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Maskenpflicht

Ganz schön komisch kam ich mir vor, als ich dieser Tage nach meinem abendlichen „den ganzen Tag am Schreibtisch und noch keine 1000 Schritte getan“-Spaziergang noch schnell auf einen Sprung in den nahe gelegenen Supermarkt gesprungen bin und dort auf einmal der einzige Mensch ohne Mundschutz war. Der lag, wir haben uns schon vor einiger Zeit versorgt, griffbereit auf der Ablage im Flur – konnte ja keiner ahnen, dass mir erst unterwegs die schwindenden Joghurt-Vorräte des jungen Herrn Max einfallen würden.

Jedenfalls: Ich kam mir ohne Mundschutz komisch vor. Und das ist gut so, denn mit ein bisschen Gruppenzwang lässt sich bestimmt der ein oder andere Tüchlein-Verweigerer umstimmen. Und wenn ich so einen kleinen Beitrag zur Beseitigung des Chaos leisten kann, dann binde ich mir auch ein Tuch vor Mund und Nase. Auch wenn das ungewohnt und mit der Brille ein bisschen unbequem ist.

Tags drauf im Baumarkt war ich dann einer von wenigen, die vermummt zwischen den Regalen umherstreiften. Zwar war der Besuch auch ungeplant, aber dieses Mal hatte ich sicherheitshalber ein Tüchlein in die Tasche von Herrn Maxens Buggy gepackt. Und direkt fühlte es sich wieder ein bisschen komisch an. Von daher finde ich, auch wenn natürlich über Sinn und Zweck der Masken gestritten wird, eine Pflicht zum Tragen gar nicht falsch.

Fünf Wochen Corona

Fünf Wochen. Wow. So richtig bewusst ist mir das nicht, dass ich schon so lange zu Hause sitze. Das wir schon so lange zu Hause sitzen. Wir, also vor allem Fräulein Anna und ich, haben uns eigentlich ganz gut eingespielt. Die Heimarbeits-Geschichte klappt für uns beide ganz gut.

Und Herr Max ist glaube ich auch guter Dinge. Mindestens einer von uns ist immer für ihn da. Die Duplo-Steine haben inzwischen vermutlich ein paar matte Stellen vom vielen Bauen, in den Büchern verblassen die Buchstaben langsam, der Sand aus dem Sandkasten muss vermutlich bald mal aufgefüllt werden und mit dem neuen kleinen Hund der Nachbarn aus dem Haus haben wir uns auch angefreundet. Wir machen regelmäßige Videotelefonate mit den Omas und Opas, die sich über Herrn Maxens Gebrabbel genau so freuen wie wir.

Das ein oder andere haben wir auch schon getan bekommen. Was einem alles so an „optimierungswürdig“ in den Sinn kommt, wenn man mal ein paar Wochen in der Wohnung festsitzt. Es gibt nun mehr Schubladensicherungen, einen fast fertig umgesetzten Plan für eine ordentliche Terrasse. Ich habe über tausend Bilder, die sich seit letztem Herbst auf der Kamera angesammelt hatten, in Lightroom importiert und grob aussortiert.

Eigentlich also: Alles gut. Und dennoch muss ich mich jeden Tag ein bisschen mehr berappeln. Nach fünf Wochen wird es trotz großer Wohnung, Terrasse und Gartenwäldchen langsam ein bisschen eng. Ein dediziertes Arbeitszimmer, was sich Abends vielleicht auch einfach abschließen lässt. Das wär’s! Und aus „eigentlich ganz gut eingespielt“ wird halt auch schnell zu einem sehr eintönigen Ablauf aus „Spülmaschine ein- oder ausräumen“, „Herrn Maxens Windel wechseln“, „Wohnzimmer aufräumen“ und und und. Und das von mir! Puh.

Ich kann es gut verstehen, wenn man dieser Tage nicht mehr nur zu Hause sein möchte. Und es macht mir Sorgen, dass ich beobachten muss wie immer mehr Menschen immer sorgloser werden. Das „Abenteuer Social Distancing“ wird nun langweilig. Wo ich vor ein paar Wochen auf den einschlägigen Nachrichtenseiten von solidarischem Verhalten las, wird heute die Lockerung von Maßnahmen gefordert. Ich kann das irgendwie nachvollziehen. Aber ich denke, dass es uns allen nicht schadet, wenn wir uns noch ein wenig zurücknehmen. Sonst erwischt es uns am Ende doch noch richtig. Meine Mitmenschen und ihr Verhalten machen mir mehr Sorgen als das Virus, soviel ist sicher.

Und außerdem: Ich habe noch nicht fertig ausgemistet und alles erledigt, was ich mir so vorgenommen habe. Gebt mir noch ein bisschen Zeit!

Volle Festplatten und ein bildlicher Jahresabschluss

Eigentlich wundert es mich ein bisschen, dass es so lange gedauert hat, bis ich auf das Problem gestoßen bin: Die Festplatte meines MacBooks ist zu klein oder ich mache zu viele Bilder. Oder beides. Jedenfalls ist dieser Tage nichts mehr mit „Neue Bilder importieren“. Da das Gerät auch nach fast vier Jahren noch top in Schuss ist, muss es wirklich nicht ersetzt werden. Es gilt also aufzuräumen.

Und so wandern nun gute sechzig Gigabyte Irland-Urlaubsbilder auf das NAS. Da sind sie nun nicht weg, sondern sehr gut gesichert. Aber: Es ist trotzdem so ein bisschen wie aufgeben. Denn bisher sind die Bilder erst grob vorsortiert und eigentlich sollten sie ja mal hier in Blogeinträgen eingelassen werden. Vielleicht wird das das erste größere Bildprojekt, bei dem ich die Bilder nicht auf der internen Festplatte habe. Hin und wieder arbeite ich so schon, wenn ich in einem meiner alten Kataloge nochmal ein Bild heraussuchen muss.

Dann wird es außerdem einmal Zeit für meinen Lightroom-„Jahresabschluss“. Ich ordne immer die Bilder eines Jahres in einem Katalog. Am Ende eines Jahres werden die einmal durchsortiert und dann auch ausgelagert. Das Sortieren ist dieses Mal besonders notwendig: Aus mir völlig unerfindlichen Gründen mache ich besonders von Herrn Max immer besonders viele Bilder. Die sind gerne auch mal unscharf, da ist eine Menge Platz zu sparen. Mal schauen schauen was da bei rumkommt. Ich bin gespannt, was ich kommende Woche berichten kann.

Nachtrag: Gute zwei Stunden später habe ich knappe neun Gigabyte eingespart. Das klingt erst einmal viel, bei irgendwas zwischen fünfunddreißig und fünzig Megabyte pro RAW-Bild sind das aber gar nicht mal so viele Bilder, die ich da weggeworfen habe. Dabei bin ich unter anderem auch über dieses Foto gestolpert, was mich heute nacht vermutlich schlecht schlafen lassen wird.

Ein Affe schaut gruselig in die Kamera.
Vermutlich überlegt er sich gerade, was er mit demjenigen anstellt der die Kokosnuss geklaut hat.

Glücklicher Weise ist das Bild im Museum König entstanden und dieses gruselige Exemplar eines Affen ausgestopft.

Altered Carbon, Staffel zwei

Das ging schnell: Die zweite Staffel von Altered Carbon hat zwei Folgen weniger als die erste. Acht Folgen sind dann doch schnell geschaut.

Die zweite Staffel hat es zuerst schwer bei mir. Ich hatte sehr auf eine direktere Fortsetzung der Handlung gehofft. Und mehr Kovacs und Ortega. Diesbezüglich werde ich jedenfalls enttäuscht: Wir springen nämlich direkt mal etwa 300 Jahre in die Zukunft. Kovacs wurde seinerzeit bekanntlich begnadigt und hat nun eine Menge Zeit damit verbracht, Quellcrist Falconer zu suchen. Bisher ohne Erfolg. Doch dann tritt die Kopfgeldjägerin Trepp in das Leben des „Last Envoy“, er landet in einem neuen Sleeve und wird plötzlich des Mordes verdächtigt.

Cover des Videos 'Altered Carbon Season 2 | Main Trailer | Netflix'

Wie gesagt: Mir fällt es zuerst schwer, mich in die Staffel einzufinden. Doch am Ende fesselt es mich dann doch wieder. Ich lerne noch einiges über die Geschichte von Kovacs und vor allem über das Leben von Falconer und was es mit dem Planeten „Harlans World“ auf sich hat. Staffel zwei kommt nicht an die erste ran – aber schlecht ist sie auch nicht. Und dank eines fiesen Kliffhangers darf man gespannt sein wie es in Staffel 3 weiter geht.