Archiv für Monat: Juli 2018

Von einer heißen Woche, einer Hochzeit 👰🏼 und Finanzamts-Vergnügen

Diese Woche ist es vor allem eins: Heiß. Jeden Tag über dreißig Grad, das geht an die Substanz. Ich schaffe es dennoch, das ein oder andere weggearbeitet zu bekommen. Frühes Erscheinen auf der Arbeit lohnt sich, am Morgen ist es noch sehr erträglich im Büro, wenn man erst einmal durchgelüftet hat. Die Lüfter im Serverschrank klingen jeden Morgen ein bisschen verzweifelter. Montag Abend sitzen wir noch eine ganze Weile auf der Dachterasse in der Firma. Ich genieße es, gerade mal nicht all zu viel zu Hause zu tun zu haben.

Am Donnerstag Abend treffen wir uns mit den Leuten aus dem Geburtsvorbereitungskurs – oder zumindest den beiden anderen Paaren, die ihren Nachwuchs noch nicht in die Welt gesetzt habe. Ein schöner Abend bei dem Spanier nur wenige Straßen weiter, bei dem ich schon wirklich lange mal einkehren will.

Ansonsten geht die Woche irgendwie einfach vorbei. Am Samstag geht es dafür aber Rund. Fräulein Annas Kollegin heiratet und wir werfen uns in Schale und düsen nach Ahrweiler, um der Zeremonie beizuwohnen. Ich gefalle mir in meinem Anzug ziemlich gut, einzig die Hose zwickt leider immer noch ein bisschen.
Katholische Hochzeiten zählen vielleicht auch als eines dieser „Workouts“, ich habe leider vergessen zu zählen, wie oft ich aufgestanden bin. Aber schön ist’s. Auch kirchliche Hochzeiten haben ja irgendwie was. Nach einigen Stücken Flammkuchen zu viel geht es dann weiter. Die Feier findet in Rolandseck statt, direkt an der Rheinfähre liegt das Restaurant „Bellevuechen“, wo wir bei angenehmen Temperaturen einen schönen Nachmittag und Abend in Garten und Pavillion verbringen.

Am Sonntag versuche ich, endlich diese Kiste mit der Gemeinnützigkeitsprüfung meines Pfadfinderstammes hinter mich zu bringen. Aus irgendeinem Grund landen die Unterlagen des Finanzamtes hin und wieder noch bei den Eltern des letzten Vorsitzenden, so dass meine Elster-Freischaltung eher durch Zufall bei mir landet. Ich schaffe es dann auch tatsächlich, das Formular der Körperschaftssteuererklärung KSt 1 B samt Anhang Gem 1 auszufüllen. Es bleiben aber einige Fragen offen: Wo zum Beispiel lade ich die einzureichenden Dokumente ein? Ich bin angehalten die Steuererklärung elektronisch zu machen. Muss man die dann dennoch ausdrucken und einschicken? Das wäre ja Quatsch. Montag Morgen wird beim Idar-Obersteiner Finanzamt das Telefon klingeln.

Ein Stück Kuchen.
Am Sonntag gibt es Kuchen. Heute: Ein Stück Blaubeere-Käsekuchen bei Frau Kreuzberg im Musikerviertel.

Ein bisschen genervt davon halte ich zuerst einmal einen kleinen Mittagsschlaf, um dann mit Fräulein Anna zu Frau Kreuzberg zu gehen und dort bei Cappucino und Kuchen ein bisschen frische Luft zu bekommen. Anschließend: Klar Schiff zu Hause machen. Es hat sich schon wieder eine Menge zu faltender Wäsche angesammelt. Und schließlich dann wieder ein Marvel-Film: Thor: Tag der Entscheidung steht heute auf dem Plan, nachdem wir die Woche schon sehr gut von Guardians of the Galaxy Vol. 2 und Spider-Man: Homecoming unterhalten worden waren. Von letzterem übrigens ein bisschen überraschenderweise, denn Spidey fand ich eigentlich immer ein bisschen nervig und die erste halbe Stunde des Films bestätigt mich in meiner Meinung schon ziemlich. Danach muss ich meine Meinung dann aber revidieren.

Von einem Kreislauf und zahlreichen Besuchen

Mit einem „Puh!“ starte ich ja relativ oft in den Wochenrückblick. Zumindest gedanklich. Das soll auch diese Woche nicht anders sein. Vor allem, weil es dieses Mal nicht nur mental, sondern auch körperlich echt anstrengend war. Ich erlebe das erste mal seit langem, wie es ist, wenn einem der Kreislauf wegsackt. Normalerweise schaffe ich es ganz gut, mich auf den Beinen zu halten. Ich trinke ausreichend und überanstrenge mich im Allgemeinen sehr selten. Diese Woche habe ich an gleich zwei Tagen das Gefühl, nicht mehr lange selbstständig auf dem Stuhl sitzen zu können. Puh. Um zumindest die relativ hohen Temperaturen im Büro als Ursache ausschließen zu können, arbeite ich recht viel zu Hause.

Aber kommen wir zu den angenehmen Dingen. Am Mittwoch habe ich einen halben Tag frei und Frau Mutter besucht uns. Wir verbringen einen entspannten Nachmittag im und um den Botanischen Garten. Ein guter Tag!

Blick über den Teich im Palmenhaus des Botanischen Gartens.

Der Versuch, neue Rollen an einen alten Stubenwagen zu bauen, treibt mich eventuell ein bisschen in den Wahnsinn. Nachdem wir es zumindest geschafft haben, die richtigen Ersatz-Rollen zu beschaffen, gilt es eigentlich nur noch, die Befestigungslöcher um einen Millimeter zu erweitern. Dass beim Herausfinden dieser Details bereits eine der Befestigungen von mir irreparabel beschädigt wird: Geschenkt. 🤷🏼‍♂️ Obwohl ich eigentlich inzwischen gar nicht schlecht mit allerlei Werkzeug ausgestattet bin: Der notwendige Holzbohrer mit mehr als 10mm Durchmesser fehlt mir, bei Obi verkauft man nur welche mit 12mm, was ich zum Glück noch vor dem Bohren als „zu groß“ identifizieren kann. Da ich diese Woche oft genug zum Baumarkt gelatscht bin, bestelle einen passenden Bohrer im Internet.

Auch in dieser Woche schaffen wir es wieder, gleich drei Filme aus dem Marvel Cinematic Universe zu schauen. Ant-Man, The First Avenger: Civil War und Doctor Strange stehen auf dem Programm. Fräulein Anna fühlt sich weiterhin gut unterhalten und auch für mich wird es jetzt spannend. Ab Doctor Strange ist tatsächlich nun auch für mich alles neu. Ich bin gespannt.

Das Wochenende wird ereignisreich. Eine Ansammlung von Dominiks trifft in Köln ein. Wir verbringen einen entspannten Nachmittag und Abend in der Domstadt. Natürlich esse ich wieder zu viel. Wir sitzen lange bei „Spencer & Hill“ auf dem Ring, wo man nicht nur gut essen, sondern auch sehr schön Passanten beobachten kann.

Am Sonntag dann der Gegenbesuch in Bonn. Nach einem Frühstück im Café Sahneweiß machen wir, ausgestattet mit einer Tageskarte, die Bundeskunsthalle unsicher. Die Ausstellung zu den Nasca-Linien in Südamerika ist super interessant und sehr gut gemacht. Neben den geheimnisvollen Linien werden auch sehr viele uralte Stoffe und Gefäße gezeigt, die in ihrer Qualität, Filigranität und Gestaltung auch aus unserer Zeit stammen könnten. Beeindruckend!

Die Bundeskunsthalle mit Wasserspiel und Rutsche.

Der Abstecher in die Abramovic-Ausstellung ist leider eher kein Highlight. Mir ist das alles zu verstörend, dem kann ich nichts abgewinnen. „Furchtbar“ ist vielleicht der richtige Ausdruck. Dann doch lieber aufs Dach, in die Sonne. Dort wollten wir eigentlich direkt am Anfang hin, nachdem man uns aber erst oben mitteilte, dass man auch hier eine Eintrittskarte braucht, hatten wir erst einmal keine Lust mehr auf noch mehr Treppen. Nun sind wir aber wieder oben. Ein bisschen schaukeln muss sein. Ich habe wirklich lange nicht mehr auf einer Schaukel gesessen! Und wieder runter, natürlich mit der großen Rutsche bis auf den Vorplatz. Es kostet mich überraschend wenig Überwindung mich auf das kleine Tuch zu setzen, dass man zur Verbesserung der Gleitfähigkeit bekommt. Anschließend noch ein Spaghetti-Eis. Auch kein schlechter Tag.

Von Superheldenfilmen, Vaterschaft und Sorgerecht

Die Wochen verfliegen in der letzten Zeit geradezu. Ich schaffe es eigentlich immer, mit einem zeitigen Zug zur Arbeit zu kommen und so am frühen Morgen die ein oder andere Stunde ohne große Ablenkung wegzuarbeiten. Das schlaucht mich aber auch ganz schön, da ich es natürlich nicht schaffe, Abends mal ein wenig früher ins Bett zu gehen.

Hatte ich eigentlich schon erzählt, dass ich in den vergangenen Wochen mit Fräulein Anna zusammen die Filme aus dem Marvel Cinematic Universe schaue? Ich bin ja jedes Mal aufs Neue überrascht, wenn das Fräulein am Ende eines Filmes diesen gut und spannend fand. In dieser Woche waren wir des Abends fleißig und schafften gleich drei Stück: Captain America: The Return of the First Avenger, Guardians of the Galaxy und Avengers: Age of Ultron.

Überraschend gut klappt es übrigens weiterhin bei den ebay-Kleinanzeigen. Ich habe Glück und gerate nur an nette Menschen, die nicht nur überhaupt auftauchen, sondern auch noch pünktlich sind. So langsam gehen mir ein kleines bisschen die Sachen aus, die ich noch unter die Leute bringen kann.

Vaterschaftsanerkennung und Sorgerechtsteilung

Highlight der Woche ist sicherlich der Termin beim Jugendamt. Als nichtverheiratete müssen wir noch ein bisschen Bürokratie über uns ergehen lassen, zwei Urkunden gilt es zu unterschreiben.

Zuerst bin ich dran: „Anerkennung der Vaterschaft“ steht oben auf dem Papier. Die nette Frau liest uns, ganz so wie es sich gehört, einmal alles vor, stempelt ein paar Exemplare mit einem sehr offiziell aussehenden Stempel.

Dann ist Fräulein Anna dran. Damit ich bei der Erziehung unseres Nachwuchses auch rechtskräftig mitmischen darf, teilt sie nun das Sorgerecht mit mir. Das geht nur nach dem Motto „ganz oder garnicht“. Eine Beschränkung auf „Montag bis Freitag“ oder Ähnliches ist nicht vorgesehen. Und das ist vielleicht auch gut so.

Nach einer guten halben Stunde sind wir fertig. Gebraucht haben wir jeweils nur den Personalausweis. Den Termin hatte das Fräulein so zwei Wochen vorher ausgemacht. Da kennt man auch schlimmeres.

Hoch die Hände, Wochenende

Und dann ist auch schon Wochenende. Nachdem es ja nun in unserem Zuhause so langsam wird, kann ich auch wieder anderen Menschen unter die Arme greifen. Und auch wenn ich mich an diesem Samstag nicht nur einmal totschwitze: Dank der guten Vorbereitung von Abi und Alex macht es sogar richtig Spaß Kisten und Möbel von einem dritten Stock in den anderen zu verfrachten.

Und schließlich, bevor das Wochenende dann auch schon wieder vorbei ist, besuchen wir noch Anna und Dennis in Oberpleis. Wir verbringen einen schönen Nachmittag im Garten und bringen weitere Kinderklamotten mit nach Hause. Wie gut, wenn man so viele Leute kennt, die schon Nachwuchs haben.

Von Hebammen und einem Geburtsvorbereitungskurs

Diese ganze „Kind kriegen“-Geschichte ist ja was Neues für mich. Ich habe ja wirklich gar keine Ahnung. Und aus vielen Unbekannten resultiert nun mal auch sehr viel Unsicherheit. Sowohl wärend dieser Schwangerschafts-Zeit, als auch in Bezug auf das, was danach auf einen zukommt. Das mag ich ja garnicht.

Die Hebammen

Sehr viel zu meiner Beruhigung haben da in den vergangenen Monaten die Hebammen aus dem Bonner Hebammenladen beigetragen. Ungefähr das Erste, was Fräulein Anna seinerzeit machte, war ja, sich auf die Suche nach einer Hebamme zu machen. Da ist es nämlich auch gar nicht so einfach, jemanden zu finden. Wir sind früh dran und haben Glück.
Als fleißiger Begleiter des Fräuleins zu den Voruntersuchungen habe ich die vier Frauen nach und nach kennengelernt. Ich habe jetzt schon sehr von der Routine profitiert, die sie während ihrer Arbeit ausstrahlen. Zu wissen, dass da wer vorbeikommt, die weiß was sie tut, ist sehr beruhigend.

… und der Geburtsvorbereitungskurs

Weiterhin zu meiner geistigen Entspannung beigetragen hat der achtwöchige Geburtsvorbereitungskurs, den wir in den letzten zwei Monaten absolviert haben. Da gab es ja ganz verschiedene zur Auswahl: Zweitägige Wochenend-Kurse, Veranstaltungen nur für Mütter und dann eben auch der Paar-Kurs, für den wir uns angemeldet haben. Für das Fräulein übernimmt die Kosten die Krankenkasse, meinen Partnerbeitrag konnte ich tatsächlich bei meiner Krankenkasse einreichen und bekam ihn auch erstattet.

Mir war es wichtig, den ausführlichen Kurs zu machen und möglichst viel selbst zu wissen. Vor allem auch um später nicht nur doof daneben stehen zu können, sondern auch selbst Hand anzulegen. Außerdem, da sind wir wieder am Anfang der Geschichte, hilft mir dieses „Wissen“ dabei, Unsicherheiten zu beseitigen. Spoiler: Das hat geklappt.

Zuerst einmal: Da sind auf einmal auch andere Menschen, die in der gleichen Situation wie man selbst stecken und die genau so viel Ahnung haben wie man selbst: Nämlich keine. Interessant für mich zu beobachten, wo jeder einzelne seine Schwerpunkte in der Vorbereitung so legt, was den einzelnen Leuten wichtig ist und woran man selbst vielleicht auch nicht gedacht hat.

Im Kurs selbst bekommen wir in aller Ausführlichkeit erklärt, was da nun eigentlich passiert. Also zuerst einmal rein körperlich, wie das Kind wächst, sich mal dreht und mal nicht und sich langsam entwickelt. Ausführlich wurde auch die Geburt selbst besprochen: Wann fahre ich denn nun ins Krankenhaus? Was nehme ich mit? Und was passiert dann da? Passenderweise findet der Kreissaal-Besuch hier direkt um die Ecke im Krankenhaus statt, wo wir auch gerne in einigen Wochen hingehen wollen. Ich lerne: Ein Kreissaal ist gar nicht rund. 🤦🏼‍♂️

Und schließlich eben auch, was man so nach der Niederkunft zu Hause braucht. Eigentlich muss man gar nicht mal so viel vorbereiten. Ganz oft höre ich „Das sehen wir dann aber auch mal, wenn wir vorbeikommen.“ Darauf lasse ich mich ein. Man muss sich ja auch nicht übermäßig verrückt machen.

Nun haben wir noch knappe vier Wochen bis zum errechneten Termin und eigentlich fühle ich mich ziemlich gut vorbereitet. Die ein oder andere Kleinigkeit muss noch vorbereitet werden, aber eigentlich kann ich, können wir, sehr entspannt in die Zukunft blicken. Mal gucken, was da so auf uns zukommt.

Von Ordnung, Palmenzucht und einem Polterabend

Es wird! Jeden Tag wird es ein kleines bisschen ordentlicher in der Bude und von Tag zu Tag werden aus den Rumpelkammern immer mehr wieder ein Wohnzimmer und erstmals ein Kinderzimmer. Schrank, Regal und Kommode stehen an der richtigen Stelle. Jetzt, wo der Keller wieder begehbar ist, wandert langsam der oben gelagerte Kram nach unten. Sogar bei ebay-Kleinanzeigen läuft es einigermaßen rund, ein paar Sachen sind schnell verkauft, andere noch schneller verschenkt. Ich kann mich nicht beklagen und habe Hoffnung, bald auch mal wieder etwas spannenderes zu erleben, als ein Gespräch mit den Sperrmüllsammlern.

Zwei schmale Palmenstämme.
Ganz schön kümmerlich, was von der Palme noch übrig ist.

Bei Gelegenheit muss ich mal von meiner Palmenzucht ausführlicher berichten. Meine Versuche aus dem März erleben leider einen kleinen Rückschlag. Diese Woche bin ich ein bisschen klüger und lasse mir in der Pflanzenabteilung des Baumarktes ein paar schlaue Tipps geben, bevor ich zu Hause eine große Umtopfaktion starte.

Mal schauen was es dieses Mal gibt, wenn ich nicht alles guten Gewissens falsch mache. Falsche Erde, zu großer Topf, zu viel Wasser. Nachdem ich die vertrockneten Enden der Blätter gekürzt habe, sehen die armen Stengel richtig verkümmert aus. Ich hoffe sehr, dass es mit den Pflanzen nochmal etwas wird.

Wenn man tagsüber arbeitet und Abends die Bude auf Vordermann bringt und dann jedesmal todmüde ins Bett fällt, kommt das Wochenende schnell. Für mich heißt das: Auf nach Mainz! Jan feiert seinen Polterabend und da darf ich natürlich nicht fehlen. Ich übernachte beim Genge, Chris ist auch da. Auf dem Polterabend kenne ich gar nicht so viele Leute, was mich aber nicht davon abhält einen schönen gesprächsreichen Abend zu haben. Ich trinke zu viel Cola, am nächsten Tag rumort mein Bauch kräftig. Da hätte ich mich auch gleich betrinken können.

Altpapier und Sperrmüll

Dein Leben ist erst so richtig interessant, wenn das Highlight der Woche die Abholung von Altpapier und Sperrmüll sind.

Andererseits: Es ist schon ziemlich cool, wenn dein Keller wieder begehbar ist. Dort stapeln sich in den vergangenen Wochen nämlich nicht nur einige Rollen Alt-Teppich und kleinere Neu-Laminat-Reste, sondern auch unfassbar viele Pappverpackungen unserer neuen Möbel. Und ein alter Schrank. Und noch mehr Kleinkram. Echt viel Mist. Am Ende ist noch exakt genug Platz um die Tür halb zu öffnen. Das liegt aber auch ein bisschen daran, dass ich vielleicht ein wenig entnervt über die Unordnung in der Wohnung war und mir nicht so viel Mühe beim Einräumen gegeben hatte. Jedenfalls: Es wird Zeit, dass da etwas passiert. Und so schwitze ich diese Woche gleich an zwei Abenden wie verrückt, als ich den Kram wieder nach draußen schleppe und ordentlich zur Abholung durch bonnorange stapele.

Die Sache mit dem Sperrmüll kommt sowieso ein bisschen überraschend. Da erzähle ich der Nachbarin noch am Mittwoch Abend beim Altpapier raustragen, dass er „… nächste Woche, am Sechsten!“ abgeholt wird. Um dann kurz darauf festzustellen, dass das Datum zwar stimmt, das aber keineswegs „nächste Woche“ ist – sondern übermorgen. Und so stehen Fräulein Anna und ich einen Abend später schon wieder im Keller und sortieren all den anderen Mist der dort so lagert. Nur eben im Schnelldurchgang. Neben dem frischen Quatsch ist da im Laufe der Jahre so einiges in dem kleinen Kellerraum gelandet, was halt auch einfach weg kann.

Die Luftfeuchtigkeit ist unfassbar hoch dieser Tage und so läuft mir schon spätestens nach der zweiten Tour die Kellertreppe hinauf der Schweiß über die Stirn, während ich Teppichrollen, Bretter und alte Bügelbretter nach oben befördere. Also genau genommen nur ein altes Bügelbrett. Aber: Es klappt dauernd auf und nervt unfassbar. Das macht es doppelt anstrengend. Ich bin genervt und will schon fast ein bisschen unwirsch reagieren, als ein paar Jungs mit einem klapprigen weißen Transporter vor der Haustür halten und direkt anfangen sich an meinem sehr ordentlich aufgestapelten Kram zu schaffen zu machen. Als man mich dann aber anspricht und direkt die erste Frage „Hast du auch Elektroschrott?“ lautet, werden ich hellhörig. Es kostet mich zwar noch einen weiteren Liter Schweiß und ein paar Kellertreppen mehr als ursprünglich geplant, dafür haben die Herren aber wenige Minuten später nicht nur ein paar metallene Teile aus meinem Stapel gepickt, sondern auch eine kaputte Stereoanlage, einen uralten Router, einen noch älteren und kaputteren Bildschirm, ziemlich viele Kabel und eine batteriebetriebe Fahrradbeleuchtung, in der die Batterie mal ausgelaufen ist, in ihren Laderaum geworfen. Und mir damit die Tour zum Wertstoffhof gespart. Danke!

Jetzt habe ich tatsächlich richtig Lust, den übrig gebliebenen Kram nochmal ordentlich durchzuschauen, zu sortieren und vernünftig wegzupacken. Ordnung mag ich ja.

Und nächstes Mal mache ich auch ein nicht verwackeltes Bild vom Altpapierstapel. Versprochen.

Von einem Geheimtipp und allerlei Ausreden

Kaum bloggt man mal eine Woche nicht, landet man schon als „Geheimtipp“ in Philipps „Wir lieben Blogs“-Liste. Herzlichen Dank dafür! Ich freue mich ja immer sehr, wenn sich jemand hier gerne umschaut. Die Blogs in Philipps Liste kenne ich zum Teil und lese den ein oder anderen auch unregelmäßig. Vielleicht ein guter Zeitpunkt, den Feedreader mal wieder zu resetten?

Aber gut. Eigentlich ist es an der Zeit für einen kleinen (Zwei-) Wochenrückblick. Letzte Woche habe ich nämlich keinen Beitrag veröffentlicht, ich glaube das erste Mal für dieses Jahr, dass fünf Euro in die Kasse der Bonner Ironblogger fließen. Hier eine kleine Ansammlung an Ausreden:

Die liebe Arbeit hat mich gut auf Trab gehalten. Vollzeit auf Kunden gebucht zu sein und nebenbei noch dies und das und den Praktikanten betreuen? Uff. Da könnte man denken, dass ich froh bin, wenn es „Feierabend!“ heißt und ich zu Hause mal richtig ausspannen kann. Weit gefehlt.

Zu Hause ging es in den vergangenen drei Wochen richtig rund. Da wollten Flur und Arbeitszimmer leer geräumt werden, damit sie gestrichen und mit neuem Boden ausgestattet werden können. Da wollte noch einmal ziemlich viel ausgemistet werden. Des Weiteren: Kram bei ebay-Kleinanzeigen günstig einstellen, damit es schnell weg geht. Mit Menschen kommunizieren, die dann nicht zum vereinbarten Abholtermin erscheinen. Mich noch mehr Menschen kommunizieren und hoffen, dass beim nächsten Mal jemand kommt. Sehr netten Menschen beim Einladen ins Auto helfen.

Anschließend: Schränke in der Wohnung tauschen. Und: IKEA-Pakete immer wieder umwuchten und umsortieren. Wir haben nun das ein oder andere Möbel. Mein Highlight: Das Platzmonster von Kleiderschrank im Schlafzimmer. Zwei Meter achtzig hoch, drei Meter zwanzig breit. Uff. Das heißt aber auch: Einen Abend lang mit Frau Schwester zusammen Korpusse zusammenstecken, aufeinanderhieven, gerade ausrichten, an der Wand befestigen. Danke Eva! Das heißt dann anschließend: Vierundzwanzig Türen mit sechsundfünzig Scharnieren versorgen, nochmal zu IKEA fahren um die Griffe umzutauschen und das Ganze dann schließlich auch noch anzubringen. Meine Güte. Der Aufbau von Schuhschränken, Wickelkommoden und meines neuen Schreibtischs ist da das reinste Kinderspiel, kostet dafür aber vor allem sehr viel Zeit. Dabei entsteht eins: Unmengen an Altpapier, was bis zum nächsten Abholtermin in den Keller verfrachtet werden will.

Und schließlich will dann das Wohnzimmer, was zum Lagerraum umfunktioniert worden ist, wieder leer geräumt werden. Ob wohl alles passt? Ich lege unfassbar viele Schritte in der Wohnung zurück, als ich Kisten hin und her transportiere und einräume. Mein Schrittziel erreiche ich in der vergangenen Woche locker alleine durch die Rennerei in der Wohnung. Trotz all der Sortiererei und Wegwerferei in den vergangenen Monaten besitzen wir immer noch wirklich viele Dinge.

Und am Ende ist es Sonntag Abend von Renovierungswoche Nummer drei: Wir haben die Vermutung, dass alles passt. Ein kleiner Rest Kram lagert noch in einer Ecke des Wohnzimmers, die Garderobe hängt. Das zukünftige Kinderzimmer wird von mir aktuell noch „Rumpelkammer“ genannt. Es fühlt sich ein bisschen so an, als hätten wir eine neue Wohnung. Wir sind beide ziemlich zufrieden mit dem Ergebnis.

Die kommenden Wochen muss noch viel Kleinkram erledigt werden. Da wollen noch Bilder ausgesucht und aufgehängt werden, der ein oder andere Schrank muss noch an der Wand gesichert werden. Aber heute Abend kann ich mich guten Gewissens auf dem Sofa lang machen. Ganz nebenbei habe ich nämlich gerade auch noch den Elterngeld-Antrag fertig gemacht. Uff.