Archiv für Schlagwort: technik

Re: Antitouchsurfaces.

Marcel schreibt über Toiletten. Damit kenne ich mich aus, stille Örtchen und vor allem ihre Benutzung gehören wohl durchaus zu meinen Kernkompetenzen. Ich besuchte schon Bedürfnisanstalten verschiedenster Art in allerlei Ländern: Vom Autobahnraststätte in Frankreich, wo man wegen des Loches im Boden zuerst mal „WTF? Eine Dusche!“ denkt, über lettische Doppel-Plumpsklos ohne Trennwand vom Typ „Villeroy und Loch“, bis hin zu slowenischen Bahnhofskneipenklos war da schon alles dabei. Wobei letztere glaube ich auch eine der unangenehmsten Erfahrungen dieser Art war.

Das eine Toilette sauber ist und man sich keine Krankheiten abholt, halte ich ebenfalls für sehr wichtig. Grade in Zeiten, in denen man sich schon durch den Verzehr von Obst und Gemüse in Lebensgefahr begibt, kann man gar nicht genug auf Hygiene und Sauberkeit achten. Gerne spende ich dann nach dem Besuch eines sauberen Örtchens auch meine 50 Cent. Oder vielleicht auch mehr.

Marcel geht noch einen Schritt weiter:

Ich will Toiletten, auf denen ich nichts anfassen muss. Keinen Türgriff, keine Spülung, keinen Wasserhahn, kein Trocknungsgerät und erneut keinen Türgriff.

Ich lernte tatsächlich bereits eine Anstalt kennen, die dieser Idealvorstellung Marcels relativ nahe kommt. In meinem Freundeskreis erinnert man sich immer wieder gerne an die legendäre Toilette im Kasseler Bahnhofs, welche seinerzeit sehr modern war: Es gab eine Art Empfangstresen, hinter dem eine Reinigungskraft die Toilette beaufsichtigte und auch dazwischen ging, wenn man die Anlage fotografieren wollte. Daran vorbei ging es dann in die eigentlich Toilette, die wegen ihres futuristischen Designs sicherlich auch als Kulisse für eine Star Trek-Folge hätte herhalten können. Die Türen zu den Kabinen schlossen sich automatisch nach dem man eine Lichtschranke passiert hatte, lediglich das Absperren musste (soweit ich mich erinnere) noch selbst erledigt werden.
Auch das Abspülen sollte dort automatisch funktionieren, wenn man die Lichtschranke der Kabine beim herausgehen wieder unterbrach. Diese Unterbrechung konnte man aber auch schon mal durch eine ungeschickte Handbewegung bewirken. Das führte dann zu einer, sagen wir mal, intensiven Grundreinigung. Technik hat auch so ihre Tücken.

Da ich schon mehrere Jahre nicht mehr in die Verlegenheit kam in Kassel umsteigen zu müssen, weiß ich leider nicht ob die Toilette dort noch in Betrieb ist. Bei meinem letzten Besuch war leider geschlossen, aber vielleicht kommt ja mal wer dort vorbei und kann nachschauen.

Neue Schriftarten braucht das Land!

Wer hier aufmerksam mitliest, dem ist es schon aufgefallen: Ich suche in der letzten Zeit verstärkt nach Möglichkeiten um von den üblichen, „websicheren“ Schriften wegzukommen. Ein wenig habe ich mich schon an den Standardschriften sattgesehen. Außerdem ist im eher „verschnörkelt-verspielten“ Bereich da relativ wenig zu machen. Wenn man nicht gerade ComicSans einsetzen möchte.

Grundsätzlich ist es ja erst einmal so, dass die Schriftart die ein Browser darstellen soll auch auf dem Computer des Seitenbesuchers vorhanden sein muss. Es bringt mir also nichts, TotalCooleSchrift.ttf auf meiner Seite zu benutzen, wenn außer mir dieses Schrift niemand besitzt. Das klingt nach einem Problem!

Natürlich bin ich nicht der einzige, der sich mit diesem Thema auseinandersetzt und so haben sich schon einige kluge Menschen ein paar Gedanken um das Thema gemacht. Nachdem ich nun auch ein wenig recherchiert habe, sind mir grundsätzlich zwei Methoden in Erinnerung geblieben.

  • sIFR: Der auszugebende Text wird mit Hilfe von Javascript dynamisch in Flash gerendert. Das nennt sich dann sIFR.
    Hier liegt der zu verwendende Schriftsatz als Flash-Datei auf dem Server und mit ein wenig Javascript-Magie werden dann vorher bestimmte HTML-Elemente durch Flash-Elemente ersetzt. Sehr cool dabei: Der Text ist auch weiterhin markierbar und lässt sich auch kopieren. Wird Flash vom Browser nicht dargestellt, etwa weil das Plugin nicht installiert ist, rendert der Browser den normalen HTML-Tag. Das klingt doch alles schon mal ganz gut.
    Ein Nachteil in meinen Augen ist aber die Benutzung von Flash. Gerade auf dem Mac ist das Plugin nicht gerade ausgereift und verursacht teilweise eine enorme Prozessorlast. Ein wenig frickelig war bei meinen ersten Versuchen das anschließende justieren von Größe und Abständen des Textes mit CSS. Hier gilt es sich gegebenenfalls mal einzuarbeiten.
  • @font-face: Auch per CSS gibt es eine Möglichkeit, eigene Schriften in eine Webseite einzubinden. Kurioserweise wurde diese Methode übrigens ursprünglich von Microsoft entwickelt, war Bestandteil von CSS 2 und flog dann wieder aus den CSS 2.1-Spezifikationen, weil die Browserentwickler sie nicht implementierten. Mit CSS 3 kommt @font-face nun wieder. Dieses Mal ziehen anscheinend auch alle mit.
    Bei dieser Methode muss die entsprechende Schriftart in verschiedenen Varianten auf dem Webserver bereitstehen. Natürlich hat man sich wieder einmal nicht auf einen 100%igen Standard einigen können. Großer Vorteil: Es werden keine weiteren Technologien verwendet, HTML und CSS setzt man so oder so ein, wie auch schon bei der sIFR-Variante lässt sich hier der Text natürlich auch kopieren.
    Bei ersten Tests hat das Einbinden der Schriftarten leider nicht immer 100%ig funktioniert. Schade.

Das Ersetzen von Schrift durch Bilder (auch dynamisch, z.B. per GDlib) kommt für mich nicht in Frage. Die Lösungen über die ich hier bisher stolperte waren alle wesentlich komplizierter und aufwändiger als die oben genannten, das Ergebnis dafür aber eher nicht so schön.

Soweit zu den beiden Möglichkeiten, die ich mir noch näher anschauen muss. Beide Varianten sehen sehr vielversprechend aus, ich glaube dass ich für meine Zwecke schon was finden werde. Spaß am Basteln hatte ich ja schon immer, in der nächsten Zeit werde ich mich mit dem Thema noch ein wenig ausführlicher auseinandersetzen und die für mich beste Methode herausfinden.