Corona-Impfung, erste Spritze

· Alltäglich Belangloses

Ich bekomme gar nicht so richtig mit, dass die Ärztin mir schon die Spritze in den Arm gesteckt hat, weil ich mich gerade mit ihrer Kollegin unterhalte. „War’s das schon?“ – „Das war’s!“

Nicht mal dreißig Minuten halte ich mich im Corona-Impfzentrum der Stadt Bonn auf. Den Termin habe ich erst am Vortrag gemacht, direkt nachdem wir herausgefunden haben, dass ich als Kontaktperson einer Krebspatientin nun auch geimpft werden kann. Da war ich noch ein bisschen überrascht, dass das direkt am Folgetag gehen soll. „Ich glaube das erst, wenn die Spritze in meinem Arm steckt!“ hatte ich einigen Freunden geschrieben — und dann nicht mal was davon mitbekommen.

Im Impfzentrum ist alles gut organisiert, wie mir scheint. Es wird meine Temperatur beim Hereinkommen gemessen, der Herr an der Anmeldung schaut meine Unterlagen einmal aufmerksam durch, sogar die Zettel mit Fräulein Annas Krankendaten schaut er sich kurz an. Dann stempelt er eines der Blätter und ich darf in den Wartebereich. Auf dem Weg dorthin schaue ich mich ein wenig im World Congress Center um. Da war ich ja auch noch nicht drin. Sehr schick.

Meine Wartezeit reicht gerade so aus, eine Kurznachricht nach Hause zu versenden und schon sitze ich in einer der Kabinen. Die Spritze ist, wie oben schon beschrieben, schnell verabreicht. Der dazugehörige Aufkleber wandert in einen meiner Impfausweise. Ich bin nicht der Erste hier, der gleich zwei davon hat. Wenn ich Schmerzen an der Einstich-Stelle haben sollte, darf ich gerne Paracetamol oder Ibuprofen nehmen. Die beiden Ärztinnen sind glaube ich ein wenig überrascht, wie fröhlich der Typ vor ihnen ist und wundern sich, warum er sich gleich mehrmals bedankt.

So eine Erleichterung habe ich schon lange nicht mehr verspürt. Als ich wieder vor dem Impfzentrum stehe, habe ich das erste Mal seit langem das Gefühl, dass es für mich irgendwie voran geht. Dass es nach einem guten Jahr Corona-Mist vielleicht doch der Weg in wieder Richtung einer besseren Normalität geht. Es wird Zeit. Zuerst aber geht es nun nach Hause. Mit dem Rad sind es nur gute zehn Minuten. Es gibt Fischstäbchen.

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