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Immergut 2010

Wie ich ja ankündigte, war ich am Wochenende auf dem Immergut-Festival in Neustrelitz inmitten der schönen Mecklenburger Seenplatte. Da will ich natürlich auch ein paar Worte dazu verlieren.

An- und Abreise

Rund 650 Kilometer sind es bis zum Immergut. Das ist schon eine ganze Ecke, die sich aber mit genügend Pausen schon gut fahren lässt. Vor allem die Autobahnen im ehemaligen Ostdeutschland fahren sich sehr gut. Dementsprechend war die Anreise auch sehr entspannt, dauerte aber schon lange. Da wir ja bereits Donnerstags anreisten, fanden wir auch noch einen prima Parkplatz am Festivalgelände.
Zurück ging es gestern dann eher beschwerlich. Das lag vor allem an einem ewig dauernden Stau in dem wir und die beiden Anhalter die wir aufgegabelt hatten steckten. Dann regnete es am Nachmittag so stark, dass an mehr als 100 Kilometer in der Stunde nicht zu denken war und alle auf der Autobahn nur so am kriechen waren. Und wer schon mal ein Festival-Wochenende in den Knochen stecken hatte, weiß wie angenehm eine solche Fahrt sowieso schon ist. Ich bin immer noch platt.

Das Festival an sich

Das Immergut hat sich mir sehr positiv präsentiert. Das liegt vor allem daran, dass die Karten auf sage und schreibe 5000 Stück limitiert sind. Es ist also keineswegs eine große Veranstaltung, dafür aber um so netter und gemütlicher. Sehr entspannt und übersichtlich war das alles, selten musste man mal länger als ein paar Minuten in einer Schlange stehen. Das hat mir gut gefallen. Die Wege waren dementsprechend kurz und man konnte durchaus auch „mal schnell zum Zelt“. Gar kein Stress. Zwischen den Bühnen war man auch in etwa einer Minute gewechselt, so kompakt habe ich noch kein Festival erlebt.
Neben einer Hauptbühne gab es direkt daneben eine im Zelt, die Bands gaben sich hier sozusagen die Gitarren in die Hand. Daneben hatte es etwas abseits noch eine kleinere Bühne, die auch für Lesungen genutzt wurde. Freitag lohnte sich dort der Besuch nicht so sehr, da man von den Konzerten nicht sehr viel mitbekam: Das flache Zelt unter dem der Künstler spielte, war ab der dritten Reihe nicht mehr einsehbar und man bekam nicht mehr so wirklich viel mit. Da hat mir das Konzert-Feeling sehr gefehlt. Samstags konnte man dann aber in der inzwischen trockenen Wiese schön sitzen.

Landschaft in der Mecklenburger Seenplatte. Schön!

Die umliegende Landschaft ist, wie vermutet, ziemlich großartig. Sehr ländlich mit vielen Seen, Flüssen und Kanälen. Da bot es sich am sehr sonnig-heißen Samstag mehr als an, doch mal an einen See zu fahren und dort sehr entspannt in der Sonne abzuhängen. Dabei bin ich sogar richtig braun geworden, was man allerdings in Köln noch nicht bemerkt hat da ich wetterbedingt wieder lange Kleidung tragen muss.
Freitag war es eher durchwachsen, was das Wetter angeht. Doch irgendwie schafften wir es um die Regenschauer rumzukommen ohne völlig durchnässt zu sein. Gegen Abend wurde es dann auch trocken und so konnte man, zwar recht dick eingepackt gegen die Kälte, durchaus draußen auch ordentlich feiern.

Die Musik

Wie schon im Vorfeld erwähnt: Die meisten Bands die auftraten kannte ich gar nicht, einige vom Namen her. Ich hab bei den meisten mal reingehört und einige blieben mir auch im Gedächtnis.

An Horse

Wie oben schon bei der Nebenbühnenproblematik beschrieben habe ich hier von den beiden auf der Bühne leider nicht so arg viel mitbekommen. Die Musik hat mir aber trotzdem gefallen, da werde ich auf jeden Fall nochmals reinhören. Ein bisschen ruhig, so wie ich es ja auch manchmal mag.

The Go Team

Diese Band hat mich mehr als überrascht. Irgendwie manchmal ein wenig wie die Beastie Boys in fröhlich, dann mehr hippiemäßig unterwegs. Aber durchweg eine sehr energiegeladene Show. Mehr als Mitmachen konnte man da gar nicht und am Ende hatte ich irgendwie ein Lächeln im Gesicht.

Bonaparte

Bonaparte kannte ich vom Soundtrack von 13 Semester. Da fand ich einen Titel richtig gut und was ich sonst so gehört hatte, lies auf gute Musik schließen. Auch eine abgefahrene Show war uns vorausgesagt worden. Das war sie dann auch – ein wenig zu abgefahren. Meinen Geschmack haben die verrückten Verkleidungen und die merkwürdigen Darbietungen der Menschen rund um die Band nicht zugesagt, sondern eher von der Musik abgelenkt. Ein wenig zu bizarr war das. Keine Sterne irgendwie von mir.

Two Door Cinema Club

Frau Anna schwärmte mir von dieser Band bereits im Vorfeld die Ohren voll. Mit recht. Eingängiger Indie-Pop-Rock, den man sich gut anhören kann. Hat mir gefallen.

William Fitzsimmons

Hätte ich bequemer gesessen, wäre das Konzert sicherlich noch schöner gewesen. Sehr ruhige, entspannte Musik. Fitzsimmons spielte zusammen mit einem Bassisten, einem Schlagzeuger und einer auch gesangsmäßig sehr talentierten Keyboarderin. Gar nicht mal schlecht an einem warmen Nachmittag.

FM Belfast

Die vier aus Island kommenden Elektro-Indie-Irgendwas-Musiker haben das Zelt richtig heftig beben lassen. Fast hätte ich ein wenig Angst bekommen, als ich mich umblickte und wirklich jeder dort am springen, feiern und tanzen war. Das hat mich sehr nachhaltig beeindruckt und meine schon recht müden Knochen auch noch einmal fit erscheinen lassen.

Das sind natürlich nur einige der aufgetretenen Bands. Aber es sind die, die ich mir irgendwie behalten habe. Leider verpasst habe ich irgendwie die Lesung von Rocko Schamoni, dessen Buch Dorfpunks ich ja bekanntlich richtig gut fand. Kurz vor Ende der Lesung stolperte ich dort vorbei, hörte die Menge lachen und den Autor auch. Und fing mich an zu ärgern.

Fazit

Ein schönes, aber auch anstrengendes Wochenende liegt hinter mir. Das Immergut macht sehr viel spaß, ist aber leider eine gute Ecke weg. Ich werde mich bei Gelegenheit mal nach kleinen Festivals hier im engeren Umkreis umschauen müssen. Gut war übrigens meine Entscheidung, die Kamera zu Hause zu lassen. Zwar ist mir das ein oder andere tolle Motiv über den Weg gelaufen, aber es war sehr viel entspannter ohne. Alles in allem eine sehr zu empfehlende Geschichte.

Ein Herz für Blogs

Komische Sache, das: Im Rahmen der Aktion Ein Herz für Blogs, die dieser UARRR-Typ wieder angezettelt hatte, wollte ich dann ja auch mal ein paar Blogs verlinken. Doof allerdings, dass ich irgendwie kaum noch private oder wenig bekannte Blogs überhaupt lese. In den letzten Jahren habe ich meinen Feedreader immer mehr ausgedünnt und so waren da jetzt noch rund 80 Abonnements verblieben.

Ein Herz für Blogs

Irgendwie wollte mir dann da, auch nach mehreren Durchgängen, keins so richtig ins Auge springen. Die meisten Blogs die ich lese sind weithin bekannt, die braucht man nicht mehr zu empfehlen. Andere sind zu persönlich, als das man damit etwas anfangen könnte als Außenstehender. Schwere Sache. Während ich dann aber gerade mal so die Einträge anderer Menschen durchging, sind mir eine Menge toller Seiten aufgefallen und so sind nun schon wieder einige neue Blogs in meinem Newsreader gelandet. Warum sollte ich nicht einfach die weiterempfehlen, schließlich sind es „meine“ Perlen aus all den – sicherlich über hundert – Empfehlungen die ich heute so lesen durfte. Ab dafür:

Superlevel · Knuspermagier
Digitale Fotoschule · Augenpralinen
feingut · Das Kraftfuttermischwerk

Nicht alle diese Blogs sah ich heute das erste Mal. Aber die Empfehlung zwang mich dann doch noch einmal näher hinzuschauen und mir so ein wenig neues Lesefutter an Land zu ziehen.

Und dann noch: Die Blogdingsseiten in meiner Blog’n’Roll-Rolle, da so am Ende meiner Seite, die sind natürlich immer zu empfehlen. Diese Menschen kenne ich persönlich und kann mich für gute Qualität verbürgen! Ha!

Christopher Moore – Die Bibel nach Biff

Dieser Tage las ich eines der sicherlich großartigsten Bücher überhaupt. Die Bibel nach Biff von Christopher Moore. Vor vielen Jahren hatte ich das Buch schon einmal gelesen und als ich letztens bei Amazon darüber stolperte, war es schnell bestellt.

Das Buch beschreibt die wilden Jugendjahre Jesu aus der Sicht seines besten Kumpels Levi, genannt Biff. Da dieser Abschnitt bisher nicht niedergeschrieben wurde, wird Biff von Engel Raziel wiederbelebt, in ein Hotelzimmer gesperrt und darf sein eigenes Evangelium schreiben.
Biff erzählt wie er zusammen mit Jesus aufwächst und begleitet ihn auf seinen Reisen bevor er zum Messias wird. Der zukünftige Messias ist sich seiner Aufgabe schon bewusst, hat aber keine Ahnung wie er auf die Menschheit einwirken und seine Fähigkeiten einsetzen soll. Die beiden Jugendlichen reisen gemeinsam gegen Osten und gehen bei den drei Weisen in die Lehre, die Jesus schon an seiner Krippe besuchten. Dabei ergeben sich teilweise urkomische Begebenheiten, ich habe noch selten beim Lesen eines Buches so oft laut gelacht. Die beiden geraten von einer absurden und merkwürdigen Szene in die nächste. Biff ist als sexbegeisterter, sarkastischer Jugendlicher ein exzellentes Gegenstück zum jungen Jesus. Nicht umsonst wurde er wohl in den anderen Evangelien ausgelassen. Manchmal ist er allerdings auch gerade deswegen eine große Hilfe auf dem Weg zur Erleuchtung.

Gegen Ende zieht sich der Roman leider ein wenig und man merkt, dass durch die recht engen Vorgaben der Bibel die Phantasie des Autors doch stark in ihre Schranken gewiesen wurde. Moore zieht in seinem Buch dennoch das neue Testament auf sehr amüsante Art und Weise ordentlich durch den Kakao. Eine klare Leseempfehlung von mir!