Bonn – Königswinter – Bonn: Hashtag Sonntagsausflug

Ein Ausflug! Am Sonntag ist der richtige Zeitpunkt dafür. Da unsere letzte Schiffstour schon eine Weile her ist, sollte das auch irgendwie eine Rolle spielen. Und schnell stand der Plan fest: Mit dem Schiff nach Königswinter, zu Fuß zurück! So fanden wir uns dann gegen Mittag am alten Zoll wieder. Dort fahren zum Beispiel die Schiffe der Bonner Personen Schifffahrt ab.

Direkt zu Beginn habe ich kurz Bedenken, ob wir das Schiff jemals erreichen würden. Die Menschen vor uns in der Schlange sagen nämlich Dinge wie: „Ich bin ADAC-Mitglied, früher bekam man da Rabatt!“ – „Kann ich damit auch zum Drachenfels? Ich will aber zum Drachenfels!“ – „Natürlich zwei Senioren! Das habe ich doch am Anfang gesagt.“ Am Ende drückt man uns dann zum Preis von 9 Euro pro Person eine Fahrkarte in die Hand und wir besteigen das Schiff pünktlich zur Abfahrt.

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Nach Königswinter braucht es mit dem Schiff eine knappe Stunde. Unterwegs hält das Schiff noch an ein paar Stellen zu beiden Seiten des Rheins – unter anderem auch ganz nahe an der Firma, direkt vor dem Kameha Grand. Während der Fahrt wird man von einem, leider ein wenig gelangweilt klingenden, Tonband über diverse Sehenswürdigkeiten informiert. Die kenne ich aber alle schon. Da belausche ich lieber ein wenig die schnöseligen Österreicher, die neben uns sitzen. Die Sicht auf die vielen Villen am Rhein ist ziemlich großartig.

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Am Ziel angekommen stolpern wir direkt in eine Gruppe Rentner – und kommen nicht mehr so richtig wieder heraus. Ganz schön trubelig, der kleine Ort. Deshalb wird nur schnell eine Flasche Wasser gekauft und schon sind wir auf dem Weg in Richtung Bonn. Zu Beginn teilt man sich den Weg noch eine Weile mit Radfahrern. Das ist ein bisschen anstrengend, aber schon bald trennen sich die Wege und man kann in Ruhe spazieren.

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Der Weg ist die ganze Zeit über sehr ordentlich und man wandert fast immer im Schatten von Bäumen. Nachdem wir aus Königswinter raus gelaufen sind, wird es auch ein wenig ruhiger. Es sind nicht mehr so viele Leute unterwegs. Auf etwa halber Strecke kommt man am Bonner Bogen vorbei. Strandbar, Rohmühle, das Kameha Grand und die L’Osteria bieten die Möglichkeit zur Einkehr. Vor der Almhütte des Kameha-Hotels ist immer was los. Als wir letztes Mal dort vorbei spazierten, fand eine sonntägliche Aprés-Ski-Party statt. Dieses Mal hat ein Alleinunterhalter das Publikum als Geisel genommen.

Wir laufen lieber ein paar Meter weiter und machen kurz vor der Südbrücke eine Pause auf einer Bank. Das Wetter spielt heute wirklich mit. Zwar ging ich noch mit langen Ärmeln aus dem Haus – inzwischen würde es auch eine kurze Hose tun. Auf zur letzten Etappe!

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Eines muss man Beuel lassen: Am Rheinufer entlang ist es schon ziemlich schön. Schnellen Schrittes stapfen wir auf die Kennedy-Brücke zu. Kurz vorher sehen wir wie die Rheinnixe, die kleine Personenfähre, übersetzt. Ich bin direkt begeistert, da ich noch nie mit ihr gefahren bin und wir legen noch einen Zahn zu, um das Schiff zu erreichen. 1,10 Euro kostet die kurze Überfahrt. Während wir ruhig über den Rhein schaukeln, schlafe ich kurz ein. Scheinbar ist das doch alles ein bisschen anstrengend für mich älteren Herrn.

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Am Ende waren wir gute etwa fünf Stunden aus dem Haus. Eine schöne Tour. Und ganz nebenbei weiß ich jetzt auch, wie lange ich von der Arbeit zu Fuß nach Hause brauchen werde. Das habe ich mir nämlich vorgenommen.