Archiv für Schlagwort: krieg

Tom Clancy: Im Sturm

Das Attentat arabischer Fundamentalisten auf eines der wichtigsten Ölfelder Sibiriens bringt die GUS in einen fatalen Zugzwang. Um den Zusammenbruch ihrer maroden Wirtschaft zu verhindern, erzwingt Moskau sich Zugang zum Persischen Golf und schreckt auch vor einem Schlag gegen die NATO nicht zurück …
Quelle: Amazon

Der dritte Weltkrieg. Eine Erfahrung, die ich lieber nicht machen möchte. Clancy skizziert das Szenario einer sowjetischen Invasion in Westeuropa und schildert gewohnt detailliert die Kampfhandlungen und politischen Verhältnisse in der Nato und dem Warschauer Pakt. Spannend, aber auch zum Nachdenken anregend, obwohl Clancy die menschlichen Verluste fast buchhalterisch nüchtern aufzählt.

Datenschutz und Kram

Vater Staat macht es einem nicht einfach: Eigentlich möchte ich hier nur ein paar Sachen ins Internetz stellen. Ich möchte mich darüber freuen wenn andere Dinge die ich mache oder gut finde auch gut finden. Das kostet mich ein paar Euros im Monat, macht aber hauptsächlich eine Menge Spaß, gerade wenn ich solche Diskussionen lese.

Denn natürlich bin ich dabei nicht nur ein wenig neugierig und möchte wissen, woher die Besucher denn so kommen, was sie hierher verschlägt und ob es ihnen hier gefällt. Damit sind wir dann auch beim Thema, denn dazu gibt es allerlei Tools. Eines der beliebtesten ist sicherlich Google Analytics, dass ich bis vor gerade hier einsetzte. Bei Google hat man ganze Arbeit geleistet, ein tolles Tool auf die Beine gestellt und es war mir immer möglich eine schöne Übersicht über meine Besucher zu erhalten.
Den großen Rahmen des Ganzen zu verstehen fällt mir schwer, aber es ist wohl so, dass es aus irgend einem Grund böse ist die IP-Adresse seiner Benutzer zu speichern. Als könnte ich mit der was anfangen. Ich habe das Gefühl, das hier wieder einmal Menschen Entscheidungen getroffen haben, die das Netz nicht verstanden haben. Darüber möchte ich mich eigentlich schon gar nicht mehr aufregen. Es nervt einfach nur.

Jedenfalls habe ich für diese Seite nun Google Analytics mal deaktiviert. Die Geschichte hier soll Spaß machen und nicht damit enden, dass ich die Rechnung irgend eines Anwaltes bezahlen darf. Das mag vielleicht ein wenig voreilig sein, denn wie es denn nun genau ist weiß auch keiner. Allen voran der Gesetzgeber.
Ich bin da lieber vorsichtig. Im Hintergrund zählt jetzt noch Semmelstatz mit. Das speichert IP-Adressen anonymisiert und sollte damit keine „Gefahr“ für Recht und Ordnung bedeuten. Außerdem noch die WordPress-Stats. Mal schauen ob ich die auch abschalten muss/kann/sollte. Piwik soll wohl eine gute Alternative zu Google Analytics sein, da muss ich mich mal schlau machen.

Was bleibt: Ein wenig fader Beigeschmack. Datenschutz schön und gut, aber wird hier der Krieg nicht übertrieben?

Sensationsgeil in Winnenden

Heute kam es zu einem Ereignis, von dem man nicht möchte das es passiert. Im Süden Deutschlands ist ein Schüler Amok gelaufen und hat dabei 14 Menschen und sich selbst umgebracht.
So etwas finde ich schlimm. Mir tut es leid um die Menschen die umgekommen sind und noch viel mehr um die Menschen, die heute jemanden verloren haben.

Doch wie sieht für den nicht näher betroffenen Bürger die wahrscheinlichste Reaktion auf so etwas aus? Ich für meinen Teil habe das Browserfenster geschlossen und weiter gearbeitet.
Für andere begann ein zusätzlicher Feiertag: Endlich ist etwas schreckliches direkt bei uns passiert! Endlich sind wir wer! Armes Deutschland.

Bei meinen späteren Streifzügen durch das Internet ist mir dann einiges übel aufgestoßen. Die einschlägigen News-Seiten haben sich dermaßen mit Nachrichten überschlagen, dass mir dabei fast schlecht wurde. Vor allem wenn man betrachtet, dass viele der „Aktuellsten Nachrichten“ sich innerhalb kürzester Zeit überholt hatten und viele schlicht weg falsch waren. Gerade von den „großen“ Nachrichtenseiten, wie etwa dem Spiegel, erwarte ich dann doch den „Qualitätsjournalismus“ den man dort immer predigt. Wer sich richtig aufregen möchte, sollte sich den twitter-Stream von Bild.de anschauen. Dabei kommt mir die pure Wut hoch.

Damit wären wir auch beim nächsten Thema: Noch mehr habe ich mich nämlich über die gesammelte Twitteria geärgert. Dort scheint man nämlich mit aller Gewalt schnell sein zu wollen um den Ruf des flotten Mediums waren zu können. Unzählige schrieben in den kümmerlichen 140 Zeichen, was sie aus Radio und Fernsehen und dem Internet so aufschnappten und überschlugen sich dabei fast vor Sensations- und Neuigkeitengeilheit, gepaart mit herzergreifender öffentlicher Erschütterung. Dass dabei die wirkliche Information auf der Strecke bleiben musste, ist klar. Zum einen lässt sich in 140 Zeichen nicht viel kommunizieren, zum anderen wurden so viele Dinge einfach mal weitergetratscht, dass eine Unterscheidung zwischen wahrem Sachverhalt und purem Gerücht nicht mehr möglich war. Eigentlich hatte ich den meisten Menschen in meiner Liste mehr zugetraut. Und eigentlich wäre das ((Wenn ich nicht was besseres zu tun gehabt hätte, nämlich arbeiten.)) der ideale Zeitpunkt gewesen, mal ein wenig auszusortieren.

Am Ende bleibt mir ein Gedanke: Ist es nicht genau das, was der Junge mit seiner Tat bezwecken wollte? Dachte er sich vielleicht: „Ich bring mal ein paar Leute um, dann sehen alle das es mich gibt und was ich drauf habe. Dann finden mich zwar alle scheiße, aber wenigstens achten sie mal auf mich.“
Geschehnisse wie die in Winnenden sind in meinen Augen ein letzter Hilferuf nach Aufmerksamkeit. Die sensationsgeilen Gerüchtejunkies unter uns hatten heute einen guten Tag. Die hauptberuflich erschütterten auch. Den Opfern und ihren Familien bringt das alles nichts.

Übrigens: Anderswo auf der Welt gibt es so Sachen wie Krieg oder schlimme Krankheiten. Da sterben jeden Tag hunderte und tausende von Menschen, die meisten unschuldig. Da ist nichts dran anders, als im aktuellen Fall. Die ganzen Profi-Erschütterten scheint das aber nicht zu interessieren. Daran kann man sich anscheinend nicht so gut aufgeilen. ((Und ab morgen rege ich mich dann über alle auf, die keine Ahnung haben und deswegen den „Killerspielen“ die Schuld geben.))

Ken Follet – Mitternachtsfalken

Den Roman „Mitternachtsfalken“ hatte ich eigentlich schon vor einiger Zeit gelesen. Er stammt, wie auch schon der letzte von Ken Follet.

Die Geschichte spielt im zweiten Weltkrieg und dreht sich um die im Titel benannten „Mitternachtsfalken“, eine Untergrundorganisation im besetzten Dänemark. Diese arbeitet dort, geführt von einer englischen Agentin, gegen die deutsche Besatzungsmacht und hat dann auch einiges zu tun, als es gilt einen großen Bomberangriff auf Deutschland vorzubereiten. Das dabei nicht alles glatt geht ist wohl klar.

Ich habe das unbestimmte Gefühl, als würden hier in der nächsten Zeit noch mehr Romane von Herrn Follet auftauchen. Dieser hier ist nämlich wieder genau so spannend geschrieben gewesen wie „Eisfieber“, war aber auch genau so unberechenbar. Ohne viel vorweg nehmen zu wollen: Man sollte sich nicht drauf verlassen, dass alle Helden überleben.
Auch wenn ich das, als erklärter Freund von Happy Ends, nicht gut finden kann: Es macht die Geschichte nur noch spannender.

Philip Kerr – Der Pakt

Mit Philosophie hab ich es ja nicht so. Für meinen Geschmack ist das alles zu intellektuell. Macht aber nix.

Wenn ein Philosoph aber für einen amerikanischen Geheimdienst arbeitet und gemeinsam mit dem amerikanischen Präsidenten nach Teheran fährt um dort bei der Teheran-Konferenz „der großen drei“ zu dolmetschen, dann lese ich das Buch das darüber geschrieben wird schon mal.

Natürlich haben wir es hier mit Fiktion zu tun, auch wenn der Roman von Philip Kerr auf einer wahren Begebenheit basiert, hat er sich doch eine Menge dazu ausgedacht. Es wird die wirklich spannende Geschichte rund um Williard Mayer erzählt, der erst einen Vorfall in Polen während des zweiten Weltkrieges untersuchen soll, um dann anschließend immer tiefer in eine abenteuerliche Geschichte gezogen zu werden.

Da jeder etwas gegen jeden hat, Geheimdienste und Institutionen aus den USA, Deutschland, Russland und Großbritannien nicht nur gegen jeweiligen die Gegner kämpfen, sondern sich auch untereinander nicht viel zu sagen haben, ist das Ende nie wirklich vorhersehbar und die Geschichte nimmt die ein oder andere spannende Wendung.

Ein gut geschriebenes, spannendes Buch. Ich mag Geschichten die am Rande der Realität angesiedelt sind. Sie machen Lust, sich mit der tatsächlichen geschehenen Geschichte zu beschäftigen. Lesenswert!

Robert Harris – Vaterland

Schon vor einiger Zeit hatte ich das Buch „Vaterland“ von Robert Harris gelesen.

Die Zusammenfassung von der Amazon-Seite sagt eigentlich schon alles:

Hitler hat den Krieg gewonnen – Nazideutschland beherrscht ganz Europa. Das ist das Horrorszenario in Robert Harris‘ frivolem Politthriller. «Harris versteht, gut und spannend zu schreiben. Es kommt alles vor: Verbrechen, Verschwörungen, Vertuschung, Irreführung, Gewalt und Liebe. Harris kann den Historiker nicht verleugnen – so würzt er seine Geschichte mit historischen Dokumenten.» DIE ZEIT

Das Buch ist spannend geschrieben, die Geschichte spinnt sich in genretypischer Manier langsam weiter, ein wenig Beziehungsdrama fehlt natürlich auch nicht. Auch wenn das Ende für mich doch recht vorhersehbar war: Die Vorstellung einer Welt nach einem anderen Kriegsausgang finde ich nicht sonderlich prickelnd. Ich konnte mich richtig gut in den Hauptdarsteller des Buches hineinversetzen, der nach und nach hinter die Lügen der Nazi-Propaganda kommt.

Aktualisierung: Wie ich in den Kommentaren erfahren habe, wurde das Buch auch verfilmt. Danke, Thomas.

Bertold Brecht – Dreigroschenroman

Ich habe in den letzten drei Wochen kein Fernsehen geschaut, mit Ausnahme des Freitagabends letzte Woche als ich zu Hause war. Zwar habe ich den ein oder anderen Film am Computer geschaut, aber noch viel mehr gelesen. Dieses Mal war der „Dreigroschenroman“ von Bertold Brecht an der Reihe. Das Buch fand ich in der letzten Woche auf dem Wühltisch eines Buchladens, für 2,50 Euro konnte ich da nicht viel falsch machen.

In dem Buch geht es um einige Geschäftsmänner, mehrere Frauen, eine Schifffahrtsgesellschaft, Bettler, den Krieg, Geschäfte zwischen Männern, Frauen, Bettlern und über den Krieg und vieles drum herum. Mehrere Handlungsstränge ergeben sich, die dann irgendwann auch ineinander übergehen und so ein rundes Ganzes ergeben. Am Ende macht dann alles Sinn, auch wenn es nicht gerecht ist.

Ich empfand das Buch als recht harte Kost. Der Schreibstil von Herrn Brecht ist zwar nicht sonderlich kompliziert, doch einfach so „runterlesen“ kann man das Buch nicht. Vor allem die Reden der Damen und Herren sind teilweise für meinen Geschmack etwas lang geraten und recht verworren. Mehr als einmal habe ich mich dabei erwischt wie ich einen Absatz übersprang, weil mir der Text zu langatmig wurde.
Auch wenn die erzählte Geschichte nicht schlecht war, so recht konnte ich mich mit der Brecht’chen Prosa nicht anfreunden.

Bevor ich nun den nächsten (sowieso vorher noch zu kaufenden) Roman aus Bertolds Feder in die Hand nehme, versuche ich mich lieber an dem ein oder anderen Klassiker der Literaturgeschichte. Direkt neben dem Dreigroschenroman lag auf dem Wühltisch nämlich auch „Moby Dick“. Mal schauen, wie das ist.