wie es der Zufall so will, sitzt dort auch gleich wieder unser sehr gesprächiger Frühstücks-Nebenmann. Die Zeit vergeht wie im Flug, schon bald müssen wir den Kunz-Wagen auch wieder herrichten, damit zur Platzöffnung wieder alles läuft.

Stefanie Sargnagel

Den Anfang macht heute Stefanie Sargnagel. Die schreibt nach eigener Aussage bis zu zwanzig Posts pro Tag bei Facebook, das lesen viele Menschen und deshalb gibt es die inzwischen auch in Buchform. Sie schreibt witzige Dialoge, vulgäre Gedichte, ungefilterte Gedanken. Das ist zum großen Teil sehr unterhaltsam, mir aber auch manchmal ein bisschen zu vulgär. Aber ich bin ja auch ein alter Spießbürger.

Frankie Cosmos

Als nächstes stehen dann die Leute von Frankie Cosmos auf der Waldbühne. Die spielen ganz okaye Popmusik. Die ist auf keinen Fall schlecht, haut mich aber auch nicht so recht vom Hocker. Das mag aber auch dran liegen, dass mir warm ist, mir die Sonne ins Gesicht scheint und ich außerdem auch noch gerade ein bisschen müde bin.

Nagel & Manuel Möglich

Direkt danach sitzen dann da zwei Herren auf der Bühne. Der eine ist Nagel, der ehemalige Sänger der Band Muff Potter. Der schreibt jetzt aber auch Bücher und aus seinem aktuellsten „Drive-By Shots.“ liest er was vor. Außerdem hat er Notizen gemacht, was er in der Nacht von Freitag auf Samstag auf dem Immergut erlebte und trägt das vor. Sehr amüsant. Neben ihm sitzt Manuel Möglich, der mir nun wirklich gar nichts sagt. Macht aber nichts, er wirkt sympathisch. Jedenfalls scheint er was mit Fernsehen zu machen, denn er kann Kommentare und Mails vorlesen, in denen Menschen nicht so nett zu ihm sind. Auch das ist sehr amüsant, insgesamt ergänzen sich die beiden wirklich gut.

Der Nachmittag geht dann irgendwie vorbei, ich lasse ein paar Bands aus. Zu We Are City und Peter, Björn & John fällt mir nicht viel ein. Erstere kannte ich nicht, kann ich mir aber schon vorstellen öfter zu hören. Zweitere fand ich leider ein bisschen langweilig. Außer dem allseits bekannten „Young Folks“ kannte ich von der Band nichts und das Konzert animierte mich jetzt auch nicht wirklich, mehr reinzuhören. Schade eigentlich.

Is Tropical

Ziemlich nach meinem Geschmack war dann schließlich Is Tropical. Die Briten, die in der Wikipedia als „Indietronic“-Band geführt werden, machen mir auf anhieb viel Spaß, wecken mich vielleicht auch wieder ein bisschen auf und bringen ein bisschen Bewegung vor die Zeltbühne. Sehr gut!

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Liima

Erinnert sich noch jemand an Efterklang? Fräulein Anna auf jeden Fall. Und deshalb schauen wir uns auch diese Band an, denn im Prinzip ist Liima nun eine Erweiterung der ursprünglichen Kombo. Die Musik finde ich dann auch ziemlich ansprechend. Kann man hören!

Maxïmo Park

Mehr als ein Lied von Maxïmo Park kannte ich vorher auch irgendwie nicht. „Books from Boxes“! Aber: Man macht sehr solide Musik, weiß genau was man auf der Bühne zu tun hat und trifft dabei ziemlich genau mein Geschmack. Nicht umsonst machen die Herrn ja auch schon eine ganze Weile Musik zusammen. Maxïmo Park ist vielleicht bin bisschen sehr so, wie ich mir einen Headliner vorstelle. Obwohl ich schrecklich müde bin, gehe ich mit. So soll das sein.

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Heute machen wir nach den Konzerten noch einige Abstecher zu den verschiedenen Diskos, Backstage lockt mich aber das Sofa sehr, so dass wir bald in unseren Schlafsäcken landen. Morgen will ja auch noch nach Hause gefahren werden. Das machen wir am kommenden Tag dann auch – nach einem kurzen Frühstück und nachdem wir Fräulein Annas Kunz wieder abgebaut und verpackt haben. Den Teil der Rückfahrt, den ich nicht selbst fahre, verschlafe ich komplett. Wie passend, dass ich mir direkt auch noch den Montag zum klarkommen frei genommen habe.