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MTV ist tot!

Einem Link bei twitter folgte ich zu einem Beitrag in der ARD Mediathek: „Entlassungswelle bei MTV und Viva“ hieß es da in der Überschrift, was mich natürlich neugierig machte.

„Beim Musiksender MTV ist seit letztem Mittwoch die Hölle los. Als der Europachef mit den Mitarbeitern sprechen wollte, war allen klar, dass einschneidende Maßnahmen drohen. Mitarbeiter wurden gekündigt, Sendungen eingestellt, laufende Produktionen gestoppt. Übrig bleibt ein Rumpfprogramm. […] Aber was da im Verborgenen geschieht, ist nicht weniger als das stille Ende einer Ära.“Quelle: ARD Mediathek

MTV sendet also nur noch ein Rumpfprogramm… Wayne? Inzwischen habe ich mir den kurzen Beitrag aus der Sendung zwei Mal angesehen, denn seine Aussage trifft die Meinung die ich zu dem Thema habe ziemlich genau. Musikfernsehen ist tot, vor allem das Musikfernsehen wie es uns von MTV oder VIVA in den vergangenen Jahren gezeigt wurde.

„Kennen sie jemanden der MTV schaut?“

Diese Frage stellt der Journalist in oben verlinktem Beitrag. Ganz ehrlich? Nein. Gerade dieser Tage berichtet ich in der Raucherpause, dass ich letztens mal MTV geschaut habe. Am Sonntagmorgen kamen da wirklich eine halbe Stunde lang Musikvideos mit Gitarrenmusik, was mich schon schwer wunderte. Wäre der Sender vom vorigen Abend als ich ein „Masters“ über Metallica geschaut hatte nicht noch eingestellt gewesen, es wäre mir nicht aufgefallen. Das hatte ich bewusst angeschaltet, ansonsten sind MTV und VIVA in den letzten Jahren immer mehr von meinem Schirm verschwunden und im Programmplan immer weiter hinten gelandet. All die importierten Sendungen mit College-Studenten, die sich auf möglichst dümmliche Art und Weise zum Affen machen, haben mich nicht interessiert und an „Pimp My Ride“ hatte ich mich irgend wann auch satt gesehen. Ob ich mit Mitte 20 nicht mehr zur Zielgruppe des Senders gehöre, weiß ich nicht… Aber Gangster-Rap finde ich nun mal bescheuert und da ich annähernd täglich einen der komplexgetriebenen Wannabe-Ghettoheinis auf dem Schirm wiederfand, starb so auch mein letztes Interesse.

MTV ist tot. Und genau wie der Mensch vom Intro-Magazin im Polylux-Beitrag frage ich mich „… und ist das nicht vielleicht besser so?“ Eigentlich bin ich mir sogar sicher. Es ist es.
Ich kann mir vorstellen, wie das Herz von Ray Cokes (von dem ich eigentlich nie ein Fan war) blutete, wenn er sich die Entwicklung von MTV in den letzten Jahren anschaute. Die „Revolution MTV“ ist vorbei, heutzutage schaut man sich Musikvideos bei YouTube an. Nicht umsonst haben große wie kleine Musiklabels dort inzwischen eigene Accounts, in denen sie ihre Künstler (nicht nur mit deren Musikvideos) präsentieren.

Genug geschimpft. Dieser Tage gab es auch etwas positives aus eben jener Ecke: Mit MTV MUSIC ging ein neues Internetangebot online, auf dem man (Ein Wunder!) Musikvideos aus dem Repertoire von MTV und VH1 per Stream schauen kann. Zwar wird die Auswahl wohl im Moment noch ausgebaut, aber für den Suchbegriff „metallica“ hatte ich zum Beispiel schon mehr als 40 Treffer. Eine gute Sache die ich sicherlich noch oft in Anspruch nehmen werde wenn meine iTunes-Bibliothek wieder mal langweilig wird.

Und einen Fernseher habe ich ja sowieso nicht mehr…