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Hallo Max!

Sparen wir uns den Wochenrückblicks-Quatsch heute einfach mal. Montag bis Donnerstag voriger Woche arbeite ich zu Hause, bin aber vor allem in Warteposition. Aber da lässt sich jemand Zeit. Nicht nur Fräulein Anna und ich werden langsam ein bisschen ungeduldig, auch unser Umfeld fragt nun doch sehr regelmäßig nach, was denn nun los ist. Während ich dann am Freitag Morgen noch im Bett liegend darüber nachdenke, was der Tag denn so bringen kann, erlöst man mich: Es ist an der Zeit, es geht los!

Jedenfalls: Wir packen die letzten Sachen zusammen und spazieren gemächlich zum nahegelegenen Elisabeth-Krankenhaus, wo wir gegen halb zehn am Morgen am Kreissaal ankommen. Schnell ist man sich einig, dass hier zwar recht bald ein Kind auf die Welt kommen wird – aber auch, dass es nicht in der nächsten halben Stunde passiert. Wir spazieren also zuerst einmal die ein oder andere Runde über den Hof, bekommen ein Mittagessen, spazieren noch ein bisschen mehr.

Ich denke, die Details spare ich einfach. Wer schon mal ein Kind bekommen hat oder zumindest dabei war, weiß was da passiert. Ein Spaß ist das jedenfalls nicht. Und das, obwohl es für uns und vor allem Fräulein Anna wirklich schnell geht. Aber nicht nur für uns: Im Abstand von einer guten Stunde bringen die Hebammen übrigens an diesem Abend gleich drei Kinder auf die Welt, das war sicherlich ein anstrengender Arbeitstag.
Nicht mal zwölf Stunden nachdem wir am Krankenhaus angekommen sind, ist der kleine Max auf der Welt. Wow. 👶🏼

Seitdem ist nun eine Woche vergangen – und zwar ganz schön schnell. Unser ursprünglicher Plan, im Krankenhaus ein Familienzimmer zu beziehen, ging leider mangels Platz nicht auf. Was ich im Nachhinein aber auch nicht als all zu schlimm empfinde. Nachdem ich also die ersten Nächte noch alleine zu Hause verbracht habe und der Rest der Familie im Krankenhaus wohnte, sind wir nun seit Montag zu dritt zu Hause. Die ersten Besuche von Tanten und Omas und Opas haben wir auch erfolgreich absolviert.

Ein Caramell-Macchiato.
Unser erster Ausflug führt uns direkt um die Ecke ins Schöllers. Der kleine Mann verschläft die ganze Tour. Ich bin die ganze Zeit sehr unsicher, ob er mir nicht in dem Tuch erstickt. Das Binden des Tragetuchs sollten wir auf jeden Fall noch üben.

Und wie ist das so? Ziemlich prima, eigentlich. Alle sind zufrieden, ich glaube die Hebammen langweilen sich bei ihrem täglichen Besuch vor allem auch ein bisschen. Wir haben zwar jeden Tag noch ein paar neue Anfängerfragen, kommen aber im Großen und Ganzen gut zurecht. Die Zeit verfliegt, ich erwische mich sehr oft dabei, wie ich einfach nur hinschaue. Meistens kann man schon an der Mimik erkennen, was gerade Sache ist.

Besonders das „Mhhh, ich möchte sehr gerne bald etwas trinken!“-Gesicht mit dem verschmitzt-spitzen Mund, den zusammengekniffenen Augen und den Falten auf der Stirn finde ich ziemlich süß. Es erfordert aber auch, dass man dann recht bald reagiert. Sonst wird nämlich das „Ich mache jetzt so lange Krawall, bis es was zu trinken gibt!“-Gesicht daraus.

Meistens sind wir hier jedenfalls ein gutes Team, auch des Nachts kann man sich über den jungen Mann wenig beschweren. Mir ist es sogar schon einmal gelungen einfach durchzuschlafen. Die Kooperation beim Wechseln der Windeln könnte allerdings durchaus ein bisschen besser sein. Die Zappelerei braucht nun wirklich niemand.

Sehr viel Aufmerksamkeit muss man dem kleinen Wesen schenken, dessen Tagesablauf aus trinken, die Windel voll machen und vor allem viel schlafen besteht. Und manchmal muss auch geschrieen werden. Aber nur sehr selten, zum Glück. Ich bin jedenfalls ganz froh, den ersten Monat komplett zu Hause zu sein und mich an den kleinen Mann zu gewöhnen und zusammen die neue Situation zu meistern.

Und so langsam realisiert man dann auch, auf was man sich da eingelassen hat. Herzlich willkommen, Max!