Martijn Doolaard

· Netzkram

Die Anzahl Hütten-im-Wald-Bauer bei YouTube ist in den letzten Jahren sicherlich stark gewachsen. Sich da ein wenig hervorzuheben ist schon schwierig. Zeitraffer-Aufnahmen und Drohnenvideos haben sie alle.

Martijn Doolaard schafft es, da deutlich herauszustechen. Der Niederländer hat einen kleinen Hof in den italienischen Alpen gekauft und renoviert dort an zwei Steinhäusern herum. Soweit erst einmal nichts besonderes. Doolaard sticht dadurch heraus, dass seine Videos irgendwie anders sind. Noch ein bisschen sorgsamer aufgenommen, als das bei allen anderen schon ist. Dazu kommt die Aussicht von seinen Hütten, die so unfassbar großartig ist. Ich könnte den ganzen Tag ein Standbild betrachten. Und dann diese Ruhe, die die Videos ausstrahlen. Sie sind lang, oft um die vierzig Minuten. Und manchmal schaut man ihm zu wie er handwerkt, gerne auch mal in Echtzeit.

Manchmal redet er: Ein bisschen philosophisches hier und da, aber vor allem bekommt man lang und breit erklärt, was er gerade warum und wie macht und was er sich dabei gedacht hat. Das wird irgendwie nie langweilig, denn man merkt (und sieht man auch beim Arbeiten), dass er kein Mann vom Fach ist, sondern gerade sehr viel lernt. Dazulernt, Dinge wieder anders macht.

Cover des Videos "#1 First days at my cabin in the Italian Alps"

Doolaard ist eigentlich Fotograf und Filmemacher und das merkt man an seinen Videos dann auch an. Die Videos sind, das ist schwer in Worte zu fassen, irgendwie „schön“, obwohl sie relativ alltägliches zeigen. Ich freue mich jede Woche auf eine neue Folge und nehme mir gerne die Zeit und die Ruhe, mich für eine kurze Weile auf einer Wiese am Hang auf knapp tausendfünfhundert Metern wiederzufinden.

In einer ruhigen Minute schaue ich mir die Videodokumentation seiner Reise von Kanada nach Patagonien auch noch an: „Two Years on a Bike – From Vancouver to Patagonia“ klingt vielversprechend.

Cover des Videos "TWO YEARS ON A BIKE 1/4"

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