Archiv für Monat: Februar 2017

Ein neuer Computer, eine Internet-Diskussion, Facebook-Kram und ein Blog-Archiv

Hallo Apfel!

Die Woche beginnt gleich aufregend: Nachdem sich mein MacBook am Wochenende mehrmals nur schwer dazu überreden lies den Akku zu laden und ich das Gerät zum Aufbau einer WLAN-Verbindung mehrmals neu starten musste, war es einfach an der Zeit für ein neues Gerät.

Ein bisschen Recherche ergibt, dass das von mir gewünschte Modell mit mehr Arbeitsspeicher (welches eigentlich „Build to Order“ ist) zu einem günstigen Preis bei Cyberport in Köln zur Abholung bereit liegt. Also setze ich mich nach Feierabend in den Zug, ertrage die Enge im Feierabend-Pendlerverkehr und bestelle das Gerät vor. Schon eine gute halbe Stunde später halte ich nach einem netten Plausch mit einer sehr freundlichen Mitarbeiterin des Ladens in den Händen. Ich freue mich sehr.

Am Dienstag morgen schlittere ich kurz. Dann ärgere mich kurz über die Twitter-Leute der Stadtwerke, als ich diese über die Gefahrenstelle informiere: Man hat da ja ein Schild hingehängt, dann sind schon alle schön vorsichtig und es passiert nichts. Dann ärgere ich mich noch mehr über mich selbst, weil ich mich über das Internet ärgere. Als gäbe es sonst nicht genug Ärgernisse, ey! Nächstes Mal halte ich die Klappe.

Schon seit einer Weile spiele ich mit dem Gedanken, eine Facebook-Seite für dieses Blog anzulegen. Vielleicht interessiert sich ja doch der ein oder andere für das Geschehen hier. Ich verliere ein paar mehr Worte dazu in einem Eintrag dazu: Like mich!. Schon über dreißig Leute haben bei Facebook inzwischen auf den Daumen-Hoch-Knopf gedrückt, vielleicht werden es noch ein paar mehr. Supercool, jedenfalls!

Es gibt Flammkuchen!

Das Wochenende kommt dann ziemlich schnell, den Samstag verbringe ich sehr unspektakulär entspannt. Ein bisschen aufräumen geht immer und der neue Computer will ja auch noch fertig eingerichtet werden. Ich spiele die Ghost Recon: Wildlands-Beta an und habe Spaß dabei. Es gibt leckeren Flammkuchen zum Abendessen. Das ist so einfach, dass es den jetzt vielleicht öfter gibt.

Am Tag darauf gibt es nach einem leckeren Milchreis einen Sonntagsausflug auf die Waldau. Die wilden Tiere dort freuen sich über unseren Besuch. Ich nehme mir vor über das Jahr öfter mal dort vorbeizuschauen. Ich habe unseren Spaziergang von dort aus nach Bad Godesberg im vergangenen Jahr noch in guter Erinnerung.

Nachdem Fräulein Anna und ich den Quatsch-Tatort aus Ludwigshafen dieses Mal gar nicht erst zu Ende schauen, gelingt mir noch ein kleines Highlight zum Ende der Woche: Ich finde in den Untiefen meines NAS ein Backup meiner Datenbanken. Ganz schön alt, aber: Unter anderem finde ich darin die Datenbank des alten „der tag und ich“ mit über neunhundert Blogposts aus den Jahren 2004 bis 2008. Mit ein bisschen hin und her schaffe ich es zwar nicht, ein zu der Datenbank passendes WordPress 2-irgendwas aufzusetzen, aber immerhin ein aktuelles WordPress mit den alten Posts und Kommentaren inklusive der richtigen Umlaute zu füttern. Die wollen nun nach und nach gesichtet werden und den ein oder anderen wird man dann sicherlich hier auch wieder lesen können.

Karnevalssonntag auf der Waldau

Diesen Sonntag hatten wir uns nichts vorgenommen und so sitzen Fräulein Anna und ich am Morgen bei Milchreis am Frühstückstisch und überlegen, welche Kleinigkeit wir denn unternehmen sollten. Draußen ziehen ein paar Wolken vor blauem Himmel dahin, die Sonne scheint. Wir wollen draußen sein. Ich werde einen Blick in meine „Diese Dinge solltest du dieses Jahr mal in Bonn machen“-Liste, sortiere verschiedene Museen und ein paar längere Wanderungen aus und schlage schließlich „Lass‘ doch einfach eine Runde im Gehege auf der Waldau drehen!“ vor.

Gesagt, getan. Da hier sowieso gerade ein Auto rumsteht, nehmen wir eben dieses und bilden so unbeabsichtigter Weise die Vorhut des Poppelsdorfer Karnevalsumzugs. Der Bürgersteig steht schon voller jecker Narren als wir durchfahren, die Polizei bereitet sich gerade darauf vor die Straße für den normalen Verkehr zu sperren. Ich kann mich gerade so zurückhalten, mich aus dem Fenster zu lehnen und „Alaaf!“ zu rufen.

Bis zur Waldau ist es nicht weit. Heute ist so richtig gar nichts los, wir bekommen einen Parkplatz direkt vorne an der geschlossenen Gastronomie. Schon kurz danach stehen wir am Wildschwein-Gehege, wo man sich heute sehr fleißig bei jeder sich bietenden Gelegenheit schubbert. Es ist wohl an der Zeit das Winterfell los zu werden, entsprechend gerupft sehen alle gerade aus.

WildschweinschnauzeKüssende Wildschweinschnauzen

Da die, sich im Schlamm suhlenden, Wildschweine leider nicht das dankbarste Motiv sind, zieht es uns zum Wild. Dort genießt man das gute Wetter und lungert in der Sonne herum. Ein brunftiger Hirsch und seine Partnerin bringen einige Eltern in Erklärungsnot. Nach einer ganzen Weile, als die Sonne wieder hinter einigen Wolken verschwindet, machen wir uns langsam auf den Rück- und Heimweg.

HirscheRehRehbock

Like mich!

In meinem letzten Jahresrückblick hatte ich mir ja so ein bisschen vorgenommen, in Zukunft so zwei Mal pro Woche etwas in dieses Blogdings rein zu tippern. Und das klappt sogar ganz gut bisher. Genau genommen sogar so gut, dass ich dieses Jahr erst ein Mal am Freitag eine „Du musst noch bloggen!“-Erinnerung vom Ironblogger-Bot bekommen habe. Im letzten Jahr waren wir noch dicke Freunde und hörten regelmäßig voneinander.

Das macht alles ja auch ein bisschen Spaß. Und auch wenn ich zuerst mal mehr oder weniger für mich selbst Tagebuch führe, wäre es doch schön, wenn vielleicht ein paar Leute mehr mitlesen würden. Bei ausgewählten Beiträgen verlinke ich die natürlich bei Facebook mit meinem privaten Profil, was auch immer einen kleinen Begeisterungs- und Besucheransturm auslöst. Mit jedem Quatsch will ich das aber eigentlich nicht. Wie gut, dass es da andere Möglichkeiten gibt!

der tag und ich bei facebook

Deshalb gibt es jetzt eine hochoffizielle der tag und ich-Facebook-Fanseite, auf der der geneigte Leser ein hartes „Like!“ lassen kann, um dann in Zukunft über jeden meiner Schritte – oder vielleicht auch nur die Beiträge hier – informiert zu werden. Social Media! Zukunft! Wir sehen uns da.

Ich bin auch schon ein bisschen drauf gespannt wie das so ankommt und ob sich ein paar Likes ansammeln. Ich werde über meine Erlebnisse im Rahmen dieses kleinen Social-Media-Onlinemarketing-Experiments bestimmt bei Gelegenheit berichten. Gerade bei Facebook bin ich sonst ja eher passiv unterwegs, da gibt es bestimmt den ein oder anderen Grund sich zu ärgern. Vielleicht benutze ich auch mal Hashtags! Das scheint ja heutzutage ziemlich angesagt zu sein.

Von einem Spaziergang, Computerspielen und einem neuen Blog

Da war ja noch was! Vor lauter Aufregung gestern vergas ich doch direkt mal, einen Wochenrückblick zu schreiben. Dazu aber nächste Woche erst mehr. Ha! Schon letzte Woche habe ich den ausfallen lassen, aber mit gutem Gewissen: Ich schrieb ja einen wirklich länglichen Artikel über den größten Teil der Geschehnisse, nämlich das Beach Motel van Cleef.

Bewegungsprofil für diese Woche

Aber kommen wir zur letzten Woche. Das Wetter ist zumindest an einigen Tagen ein bisschen besser, fast schon frühlingshaft. Ich nutze dies für einen kleinen Spaziergang auf dem Heimweg. Neben der Arbeit lasse ich es mir sonst ein bisschen gut gehen. Andere Leute gehen in Achtsamkeitskurse, ich nehme mir einfach ein paar Abende nichts vor. Mein Sofa und ich sind ja schon lange gute Freunde. Die Zeit nutze ich, um House of Cards vorläufig zu Ende zu schauen und mir ein paar Gedanken zu machen.

Am Freitag-Morgen unterziehe ich mich einer kleineren ambulanten Operation und soll mich im Anschluss schonen. Nachdem mir das Internet im Allgemeinen und dann auch YouTube und Netflix langweilig geworden ist, werfe ich das erste Mal seit langem wieder die Xbox an. Schon vor längerem hatte ich mal für knapp fünf Euro Battlefield 4 erstanden und so versuche ich mich da an der Kampagne. Nach einer guten Stunde verliere ich aber schon wieder den Spaß. Etwas länger fesselt mich dann Open Transport Tycoon an den Bildschirm. Hier habe ich relativ schnell den Dreh wieder raus und bin schon nach kurzer Zeit wieder fast ein bisschen zu gut. Eine Installationsanleitung für OpenTTD habe ich tatsächlich schon vor vielen Jahren mal geschrieben, wie mir erst im Laufe meines Geschreibsels hier auffällt.

Am Ende der Woche startet Fräulein Anna ihre Karriere als Bloggerin. Eine Leseempfehlung meinerseits, nicht nur damit der Haussegen weiter gerade hängt: anna in bonn. Vor allem Freunde des gepflegten Frühstücks kommen hier auf ihren Geschmack, wer hätte das gedacht?
Die Woche endet mit einem Karnevals-Tatort aus Köln, der mich vor allem nervt. Das war kein guter.

House of Cards

Hätte ich das Netflix-Probeabo vor einem oder zwei Jahren abgeschlossen, dann hätte ich House of Cards sicherlich als weniger realistisch empfunden. Heute ist das ein bisschen anders. Während ich also in den letzten Wochen die Geschichte rund um Frank Underwood verfolgte, lief es mir schon das ein oder andere Mal kalt den Rücken hinunter.

YouTube-Vorschaubild

Über aktuell vier Staffeln intrigiert sich der von Kevin Spacey verkörperte Francis J. Underwood auf skrupelloseste Art und Weise zuerst ins und dann durch das Weiße Haus. Dabei hat aber nicht nur er Dreck am Stecken, sondern auch ungefähr jeder andere in seinem Umfeld. Seine Frau Claire ist eine gute Partnerin – nicht nur die beiden haben auch kein Problem damit, über Leichen zu gehen. Besonders gut gefallen mir die Szenen, in denen sich Underwood sozusagen aus der Szene heraus dreht und sich mit erklärenden Worten direkt an die Zuschauer wendet.

Die Serie wurde von dem ein oder anderen Politiker tatsächlich für ihren Realismus gelobt. Ich hoffe, dass man sich dabei mehr auf die Kulissen und Kostüme bezogen hat, als auf die Inhalte. Auch ehemalige US-Präsidenten schauen sie scheinbar gerne. Ich habe die zweiundfünfzig Folgen sehr gerne geschaut und bin schon gespannt, wie es Ende Mai in der fünften Staffel weiter geht.

Zu Fuß nach Hause

Mit nicht nur einem kleinen bisschen Freude hatte ich am Wochenende in der Wettervorhersage gesehen, dass es diese Woche richtig schön in Bonn werden sollte. Endlich mal wieder ein bisschen Sonne! Es ist ein bisschen untypisch, aber in der letzten Zeit hatte ich wirklich genug von grauem und kaltem Wetter. Im Zuge meiner Bewegungsoffensive der richtige Moment, um mal wieder von der Arbeit nach Hause zu gehen. Gesagt, getan.

Die zwei Türme - Bonn-Edition

Um kurz nach vier Uhr stapfe ich also aus dem Büro am Bonner Bogen und mache mich auf den Weg in Richtung Bonner Innenstadt. Wie angekündigt scheint die Sonne bei guten zehn Grad. Da muss ich mich nicht viel wundern, als mir schon kurz nach der Südbrücke wirklich viele Menschen entgegen kommen und auch in meiner Richtung unterwegs sind. Da ich auf der Beueler Rheinseite laufe, scheint mir die Sonne die ganze Zeit von links ins Gesicht, wie angenehm! Fotos von vorbeifahrenden Schiffen sind tendenziell eher Gegenlichtaufnahmen.

Die Rheinnixe bei der Überfahrt

Nach einer guten Dreiviertelstunde komme ich am Anlegeplatz der Rheinnixe vorbei, ihre Abfahrt habe ich leider knapp verpasst. Anstatt zu warten steige ich auf die Kennedybrücke und laufe in die Innenstadt. Ich merke mir: Eine gute Stunde muss ich auf dieser Rheinseite für den Heimweg einplanen. Danach habe ich nicht nur mein Schrittziel für diesen Tag erfüllt, sondern bin auch deutlich weniger genervt als vorher.
Doppelter Gewinn!

Beach Motel van Cleef

Bis Sankt Peter-Ording ist es ein ganzes Stück. Am Donnerstag Morgen stehen wir zeitig auf, packen die letzten zwei unserer sieben Sachen in die Rucksäcke und steigen in den Zug in Richtung Norden. Unser Ziel ist – richtig – Sankt Peter-Ording, dort findet das erste Beach Motel van Cleef-Festival statt. Das gesamte Beach Motel ist Festival-Gelände, für dieses Wochenende gibt es nur die Kombination „Zimmer und Festivalticket“ und an zwei Abenden finden Konzerte von Bands meines Lieblingslabels statt. Das Konzept gefiel mir gleich, als ich davon das erste Mal las. Den ganzen lästige Festival-Quatsch wie „Was nehme ich jetzt mit zum Konzert?“, „Brauche ich nachher doch eine Jacke?“, „Hoffentlich walzt mir keiner das Zelt nieder!“, „Top, das Dixi läuft schon wieder über.“ könnte man sich ja auch echt sparen. Als wir die Karten im letzten Jahr buchten, hatten wir großes Glück. Schon nach einer knappen halben Stunde war alles ausgebucht.

Die ersten Stunden unserer Zugfahrt sind schnell vorbei. Ich lese, ich schlafe, ich lese und schlafe. Als wir Hamburg erreichen, leert sich der Zug deutlich. Wir strecken die Beine auf unserem Viererplatz aus, machen es uns gemütlich und nutzen das Netflix-Probeabo. Wie praktisch, dass man da auch ganze Folgen herunterladen kann! Nachdem in Itzehoe die Elektrolok des Zuges planmäßig durch gleich zwei Diesel-Modelle ersetzt wurde, gibt kurz darauf auch direkt eine davon den Geist auf. Wir steigen in einen Regionalexpress um – schwupps ist es eine Stunde länger bis zum Zielort. Ein Glück, dass ich mir eine kleine Spotify-Playlist zur Vorbereitung angelegt habe. So ist die Zeit doch gut genutzt.

Wir sind natürlich nicht die Einzigen, die in Sankt Peter-Ording Bad aus der kleinen Bahn steigen. Der scheinbar einzige Taxifahrer der Stadt ist sehr freundlich und bringt alle zu ihren Hotels und schließlich auch uns in der dritten Fuhre dann ans Ziel. Schnell haben wir eingecheckt, unsere Rucksäcke einigermaßen ordentlich im Zimmer explodieren lassen und schon sitzen wir im an das Hotel angeschlossene Restaurant dii:ke zum Abendessen. Einmal Kabeljau und einmal Lachs, sowie zwei Nachtische später sind wir gesättigt.

Da ich es am Vorabend geschafft habe, wirklich alle Wecker ausgestellt zu haben, erlebt man an diesem Morgen eine sehr seltene Spezies beim Frühstück: Den Ausgeschlafenheits-Martin! Top, dass man bis zum Mittagessen dort sitzen kann. Wir frühstücken ausführlich, die Auswahl ist für ein Hotel-Frühstück sehr abwechslungsreich.

Sankt Peter-Ording: Ein Haus auf Stelzen

Dann heißt es: Warm einpacken! Wenn man schon am Meer ist, dann sollte man auch mal danach gucken gehen. Deshalb ergänzen wir unsere Kleidung um einige Schichten und steigen direkt gegenüber auf den Deich. Nach ein paar hundert Metern durch Dühnen und den sehr weiten Sandstrand sehen wir dann nicht so besonders viel vom Meer. Ebbe, Flut und so! Es ist eisig kalt. Der Wind brennt richtig auf den ungeschützten Hautstellen. Wir lassen uns davon aber nicht abhalten und wandern frohen Mutes in Richtung Ort. Die zahlreichen Pfahlkonstruktionen, auf denen teilweise auch Häuschen stehen, wirken bei diesem Wetter und mit den wenigen Leuten am Strand ein bisschen verloren.

Im Café Deichkind kommen wir an Tee und Kuchen und wärmen uns ein bisschen auf. Nach einer kurzen Runde durch den anschließenden Ortsteil wollen wir eigentlich schon wieder zurück gehen, als wir an einem Pfosten vorbeikommen, der auf Knopfdruck Tiergeräusche produziert. Durch ihn werden wir auf das Nationalparkhaus aufmerksam, was nur ein paar Meter weiter im Untergeschoss der Therme zu finden ist. Auch wenn das eigentlich eher für Kinder gemacht ist, vertreiben wir uns dort ein wenig die Zeit und lernen etwas über das Wattenmeer und seine Flora und Fauna.

Wie gut, dass wir nicht direkt zurückmarschiert sind! Kaum, dass wir wieder auf dem Strand stehen, kommt tatsächlich die Sonne noch ein bisschen raus. Das ändert zwar nichts daran, dass ich weiterhin Angst habe, dass mir die Nase abfriert – aber es sieht doch alles gleich ein bisschen freundlicher aus. Ich schieße noch das ein oder andere Foto.

Sankt Peter-Ording: Sonne über dem StrandSankt Peter-Ording: Sonne über dem Strand

Eine Dreiviertelstunde später sind wir dann auch wieder auf unserem Hotelzimmer und pünktlich zum ersten Konzert um neunzehn Uhr dann auch wieder einigermaßen aufgetaut. Diese Hotel-Konzerte-Kombination ist dann übrigens genau so großartig, wie ich mir das vorgestellt habe: Einfach die Treppe runter, Bändchen zeigen und ich stehe vor der Bühne. Im schlimmsten Fall muss ich ein paar Schritte über den Hof gehen, um die Konzerte im Nebengebäude zu schauen. Jedes Zeltfestival wirkt auf einmal ganz schrecklich unkomfortabel und kompliziert. Dabei haben wir im vergangenen Jahr auf dem Immergut im Backstage-Bereich die bequeme Variante ausprobieren dürfen. Viele andere scheinen das auch so zu sehen, das Publikum ist durch die Bank ein bisschen älter, als ich das von anderen Festivals gewohnt bin. Die eine oder andere Familie hat sich auch dazu gesellt.

Aber kommen wir zur Musik. Heute Abend stehen als erstes Torpus & The Art Directors auf der Bühne. Die gefallen mir auf Anhieb ganz prima und sind sicherlich ein guter Starter für die beiden Abende. Nach einer guten Stunde habe ich das Gefühl, dass meine Vorfreude auf diese Veranstaltung durchaus berechtigt war. Kurz darauf lerne ich Matze Rossi kennen. Fräulein Anna kennt scheinbar eine Band, in der er vor vielen Jahren spielte, mir ist der Mann mit der schicken Mütze (ich trage eine ganz ähnliche) neu. Aber auch sehr sympathisch. Ich mag die Musik sehr.

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Der wohl einzige Dämpfer sollte dann Tom Liwa mit The Flowerpornoes sein. Beim Reinhören vorher hatte ich den noch ganz ok gefunden, aber jetzt, wo ich nur zwei oder drei Meter von der Bühne entfernt stehe, werde ich mit dem Sänger und seiner Band leider gar nicht warm. Fortuna Ehrenfeld macht es kurz darauf schon wieder ein bisschen besser, auch wenn es dem Spießer in mir ein bisschen missfällt, dass er sich am Ende ein Bier über den Kopf kippt. Über den Herrn war ich Ende letzten Jahres irgendwie gestolpert und direkt ziemlich begeistert gewesen. Die Texte sind jedenfalls nach meinem Geschmack.

Den Live-Abschluss bildet an diesem Abend dann Spaceman Spiff. Und der gelingt. In meiner Festival-„Vorbereitung“ war der Sänger irgendwie ein bisschen untergegangen. Mir gefällt auch dieses Konzert ziemlich gut und ich nehme mir vor, mir die Musik des Herrn der „so ein bisschen in die dreißig reingerutscht“ ist, nochmal zu Hause anzuhören. Obwohl mir spätestens jetzt die Füße wirklich ordentlich weh tun und ich einer Amputation nicht ganz abgeneigt wäre, wagen wir noch ein Tänzchen als Christiane Falk, die auch schon durch den Abend moderierte, zur Disko ruft. Und Thees Uhlmann zuzuschauen, wie er bei Tomte-Titeln Tanzbewegungen macht und laut mitsingt ist ja auch schon etwas besonderes. Als wir schließlich ins Bett fallen, geht die Disko weiter: Unser Zimmer liegt direkt über der Tanzfläche.

Der nächste Morgen startet mit einem ordentlich geräderten Martin. Beim Frühstück ist es heute ordentlich voll, ich entdecke auch den ein oder anderen Musiker. Das finde ich überhaupt sehr schön: Bei anderen Veranstaltungen sieht man die Künstler nur auf der Bühne, hier stolpert man ständig über einen. Top! Nachdem wir noch eine Weile auf das fleißigste gegammelt haben, setze ich mir irgendwann den Rucksack auf und laufe noch eine Runde über den Strand. Das ein oder andere Foto will noch gemacht sein. So richtig Spaß macht das aber nicht. Es ist immer noch grau und eisig kalt. Ich bin froh, als ich wieder im warmen Hotelzimmer bin.

Sankt Peter-Ording: Weg durch die DüneSankt Peter-Ording: Blick durch die DüneSankt Peter-Ording: Ein Haus auf Stelzen

Um achtzehn Uhr geht es mit Der Herr Polaris los. Wieder ein guter Start – der ein bisschen darunter leidet, dass ich Hunger habe und die Pommes- und Burger-Küche erst mit Konzertbeginn geöffnet hat. Man braucht nicht zu fragen, wo es uns als erstes hinführt, als das Konzert zu Ende ist. Martin Kelly steht als nächstes vor uns. Er ist Schotte, spielt in der Band von Thees Uhlmann und hat nichts mit der Kelly Family zu tun, wie er uns versichert. Patrick Richardt & Band sind dann ein weiteres Highlight. Den hatte ich vor einigen Jahren schon mal gesehen, dann aber völlig aus den Augen verloren. Das wird mir nun sicherlich nicht mehr passieren.

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Matt Wilde und Sönke Torpus unterhalten mich, während ich mit einer Cola am Rand sitze. Meine Füße schmerzen ein klitzekleines bisschen.

Thees Uhlmann und Marcus Wiebusch

Thees Uhlmann unterhält am Ende vor allem eine Bande achtjähriger Kinder in der ersten Reihe. Oder die ihn, das weiß man nicht so genau. Uhlmann steht zunächst alleine mit seiner Gitarre auf der Bühne, spielt Lieder aus seinem Repertoire und erzählt Geschichten. Dann stößt großartigerweise der versprochene Special Guest in Form von Markus Wiebusch dazu. Nicht nur bei 48 Stunden singt das Publikum fast lauter als die beiden Sänger auf der Bühne. Uhlmann überzieht ordentlich und wird natürlich auch zu einer Zugabe wieder herausgeklatscht.

Nach den Konzerten verläuft sich das Ganze ein bisschen. Uns sagt die Vinyl-Wednesday-Disko nicht so besonders zu. Vielleicht sind alle aber auch genau so müde wie wir. So verschwinden wir bald auf unserem Zimmer und packen schon mal unseren Kram. Das Beach Motel van Cleef ist eine prima Sache und das vermutlich entspannteste Festival was ich bisher erleben durfte. Ich hoffe sehr auf eine Wiederholung im kommenden Jahr – nicht nur, weil Marcus Wiebusch einen Auftritt von Kettcar versprochen hat, sondern vor allem weil die Konzerte so entspannt, das Publikum so überschaubar und der Veranstaltungsort so passend waren.

Und zu guter Letzt: Ein paar Szenen vom Festival, die man freundlicherweise zusammengeschnitten und auf YouTube zur Verfügung gestellt hat.

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Von einer kurzen Woche, die in Wien endete

Das Bewegungsprofil - Kalenderwoche 4
Diese Woche habe ich gleich zwei rote Flecken in der Landschaft produziert.

Eine kurze Woche – zumindest arbeitstechnisch. Wir planen und starten in ein neues Projekt auf der Arbeit. Ich freue mich ein bisschen, mal wieder etwas anderes zu tun. Die Woche geht dadurch – und weil ich Freitag Urlaub habe – schnell vorbei. Am Donnerstag-Nachmittag düse ich von der Arbeit aus direkt zum Flughafen, das geht von Bonn-Oberkassel aus mit dem Zug sehr gut.

Ich bin natürlich viel zu früh an. Habe ich die Geschichte von dem fast-verpassten Flug in Madagaskar eigentlich schon mal erzählt? Jedenfalls bin ich in Flugsituationen immer gerne früh an. Ich mache es mir in einer Ecke bequem und lese auf dem Telefon in meinem Buch, da ich dummerweise Herrn Kindle zu Hause vergessen habe. German-, Euro-, Irgendwaswings bringt mich dann unkompliziert und ohne besondere Vorkommnisse nach Wien. Dort warten schon ein paar Herren auf mich.

Seifenblasen

Über das verlängerte Wochenende essen wir (unter anderem) das obligatorische Schnitzel und ein sehr leckeres Gulasch. Verpflegungstechnisch kann man eigentlich nicht viel falsch machen. Gerade in der Innenstadt liegt ein Café neben dem anderen.

Bis auf Widerruf

Wir schauen uns das Naturhistorische Museum an, was mir unheimlich gut gefällt. Das große, alte Gebäude ist sehr pompös, es gibt große Deckenmalereien und auch die Ausstellungsräume bieten abseits der eigentlichen Ausstellung immer etwas zu sehen. Es gibt sehr viel zu sehen: Von den unterschiedlichsten Stein-Arten, die in Schaukästen stehen, bis zu einer interaktiven Meteoriten-Einschlags-Simulation. Dann natürlich auch den ein oder anderen Dinosaurier.

Im zweiten Geschoss dann allerlei ausgestopfte Tiere. Ich hätte nicht gedacht, wie viele Unterarten die ein oder andere Gattung hat. Dass ich alles, was irgendwie unter Wasser statt findet, eher eklig finde. Riesige Fische mit scharfen Zähnen braucht nun echt niemand, ey! Nichts desto trotz: Bei meinem nächsten Besuch möchte ich unbedingt wieder in das Naturhistorische Museum, vor allem weil ich im zweiten Teil sehr müde war und mir nicht mehr alles mit Ruhe angeschaut habe. An den ganzen Wildtieren, die mich eigentlich besonders interessieren würden, bin ich viel zu schnell vorbei gelaufen.

Dinosaurier-SkelettEin Haus

Außerdem erkunden wir die Stadt. Unsere 240qm-Angeber-Luxuswohnung liegt superzentral direkt am Opernring, wir haben es also nur wenige Schritte weit bis in die Innenstadt. Mir gefällt Wien sehr gut, vor allem weil es so viele alte Häuserzeilen gibt – die nur selten von modernen Gebäuden unterbrochen werden. Ich könnte den ganzen Tag herumlaufen und gucken.
Ich lerne außerdem „Cards agains humanity“ kennen, was ich nur so mittel-witzig finde und weiß jetzt, wie bei OKCupid Bilder moderiert werden. Man lernt nie aus.

Achtung, eine Weltpremiere: Ich halte dies in Form einer Instagram-Story fest, was überraschend viel Spaß macht. Man darf dort in Zukunft wohl mehr erwarten. Es ist nicht nur ein bisschen schade, dass die Inhalte nach vierundzwanzig Stunden wieder verschwinden. Inzwischen speichere ich alle Element schon mal automatisch, mal gucken ob man darauf im Nachhinein noch was basteln kann.

Das Schmetterlingshaus