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Soziale Netzwerke

Bekanntlich muss ich ja überall einen Account haben. Alleine schon, weil ich – auch wenn ich die meisten meiner Mitmenschen nicht leiden kann – doch ganz gerne den Leuten hinterherstalke. Das fällt mir hier leicht, denn in den meisten Menschen steckt ein enorm großer Selbstdarsteller und nirgendwo sonst, als im Internet hat man es so einfach ein Selbstdarsteller zu sein und das eigene Image aufzupolieren.

In der letzten Zeit fällt mir dabei auf, dass ich immer mehr und fast ausschließlich zum Facebook-Nutzer geworden bin. Woran mag das liegen? Ein paar durchaus halbgare Gedanken zu den von mir genutzten Netzwerken.

Facebook

Ich habe das Gefühl, bei Facebook wird einiges richtig gemacht. Zwar darf man über die Datenschutzgeschichte diskutieren und natürlich sollten hier klare Ansagen gemacht und Optionen geboten werden, doch am Ende scheint es Facebook am ehesten zu schaffen die Nutzer zu binden. In keinem anderen Netzwerk dieser Art kann man sich besser herumtreiben und seine Zeit vergeuden. Auch wenn ich sie nicht nutze: Das Konzept mit den Applikationen wie etwa „Farmville“ oder „Mafia Wars“ scheint zu funktionieren.

Ärgerlich finde ich in der letzten Zeit nur, dass die Anzeige in den Kategorien „Hauptmeldungen“ und „Neueste Meldungen“ irgendwie spinnt und Nachrichten in einer mir nicht nachvollziehbaren Reihenfolge bringt – oder auch mal nicht. Das finde ich ein wenig schade, denn das ist in meinen Augen der Hauptvorteil den Facebook hat: Eine Art Livestream in dem sich alles wieder findet, was die eigenen Kontakte so machen. Das ist zu einem großen Teil wirklich interessant oder zumindest kurzweilig. Und wenn man dann noch weiß, wie man all den unnötigen Kram oder besonders doofe Mitmenschen ausblenden kann, dann ist das eine wirklich gute Sache. Kein anderes der von mir genutzten Netzwerke bietet das an.

Auch die Vernetzung nach außen hin wird immer besser. Gerade aktuell wurde der globale „Gefällt mir“-Button eingeführt, der sozusagen das gesamte Internet (zumindest theoretisch) auch in die Gesichterfibel hinein verlinkt. Eine Sache die ich, wenn sie denn irgendwann auch noch gescheit und sicher umgesetzt wird, sicherlich gut ankommt.

StudiVZ

Das StudiVZ war mein Einstieg in die Welt der sozialen Netzwerke. Zumindest in dem Maße, dass ich eine Seite wirklich nutzte. In der letzten Zeit zieht es mich dort eigentlich nur noch hin, um mal schnell einen Link auf einen Eintrag wie diesen in meinem „Buschfunk“ abzusetzen. Danach noch schnell über die neusten Aktualisierungen meiner Kontakte geschaut, gemerkt das keiner neue Fotos hochgeladen hat und schon bin ich wieder weg. Das muss man dann noch dazu nicht einmal mehr täglich machen.
Wenn mich mein Eindruck nicht täuscht, dann bin ich nicht der einzige der dort nicht mehr wirklich aktiv ist. Für mich liegt das im wesentlichen daran, dass die Seite insgesamt irgendwie nur halbherzig umgesetzt ist, Neuerungen irgendwie gar nicht richtig publik gemacht werden und am Ende dann irgendwie wie ein billiger Abklatsch eines Facebook-Features wirken. Letztens stellte ich zum Beispiel mit Verblüffen fest, dass man inzwischen auch Bilder an eine Pinnwand packen kann. Toll. Nicht.

Wer-kennt-wen

Was genau ich bei wer-kennt-wen überhaupt mache ist eine wirklich gute Frage. Warte ich darauf, dass man dort endlich mal einen Webdesigner einstellt der etwas von modernen Webseiten versteht? Oder will ich mich doch einfach nur noch fremdschämen? Immer wenn ich mich mal ein wenig länger auf der Seite herumgetrieben habe, bin ich sehr sehr froh keinen Account beim SchülerVZ zu haben. Noch schlimmere Profile könnte ich wirklich nicht ertragen, denn nirgendwo wird mehr die Belanglosigkeit des eigenen Daseins dargestellt als hier.

Abgründe tun sich mir auch immer auf, wenn ich mir Profile von Menschen aus älteren Generationen angeschaut habe. Dort beschleicht mich ein wenig das Gefühl, dass man sich weniger Sorgen um die Netzkompetenz von Kindern, als um die von wirklich Erwachsenen zu machen müsste.

Am Ende…

Am Ende schwanke ich dann wieder einmal zwischen „Accounts löschen!“ und „Hm, mal noch ein wenig rumstalken…“. Anscheinend bin ich wirklich zu neugierig. Als Werbeplattform für dieses kleine Blogdings hier kann man die sozialen Netzwerke auf jeden Fall gut nutzen. Und der ein oder andere WTF-Moment lässt sich dort auch erleben. Also was soll’s?

Datenschutz und Kram

Vater Staat macht es einem nicht einfach: Eigentlich möchte ich hier nur ein paar Sachen ins Internetz stellen. Ich möchte mich darüber freuen wenn andere Dinge die ich mache oder gut finde auch gut finden. Das kostet mich ein paar Euros im Monat, macht aber hauptsächlich eine Menge Spaß, gerade wenn ich solche Diskussionen lese.

Denn natürlich bin ich dabei nicht nur ein wenig neugierig und möchte wissen, woher die Besucher denn so kommen, was sie hierher verschlägt und ob es ihnen hier gefällt. Damit sind wir dann auch beim Thema, denn dazu gibt es allerlei Tools. Eines der beliebtesten ist sicherlich Google Analytics, dass ich bis vor gerade hier einsetzte. Bei Google hat man ganze Arbeit geleistet, ein tolles Tool auf die Beine gestellt und es war mir immer möglich eine schöne Übersicht über meine Besucher zu erhalten.
Den großen Rahmen des Ganzen zu verstehen fällt mir schwer, aber es ist wohl so, dass es aus irgend einem Grund böse ist die IP-Adresse seiner Benutzer zu speichern. Als könnte ich mit der was anfangen. Ich habe das Gefühl, das hier wieder einmal Menschen Entscheidungen getroffen haben, die das Netz nicht verstanden haben. Darüber möchte ich mich eigentlich schon gar nicht mehr aufregen. Es nervt einfach nur.

Jedenfalls habe ich für diese Seite nun Google Analytics mal deaktiviert. Die Geschichte hier soll Spaß machen und nicht damit enden, dass ich die Rechnung irgend eines Anwaltes bezahlen darf. Das mag vielleicht ein wenig voreilig sein, denn wie es denn nun genau ist weiß auch keiner. Allen voran der Gesetzgeber.
Ich bin da lieber vorsichtig. Im Hintergrund zählt jetzt noch Semmelstatz mit. Das speichert IP-Adressen anonymisiert und sollte damit keine „Gefahr“ für Recht und Ordnung bedeuten. Außerdem noch die WordPress-Stats. Mal schauen ob ich die auch abschalten muss/kann/sollte. Piwik soll wohl eine gute Alternative zu Google Analytics sein, da muss ich mich mal schlau machen.

Was bleibt: Ein wenig fader Beigeschmack. Datenschutz schön und gut, aber wird hier der Krieg nicht übertrieben?