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Soziale Netzwerke und ich

Als großer Freund von allem was so in diesem Internet an Netzwerken unterwegs ist, habe ich auch alle möglichen Accounts bei Facebook, StudiVZ, XING, Wer-kennt-wen, Twitter, last.fm, flickr, und vermutlich noch 100 anderen Diensten.

Dabei unterscheide ich bisher aber schon ein wenig, mit wem ich mich befreunde. Bei Twitter zum Beispiel geht es mir um Interessen: Wenn jemand im Normalfall Dinge schreibt, die ich gut und interessant oder witzig finde, folge ich. Bei flickr habe ich Leute in meinen Kontakten die schöne Bilder machen. Bei den personenbezogenen Netzwerken habe ich mir bis dato aber eigentlich immer die Regel gesetzt, dort nur mit Menschen „befreundet“ sein zu wollen die ich auch mindestens einmal persönlich getroffen habe. Gerade bei Facebook bin ich da recht streng, wenn ich mich nicht täusche ist dort nur eine Person in meiner „Freundesliste“ die ich noch nie getroffen habe.

Eigentlich finde ich das auch nicht schlecht, allerdings habe ich da nun inzwischen mehrere Kontaktanfragen von „Onlinebekanntschaften“ die ich bisher nicht beantwortet habe. Eigentlich würde ich gerne auf bestätigen klicken, was allerdings dann eine Aufweichung dieser Regel bedeuten würde. Andererseits bin ich ja so ein Social-Typ und Netzwerken ist total gut und so. Warum also auch nicht bei Facebook? Deshalb mal eine kleine Umfrage: Wie handhaben das meine Leser so?

Worum es mir nicht geht: „Freundesammeln“. Das ist nämlich ausgemachter Blödsinn, denn ich würde von den aktuell rund 370 Menschen in meiner „Freundesliste“ nicht mal 10% wirklich als „FreundIn“ bezeichnen. Da bin ich nämlich ein wenig wählerisch. Ist das alles sowieso nur Wortklauberei oder sollte ich mal anfangen die Menschen in Schubladen zu packen?

Lesezirkel #1: Der Electric Kool-Aid Acid Test

Der UARRR-Mensch ruft zum gezirkelten lesen auf. Ich mache da einfach mal mit, für Leseempfehlungen war ich ja schon immer zu haben. Deshalb schaue ich mir nun mal Der Electric Kool-Aid Acid Test von Tom Wolfe an. Das ist eine Art Tatsachenbericht namens „Die legendäre Reise von Ken Kesey und den Merry Pranksters“ über eine Hippie-Kommune in den amerikanischen 70ern. Der Klappentext las sich nicht schlecht, die ersten Seiten die ich heute Morgen las waren auch recht vielversprechend. Ich bin gespannt was da so passiert.

Mit einer Sache hat nämlich Marcel recht: „Wir alle lesen zu wenig.“ schreibt er in seinem Eintrag zum ersten Lesezirkel. Ich selbst zähle mich da mal nicht dazu, schließlich wandert doch das ein oder andere Buch pro Monat über meinen Nachttisch. Einige der Bücher rezensiere ich hier dann ja auch, auch wenn die Leseliste keineswegs komplett ist. Für mich ist die Teilnahme an der Aktion eine Möglichkeit meinen Horizont zu erweitern und mal ein Buch außerhalb des von mir favorisierten Thriller-/Krimi-Genres zu lesen.

Bei vielen ist das aber anders, wie einem ein Blick in die einschlägigen sozialen Netzwerke verrät. Viel zu oft liest man dort in der Kategorie „Lieblingsbücher“ Dinge wie „Lustiges Taschenbuch“, „Bücher gehören verbrannt“, „Lesen ist doof“ und und und. Das macht mich ein wenig traurig. Die modernen Medien machen es einem viel zu einfach, sich leicht berieseln zu lassen und dank dem Internet kann man Serien oder Filme immer dann schauen wann man will. Da ist es natürlich einfacher, den Computer mit ins Bett zu nehmen, als noch ein paar Seiten zu lesen. Die Faulheit siegt, die Dummheit auch.
Schade ist das, denn „Lesen bildet“ nämlich. Ich bemerke an mir selbst, wie ich mit gesteigertem Bücherkonsum in den vergangenen Jahren viel flüssiger schreiben und formulieren kann. Keine schlechte Sache wie ich finde, dem ein oder anderen würde das sicherlich auch nicht schlecht stehen ((Womit wir wieder bei den einschlägigen sozialen Netzwerken sind, die sich außergewöhnlich gut für Sozialstudien eignen.)). Damit will ich das schauen von Serien natürlich nicht allgemein verteufeln, schließlich bin ich selbst ein großer Fan von einigen und habe jede Folge Lost, 24 und Stargate ((Sowohl SG1, als auch Atlantis.)) gesehen.

Schon als Kind und Jugendlicher habe ich viel gelesen, dann einige Jahre recht wenig in Bücher geschaut. Spätestens seit ich in Bonn keinen Fernseher mehr habe, lese ich wieder wesentlich mehr. So zwei bis drei Bücher sind im Monat schon drin, das entspannt mich Abends mehr als noch eine Serienfolge zu schauen. Da will ich es mal gut heißen, dass die Idee im Rahmen eines iPad-Kaufs aufkam und bin froh ich auch als „analoger“ Leser mitmachen darf.

Ein paar Dinge würden mich interessieren, vielleicht lässt sich ja ein wenig Statistik führen:

  1. Wie viele Menschen haben wirklich mitgemacht und das Buch gelesen?
  2. Für wie viele dieser Menschen war dies das erste Buch in diesem Jahr?
  3. Wie viele dieser Teilnehmer haben Spaß am Lesen gefunden und gehen nun auch mal selbstständig in einen Buchladen oder eine Bücherei und lesen aus eigenem Antrieb ein weiteres Buch?
  4. Wie ist der Anteil an Ebook- und Analogbuch-Lesern?

Ich bin nicht nur auf das Buch, sondern auch auf die Reaktionen der Mitleser sehr gespannt. Man merkt vielleicht, ich möchte eine Lanze für das gute alte Buch brechen. Mal schauen wie lange es weitergeht mit dem Lesezirkel.

re:flexion

Meinen Besuch auf der re:publica habe ich zum Anlass genommen, mir mal ein paar Gedanken über meine Online-Aktivitäten zu machen. Das ich das passende T-Shirt dazu habe bedrucken lassen, war eher unbeabsichtigt. Es passt aber.

re:flexion

An meinen Aktivitäten in diversen sozialen Netzwerken gibt es eigentlich (zumindest aus meiner Sicht) nichts zu bemängeln. Ich habe dort den Anspruch, mich nur mit Menschen zu vernetzen die ich auch persönlich kenne. Ausnahmen bestätigen die Regel. Was meine „Vernetzung“ angeht, so verlasse ich mich da lieber auf das echte Leben.
Ich nehme weder XING, noch Facebook, noch StudiVZ, noch wer-kennt-wen sonderlich ernst. Merkt man vielleicht auch. Schön finde ich es aber nach wie vor, dass ich immer ein wenig im Blick habe was meine Mitmenschen so treiben.

Nächster Patient: twitter. Da habe ich dann wirklich mal ausgemistet. Etwa 80 Menschen und andere Kontakte sind rausgeflogen. Dabei war ich recht rigoros. Wenn mir aufgefallen ist, das jemand diesen Monat noch nichts geschrieben hat, oder auf der ersten Seite des jeweiligen Accounts nichts stand das mir gefiel: Weg. Außerdem sind erst mal alle nicht-menschlichen Accounts rausgeflogen, die mir so untergekommen sind.

Zu guter letzt habe ich mir dann noch meinen Feedreader vorgenommen. Da war ne Menge zu sortieren und ich hab zuerst mal alles herausgeworfen, was ich sonst immer nur überflogen hab. Vor allem diverse News-Seiten sind nun nicht mehr drin und und somit ist mein Rauschen an dieser Stelle auch schon wieder stark verringert. Alles relevante bekommt man ja nach wie vor bei twitter mit, oder wird einem sowieso in allen möglichen Blogs mehrmals vorgekaut.

Das Internet mit all seinen Blogs, sozialen Netzen und twitter ist ein riesiges Rauschen von Informationen. Das finde ich auch wirklich gut und habe ich verstanden. Allerdings ist ja nach wie vor jedem überlassen, wie viel man davon mitnimmt. Mich hat es (nicht nur während und nach der re:publica) schon ein wenig genervt und teilweise konnte ich auch gar nicht alles mehr richtig aufnehmen.
Mein persönliches Rauschen habe ich nun auf jeden Fall erheblich reduziert und kann den Menschen deren Texte ich lese und denen ich folge nun meine volle Aufmerksamkeit widmen. Außerdem habe ich mir vorgenommen, das von mir generierte Rauschen auch mal ein wenig zu reduzieren und meine Tweet-Frequenz herunterzufahren. Twitter nehme ich übrigens gar nicht ernst. Dementsprechend sollte man das auch nicht mit meinen Tweets machen, also das ernstnehmen. Aber anscheinend interessieren sich doch einige Leute für den Unsinn den ich hin und wieder verzapfe. Dafür gebe ich mir aber nun an dieser Stelle in Zukunft vielleicht ein wenig mehr Mühe.

Chillen ist kein Hobby

Ich bin ja mehr so der entspannte Typ. Prokrastination ist genau mein Ding und deshalb verbringe ich eine Menge Zeit damit, einfach mal rumzuhängen, zu entspannen, unnütze Dinge zu tun. Das ist wichtig und mache ich gerne. Leider auch ein wenig zu oft.

Ich bin also per Definition ein echt „gechillter“ Typ, zumindest wenn man Wikipedia glauben mag:

„Chillen (engl.: kühlen, abkühlen; im amerikanischen Slang auch: sich beruhigen, sich entspannen, rumhängen, abhängen) ist ein aus dem englischen Sprachgebrauch (to chill = abkühlen) übernommener Begriff.“

Quelle: Wikipedia

Als großer Freund von sozialen Netzwerken stolpere ich (quasi während ich „chille“) in der letzten Zeit aber dann immer häufiger in den dortigen Profilen auch über das Wort „chillen“. Als Hobby. Danke. Herzlich willkommen in der Bedeutungslosigkeit. So gern ich selbst rumhänge und nichts tue, was ist denn das bitte für ein Hobby? Darunter verstehe ich dann doch ein wenig was anderes.

Wikipedia stimmt mir glaube ich zu:

„Ein Hobby oder Steckenpferd ist eine Lieblingsbeschäftigung. Ein Hobby ist somit im Gegensatz zu Arbeit eine Tätigkeit, der man sich nicht aus Notwendigkeit, sondern freiwillig und aus Interesse, Faszination oder sogar Leidenschaft unterzieht. Die Tätigkeit bringt Vergnügen, Spaß oder Lustgewinn mit sich. Dabei ist mit Arbeit nicht ausschließlich Erwerbsarbeit (Beruf) gemeint.“

Quelle: Wikipedia

„Chillen“ als Lieblingsbeschäftigung? Das sehe ich noch ein. Entspannung muss sein!
Ich verstehe dann aber ein wenig mehr unter einem Hobby. Die freiwillige Beschäftigung mit etwas sinnvollem. Weiterbildung und weiter kommen auf freiwilliger Basis. Etwas zu tun, wonach man sagen kann: „Coole Sache!“. Ich glaube dann bin ich wirklich gechillt.

„Chillen“ als Hobby, das ist für mich irgendwie einfallslos und langweilig. Dann kann man auch als Berufswunsch „Frührentner“ angeben. Die Sinnlosigkeit des eigenen Daseins dermaßen zu unterstreichen finde ich schlimm.

Können heutzutage viele einfach nichts mehr mit sich anfangen? Oder bin ich einfach nur zu ungechillt?