Archiv für Monat: September 2016

Von Physiotherapie, den Kings of Convenience, einem Besuch beim Augenarzt und dem Bonner Kreuzberg

Öfter mal was Neues: Am heutigen Montag habe ich den ersten Termin bei der Physiotherapie. Der freundliche Herr hört sich mein Leiden zuerst einmal sehr genau an und empfiehlt mir dann, nach einem erneuten Einrenken eine Übung um die entsprechende Muskulatur im Rücken zu stärken. Ich nehme das zum Anlass, um auch wieder regelmäßiger ein paar Liegestütze zu machen. „Sie müssen sich nicht so sehr schonen!“ sagt man mir. Ich hoffe inständig, dass diese Schmerzgeschichte bald ein Ende hat. In den letzten Wochen nervt mich das sehr, vor allem auch weil man nicht absehen kann wann etwas weh tut und wann nicht. Manchmal ist den ganzen Tag Ruhe, dann weiß ich manchmal aber auch nicht, wie ich gehen, stehen, sitzen soll.

„Sitzen“ ist ein gutes Stichwort. Mit zunehmendem Alter bin ich ja immer mehr ein Freund von Konzerten, auf denen ich einen Sitzplatz haben kann. Am Dienstag Abend mache ich mich nach Feierabend auf den Weg nach Köln-Nippes, um dort in der Kulturkirche den Kings Of Convenience zu lauschen. Fräulein Anna hat uns Karten ergattert, kann dann ja diesen Abend nicht und so begleitet mich Frau Schwester. Die war vorher schon ein bisschen traurig gewesen, dass das Konzert so schnell ausverkauft war. Ich fühle mich ein bisschen schlecht, dass ich da in Mitten der euphorischen Fans sitze, draußen ganz viele wirklich gerne eine Karte gehabt hätten und ich die Band nur vom Namen her kenne. Nach ungefähr einem Lied bin ich dann aber auch hin und weg. So schnell war ich schon lange nicht mehr von Musik begeistert. Die beiden hippen Herren spielen auf ihren akustischen Gitarren heute nur Lieder, die noch keiner kennt. Das macht aber keinem was, wir applaudieren gern und viel – nach jedem Lied. Es ist schade, dass es am heutigen Abend nur zehn Lieder sind. Man packt zwar noch zwei Zugaben dazu, aber nach einer guten Stunde ist der Spaß auch schon vorbei.

Aufregend geht es weiter: Am Mittwoch bin ich direkt morgens beim Augenarzt. Ich bekomme Tropfen in die Augen die meine Pupillen vergrößern. So will man sich die Möglichkeit schaffen, da mal einen Blick hinein zu werfen. Verrückte Welt. Nun ist nicht so arg weit hin bekannt, wie ungerne ich irgendwas mit den Augen habe. Ich verfluche die Arzthelferin hart, während man mir drei Mal alle zehn Minuten in die Augen tropft. Meine Augen tränen, ich sehe im Nahbereich nur noch maximal verschwommen. Dann hasse ich die Ärztin selbst, die mir mit einer echt hellen Lampe in die Augen leuchtet und mit einer Art Lupe vor meinem Gesicht herum fuhrwerkt. Am Ende ist dann alles ok, ich werde nach Hause entlassen. Für den Rest des Tages bin ich arbeitsunfähig. Und auch für sonst nichts zu gebrauchen. Also schlafe ich erst mal ein paar Stunden. Es ist nahezu unerträglich, dass ich wirklich nichts machen kann. Am späten Nachmittag schlägt ein Spaziergangs-Versuch gnadenlos fehl, da ich auf der Straße nicht gescheit zwischen Nah- und Fernsicht umfokussieren kann. Nach drei Metern, ich habe den Haustürschlüssel noch in der Hand, drehe ich wieder um. Wenigstens kann jetzt, wenn ich das iPad etwas weiter weg stelle, mal eine Serienfolge schauen. Das ist doch schon mal was.

Nach drei spannenden Tagen bin ich recht froh, dass ein bisschen Ruhe einkehrt. Am Donnerstag kommt Fräulein Anna zurück. Freitag und Samstag verlaufen erfrischend ereignislos. Ich bekomme einen frischen Haarschnitt, bereite mich weiter auf meine Tour nach New York vor und kann Fräulein Anna davon überzeugen, mit mir „Das Kartell“ zu schauen.

Manche Menschen haben größere Gräber als andere Menschen.
Manche Menschen haben größere Gräber als andere Menschen.

Am Sonntag Nachmittag spazieren Fräulein Anna und ich auf den Kreuzberg. Den hatte ich schon länger auf meiner „Zu Besuchen“-Liste und das ich schon zwei Mal beim Laufen dort oben war zählte nicht. Vorbei am Poppelsdorfer Friedhof steigen spazieren wir den bequemen Weg hinauf. Marias Leiden begleitet uns dabei. Die Sonne scheint und dementsprechend haben wir von oben eine schöne Aussicht, sogar über Wesseling hinweg bis nach Köln. Ich meine den Dom in der Ferne erahnen zu können. Nachdem wir uns noch ein wenig auf der Höhe umgeschaut haben, machen wir uns wieder auf den Heimweg. Nicht ohne zu sagen, dass man eigentlich öfter hier hoch kommen sollte.

Ausblick auf Köln

Von einer Reise nach Bologna

Bologna:

Nachdem der Wochenstart, bis zu einem unspektakulären Besuch beim HNO-Arzt, wirklich nichts erwähnenswertes liefert, ist die zweite Wochenhälfte dann um so ereignisreicher. Nach einem ordentlichen Planning mit meinem Team fahre ich dann zum Flughafen. Gemeinsam mit den Frontend-Kollegen geht es nach Bologna. Dort findet zum fünften Mal die „From the Front“ statt, eine Konferenz rund um, man glaubt es kaum, Frontend-Themen. Ich bin gespannt wie es wohl wird.

Nachdem ich im letzten Jahr auf der AngularConnect eine Konferenz mit einer sehr spezifischen Themen-Nische besucht habe, freue ich mich ein kleines bisschen darauf wieder mehr allgemeinere Themen behandelt zu bekommen. Einige der Speakerinnen und Speaker habe ich schon bei anderen Gelegenheiten gesehen, das Team der Veranstaltung hat sich bei der Auswahl einige Mühe gegeben.

Nach Bologna zu fliegen ist nicht sonderlich schwierig und dauert auch nicht lange. Nach etwa anderthalb Stunden haben wir italienischen Boden unter den Füßen und sitzen schnell im Bus in die Innenstadt. Es ist ganz schön warm, gut das auch unsere Hotelzimmer klimatisiert sind. Nach einer kurzen Auffrischung machen wir uns auf den Weg in die Stadt. Ich bin schon nach wenigen Metern froh, dass ich die Kamera eingepackt habe.

Bologna: Gasse von unten

Die Altstadt ist ziemlich schick: Alte, hohe Häuser stehen nah beieinander, die kopfsteinernen Gassen sind schmal und eng, die Bürgersteige sind ganz oft Arkaden. Ich mache das ein oder andere Foto. Wir landen schließlich in einem kleinen Restaurant, wo es nicht nur leckere Nudelgerichte, sondern auch guten Wein gibt. Der Abend wird ein wenig länger.

Bologna: Gasse. Eine von vielen.

Der erste Veranstaltungstag startet dann direkt mal damit, dass wir uns auf dem Weg zum Veranstaltungsort verlaufen. Gut, dass wir genug Zeit eingeplant hatten und so doch noch passend ankommen. Es ist schon am Morgen ordentlich warm. Im Theater ist es zum Glück ganz angenehm und die Sitze sind bequem. Fast ein bisschen zu sehr. Die Vorträge sind dann tatsächlich durch die Bank auch recht unterhaltsam, keiner wirklich schlecht. Da ist es fast nicht schlimm, dass es kein WLAN auf der Veranstaltung gibt. Nachdem wir das Tagesprogramm hinter uns gebracht haben, steht wieder eine Auffrischung im Hotel auf dem Plan, bevor wir an diesem Abend in einer Pizzeria landen, in der außer uns nur Italiener verkehren. Während ich meine wirklich große und gut belegte Pizza nur zu zwei Dritteln schaffe, beobachte ich am Nebentisch einen Herrn, der in nicht einmal der Hälfte der Zeit seine mitsamt einer großen Mozzarella-Kugel in Viertelstücken inhaliert. Bemerkenswert!

Veranstaltungstag Nummer zwei, wir haben inzwischen Freitag, schließt sich gut an den ersten an. Ich fühle mich wieder gut unterhalten. Heute ist es auch nicht mehr so warm, statt dessen ist es gut einen Schirm dabei zu haben. Gut, dass ich am vorigen Tag wirklich ausreichend fotografiert habe. Da es nach Veranstaltungsende keinen passenden Flieger mehr nach Hause gibt, verbringen wir den Abend in einem Kellerrestaurant, dass der Kollege am Vorabend entdeckt hatte. Zuerst kommt es mir ein bisschen dubios vor, da wir alleine dort sitzen. Aber eigentlich sind wir nur früh an, nach dem Essen und einem unterhaltsamen Abend ist die Bude gerappelt voll, als wir uns auf den Weg ins Hotel machen. Eine lohnende Veranstaltung geht zu Ende. Nicht nur wegen der interessanten Vorträge, sondern auch weil es wirklich gut war sich mit den Kollegen mal ausführlicher auszutauschen.

Am Samstag Abend bin ich dann nach einem unkomplizierten Heimweg über Düsseldorf ziemlich froh, zur Abwechslung mal wieder auf Fräulein Anna zu treffen. Wir gehen vietnamesisch Essen, nicht weit von uns hat ein neues Restaurant aufgemacht. Ich esse ein recht leckeres Nudelgericht, was nur ein kleines bisschen zu korianderig ist. Fräulein Anna ist mit ihrem Curry sehr zufrieden und so versprechen wir, bald wieder zu kommen.

Nach einem kurzen gemeinsamen Frühstück am Sonntag bricht das Fräulein auch schon wieder auf. Bis Ende der Woche ist es nun am mir, die Wohnung zu hüten. Nachdem ich alles einigermaßen auf Vordermann gebracht habe und einige Bilder die Bilder aus Bologna für diesen Blogeintrag gesichtet und bearbeitet habe, werfe ich die Xbox an und laufe gemeinsam mit meinem Spielkameraden durch das postapokalyptische New York.

Der Tatort aus der Schweiz haut mich leider nicht so sehr um, während ich diese Zeilen tippe.

Von schlechtem Schlaf, einem Lauf und einem Museumsbesuch

Das war eine ereignisreiche Woche. Erlebnisse!

Direkt am Montag traf ich mich mit einem Menschen von der Uni Bonn. Dort hatte ich vor einigen Wochen einen Online-Fragebogen ausgefüllt, in dem es um mein Schlafverhalten ging. Anhand dessen fand man mich wohl interessant genug, als dass ich als potentieller Teilnehmer einer Schlafstudie in Frage käme. Nach einem recht kurzen Gespräch sind wir uns dann aber einig, dass ich wohl nicht mitmachen darf. Somit entgeht mir leider auch das Abenteuer „Schlaflabor“, auf das ich mich schon ein bisschen gefreut hatte.
So blöd das vielleicht klingt: Ich schlafe zu gut ein. Spätestens seit ich meinen Kaffee-Konsum auf den einen doppelten Espresso am Tag reduziert habe, ist zumindest das für mich nur noch selten ein Problem. Wie großartig es ist, einfach ins Bett zu gehen und kurz danach einfach eingeschlafen zu sein! An der Qualität meines Schlafes muss ich aber noch ein bisschen arbeiten.

Am Dienstag dann die nächste Episode in der schon etwas längeren Geschichte rund um meine Schulterschmerzen: Der Orthopäde schickt mich nach einer erneuten Untersuchung zum Physiotherapeuten. Bei einem solchen war ich noch nie, ich bin gespannt.

Das nächste Event ist dann schon zwei Tage später. Vor ein paar Wochen hatte ich mich ja zum Bonner Firmenlauf angemeldet und mich dann, siehe den Absatz mit den Schmerzen in der Schulter, leider nicht so gut darauf vorbereitet. Das machte aber tatsächlich nichts. In der Masse von etwa elftausend Leuten kommt es nicht so sehr auf Geschwindigkeit an. In der Rheinaue ist ganz schön was los, es gibt ein gemeinsames Aufwärmprogramm, angeleitet von sehr motivierten Fitness-Menschen. Danach bin ich eigentlich schon platt genug. Aber gemeinsam mit den Kollegen bringe ich dann doch die nicht ganz sechs Kilometer locker hinter mich und lasse mich auch von fast dreißig Grad und praller Sonne nicht unterkriegen. Ich nehme mir vor, die Sache mit dem Laufen noch einmal anzugehen und dieses Mal darauf zu achten wirklich langsam zu laufen.

Als ich am Freitag etwas später das Wochenende einläute, wartet zu Hause Besuch auf mich. Frau Mama und eine Freundin sitzen schon auf dem Sofa und sind gut gelaunt. Kurz darauf ist auch schon Abendessens-Zeit und Fräulein Anna und Frau Schwester stoßen im Tuscolo mit Münsterblick zu uns. Wir haben einen langen Abend mit großen Pizzen, von denen fast jeder etwas mit nach Hause nimmt.

Schließlich ist es auch schon Sonntag. Ich bin ein bisschen übernächtigt, nachdem ich die halbe Nacht lang gemeinsam mit Teymur und Dominik durch New York gezogen bin. „The Division“ hatte ich schon länger im Auge. Zu dritt macht es großen Spaß, ist aber auch ganz schön anstrengend – das liegt vielleicht aber auch daran, dass ich am Controller nicht so geschickt bin. Nichts desto trotz machen Fräulein Anna und ich einen kleinen Ausflug ins Nahe Rheinische Landesmuseum. Dort ist seit vergangenem Freitag eine neue Ausstellung zu sehen: „bilderstrom – Der Rhein und die Fotografie 2016-1853“. Wir kommen genau passend zu einer Führung und bekommen so eine Stunde lang zu einigen der vielen Bilder etwas erzählt und erklärt. Es ist spannend anzusehen, was unterschiedliche Fotografen in den unterschiedlichsten Zeiten fotografiert haben, wo ihre Schwerpunkte lagen. Ich bin beeindruckt wie scharf vor allem auch die Bilder sind, die vor teilweise über einem Jahrhundert gemacht worden sind. Nach der Führung drehen wir noch eine weitere Runde durch die Ausstellung und lassen uns inspirieren.

Die Woche endet, wie wir das schon gewohnt sind, mit dem Krimi in der ARD. Als großer Freund des Polizeirufs und Fan von Matthias Brandt freue ich mich sehr über das Abendprogramm. Nur die Bilder von angefressenen Gesichtern müssten nicht sein, während ich meine Currywurst mampfe.

Von Arztbesuchen und einer Hochzeit

Reden wir wieder von meiner Schulter. Da kommen im Laufe der Woche die Schmerzen wieder. Erst als ich mich wieder einen Termin beim Orthopäden ausmache beruhigt sich die Stelle. Versteh‘ einer die Welt. Mal schauen was der Arzt dazu sagt.

Dieser Tage hatte ich dann außerdem einen Vorsorge-Termin beim Augenarzt, den ich Ende März (!) ausgemacht hatte. Jedenfalls fast: Nach einer kurzen Untersuchung durch eine der Arzthelferinnen möchte man mir irgend etwas ins Auge tun, was mich mindestens einen halben Tag erblinden arbeitsunfähig machen würde. Das passt mir am Montag Morgen allerdings gar nicht und so lehne ich dankend ab und mache eine Nachfolgetermin aus. Auf den muss ich auch nicht so lange warten.
Tags drauf sitze ich dann, wie alle halbe Jahr, beim Zahnarzt auf dem Stuhl und lasse mir den ordentlichen Zustand meiner Zähne bestätigen. Ich bin jedes Mal vorher ein bisschen aufgeregt und immer wirklich, wirklich froh, wenn man nichts in meinem Mund tun muss. Puh!

Nachdem ich die all die Review-, Retro- und Plannings-Veranstaltungen, die zu einem Sprintwechsel so gehören, hinter mich gebracht habe, ist die Arbeitswoche auch schnell vorbei. Die Abende verbringe ich zum Teil vor Lightroom und probiere ein wenig an den Bildern aus dem Norwegen-Urlaub herum. Ich habe immer noch keinen so richtig passenden Stil gefunden, komme der Lösung aber näher. Ein neues Hintergrundbild für Computer und Telefon kommt dabei aber schon einmal heraus. Außerdem ordne ich das Fach in meinem Arbeitszimmer-Regal, was man gemeinhin als „Ablage“ bezeichnet. Ganz schön viel hat sich da angesammelt in den letzten Monaten, gute zwei Stunden loche, klammere und hefte ich allerlei aufhebenswerte Rechnungen, Kontoauszüge und sonstigen Papierkram.

Das Wochenende kann kommen und verspricht spannend zu werden. Am Freitag bereiten Fräulein Anna und ich einiges für die Hochzeit von Freunden vor. Dort kümmern wir uns nach der Trauung in Ramersdorf um den Familienempfang in der Wohnung des Brautpaares. Am Abend feiern wir dann ganz wunderbar alle zusammen und ich lande erst nach vier Uhr am Sonntag-Morgen im Bett. Vorher stehen aber gleich zwei meiner allerliebsten Tätigkeiten auf dem Plan.

Bei letzterem muss ich auf die Hilfe von Fräulein Anna zurückgreifen. Am Ende kann ich mit dem Ergebnis zufrieden sein. Die Bügel-Geschichte muss ich vielleicht einfach mal ein bisschen üben. Nur so kann ich den Teufelskreis „Ich trage selten Hemden weil ich nicht gern bügele. Ich bügele nicht so oft Hemden weil ich sie selten trage“ wohl durchbrechen.

Spät ins Bett gehen steht bei mir wirklich selten auf dem Programm. Entsprechend gerädert bin ich den ganze Sonntag. Da hilft es auch nichts, fast bis Mittag im Bett zu liegen und auch den halben Nachmittag zu verdösen. Dieses Party-Hard-Game scheint mir nicht mehr zu liegen. Schade eigentlich! Trotzdem schaffe ich es, die kleinen Buttons zum Teilen von Beiträgen in diesem Blog (die sowieso keiner nutzt) aus dem alten Blog-Theme in das aktuelle zu übernehmen. Am Ende gammeln Fräulein Anna und ich auf dem Sofa und schauen den gar nicht mal schlechten Tatort aus Österreich, den ich ja schon meistens eher nervig finde.