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Odyssee im Einzelhandel – Wie ich versuchte in Bonn einen Polfilter zu kaufen.

Nachdem wir gestern in den Kommentaren zu den Bildern aus Bonn über Filteraufsätze für Objektive sprachen, machte ich mich nach Feierabend noch eine Runde in die Stadt. Der Kauf eines Polfilters stand auf dem Plan und nach einem verstellbaren Graufilter wollte ich mal fragen. Beides hab ich schon lange auf meiner Anschaffungsliste, ein guter Zeitpunkt mal zuzuschlagen.

Natürlich hatte ich mich vorher bereits bei Amazon wegen der Preise ein wenig umgesehen und auch den ein oder anderen Vergleichsbericht gelesen. Gut gelaunt und einigermaßen informiert zog ich also los. In Bonn kenne ich in der Innenstadt derer drei Fotoläden. Ich bin auch gerne (darüber schrieb ich irgendwann schon einmal) bereit ein paar Euro mehr hinzulegen, wenn ich dafür beraten werde und dann auch den gewünschten Artikel direkt nach Hause tragen kann.

Machen wir es kurz: Ich habe eben bei Amazon bestellt. Einen Polfilter und einen verstellbaren Graufilter, am Ende standen rund 150 Euro auf der Rechnung.
Sicherlich ein Betrag, den der ein oder andere Händler auch gerne in seiner Kasse gehabt hätte. Dummerweise konnte man mich allerdings nicht zufrieden stellen. Eher enttäuscht bin ich gestern Abend nach Hause gekommen. Bei allen drei Händlern (und im Verzweiflungsfall auch bei Kaufhof) hätte ich zwar Polfilter erstehen können, aber alle hatten nur die günstigen Modelle im Laden. Das spezielle Graufilter-Modell gab es nirgends. Damit hatte ich aber auch nicht wirklich gerechnet, der ist ja auch ein wenig speziell.

Leider ich hatte durch die Bank auch nicht so den Eindruck, als würde man sich wirklich für mich als Kunden interessieren. Bei Händler Nummer 1 war der Panasonic-Ausstellungsmann noch am Kommunikativsten und wusste sogar am besten bescheid. Allerdings war er nur für sein kleines Tischchen zuständig und gar nicht angestellt. In Laden Nummer 2 bekam ich auf meine Frage hin nur das Regal gezeigt, den Preis für den einzigen Filter in meiner Größe durfte ich mir dann bei wem anderem erfragen. Im dritten Laden gab man sich noch die größte Mühe: Der Angestellte suchte auch die angebotenen gebrauchten Modelle noch nach einem „besseren“ Filter durch.

Am Ende war ich dann fast eine Stunde durch die Innenstadt gerannt und ziemlich unzufrieden. Für meine Kaufabsichten hat man sich nicht sonderlich interessiert und Umsatz scheint man auch nicht machen zu wollen. Spätestens als ich die Händler auf die von mir gewünschten Marken ansprach, hätte ich doch irgendwas in Richtung „Den haben wir nicht da, aber ich schaue mal ob ich ihn bestellen kann!“ erwartet. Oder bin ich da zu anspruchsvoll? Ob ich mir das nächste Mal die Mühe mache, wieder eine Tour durch die Stadt zu drehen, weiß ich noch nicht. Hätte ich gestern bei Amazon bestellt, würde der Kram jetzt in meiner Packstation liegen.