Hermann Bräuer – Haarweg zur Hölle

Haarweg zur Hölle: Ein hart gerockter Heimatroman von Hermann Bräuer habe ich dieser Tage verschlungen. Knappe drei Tage habe ich an den rund 250 Seiten gesessen (Oder viel mehr: gelegen. Meistens lese ich Abends im Bett.), ein gutes Zeichen.

Die Geschichte spielt in den 80ern des letzten Jahrtausends und erzählt die Geschichte von einigen Jungs die Musik leben. So richtig, mit Band und allem drumherum. Das Buch erinnert vom Stil her ein wenig an „Dorfpunks“ oder „Fleisch ist mein Gemüse“: Ein paar Typen auf dem Weg durch die Pupertät. Musik, Frauen, Sex, Alkohol und Drogen bestimmen den Alltag, der Schulabschluss wird eher nebensächlich. Was die jungen Herren dabei alles erleben wird schön beschrieben. Von der Wahl der Künstlernamen und der schwierigen Entscheidung welcher Bandname es denn sein soll, über den steinigen Weg bis das erste Konzert gespielt ist und dann schließlich ein Plattenvertrag in der Tasche ist.
Sich in die Charaktere hineinzuversetzen fällt leicht und es fällt auf, dass der Autor die Erfahrungen am eigenen Leib gemacht hat. Fast wird man selbst zum Fachmann in der Musikszene.

„Munich Rock City, Mitte der 80er. Sie sind jung, sie sind laut, sie spielen Hair Metal. Hair Metal? Genau, jener berüchtigte Musikstil, bei dem hautenge Spandex-Hosen und kunstvoll toupierte Haare wichtiger sind als Fähigkeiten am Instrument. Es dauert nicht lang, bis Llord Nakcor (rückwärts gelesen »Rock and Roll«) zur gefeierten Lokalband aufsteigt und erste Groupies behutsame Annäherungsversuche starten. Doch mit einem größenwahnsinnigen Sänger, der an der AxlRose-Disease leidet, und einem unfähigen Manager an der Seite gestaltet sich der Weg zum Hardrock-Olymp schwieriger als gedacht…“

Dabei kommen die spaßigen Momente auf keinen Fall zu kurz und ich habe mich gut beim Lesen amüsiert. So richtig aufhören mochte ich nie.
Im Nachhinein bin ich auf jeden Fall froh, dass die Zeit des Hair Metal an mir vorbeigegangen ist. Das Styling der damaligen Zeit wurde sehr bildlich beschrieben und ich bin mir sicher, dass ich mich da nicht sonderlich gut hätte integrieren können.

Ich mag Bücher dieser Art sehr gerne. Gibt es Empfehlungen?

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