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Abenteuer Plasmaspende

Weil ich ein geldgeiler Sack bin immer gerne was Gutes tue, gehe ich ja seit neuestem Blut spenden. Da man mir aus irgendwelchen medizinischen Gründen nur alle sechs Wochen Blut abzapfen will, gehe ich nun zwischendrin hin und wieder Blutplasma spenden. Heute das erste, aber definitiv nicht das letzte Mal. Da ich bekanntlich eher so der „Livin‘ on the edge“-Typ bin, lasse ich mich von einer Nahtod-Erfahrung natürlich nicht abschrecken.

Aber fangen wir vorne an: Möglichst fettarm ernähren sollte man sich vor der Plasma-Spende. Dafür aber viel Eiweiß zu sich nehmen. Nachdem ich mich versichert hatte, dass das Vollkornbrot unter der Salami das irgendwie ausgleicht, landete ich dann nach einem kurzen Arztgespräch auch auf einem der bekannten Sitze mit den ausführlichen Armlehnen. Sogleich legte die Maschine neben mir mit eigenartigen Geräuschen los. Wenn ich schon angeschlossen gewesen wäre, hätte ich ja schwer auf einen Herzstillstand bei mir oder ähnliches getippt. Die Situation erinnerte mich an meine Jugend, als ich noch mit Freude „Emergency Room“ schaute. Der Blutspendebediensteten und ihrem Kollegen gelang es dann aber, durch das Ausschalten des Gerätes, eben dieses auch wieder verstummen zu lassen. George Clooney hätte damals sicherlich nicht anders reagiert.

An der Stelle hätte ich mir vielleicht wen anderes zuweisen lassen sollen. Geschickt stellte sich die gute Frau nämlich nicht gerade an. Kaum hatte sie es geschafft an meinem rechten Arm die Vene zu treffen, kam sie auf die Idee die Nadel auch wieder herauszuziehen. Vergleichbar war die Situation mit einem Fassanstich – wenn der Zapfhahn abbricht. Eine mittelgroße Blutspende meinerseits verteilte sich daraufhin erst über meinen Arm, dann über die Lehne um dann auf den Boden zu tropfen.
Merkwürdigerweise konnte ich da noch drüber lachen, was wohl auch an der ausgebrochenen Hektik in dem Laden lag. Wer weiß wie ich auf Blut in freier Wildbahn reagiere kann sich sicherlich vorstellen wie mir dabei zu Mute war.
Zu dritt legten die Blutspendebediensteten mich dann zuerst mal trocken, um dann anschließend meinen linken Arm an die Maschine anzuschließen. Merkwürdigerweise klappte das nun auch auf Anhieb. Vielleicht lag es aber auch daran, dass dieses Mal wer anders mit der Nadel hantierte.

44 Minuten brauchte die doofe Maschine dann, um Blut aus mir herauszuziehen, das Plasma zu zentrifugieren und dann wieder Blut in meine Bahnen hineinzupumpen. 2,2 Liter liefen in der Zeit und in 5 Durchgängen insgesamt durch den Apparat. Interessanterweise ist das Blutplasma übrigens nicht (wie ich vermutet hatte) eher so wie Wasser, sondern erinnert an dickflüssiges Urin ein helles Weizenbier. Abgestanden. Schaum hat sich (Zu meinem Glück?) nämlich keiner gebildet.

Nächsten Dienstag darf ich wieder kommen und mich abzapfen lassen. So lange ist es aber nun erst mal vorbei mit kurzen Ärmeln und der Polizei sollte ich auch eher mal nicht unterkommen: Nach einem ausführlichen Wochenende mit Pete Doherty und Amy Whinehouse könnten meine Armbeugen auch nicht schlimmer aussehen.