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Hamburger Singewettstreit 2010

Inzwischen ist der Hamburger Singewettstreit eine feste Institution in meinem Kalender. Und so ging es auch in diesem Jahr wieder nach Hamburg. Gut, dass ich darauf bestanden hatte, in Platzreservierungen zu investieren. Unsere ICEs waren mehr als voll, man darf dem isländischen Vulkan mit dem unaussprechlichen Namen danken.

Freitags stand zuallererst das Kneipensingen im „Füllhorn“ in Hamburg-Altona auf dem Plan. Mit dem ein oder anderen Bier und vielen bekannten Liedern wurde in das Wochenende gestartet. Wie immer ein großer Spaß, auch wenn dieses Mal die anschließende Singerunde im alten Elbtunnel ausblieb.

Am Samstag, nach einer doch relativ kurzen Nacht, dann der eigentliche Singewettstreit, natürlich mit vorherigem Marktbesuch. Nach langer Überlegung bin ich jetzt Besitzer eines Affen und schon gespannt auf die erste Erprobungstour. Beim Singewettstreit selbst fiel dann wieder einmal auf, dass er immer mehr in die Hand des BdP rutscht. In drei von fünf Kategorien konnten Gruppen aus meinem Bund überzeugen und machten den ersten Platz. Super! Wie immer war das Audimax der Universität Hamburg mit Menschen aus allerlei Bünden bis unter das Dach gefüllt.

Auftritt des Stammes Raugrafen aus Simmern

Dabei fing es gar nicht mal so gut an: Während ich sonst auch bei den Sippen schon immer ziemlich begeistert war, fand ich gerade diese Kategorie in diesem Jahr nicht sonderlich überragend. Auch wenn ich selbst nicht singen kann: Gerade vom Hamburger Singewettstreit war ich ein anderes Niveau gewohnt. Danach wurde es nur noch besser, jedenfalls bis kurz vor Schluss.
In der freien Kategorie, die dieses Mal das Motto „Ein Lied, sieben Tage“ (Oder umgekehrt?) hatte, präsentierten alle Gruppen ihre Interpretation eines Liedes, dessen Text sie genau sieben Tage vor dem Wettstreit zugeschickt bekommen hatten. An sich mag die Idee ja schön sein, aber mich nervte es ungefähr nach dem dritten Durchgang. Gerade das finde ich sehr schade, denn eigentlich sollte man die Mühe, die sich die einzelnen Gruppen gegeben haben, schon respektieren. Das fiel mir dann doch relativ schwer, müde und hungrig wie ich gegen Ende der Veranstaltung nun mal war.
Ein wenig unglücklich fand ich auch die Vergabe eines Mottos. Der diesjährige Singewettstreit stand unter dem Begriff „Zahlen“ und die Gruppen sollten das auch wohl in ihre Liederwahl mit einbeziehen. Gab es das eigentlich in den Jahren vorher auch schon? Ich hatte nicht das Gefühl, dass das bei den Teilnehmern sonderlich gut ankam.

Am Ende dann: Nachfeier in einer Kirche in Hamburg-Harburg. Da kam dann irgendwann auch wirklich böse die Müdigkeit durch, trotz großer Singerunde, gutem Essen, vielen Getränken und netten Gesprächen. Dank einer kurzen Nacht hielt die Müdigkeit dann auch über eine verpennte Zugfahrt bis Bonn an, die ich fast komplett verschlief. Und trotzdem ((Oder gerade deshalb?)): Immer wieder ein großer Spaß, so eine Tour nach Hamburg.

Silvesterurlaub

„Martin, was hast du eigentlich in den letzten Tagen so getrieben?“ – das könnte man mich fragen, wenn man mich denn treffen würde. „Ich war weg, so ein wenig Urlaub machen.“ würde ich wohl antworten. Mal ein wenig rauskommen, aus diesem Alltag.

Stimmt sogar. Die letzten paar Tage wohnte ich im Wohnhaus einer alten Mühle. Diese soll in den nächsten Jahren von ein paar fleißigen Menschen wieder hergerichtet und renoviert werden. Das etwas rustikale Häuschen dazu ist bewohnbar. Und beheizbar. Ein großer Kachelofen sorgt für mehr als wohlige Wärme und man kann prima rumgammeln, essen, Spiele spielen, rumliegen, lesen, schwatzen. Ein paar nette Menschen waren dabei. Sehr entspannt. Internet gab’s da keins und das iPhone blieb die meiste Zeit aus.

Die alte Mühle ist im wesentlichen mal alt. Und ein toller Ort um Bilder zu machen. Ein paar sehr dankbare Motive fand ich dort vor.

WaageWerkzeug

Ein paar Bilder mehr gibt es in einem Mühlen-Album bei flickr. Ich habe wieder einmal festgestellt, wie viel Spaß es mir macht mit der Kamera loszuziehen und zu experimentieren. Davon wird es sicherlich im kommenden Jahr auch noch mehr geben. Frau Anna war übrigens mit dabei und hat auch ein paar Bilder gemacht.

Das Jahr startete dementsprechend sehr entspannt, es kann nun richtig losgehen. Ich habe einiges vor und könnte mir vorstellen, dass 2010 ein gutes Jahr wird. Ab geht’s!

Auf der Lott

Schon seit Jahren will ich ja mal das Lott-Festival auf dem wilden Hunsrück besuchen. Bisher hörte ich nur Gutes davon und war immer ein wenig enttäuscht, dass sich meine ausgeprägten Sommerfahrtsaktivitäten immer irgendwie querstellten. Dieses Jahr bin ich ja bekanntlich im Sommer nicht groß unterwegs und so bin ich dann Freitag mal hingefahren.

Wie immer wenn es mehr zu erzählen gibt, hier die wichtigsten Erkenntnisse des Wochenendes:

  • Verlasse dich nie auf die Zeitplanung deiner Mitfahrer.
  • In Koblenzer Vororten kommt einem schon mal ein Festumzug mitten auf der Straße entgegen. Der einzige Fluchtweg führt dann immer durch eine Kleingartensiedlung.
  • Das Moseltal ist echt schön anzusehen. Auch für Holländer. Die fahren dann aber durchgehend 50.
  • Um 9 Uhr erst auf dem Festival-Parkplatz aufschlagen ist ein wenig spät.
  • Jemanden zu suchen ist völlig für die Katz, man trifft sich zufällig.
  • Pommes gehen immer und helfen immer.
  • Eine plattgetretene Pommesschale kann im Morgengrauen und im Vorbeigehen auch mal wie eine große Damenbinde aussehen und Verwirrung stiften.
  • Der Flughafen Hahn lässt zumindest Teile des Hunsrücks immer leuchten.
  • Halbfranzösische Möchtegern-Schuhverkäuferinnen nerven.
  • Die Sonne geht dann aber tatsächlich über der Nature One auf.
  • Ich finde Frauen die mit Reisetaschen voller Alkohol anreisen komisch, aber nicht nur deswegen.
  • Wenn der Pavillion mitten auf dem Weg steht, muss man manchmal schnell aufräumen.
  • Ein T4 kann prima unter einem Pavilion durchfahren, ein Traktor nicht.
  • Auch ein Quad ist nur als Ausgleichsinstrument für andere Defizite anzusehen.
  • Wir wurden Zeuge des langweiligsten Real-Life-Hörbuch-Pornos aller Zeiten.
  • Dosenroulette macht Spaß, aber ich kann nun kein Dosenfutter mehr sehen.
  • Mitfahrer entscheiden sich auch mal spontan, eine Nacht länger zu bleiben. Tun das aber dann doch nicht, wie man zu Hause erfährt.
  • Ein beliebiges Wort dreimal zu wiederholen und dann mit „… drei Tage wach!“ zu ergängen ist schon ganz schön witzig. Das passende „Lied“ muss man deswegen nicht mögen.
  • Eine französische Ska-Band muss man nicht verstehen um sie gut zu finden.
  • Ich kann tatsächlich immer Hunger haben.

Wie man also merkt, ein sehr schönes Wochenende liegt hinter mir. Vor allem die familiäre Atmosphäre hat mir gut gefallen. Außerdem habe ich eine Menge Leute mal wieder getroffen und das Wetter hat auch mitgespielt.

To be continued…