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Balkonszenen

Wenn Frau Schwester Theater spielt, dann darf ich natürlich nicht fehlen. So habe ich mich am vergangenen Freitag auf den Weg nach Trier gemacht. Mit dem IC durchzufahren ist durchaus komfortabel, dennoch liegt Trier (von Bonn aus gesehen) irgendwie am Arsch der Welt.

Theater

Pünktlichst um 20 Uhr saß ich dann auch in der Tuchfabrik, um der Vorstellung der Gruppe „Neues Theater Trier“ beizuwohnen. Ebenfalls am Start: Unsere Eltern. Ist klar.
Ein erstes Erfolgserlebnis hatte ich dann schon direkt in der Wartezeit vor der Vorstellung: Ein kurzes „Pssst“ meinerseits brachte tatsächlich für einen kleinen Moment das Publikum zum Schweigen. Auch anschließend traute sich keiner mehr so recht, laut zu sprechen. ((Der Trick ist gemerkt, das werde ich sicherlich noch öfter probieren.))

Ohne mich jetzt groß in der Szene auszukennen: Mir hat die Vorstellung gut gefallen. Wie der Name „Balkonszenen“ schon beschreibt, war der Darstellungsort ein Balkon.
Der Untertitel „Eigentlich ein schöner Abend – nur die falschen Leute“ beschreibt dann auch recht gut die Handlung: Im Hintergrund spielte sich eine öffentliche Veranstaltung ab und das Publikum wurde Zeuge der zahlreichen Gespräche und teils tragischen Verwicklungen auf dem Balkon. Einige schöne, teilweise verbundene Geschichten wurden erzählt. Dennoch kam der Spaß nicht zu kurz.

Ebenso wie ihre Mitspieler überzeugte Frau Schwester durch ihr Spiel: Den bitterbösen Blick, den sie ihrem betrügenden Ehemann zuwarf, kenne ich nur zu gut. Wie man seine kleine Schwester auf die Palme kriegt, weiß ich ja schon. ((Auch wenn das schon lange nicht mehr vorgekommen ist. Glaube ich.)) Zu meinem Glück war Stück weniger surrealistisch als ich vorher vermutet hatte. Ich konnte der Handlung gut folgen. Warum zwischen drin alle auf einmal eine Maske aufhatten ((Siehe Bild.)), habe ich aber leider nicht so ganz verstanden.

Im Anschluß an die Veranstaltung stand dann für mich, da ich ja in Trier blieb, noch ein Zug durch einige Trierer Kneipen auf dem Plan. So ein klein wenig kam ich mir dabei auch künstlerisch vor.

Was mir immer ein wenig rätselhaft bleiben wird: Ich finde ja, ein dreiviertel Jahr Vorbereitung auf drei Vorstellungen ist schon ganz schön heftig. Ich würde ja öfter auftreten. Oder auf Tournee gehen. Das sollte ich mal vorschlagen.