Archiv für Monat: Dezember 2017

Verlasse ein Konzert niemals, bevor die Musik nicht wieder vom Band kommt

Ich habe da so ein Programm auf meinem Telefon. „Timehop“ heißt es und zeigt mir jeden Tag an, was so bei Facebook, Twitter, Instagram, in meinen Fotos und überall anders vor genau einem, zwei, drei und so weiter Jahren passiert ist.

Screenshot aus der App

Alle Jahre wieder erinnert es mich mit einem meiner Facebook-Posts unabsichtlich an eine Begebenheit von vor inzwischen acht Jahren. Damals machte ich einen kleinen Fehler: Ich verließ – um eine frühere Bahn nach Hause zu bekommen – ein Konzert vor dem Ende. Ich sehe mich heute noch aus dem Gebäude 9 flitzen, während drinnen noch die Musik dröhnt.

Port O’Brien spielten damals, ich war alleine nach Deutz gefahren um sie mir anzuschauen. Ich mochte die Band sehr gerne. Und deshalb finde ich es sehr schade, dass sie sich blöderweise kurz darauf auflöste und ich nicht mehr die Chance hatte sie noch einmal live zu sehen.

Darüber ärgere ich mich bis heute ein bisschen. Weil ich die Musik wirklich gut fand. Weil ich noch weiß, wie toll die Stimmung im Saal war. Weil ich mich noch daran erinnere wie cool ich es fand, dass zu meinem Lieblingslied My Will Is Good der Schlagzeuger der Vorband noch einmal auf die Bühne kam. Und wie der Rythmus des Liedes, gespielt auf zwei Schlagzeugen, wirklich bis in die Knochen ging.

Mein Konzertbericht von damals ist ein bisschen halbherzig und irgendwie lustlos geschrieben und geht auf den Umstand nicht näher ein. Ich aber muss jedes Mal, wenn Menschen aus dem Saal gehen, bevor die Musik wieder vom Band kommt und die Deckenbeleuchtung angeht, an die Begebenheit denken. Und dann bleibe ich stehen und schaue und höre mir das Konzert bis zum Ende an. Sowas passiert mir nicht noch einmal – und deshalb gibt es diese Regel: „Verlasse ein Konzert niemals, bevor die Musik nicht wieder vom Band kommt“.