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Eine neue Stammeswebseite

Das ein oder andere Mal berichtete ich ja schon davon, dass ich am Wochenende Planungskram mit meinem Pfadfinderstamm getrieben habe. Bedingt dadurch, dass wir aktuell leider nur sehr wenige Menschen sind, die Leitungspositionen inne haben können, muss alles ein wenig zurückgefahren werden. Das ist gar nicht schlimm, es kommt dennoch eine Menge Spaß auf uns zu.

Eine Sache die schon immer in meinen Händen lag – und die ich sträflich vernachlässigt habe – war die Webseite der Idar-Obersteiner Pfadfinder. Und weil ich mich in naher Zukunft eher auf andere Dinge konzentrieren will, habe ich die dann auch mal auf das wirklich Nötigste zurückgefahren.

Die Idar-Obersteiner Pfadfinder im Internet

Schon während der Sitzung hatte ich einen großen Teil des Codes einfach herunter geschrieben. Für mich ganz normal, war das für andere anscheinend schon ein wenig beeindruckend. Zu Hause dann noch ein wenig Meta-Kram dazukopiert, per PHP-Script die Bildauswahl automatisiert und schon kann die Geschichte online gehen.

Sicherlich ist die Seite jetzt nicht gerade die großartigste Stammeswebseite aller Zeiten. Aber sie macht was sie soll – wenn der Laden mal wieder richtig läuft, kann man auch wieder was umfangreicheres an den Start bringen.

In der Jugendherberge

Am Wochenende wohnte ich für zwei Nächte in der Jugendherberge Idar-Oberstein, meiner alten Heimat. Nicht, dass meine Eltern mich herausgeworfen hätten, es stand das Planungswochenende meines Stammes auf dem Plan. Um die Zeit sinnvoll ausnutzen zu können, hatten wir uns in der Idar-Obersteiner Jugendherberge einquartiert.

Lange war ich nicht mehr in einer Jugendherberge gewesen. Auch intensivstes Nachdenken ließ keine Übernachtung in diesem Jahrtausend wieder in meinem Gedächtnis auftauchen. Schade eigentlich, denn ich erinnere mich an einige schöne Wochenend-Lager in meiner Wölflings- und Pfadfinderzeit ((Da war ich also so zwischen 9 und 15 oder so.)). Heute ist es noch ein wenig besser als damals: Den ungeliebten Küchendienst gibt es nicht mehr, man muss seine Bettwäsche nicht mehr selbst mitbringen ((Oder extra zahlen wenn man sie vergessen hat.)), jedes Zimmer hat ein Duschbad und die Zimmer selbst sind auf einem wesentlich höheren Niveau als ich das in Erinnerung hatte. Alles ist ein wenig komfortabler geworden und ich muss sagen das mir das gefällt.

„Warum warst du eigentlich so lange nicht mehr in einer Jugendherberge?“ fragte ich mich da kurz. Irgendwie ist das aus der Mode gekommen, bevor ich selbst in eine Leitungsposition gekommen war. „Zu teuer!“ hieß es damals.

Für einen kleinen Moment dachte ich mir da, man könnte das ja doch nochmals kalkulieren. Denn viel einfacher lässt sich ein Wochenende für eine Gruppe nicht planen: Die Herbergen sind im Normalfall gut gelegen, Verpflegung ist drin und drumherum ist auch immer ein wenig Platz um mal ein wenig Leerlaufzeit zu überbrücken. Der kleine Moment war dann aber auch schnell vorbei, nachdem ich einen Blick auf die Preise geworfen hatte. Etwa 28 Euro haben wir pro Person und Nacht in einem 8-Bett-Zimmer bezahlt. Der erfahrene Gruppenleiter hat da schnell überschlagen, was er inklusive Fahrtkosten, eventuellen Eintritten oder Materialkosten bei einem Aufenthalt von zwei Nächten für die Wochenend-Tour ansetzen muss: Runde 70 Euro.
Das ist eine gute Stange Geld, von der ich befürchte das sie viele Eltern davor zurückschrecken lassen würde, ihr Kind ein Wochenende loszuschicken. Deshalb waren wir in den vergangenen Jahren wohl auch immer in Selbstversorgerhäusern und kamen somit deutlich günstiger weg.

In meinen Augen haben die Jugendherbergen ihr Angebot ein wenig von den klassischen Jugendgruppen wegbewegt und sprechen nun eher andere Zielgruppen an, zum Beispiel eher Familien, Motorrad- und Radfahrer. Am Wochenende sah ich zwar auch viele Kinder in der Herberge, aber der Großteil der Gäste war älter als ich. Schade.

Heimat

Da sitze ich nun in meinem Elternhaus, in dem Zimmer in dem ich einen großen Teil meiner Jugend verbrachte. Selten bin ich hier, ich glaube sogar das erste Mal für dieses Jahr. So ein wenig hat sich das Wetter an meine Empfindungen für diese Gegend angepasst: Es regnet und ist grau. Die meisten meiner Freunde wohnen nicht mehr hier und wenn ich durch die Stadt laufe, erkenne ich kaum noch jemanden. Eigentlich ein wenig traurig, schließlich habe ich selbst über 26 Jahre hier gelebt.

Dennoch bin ich gerne hier, zumindest bei meinen Eltern. Mal wieder ein wenig länger und ausführlicher erzählen was man so tut und macht und plant. Das geht bei den doch recht regelmäßigen Telefonaten irgendwie unter. An den gedeckten Tisch setzen und sich nicht um den Abwasch kümmern müssen. Das hat nichts mit Faulheit zu tun, sondern damit wie angenehm es ist mal wieder hier zu sein, wie schön es ist sich verlassen zu können und nicht selbst in der Verantwortung zu stehen.
Und trotzdem brauchte es bisher immer einen Grund um hier aufzutauchen, das sollte ich ändern. Dieses Wochenende werde ich noch ein wenig Zeit mit Pfadfinderkrams verbringen – da bot es sich an, ein wenig vorher zu kommen. Vermutlich wird das auch ein Grund sein, hier im kommenden Jahr auch noch das ein oder andere Mal herzukommen. Neben meinen Eltern ist der Stamm dann vermutlich die letzte Verbindung die ich hierher noch habe.

Gerne wäre ich heute Mittag mal ein wenig mit der Kamera losgezogen, das Wetter macht mir aber irgendwie einen Strich durch die Rechnung. Erst am Wochenende, wenn ich zu Sitzungszwecken an einem Tisch sitzen werde, soll es wieder besser werden. Schade eigentlich, aus der Ferne betrachtet fällt mir nämlich auf, dass ich eigentlich viel zu wenig von der Gegend hier kennengelernt habe. Vermutlich bin ich in Bonn schon mehr herumgelaufen, als ich das hier in Idar-Oberstein in den letzten zehn Jahren tat. Dabei bietet sich die Gegend hier viel mehr dazu an, einfach mal loszulaufen und eine oder zwei Stunden durch den Wald zu spazieren.

Eigentlich müsste man öfter hierher kommen – einfach nur um Ruhe zu erfahren. Eine Ruhe die leider daraus resultiert, was die meisten Menschen hier wegtreibt: Mangelnde Möglichkeiten in allen Bereichen, von den beruflichen Chancen bis hin zum Abendprogramm.

Grundkurs 2010 – Unterwegs in Bananien

Nun ist er vorbei, der Grundkurs 2010. Die vergangene Woche weilte ich, wie berichtet, in Banania. So hatten wir gemäß unserem Motto das BdP Bundeszentrum umbenannt. Sieben Tage lang sollten dort Gruppenleitungen des BdP weitergebildet werden.

Runde im großen Saal in Immenhausen

Mein Fazit: Total super! Sowohl was die Teilnehmenden angeht, als auch das Team: Besser kann es glaube ich gar nicht laufen. Ich hatte eine Menge Spaß und habe vermutlich auch eine Menge vermitteln können. Besonders außerhalb der normalen Einheiten konnte man ganz gut auf die Probleme eingehen, die sich so in der täglichen Stammesarbeit ergeben. Dabei fühlte ich mich weniger als Lehrer, nur Erfahrung habe ich den Teilnehmenden voraus. Es ist toll zu sehen, dass es so viele Jugendliche gibt, die die Idee der Pfadfinderei vorantreiben und so viel Arbeit investieren. Da war ich teilweise wirklich sprachlos.

Eine Einheit des Stammesführungs-Grundkurses

Auch im Team war die Stimmung gut. Ich bin immer wieder davon begeistert, wenn teilweise völlig fremde Menschen an einem Ort zusammenkommen und mit der Arbeit loslegen. Jeder packt mit an und gemeinsam wird etwas realisiert. Jeder unterstützt den anderen. Dafür bin ich sehr dankbar, denn vor allem aus Schlafmangel war ich sicherlich das ein oder andere Mal nicht so sonderlich gut zu ertragen.

Im Vorfeld des Grundkurses war ich ein wenig skeptisch, ob ich dort überhaupt etwas verloren habe. Zwar zweifelte ich nicht an meiner fachlichen Kompetenz, war mir aber nicht so sicher ob ich auch inhaltlich alles drauf habe. So ganz falsch lag ich da nicht und so konnte ich auch noch eine Menge für mich mitnehmen. Dennoch habe ich mich glaube ich ganz gut geschlagen und eine kleine Liste mit möglichen Verbesserungen für die kommenden Jahre zusammengetragen.
Am Ende stellte sich dann das übliche Kursfeeling ein: Eigentlich total im Eimer und endgültig urlaubreif und dennoch gewillt, das Ganze noch eine Woche zu verlängern. So soll das sein. Mal schauen ob ich im kommenden Jahr wieder mit an Bord bin. Lust hätte ich auf jeden Fall!

Mein Stamm im Fernsehen

Schade, dass ich dieses Mal nicht dabei war. Stellt sich mir noch die Frage, wer der YouTube-UserScoutingGirl ist. Ich hab da ja schon einen Verdacht.