Archiv für Schlagwort: mord

Jilliane Hoffman: Vater unser

Vater, Mutter, Kind Mord in Miami. Der Täter: der angesehene Chirurg Dr. David Marquette. Die Opfer: seine Frau und seine drei kleinen Kinder. Ist der Familienvater psychisch krank – oder hat er kaltblütig gemordet? Ist er womöglich ein lang gesuchter Serienkiller, wie Detective John Latarrino glaubt? Staatsanwältin Julia Valenciano will die Wahrheit herausfinden, gegen alle Widerstände. Die lauern auch in ihrer eigenen Vergangenheit, die sie seit fünfzehn Jahren erfolgreich verdrängt …

Gar kein so schlechtes Buch, eigentlich. Merkwürdigerweise treten die Längen immer da auf wo ich sie nicht erwartet hatte, während Stellen die andere Autoren in epischer Breite ausführen würden eher kurz behandelt werden. Die Geschichte selbst ist einigermaßen spannend und gut erzählt, haute mich allerdings auch nicht so richtig vom Hocker. Vielleicht liegt das daran, dass vergangenheitsbewältigende Bücher nicht ganz meins sind, das waren nämlich die Stellen die mir am ehesten missfallen haben.

Sensationsgeil in Winnenden

Heute kam es zu einem Ereignis, von dem man nicht möchte das es passiert. Im Süden Deutschlands ist ein Schüler Amok gelaufen und hat dabei 14 Menschen und sich selbst umgebracht.
So etwas finde ich schlimm. Mir tut es leid um die Menschen die umgekommen sind und noch viel mehr um die Menschen, die heute jemanden verloren haben.

Doch wie sieht für den nicht näher betroffenen Bürger die wahrscheinlichste Reaktion auf so etwas aus? Ich für meinen Teil habe das Browserfenster geschlossen und weiter gearbeitet.
Für andere begann ein zusätzlicher Feiertag: Endlich ist etwas schreckliches direkt bei uns passiert! Endlich sind wir wer! Armes Deutschland.

Bei meinen späteren Streifzügen durch das Internet ist mir dann einiges übel aufgestoßen. Die einschlägigen News-Seiten haben sich dermaßen mit Nachrichten überschlagen, dass mir dabei fast schlecht wurde. Vor allem wenn man betrachtet, dass viele der „Aktuellsten Nachrichten“ sich innerhalb kürzester Zeit überholt hatten und viele schlicht weg falsch waren. Gerade von den „großen“ Nachrichtenseiten, wie etwa dem Spiegel, erwarte ich dann doch den „Qualitätsjournalismus“ den man dort immer predigt. Wer sich richtig aufregen möchte, sollte sich den twitter-Stream von Bild.de anschauen. Dabei kommt mir die pure Wut hoch.

Damit wären wir auch beim nächsten Thema: Noch mehr habe ich mich nämlich über die gesammelte Twitteria geärgert. Dort scheint man nämlich mit aller Gewalt schnell sein zu wollen um den Ruf des flotten Mediums waren zu können. Unzählige schrieben in den kümmerlichen 140 Zeichen, was sie aus Radio und Fernsehen und dem Internet so aufschnappten und überschlugen sich dabei fast vor Sensations- und Neuigkeitengeilheit, gepaart mit herzergreifender öffentlicher Erschütterung. Dass dabei die wirkliche Information auf der Strecke bleiben musste, ist klar. Zum einen lässt sich in 140 Zeichen nicht viel kommunizieren, zum anderen wurden so viele Dinge einfach mal weitergetratscht, dass eine Unterscheidung zwischen wahrem Sachverhalt und purem Gerücht nicht mehr möglich war. Eigentlich hatte ich den meisten Menschen in meiner Liste mehr zugetraut. Und eigentlich wäre das ((Wenn ich nicht was besseres zu tun gehabt hätte, nämlich arbeiten.)) der ideale Zeitpunkt gewesen, mal ein wenig auszusortieren.

Am Ende bleibt mir ein Gedanke: Ist es nicht genau das, was der Junge mit seiner Tat bezwecken wollte? Dachte er sich vielleicht: „Ich bring mal ein paar Leute um, dann sehen alle das es mich gibt und was ich drauf habe. Dann finden mich zwar alle scheiße, aber wenigstens achten sie mal auf mich.“
Geschehnisse wie die in Winnenden sind in meinen Augen ein letzter Hilferuf nach Aufmerksamkeit. Die sensationsgeilen Gerüchtejunkies unter uns hatten heute einen guten Tag. Die hauptberuflich erschütterten auch. Den Opfern und ihren Familien bringt das alles nichts.

Übrigens: Anderswo auf der Welt gibt es so Sachen wie Krieg oder schlimme Krankheiten. Da sterben jeden Tag hunderte und tausende von Menschen, die meisten unschuldig. Da ist nichts dran anders, als im aktuellen Fall. Die ganzen Profi-Erschütterten scheint das aber nicht zu interessieren. Daran kann man sich anscheinend nicht so gut aufgeilen. ((Und ab morgen rege ich mich dann über alle auf, die keine Ahnung haben und deswegen den „Killerspielen“ die Schuld geben.))

Fußball ist Mord

Gestern fand der Fußball-Cup meiner Firma statt. Natürlich habe ich direkt „Hier!“ geschrien, als es ums mitspielen ging. Es gibt wohl keinen fitteren und fußballbegeisterten Menschen als mich.

Vier Mannschaften traten an: Geschäftsleitung, Medizin, Grafik und wir, die IT. Die Regeln des Turniers waren schon von Anfang an gegen uns: Es ist schließlich allgemein bekannt, dass wir keine Frau in der Abteilung haben. Nach den Regeln sollten wir uns aber eine besorgen. Da uns das nicht so recht gelang, wurden die Regeln immer wieder mal gegen uns angepasst.

Am Ende haben wir dann aber trotz aller Widrigkeiten alle Spiele gewonnen – nur das Endspiel leider nicht. Doch auch mit einem zweiten Platz sind wir hier alle sehr zufrieden.

Ich bin mit meiner sportlichen Leistung allerdings nicht sonderlich glücklich. Zwar habe ich guten Einsatz gezeigt und auch Tore geschossen, doch irgendwie war nach einer Runde über das kleine Hallenfeld immer gleich die Luft raus. Als Nichtraucher hat man es da eine gute Tour einfacher. Außerdem plagt mich heute allerübelster Muskelkater – komischerweise sogar an Stellen, die man beim Fußball eigentlich gar nicht einsetzt. Zum Glück sind die Schmerzen im Knie inzwischen wieder weg.

Mein Fazit: Das hat auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht und ich bin beim nächsten Mal gerne wieder dabei. Allerdings muss ich bis dahin dringend ein wenig an meiner Fitness arbeiten. So richtig wohl fühle ich mich grade nicht – vor allem beim Gehen schmerzt es doch ein wenig.