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Firestorm

Firestorm

The photograph of the Holmes family hiding from a violent bushfire in Tasmania was shared around the world. But what became of them? In a unique multimedia project, the family speak exclusively to the Guardian about the day their community was devastated, and the new breed of bushfire that is impossible to fight.

Eine multimedial wunderschön gemachte Aufbereitung der Erlebnisse der Familie Holmes, die nur knapp einer Feuersbrunst entkam. Für die Gänsehaut zwischendurch.

Christopher Moore – Die Bibel nach Biff

Dieser Tage las ich eines der sicherlich großartigsten Bücher überhaupt. Die Bibel nach Biff von Christopher Moore. Vor vielen Jahren hatte ich das Buch schon einmal gelesen und als ich letztens bei Amazon darüber stolperte, war es schnell bestellt.

Das Buch beschreibt die wilden Jugendjahre Jesu aus der Sicht seines besten Kumpels Levi, genannt Biff. Da dieser Abschnitt bisher nicht niedergeschrieben wurde, wird Biff von Engel Raziel wiederbelebt, in ein Hotelzimmer gesperrt und darf sein eigenes Evangelium schreiben.
Biff erzählt wie er zusammen mit Jesus aufwächst und begleitet ihn auf seinen Reisen bevor er zum Messias wird. Der zukünftige Messias ist sich seiner Aufgabe schon bewusst, hat aber keine Ahnung wie er auf die Menschheit einwirken und seine Fähigkeiten einsetzen soll. Die beiden Jugendlichen reisen gemeinsam gegen Osten und gehen bei den drei Weisen in die Lehre, die Jesus schon an seiner Krippe besuchten. Dabei ergeben sich teilweise urkomische Begebenheiten, ich habe noch selten beim Lesen eines Buches so oft laut gelacht. Die beiden geraten von einer absurden und merkwürdigen Szene in die nächste. Biff ist als sexbegeisterter, sarkastischer Jugendlicher ein exzellentes Gegenstück zum jungen Jesus. Nicht umsonst wurde er wohl in den anderen Evangelien ausgelassen. Manchmal ist er allerdings auch gerade deswegen eine große Hilfe auf dem Weg zur Erleuchtung.

Gegen Ende zieht sich der Roman leider ein wenig und man merkt, dass durch die recht engen Vorgaben der Bibel die Phantasie des Autors doch stark in ihre Schranken gewiesen wurde. Moore zieht in seinem Buch dennoch das neue Testament auf sehr amüsante Art und Weise ordentlich durch den Kakao. Eine klare Leseempfehlung von mir!

Mediensucht?

Das Sat1-Magazin hat einer berliner Familie über ein Wochenende alle Mediengeräte weggenommen. Fünf (!) Fernseher, diverse Radios, Computer und die Playstation. „Da geht’s denen bestimmt nicht so gut mit.“ dachte ich mir und sollte recht behalten. Erschreckend, wie die Familie grade auf die Fernseher fixiert ist. Anscheinend schien dies die einzige Freizeitbeschäftigung der Menschen zu sein. „Traurig, wenn man sonst nichts mit sich anfangen kann.“ dachte ich mir dann, schließlich lebe ich schon ein gutes halbes Jahr ohne Fernseher, und wirklich schlecht geht es mir damit nicht.

Der Versuch der Familie, es mal mit einem Gesellschaftsspiel zu versuchen, ist auch in die Hose gegangen. Erschreckend, wie schlecht die Leute miteinander umgehen können. Auf die Idee ein Buch in die Hand zu nehmen kam keiner, die einzige Lektüre im Haushalt scheint wirklich die Fernsehzeitung zu sein. Lieber wurde dann mal einen halben Tag geschlafen und vor allem der Vater schien mir mit der Situation völlig überfordert. Schlimm, wenn man so wenig mit sich und seiner Familie anfangen kann.

Am Ende des Beitrags sah man dann das Ehepaar wieder vor dem Fernseher liegen und Herr Papa freute sich über die Ruhe die nun herrscht. Kein Wunder, schließlich hockte nach aufreibenden 48 Stunden wieder jeder vor seiner Kiste.

Während ich mir ja zuerst dachte das ich nicht drauf bin, kamen mir nach kurzer Zeit doch einige Bedenken. Ohne Fernseher klappt in meinem Fall wirklich gut, den vermisse ich wirklich nicht. Ganz ohne mediale Berieselung in Form von Musik und auch dem Internet kann ich es mir allerdings in meinem Alltag auch nicht vorstellen. Ich würde sicherlich nicht innerhalb von 48 Stunden völlig verzweifelt sein, schließlich schaffe ich es im Sommer auch regelmäßig mehrere Wochen ohne Fernseher, Computer und Radio. Auf Fahrt habe (zumindest ich) sowas nicht dabei – und das ganz bewusst eigentlich.
Mein Alltag ist durch Medien bestimmt: Ich sitze rein beruflich etwa 8 Stunden am Tag keinen halben Meter vor einem 24″-Display in das ein Computer eingebaut ist, der wiederum per Standleitung am weltweiten Datennetz hängt. Ich trage meistens meinen iPod mit mir herum und bin dank Mobiltelefon immer zu erreichen. Auch wenn ich keine Entzugserscheinungen habe, auch über Wochen, verzichten möchte ich auf Dauer darauf nicht. Und so ganz ohne „Fernsehen“ lebe ich dann ja auch nicht, an „meine Serien“ komme ich ja auch anders. Dennoch werde ich mir glaube ich zu dem Thema noch ein paar Gedanken machen und mir überlegen wie ich meine Freizeit noch ein wenig „unmedialer“ gestalten kann.

Den ganzen Beitrag kann man sich bei Sat1 online anschauen.

Kein Fernseher
Papa hat kein TV – und deswegen Puls

Via Stefan Niggemeier.