Zwanzig ruhige Minuten

· Alltäglich Belangloses

Dumpfe Bässe wummern auf mich ein. Dazwischen immer wieder ein schrilles Kreischen. Es fühlt sich an, als hätte man mir links und rechts des Kopfes ein vierzehn-vierer Modem oder ein kaputtes Fax — oder beides — aufgestellt. Ein bisschen erinnert mich das an Samstagabende in meiner Jugend. Damals haben wir die ein oder andere Techno-Disko unsicher gemacht.

Ich liege auf dem Rücken und trage dicke Kopfhörer, dafür aber keine Hose. Vor meinem Kopf ist eine Spiegelkonstruktion. Wenn ich dort hinein schaue, sehe ich auf Bäume kletternde Panda-Bären oder langsam dahingleitende Wale. Die ein oder andere Schildkröte ist auch zu entdecken.

Mein Atem ist ruhig und gleichmäßig. Hin und wieder bekomme ich die Anweisung, tief ein- und wieder auszuatmen und dann die Luft anzuhalten. „Sie dürfen nun wieder atmen.“ Ich bin folgsam.

„Etwa zwanzig Minuten dauert die Untersuchung.“ hatte die Ärztin gesagt, bevor sie mich in die MRT-Röhre geschoben hat. „Wenn was ist, drücken sie auf den Knopf.“ Die Geräusche um mich herum machen mir nicht aus, ich genieße es richtiggehend eine Zeitlang einfach nichts machen zu können. Diese Woche ist anstrengend: Wir sind alle zu Hause und teilweise krank, ich habe viel Arbeit. Die zwanzig Minuten in der Röhre sind vielleicht die ruhigsten die ich dieser Tage erlebe.

„MRT Abdomen, Raumnahme Niere“ hatte mein neuer Hausarzt nach dem Ultraschall auf die Überweisung geschrieben. Wie wir erwartet haben, ist die Untersuchung aber unauffällig. Alles ok.

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