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Zwei Wochen Corona

Diese Woche habe ich keine Serie zu Ende geschaut und kein Buch fertig gelesen. Also Zeit mal die vergangenen zwei Wochen ein bisschen Revue passieren zu lassen. Das ist ja schon eine sehr neue Situation für uns alle. Aufgrund des neuartigen Corona-Viruses sind wir zu Hause. Fräulein Anna, Herr Max und ich. Fräulein Annas Laden ist zu, sie hat vor allem organisatorisches zu erledigen. Herrn Maxens Kita ist zu, er muss nun zu Hause spielen. Ich arbeite weiterhin normal und nehme mir nur den ein oder anderen Nachmittag frei, damit wir mit unserer Zeit über die Runden kommen.

Von anderen Menschen halten wir uns fern. Wir kaufen seltener ein, spazieren weniger und in Urlaub mit den Großeltern sind wir auch nicht gefahren. Dafür telefonieren und facetimen wir mehr. Herr Max verlangt selbstständig nach „Oma! Opa!“ und freut sich immer, wenn sie auf dem Bildschirm auftauchen.

Mehr Zeit habe ich dieser Tage auf jeden Fall nicht. Ich weiß nicht so recht, wer die Zielgruppe all dieser Anleitungen gegen Langeweile ist. Klar: Der Weg zur Arbeit entfällt. Zu Hause ist aber auch mehr zu tun, wenn alle immer da sind. Das erste Opfer in unserem Haushalt wird vermutlich die Spülmaschine sein, die inzwischen meistens mehrmals am Tag läuft. Und dann freut sich Herr Max glaube ich sehr, dass wir die ganze Zeit um ihn herum sind und er so viel Aufmerksamkeit bekommen kann.

Beim anhaltend guten Wetter der letzten Woche habe ich den ein oder anderen Spaziergang gemacht. Das tat gut, auch wenn es mir tatsächlich gar nicht so schwer fällt, mit meinem Hintern zu Hause zu bleiben. Es ist spannend zu sehen, wie leer die Straßen teilweise sind. Die Bonner Fußgängerzone ist am hellen Nachmittag genau so voll wie sonst während meiner sonntäglichen Morgenspaziergänge. Das ist auch ein bisschen gruselig. Ich will mir garnicht vorstellen, wie das im Dunkeln ist.

Ich hoffe sehr, dass die kommenden Wochen wenigstens das Wetter weiter mitmacht. Wir haben uns darauf eingestellt, auch noch ein bisschen länger als Mitte April mit einer geschlossenen Kita und zurückgefahrenem Sozialleben umgehen zu müssen. Da hilft es schon sehr, wenn bei der Arbeit wenigstens die Sonne durchs Fenster scheint und Herr Max sich auf der für den Sommer hergerichteten Terrasse oder in seinem neuen Sandkasten ein bisschen verdulden kann. Das waren unsere beiden Hauptprojekte in den vergangenen Wochen, mit deren Ergebnis ich sehr zufrieden bin.

Und ansonsten? Abwarten. Ich habe mich so langsam daran gewöhnt, die Situation nicht so richtig in der Hand zu haben und finde es gar nicht so furchtbar schlimm, mich ein wenig einzuschränken. Mal schauen, was ich in zwei Wochen dazu sage.

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