Archiv für Schlagwort: lesen

Das musst du unbedingt im englischen Original lesen!

Gerne und oft werde ich darauf hingewiesen, dass ich allerlei Filme, Serien und Bücher doch unbedingt in ihrer Originalfassung schauen oder lesen sollte. Vielen Dank für den Hinweis!

Meistens halte ich mich dann aber nicht an diesen Ratschlag – und das hat einen einfachen Grund: Mein medialer Konsum in meiner Freizeit findet hauptsächlich zur Entspannung statt. Nun ist es nicht so, dass mein Englisch furchtbar schlecht wäre. Tatsächlich lese ich täglich irgendwelchen Kram in fremden Sprachen, seien es Dokumentationen oder irgendwelche Blogposts und verstehe deren Inhalte natürlich auch prima.
Wenn ich aber nach Feierabend in meiner Lieblingsecke rumgammele, dann möchte ich möglichst einfach unterhalten werden. Dann bedarf es mir zu viel Konzentration, mir fremdsprachige Inhalte anzuschauen und es ist mir zu viel Ablenkung gegebenenfalls Wörter die ich nicht kenne nachzuschlagen. Dann bin ich nämlich faul. Vielleicht traurig, aber wahr. Nur um cool sagen zu können „Das hab ich im Original gesehen, war viel besser!“ ist mir das zu anstrengend. Da verzichte ich lieber auf das eine oder andere schlecht übersetzte Wortspiel oder verpasse eine Pointe.

Um mich dann doch dazu zu bringen, dass ich mir eine Serie im Originalton anschaue, muss sie mich schon besonders fesseln. 24, Lost oder White Collar taten das zum Beispiel. Dann ist es mir zu blöd anderthalb Jahre zu warten, bis der Kram übersetzt und im deutschen Fernsehen ausgestrahlt wird. Dann kann es aber auch mal vorkommen, dass ich mich zwei Tage lang wundere, warum Jack Bauer, unter einem fahrenden Lastwagen hängend, in sein Telefon brüllt, dass Chloe irgendwas kopieren soll. „Chloe! Do you copy?“ ((Darüber machen sich Menschen heute noch lustig. Und ich auch.))

Sicherlich wäre es total gut für meine Sprachkenntnisse, wenn ich öfter medialen Konsum in ausländisch betreiben würde. Aber so lange ich Sätze wie den vorherigen formuliere, arbeite ich doch besser mal an meinem Deutsch.

Lesezirkel #1: Der Electric Kool-Aid Acid Test

Der UARRR-Mensch ruft zum gezirkelten lesen auf. Ich mache da einfach mal mit, für Leseempfehlungen war ich ja schon immer zu haben. Deshalb schaue ich mir nun mal Der Electric Kool-Aid Acid Test von Tom Wolfe an. Das ist eine Art Tatsachenbericht namens „Die legendäre Reise von Ken Kesey und den Merry Pranksters“ über eine Hippie-Kommune in den amerikanischen 70ern. Der Klappentext las sich nicht schlecht, die ersten Seiten die ich heute Morgen las waren auch recht vielversprechend. Ich bin gespannt was da so passiert.

Mit einer Sache hat nämlich Marcel recht: „Wir alle lesen zu wenig.“ schreibt er in seinem Eintrag zum ersten Lesezirkel. Ich selbst zähle mich da mal nicht dazu, schließlich wandert doch das ein oder andere Buch pro Monat über meinen Nachttisch. Einige der Bücher rezensiere ich hier dann ja auch, auch wenn die Leseliste keineswegs komplett ist. Für mich ist die Teilnahme an der Aktion eine Möglichkeit meinen Horizont zu erweitern und mal ein Buch außerhalb des von mir favorisierten Thriller-/Krimi-Genres zu lesen.

Bei vielen ist das aber anders, wie einem ein Blick in die einschlägigen sozialen Netzwerke verrät. Viel zu oft liest man dort in der Kategorie „Lieblingsbücher“ Dinge wie „Lustiges Taschenbuch“, „Bücher gehören verbrannt“, „Lesen ist doof“ und und und. Das macht mich ein wenig traurig. Die modernen Medien machen es einem viel zu einfach, sich leicht berieseln zu lassen und dank dem Internet kann man Serien oder Filme immer dann schauen wann man will. Da ist es natürlich einfacher, den Computer mit ins Bett zu nehmen, als noch ein paar Seiten zu lesen. Die Faulheit siegt, die Dummheit auch.
Schade ist das, denn „Lesen bildet“ nämlich. Ich bemerke an mir selbst, wie ich mit gesteigertem Bücherkonsum in den vergangenen Jahren viel flüssiger schreiben und formulieren kann. Keine schlechte Sache wie ich finde, dem ein oder anderen würde das sicherlich auch nicht schlecht stehen ((Womit wir wieder bei den einschlägigen sozialen Netzwerken sind, die sich außergewöhnlich gut für Sozialstudien eignen.)). Damit will ich das schauen von Serien natürlich nicht allgemein verteufeln, schließlich bin ich selbst ein großer Fan von einigen und habe jede Folge Lost, 24 und Stargate ((Sowohl SG1, als auch Atlantis.)) gesehen.

Schon als Kind und Jugendlicher habe ich viel gelesen, dann einige Jahre recht wenig in Bücher geschaut. Spätestens seit ich in Bonn keinen Fernseher mehr habe, lese ich wieder wesentlich mehr. So zwei bis drei Bücher sind im Monat schon drin, das entspannt mich Abends mehr als noch eine Serienfolge zu schauen. Da will ich es mal gut heißen, dass die Idee im Rahmen eines iPad-Kaufs aufkam und bin froh ich auch als „analoger“ Leser mitmachen darf.

Ein paar Dinge würden mich interessieren, vielleicht lässt sich ja ein wenig Statistik führen:

  1. Wie viele Menschen haben wirklich mitgemacht und das Buch gelesen?
  2. Für wie viele dieser Menschen war dies das erste Buch in diesem Jahr?
  3. Wie viele dieser Teilnehmer haben Spaß am Lesen gefunden und gehen nun auch mal selbstständig in einen Buchladen oder eine Bücherei und lesen aus eigenem Antrieb ein weiteres Buch?
  4. Wie ist der Anteil an Ebook- und Analogbuch-Lesern?

Ich bin nicht nur auf das Buch, sondern auch auf die Reaktionen der Mitleser sehr gespannt. Man merkt vielleicht, ich möchte eine Lanze für das gute alte Buch brechen. Mal schauen wie lange es weitergeht mit dem Lesezirkel.

Nelson DeMille – Nachtflug mit Flug 800

Dieser Tage hat mich ein Buch wieder besonders gefesselt: Nachtflug von Nelson DeMille.

Als großer Freund von Geheimdienstgeschichten und Verschwörungstheorien war ich hier wirklich gut bedient. Die Geschichte dreht sich um die Explosion und den anschließenden Absturz von TWA Flug 800. Dies ist tatsächlich im Juli 1996 geschehen und der Autor baut darum die fiktive Geschichte eines Polizisten auf. Sie spielt 2001, fünf Jahre nach dem Unglück und erzählt aus seiner Perspektive von den Ermittlungen die er nebenbei anstellt. Natürlich wird das an höherer Stelle nicht gern gesehen und so wird die ganze Geschichte ganz schnell kompliziert. CIA, FBI und die Polizei haben ihre Finger im Spiel, ein Video taucht auf und verschwindet wieder. Zum Schluss nimmt die Geschichte dann auch ein sehr beeindruckendes Ende – aber ich will gar nicht zu viel verraten.

Besonders gut gefallen hat mir die Art und Weise in der das Buch geschrieben ist. Der Polizist John Corey hat seinen ganz eigenen Humor und eine Menge Gedanken, die er zum Glück nicht ausspricht. Aufgeschrieben werden sie trotzdem, was den Mann zu einem sehr sympathischen Hauptdarsteller werden lässt.