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Webmontag Bonn 1/2012

Webmontag BonnGestern Abend war ich, nachdem ich die Veranstaltung schon länger auf dem Radar hatte, das erste Mal auf einem Webmontag in Bonn. Die Veranstaltung war das erste Mal im Innovationpoint Waschsalon, was sich als geeigneter Austragungsort herausstellte.

Der Webmontag ist eine Veranstaltungsreihe, die es in dieser Form in vielen deutschen Städten gibt. Neben dem Austausch mit anderen Internet-Menschen stehen auch immer kurze Vorträge zu den verschiedensten Themen auf dem Plan. Gestern Abend waren es derer zwei.

„Online-Magazine“ von Lina Dillmann

Lina Dillmann berichtete von ihren Recherchen zum Thema Online-Magazine, die sie im Rahmen ihrer Diplomarbeit durchführte und ging dabei speziell auf Formate ein, die für Tablets gestaltet werden.
Der Vortrag war für mich weniger interessant und brachte auch nichts wirklich Neues zu Tage. Das mag in meinem Fall vor allem daran liegen, dass ich mich für das Thema nicht sonderlich interessiere, da ich zum einen eher selten Magazine lese und zudem kein Tablet besitze. Eine okaye Zusammenfassung des Ist-Zustandes in der deutschen Medienwelt war es aber schon.

„LESS – The dynamic stylesheet language“ von Michael Rolfsen

Michael Rolfsen berichtete im zweiten Vortrag von seinen Erfahrungen mit dem CSS-Preprozessor LESS. Das Thema war für mich sehr viel interessanter, da auch technischer. LESS erweitert das allgemein bekannte CSS um einige Funktionen, wie etwa Variablen, verschachtelte Regeln und Funktionen. So lassen sich CSS-Spezifikationen leicht innerhalb eines Stylesheets wiederverwenden, was mir schon recht praktisch vorkommt. Nachteil: Man muss eine LESS-Datei zuerst in ein „richtiges“ Stylesheet kompilieren, bevor es benutzt werden kann. Ein Thema, mit dem ich mich durchaus mal auseinander setzen möchte.

Fazit

Mein erster Webmontag in Bonn war eine interessante Veranstaltung, auch wenn ich mir am Anfang etwas einsam vorkam, da ich niemanden kannte (und der feine Herr Alexander mich versetzte). Im Anschluss an die Vorträge unterhielt ich mich aber noch eine Weile nett. Leider löste sich die Veranstaltung nach dem zweiten Vortrag doch relativ schnell auf.
Das nicht alle Vorträge für mich interessant sind ist klar, bei einem doch sehr durchmischten Publikum ist das auch nicht anders zu erwarten. Von den knapp über zwanzig Anwesenden hatte schätzungsweise etwa die Hälfte Entwicklungserfahrung.

Ich werde bestimmt auch das nächste Mal hingehen. Wann es wieder so weit ist, kann man bei Twitter, Facebook oder auf der zugehörigen Webseite sehen.

Mediensucht?

Das Sat1-Magazin hat einer berliner Familie über ein Wochenende alle Mediengeräte weggenommen. Fünf (!) Fernseher, diverse Radios, Computer und die Playstation. „Da geht’s denen bestimmt nicht so gut mit.“ dachte ich mir und sollte recht behalten. Erschreckend, wie die Familie grade auf die Fernseher fixiert ist. Anscheinend schien dies die einzige Freizeitbeschäftigung der Menschen zu sein. „Traurig, wenn man sonst nichts mit sich anfangen kann.“ dachte ich mir dann, schließlich lebe ich schon ein gutes halbes Jahr ohne Fernseher, und wirklich schlecht geht es mir damit nicht.

Der Versuch der Familie, es mal mit einem Gesellschaftsspiel zu versuchen, ist auch in die Hose gegangen. Erschreckend, wie schlecht die Leute miteinander umgehen können. Auf die Idee ein Buch in die Hand zu nehmen kam keiner, die einzige Lektüre im Haushalt scheint wirklich die Fernsehzeitung zu sein. Lieber wurde dann mal einen halben Tag geschlafen und vor allem der Vater schien mir mit der Situation völlig überfordert. Schlimm, wenn man so wenig mit sich und seiner Familie anfangen kann.

Am Ende des Beitrags sah man dann das Ehepaar wieder vor dem Fernseher liegen und Herr Papa freute sich über die Ruhe die nun herrscht. Kein Wunder, schließlich hockte nach aufreibenden 48 Stunden wieder jeder vor seiner Kiste.

Während ich mir ja zuerst dachte das ich nicht drauf bin, kamen mir nach kurzer Zeit doch einige Bedenken. Ohne Fernseher klappt in meinem Fall wirklich gut, den vermisse ich wirklich nicht. Ganz ohne mediale Berieselung in Form von Musik und auch dem Internet kann ich es mir allerdings in meinem Alltag auch nicht vorstellen. Ich würde sicherlich nicht innerhalb von 48 Stunden völlig verzweifelt sein, schließlich schaffe ich es im Sommer auch regelmäßig mehrere Wochen ohne Fernseher, Computer und Radio. Auf Fahrt habe (zumindest ich) sowas nicht dabei – und das ganz bewusst eigentlich.
Mein Alltag ist durch Medien bestimmt: Ich sitze rein beruflich etwa 8 Stunden am Tag keinen halben Meter vor einem 24″-Display in das ein Computer eingebaut ist, der wiederum per Standleitung am weltweiten Datennetz hängt. Ich trage meistens meinen iPod mit mir herum und bin dank Mobiltelefon immer zu erreichen. Auch wenn ich keine Entzugserscheinungen habe, auch über Wochen, verzichten möchte ich auf Dauer darauf nicht. Und so ganz ohne „Fernsehen“ lebe ich dann ja auch nicht, an „meine Serien“ komme ich ja auch anders. Dennoch werde ich mir glaube ich zu dem Thema noch ein paar Gedanken machen und mir überlegen wie ich meine Freizeit noch ein wenig „unmedialer“ gestalten kann.

Den ganzen Beitrag kann man sich bei Sat1 online anschauen.

Kein Fernseher
Papa hat kein TV – und deswegen Puls

Via Stefan Niggemeier.